Marktlücke?

Gast #521458
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo!

Ich schaue mir gerade diverse µCs an und habe das Gefühl, dass es keine 
halbwegs modernen (SPI, JTAG, Timer, etc) und günstigen (AVR Niveau) 
8-Bitter mit Von-Neumann-Architektur, externem Speicherinterface und 
kostenlosem C Compiler gibt. Stimmt das, oder hab ich was übersehen?

MfG
bad guy
Gast #521463
Lesenswert?
• ▲
▼
Ist der kostenlose Compiler tatsächlich eines der Kriterien, daß die 
Zahl der von Dir fokussierten Controller so stark verarmt? Was wäre 
preisgünstig?

Ich würde mal sagen, daß die, welche einen solchen ausgebauten und 
zugleich mickrigen 8-Bitter einsetzen, ein Massenprodukt herstellen und 
daher nicht auf kostenlose Compiler angewiesen sind, oder ?
Gast #521466
Lesenswert?
• ▲
▼
siehe :
Beitrag "PIC oder AVR"


zB:

- Sind Daten in RAM und ROM mit dem gleichen Code benutzbar?

AVR, PIC, alle übrigen Harvard-Architekturen: NEIN. Daten im ROM
erfordern anderen Zugriff als Daten im RAM. Entweder versteckt das der
Compiler in Runtime-Routinen für Pointerzugriffe, oder man kann
Routinen nicht so schreiben, dass sie beides als Parameter verdauen
können. Bei kleinen Programmen von ein paar KB kein Problem, bei
grösseren jedoch schon. Bei AVR/GCC ziemlich fehlerträchtig.

MSP430: saubere von-Neumann Architektur. Problemlos.
Gast #521469
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo

Kann mir jemand den Vorteil einer Von-Neumann-Architektur (konkret für 
kleine Mikrocontroller) erläutern? Jedenfalls habe ich mit Harvard bei 
den AVRs überhaupt kein Problem. Das einzige, was ich mir allenfalls 
wünschen würde, wäre, dass das Programm ebenfalls in SRAM gespeichert 
wird, anstatt Flash. So könnte man schneller in diesen Bereich schreiben 
und die Chips höher Takten.

Gruss

Michael
Gast #521470
Lesenswert?
• ▲
▼
NACHTRAG: AVR-Progger möchten ja meistens zumindest einige Kilobyte 
Programmspeicher. Würde man die Controller als Von-Neumann-Architektur 
ausführen, so müsste dieser samt und sonders als SRAM gehalten werden, 
kleine Tinys also mit 2 oder 4 kB SRAM, grössere Megas mit bis zu 128 kB 
- wäre das nicht sehr teuer? (Wenn ich mir so die mickrige 
SRAM-Ausstattung der AVRs anschaue, komme ich eindeutig zum Schluss, 
dass SRAM ein 'kostenintensiver' Faktor ist.)
#521472
Lesenswert?
• ▲
▼
Die Ausstattung der AVR-Familie mit SRAM ist nicht mickrig, sondern an 
die typischen (Massen-) Anwendungen dieser µCs angepasst. Der Markt 
reguliert das. Wenn in einer Applikation mehr Speicher benötigt wird, 
kann man diesen extern anbinden (z.B. Dataflash über SPI).

Für rechenintensive Applikationen, die auf einen großen Datenbereich 
zugreifen müssen, eignet sich dann eher ein ARM-Prozessor mit externem 
SDRAM oder ein DSP.

Ich habe mit dem Angebot von Atmel (AVR, ARM7, ARM9) noch jedes Problem 
einigermaßen kostengünstig lösen können. Wo ist das Problem?
Gast #521826
Lesenswert?
• ▲
▼
@Mr.Chip
Wieso müsste bei einer von Neumann Architektur der gesamte Speicher als 
SRAM gehalten werden? Die Technologie kanns nichts sein da beide 
Speicherarten eh auf dem Chips sind und Flash und RAM extern im selben 
Speicherbereich geht ja auch.

btw. wie wäre es mit dem  eZ80F91?
#521867
Lesenswert?
• ▲
▼
Ich finde es reichlich vermessen, seine persönlichen Spezialwünsche 
gleich als "Marktlücke" zu beschreien.

Wenns wirklich eine wäre, hätte sich doch auch ein Hersteller dafür 
gefunden.

JTAG ist ja ganz lustig, um mal zu Anfang in die Innereien eines MC 
reinzuriechen, bei der richtigen Programmierung nützt es aber herzlich 
wenig.


Peter
#522158
Lesenswert?
• ▲
▼
Ganz so allein steht Peter sicherlich nicht. Habe auch noch nie JTAG 
genutzt.

Und mich schon oft geärgert, daß die AVRs keinen Programmcode aus dem 
RAM ausführen können. Mit dynamisch erzeugtem Code wäre vieles so 
einfach, aber nicht, wenn man dafür dauernd Seiten flashen muß.

Aber da gibt es schlimmere Marktlücken. Also nicht jammern, sondern das 
beste aus dem machen, was da ist.
#522305
Lesenswert?
• ▲
▼
Andreas Schwarz wrote:
> Peter Dannegger wrote:
>> JTAG ist ja ganz lustig, um mal zu Anfang in die Innereien eines MC
>> reinzuriechen, bei der richtigen Programmierung nützt es aber herzlich
>> wenig.
>
> Naja, sag aber dazu dass du mit dieser Meinung eher alleine dastehst.


Ist jedenfalls meine Erfahrung.

In einem realen Projekt ist die CPU nicht mehr allein auf der Welt, 
sondern nur noch ein Rädchen im Getriebe.
Und wenn sie dann mal stille steht, weil man sich nen Debugwert anguckt, 
ist sämtliches Timing zum Teufel, da ja alle Bauteile drumherum noch 
weiterlaufen.
Noch lustiger wirds, wenn man 2 oder mehr MCs hat, die ständig Daten 
senden.

Ich hab mal mit den Silabs 8051-ern rumgespielt.
Solange die CPU nur auf dem Testboard war und nichts weiter zu tun 
hatte, konnte man mit JTAG alles ansehen.

Aber sobald man ne reale Schaltung aufgebaut hat, ist Schluß mit 
Däumchen drehen und JTAG höchstens noch zum Proggen zu gebrauchen.

Insbesondere bei Fehlern mit Interrupts ist Stillestehen absolut 
tödlich.


Nervig war auch, daß nach jedem Reset erstmal das Programm neu gebrannt 
wurde, ehe man mit dem Debuggen loslegen kann.


Peter

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.