<Bei 10Mhz kommt es noch nicht so darauf an.
>Das Rechtecksignal will ich sehen was da noch sauber durchkommt
Kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Wohlgemerkt wir reden hier über ein 10MHz Oszi.
(Bei einem 100+MHz Oszi sieht das natürlich ganz anders aus)
Drum zur Überprüfung ein kleiner Praxistest:
Oszi: Tektronix 200MHz mit Bandwidth Limiter auf 20 MHz gestellt
Probes:
1: Koax 1:1 ohne jegliche Beschaltung
2: Zwei der oben zitierten 10:1 Passive Probe Nachbauten
3: Fet Probe (2.5 pF, tr=2.5ns)
4: 50:1 Resistive Probe (tr=1.8ns) als Referenz
Messe ich damit einen 74VHCT14 Ausgang bei 20MHz Bandwidth Limit
so erhalte ich bei allen 4 ein tr von ca. 18.7ns was auch exakt dem BW
Limit entspricht. Diesbezüglich sind also alle vier gleich gut (bei
20MHz!).
3 und 4 haben absolut glatte Dächer, 2 zeigen einen leichten
Überschwinger and der aufsteigenden Flanke von 3-5%, 1 Hat einen
deutlichen Überschwinger von 23%
Bei 10MHz dürfte daher 2 noch näher an 3 und 4 liegen und ein 2-3%
Überschwinger ist für einen Anfänger nun wirklich kein Thema.
Man sollte nicht vergessen dass bei 10MHz der Oszi allein schon eine
Rise Time von 35ns hat und diese alten Gurken auch selten mehr als
100ns/Div auflösen. Da kann von einem "sauberen durchkommen" eines 10ns
HCT Ausgangs nicht die Rede sein, egal mit welcher Probe.
Also vor die Wahl gestellt 100€ für "Gute(teure)" Probes an einem 10MHz
Oszi auszugeben oder noch 100€ draufzulegen und ein gebrauchetn 100+ MHz
Oszi (bei dem meistens passende Probes dabei sind) mir zuzulegen, würde
ich immer letzteres wählen.
Ich mach ja auch nicht auf ein Gogo 255er Breitreifen drauf, auch wenn
dies eine bessere Strassenlage verspricht.
Und in der Zwischenzeit kann ich für kleines Geld mit selbstgestrickten
Tastköpfen wertvolle Erkentnisse über den Ungang mit HF Signalen
sammeln, ohne die man selbst mit einem High End Oszi nur Mist misst.
Und eine einfache in 1 Stunde selbstgemachte Resistive Probe für 1.50€
schlägt, dort wo sie einsetzbar ist, sowieso die üblichen Passive Probes
um längen.