mikrocontroller.net

Forum: Platinen Aetzen mit Salzsaeure und H2O2


Autor: Thomas Schulte-Derne (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Zum Ätzen der Platine benutze ich folgende Lösung:

- Salzsäure (HCL)
- Wasserstoffperoxid (H2O2)
- Wasser (H2O)

Für eine einseitig beschichtete Europlatine hat sich folgende Menge als
ausreichend erwiesen:

- Salzsäure(31%-33%)-------------200ml
- Wasserstoffperoxid(30%)--------30ml
- Wasser(Leitungswasser)--------770ml

Zum Abmessen der Salzsäure und des Wassers benutze ich einen
Messbecher, zum genauen Dosieren des Wasserstoffperoxids benutze ich
eine Spritze mit aufgesetztem Kunststoffschlauch die max. 50ml fassen
kann.

Nachzulesen unter:
http://tschultederne.bei.t-online.de/platinen.html

Autor: Simon Langhof (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Nun wollte ich neben meinen Versuchen, die Belichtung hinzubekommen auch
mal das Ätzverfahren mit HCL und H2O2 ausprobieren und war gerade in
der Apotheke nebenan...
HCL haben sie gar nicht, H2O2 nur 3%iges.
Bei http://www.omikron-online.de/cyberchem/ haben sie die Sachen zwar,
aber: "Diese Artikel unterliegen den Bestimmungen der
Chemikalienverbotsverordnung. Die Abgabe an private Endverbraucher darf
nur mit fachkundiger Beratung gemäß § 3 dieser Verordnung erfolgen.
Eine Lieferung im Versandhandel ist nur an Firmen und Institutionen mit
ausgewiesener Sachkunde möglich."

Mach ich erstmal weiter mit Natriumpersulfat rum.

Simon

Autor: Thomas Schulte-Derne (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Simon,

mir ist das nicht bekannt, dass die Chemikalien nicht ausgegeben werden
duerfen.
Eine normale Apotheke gibt eine kurze Beratung und ein Schriftstueck
mit aus.
Einfach im Vorfeld bekannt geben, wofuer man die Materialien braucht,
und dann wirst Du sie auch erhalten.

Wichtig ist, mitzuteilen, dass man die Chemikalien fuer technische
Zwecke benoetigt.

Anhang: Durch die Terroranschlaege am 11. Sept. wurden die
Ausgabebedingungen von Chemikalien verschaerft !

Einfach weiter probieren !

Viel Erfolg !

Autor: Simon Langhof (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
So, ich hab doch was bekommen.
Salzsäure (25%ig) im Baumarkt und das H2O2 in der dritten Apotheke, in
der ich es probiert habe (und ich hätte noch problemlos 7 oder mehr
andere abklappern können. Beim H2O2 waren nur die Fragen wieviel und
wofür ich das brauche und dann ist die gleich zum Abfüllen gegangen und
dann sagte sie noch "Dann wissen sie ja, daß das ätzend ist".

Simon

Autor: Thomas Schulte-Derne (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Na Simon,

das ist doch ein kleiner Erfolg :)

Wenn Du noch Fragen zum Aetzen hast, werde ich Dir gerne weiterhelfen.

Alles Gute und viel Spass beim Basteln.

Autor: Thomas Schulte-Derne (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Anhang:

Bei 25prozentiger Salzsaeure wuerde ich bei der Mischung lediglich 600
bis 650 ml. H2O (Wasser) nehmen.

Aetzdauer (je nach Platinengroesse 5 min- 12 min).

einfach probieren :)

Viel Erfolg beim Basteln !

Autor: Simon Langhof (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Danke, ich hab schon gerechnet (hoffentlich richtig :) und getestet:

250ml Salzsäure (25%ig)
30ml H2O2 (30%ig)
720ml Wasser (nahezu 100%ig :)

Erstmal zum Ausprobieren nur etwa 1/5 angemischt (ca. 200ml)

Eine teilgeätzte Schrottplatine, bischen mit Edding Lackstift
draufgemalt und geätzt.
Nie wieder Persulfat :)

Und den Rest des Tages werde ich jetzt damit zubringen das Belichten
und Entwickeln zu perfektionieren :)

Simon

Autor: Thomas Schulte-Derne (Gast)
Datum:

Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Simon,

das Belichten ist nahezu das komplizierteste.
Ich rate ab von UV-Licht Lampen, da man nahezu keine konkreten Werte
zur Ermittlung der Lichtstaerke/Intensitaet bekommt.

Zum wiederholten Male muss ich einfach darauf hinweisen, dass ein
Tageslichtprojektor oder ein Diaprojektor sehr gute
Belichtungsergebnisse liefert.

Vielfach erprobt (besonders bzgl. der Waermeabfuhr) ist insbesondere
ein Diaprojektor zu empfehlen (den Tipp bekam ich vor ca. 10 Jahren von
einem Bekannten, der Hobbyfotograph ist).

Abstand ca. 30cm bei 250Watt 24 Volt Leuchten (Standart) in Projektoren
ergibt eine Zeitspanne von rund 4 bis 6 Minuten (kuerzer ist auch
moeglich) an Belichtungszeit.

Anhang: ich habe fuer ein grosses Unternehmen Prototypen an Platinen
erstellt, und die Bestnote dafuer erhalten.

Staub :)

Viel Erfolg beim Probieren !

Autor: Thomas H. (thoern)
Datum:

Bewertung
-3 lesenswert
nicht lesenswert
Simon Langhof schrieb:
> Danke, ich hab schon gerechnet (hoffentlich richtig :) und getestet:
>
> 250ml Salzsäure (25%ig)
> 30ml H2O2 (30%ig)
> 720ml Wasser (nahezu 100%ig :)

Dieses Rezept ist aus den 80-er Jahren aus dem Buch "der 
Hobbyelektroniker ätzt seine Platinen selbst".
Die angegebene Menge, 1L von der Suppe, ist viel zu hoch. Ich setze 
immer ca. 100-150ml im Verhältnis oder 2:2:1 an. Das reicht locker für 
eine Europakarte und noch einiges mehr.

>
> Erstmal zum Ausprobieren nur etwa 1/5 angemischt (ca. 200ml)
>

Ja, besser so

> Eine teilgeätzte Schrottplatine, bischen mit Edding Lackstift
> draufgemalt und geätzt.
> Nie wieder Persulfat :)

Das hätte ich dir längst sagen können 😀

Noch einen entscheidenten Vorteil hat dass Ganze: du brauchst keine 
speziellen Ätzgeräte wie Ätzküvetten, etc. Die Mischung muss auch nicht 
erwähnt werden. Eine normale Plastikschale reicht.

Gruß thoern

Autor: Dieter F. (jim_quakenbush)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Thomas H. schrieb:
> Das hätte ich dir längst sagen können

Ja, seit 2003 war viel Zeit dazu ... :-)

Autor: Thomas H. (thoern)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Lieber spät als nie 😅😅😆

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Thomas H. schrieb:
> Noch einen entscheidenten Vorteil hat dass Ganze: du brauchst keine
> speziellen Ätzgeräte wie Ätzküvetten, etc. Die Mischung muss auch nicht
> erwähnt werden. Eine normale Plastikschale reicht.

Man sollte in einen Neuansatz der Ätzlösung immer noch ein Wenig einer 
verbrauchten zugeben: Das eigentliche Ätzmittel ist nämlich das 
Kupferchlorid, das bei der Ätzung entsteht. Wenn am Anfang noch keines 
da ist, beginnt der Ätzprozess sehr langsam.

Autor: Kolja L. (kolja82)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Uhu U. schrieb:
> Man sollte in einen Neuansatz der Ätzlösung immer noch ein Wenig einer
> verbrauchten zugeben: Das eigentliche Ätzmittel ist nämlich das
> Kupferchlorid, das bei der Ätzung entsteht. Wenn am Anfang noch keines
> da ist, beginnt der Ätzprozess sehr langsam.

Kannst du das chemisch detaillierter beschreiben?

Autor: Hp M. (nachtmix)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Kolja L. schrieb:
> Kannst du das chemisch detaillierter beschreiben?

Ganz einfach: Cu + Cu2+ --> 2 Cu+

Das ist eine Komproportionierung und seit Jahrzehnten bekannt.
Google kannst du selbst bedienen?

Autor: Hp M. (nachtmix)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Thomas Schulte-Derne schrieb:
> Durch die Terroranschlaege am 11. Sept. wurden die
> Ausgabebedingungen von Chemikalien verschaerft !

Meines  Wissens wurde dafür aber kein H2O2 benutzt, und Flugzeuge sind 
immer noch frei verkäuflich.

Autor: Der Gast hat immer recht! (Mr. Krabs) (Gast)
Datum:

Bewertung
-3 lesenswert
nicht lesenswert
Thomas H. schrieb:
> Die Mischung muss auch nicht
> erwähnt werden.

Du sagst es!


Teuer, kaum noch erhältlich, nicht ungefährlich, korrodiert alles in der 
Nähe, muss ständig neu angesetzt werden, so daß man immer mehr 
unbrauchbare Brühe hat. Erhitzt sich und schäumt stark, wenn man nur 
geringe Mengen einsetzen will, kann am Ende nicht mal vernünftig 
gelagert werden...
Schlechter geht es nicht mehr, aber da es so schnell und einfach ätzt, 
braucht man eine ganze Weile, das zu begreifen.

Autor: Timm Reinisch (Firma: privatfrickler.de) (treinisch)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

vielleicht am Rande noch der Hinweis, dass man natürlich auch 3%iges 
H2O2 ohne jede Einschränkung verwenden kann, man nimmt halt entsprechend 
mehr und dafür weniger Wasser. Ob man das Wasser über dünneres H2O2 
zufügt oder separat per Messbecher ist egal.

Vlg

Timm

Autor: dolf (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Der Gast hat immer recht! (Mr. Krabs) schrieb:
> Schlechter geht es nicht mehr, aber da es so schnell und einfach ätzt

nun ja es macht seinen job.

ich hab 10l fecl3 konzentrat vom klärwerk.
technische quali.
das zeugs ist ne billige industrie chemikalie.
hcl gibt´s im baumarkt.
heizung schläuche ausströmer u.s.w. gibt´s als aquarien zubehör.
den 10l plasteimer zum ätzen liefert der dönertürke für lau.
wenn ätzen fertig deckel drauf und erst mal vergessen.
das fecl3 zeugs ist zudem noch politisch korrekt.
;-))

mfg

Autor: Dr. Google (Gast)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
natriumpersulfat ist noch ok. das dingens mit dem wasserstoff und hcl 
funktioniert auch, aber nicht besser als die fe3cl brühe oder 
na-persulfat. die geruchsentwicklung von dem wasserstoffzeug ist 
unangenehm, es greift auch den fotolack an (?) und korrodiert einfach 
alles. für die gesundheit ist es nicht unbedenklich.

Autor: Matthias L. (limbachnet)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Dr. Google schrieb:
> das dingens mit dem wasserstoff und hcl
> funktioniert auch, aber nicht besser als die fe3cl brühe oder
> na-persulfat.

Also, um die Ätzzeiten von Na-Persulfat mit Fe3Cl oder HCL/CuCl zu 
erreichen, braucht man aber eine ganz kaputte Stoppuhr...

Der Gesundheitshinweis ist Blödsinn, alle diese Chemikalien müssen mit 
Sorgfalt gehandhabt werden. Und wenn man das tut, dann fallen schon 
keine Körperteile ab.

Geruchsentwicklung und Korrosionsförderung von HCL/CuCl stimmt.

Autor: Teo Derix (teoderix)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Matthias L. schrieb:
> Also, um die Ätzzeiten von Na-Persulfat mit Fe3Cl oder HCL/CuCl zu
> erreichen, braucht man aber eine ganz kaputte Stoppuhr...

Ach was, nur ständig auf knapp über 50°C halten, viel Blubber, frische 
Lösung nehmen und schon Ätzt's genauso schnell.

Autor: dolf (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Matthias L. schrieb:
> Also, um die Ätzzeiten von Na-Persulfat mit Fe3Cl oder HCL/CuCl zu
> erreichen, braucht man aber eine ganz kaputte Stoppuhr...

geschwindigkeit ist nicht alles.

fecl3 ist billig billig³
die lösung ist unbegrenzt lagerfähig
es gast nix aus es baut sich im lagergefäß kein druck auf.
es ätzt schon bei 40°c sehr schnell
bomben und brandsätze können damit nicht gebaut werden.
das zeugs ist weder brennbar noch unterstützt es die verbrennung.
das man mit diversen chemikalien sorgsam umgehen sollte dürfte bekannt 
sein.
und bei 5 oder gar 10l lösung geht man dank billigem fecl3 auch nicht 
gleich pleite.
allerdings steht der eimer bei mir in ner babywanne vom sperrmüll.
sicher ist sicher.....

Autor: Pendragon (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>...es gast nix aus es baut sich im lagergefäß kein druck auf.

Daß nichts ausgast ist strenggenommen nicht korrekt. FeCl3 setzt in 
Spuren HCl frei, das auf Metalle in der Umgebung zumindest langfristig 
korrosiv wirkt.

Allerdings ist auch im geschlossenen Gefäß kein Druckaufbau zu erwarten.

Autor: Lutz H. (luhe)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Pendragon schrieb:
> kein Druckaufbau zu erwarten

Wenn HCl ist mit einem Vakuum im Gefäß zu rechnen, wenn die Flasche 
gelagert wird. (Plasteflasche nutzen, nochmal in Tüte.)

dolf schrieb:
> babywanne vom sperrmüll

Und alles in einen Wanne  lagern.

: Bearbeitet durch User
Autor: Pendragon (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Wenn HCl ist mit einem Vakuum im Gefäß zu rechnen, wenn die Flasche
>gelagert wird.

Wenn FeCl3 HCl abspaltet, kann sich kein Vakuum bilden. Maximal löst 
sich die freigewordene HCl wieder im Wasser, was in Summe drucktechnisch 
keinen Unterschied macht, da der ursprünglich vorhandene Partialdruck 
der Luft unverändert bleibt.

Autor: Lutz H. (luhe)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Es geht um die Bildung von CuCl2 mit Luftsauerstoff und Salzsäure.

Autor: Dieter F. (jim_quakenbush)
Datum:

Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Schön - haben sich nun alle "ausgekotzt" zum Thread aus 2003?
Dann ist ja gut - alles Gute in 2017!

Autor: Matthias L. (limbachnet)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Teo D. schrieb:
> Ach was, nur ständig auf knapp über 50°C halten, viel Blubber, frische
> Lösung nehmen und schon Ätzt's genauso schnell.

Nenn doch bitte mal eine Zahl. Ich habe mit Persulfat in der Küvette, 
vorgewärmt und mit ordentlichem Geblubber eine Europlatine nie unter 
einer halben Stunde hinbekommen, bei Fe3CL hingegen in der popeligen 
Auflaufform ohne Blub hingegen in 5-10 Minuten (auch vorgewärmt). 
Deshalb ist die Küvette gaaaanz hinten im Schrank verstaut...

dolf schrieb:
> Matthias L. schrieb:
>> Also, um die Ätzzeiten von Na-Persulfat mit Fe3Cl oder HCL/CuCl zu
>> erreichen, braucht man aber eine ganz kaputte Stoppuhr...
>
> geschwindigkeit ist nicht alles.
>
> fecl3 ist billig billig³
> ...
> es ätzt schon bei 40°c sehr schnell

Könntest du erklären, wo der Widerspruch zu meinem Post liegt??

Autor: Lutz H. (luhe)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Danke, auch ich wünsche alles Gute und eine günstige Bezugsquelle.

Autor: ado (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wie entsorgt man dann später die verwendete Lösung ?
Wird sie mit etwas neutralisiert oder gibt man sie so wie sie ist bei 
der Müll-Sammelstelle ab ?

Autor: Lutz H. (luhe)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Beim zuständigen Entsorgungsbetrieb nachfragen.
Zu den  Annahmestellen schaffen.

Autor: Michael Bertrandt (laberkopp)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Matthias L. schrieb:
> Ich habe mit Persulfat in der Küvette, vorgewärmt und mit ordentlichem
> Geblubber eine Europlatine nie unter einer halben Stunde hinbekommen

Du sollst vorher auch die Photoschicht durch ausreichend langes 
Belichten und Entwickeln runter machen.

Autor: Matthias L. (limbachnet)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Ach nee, echt? Und bei Fe3Cl und HCL/CuCL ist das nicht nötig?

Heute ist der Nickname wieder mal Programm...

: Bearbeitet durch User
Autor: Lutz H. (luhe)
Datum:

Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Wegen der besseren Verfügbarkeit der Materialien möchte ich im Artikel:

mit Salzsäure und Wasserstoffperoxid[Bearbeiten]
Eine frühere Empfehlung der "Kontakt-Chemie" für Positiv 20 lautet:
200 ml 33%-Salzsäure
30 ml 30%-Wasserstoffperoxid
770 ml (der Rest) Wasser

in

mit Salzsäure und Wasserstoffperoxid[Bearbeiten]

400 ml 15%-Salzsäure
300 ml 3%-Wasserstoffperoxid
300 ml (der Rest) Wasser

ändern.

ok so?

Autor: Die unbequeme Wahrheit (Gast)
Datum:

Bewertung
-3 lesenswert
nicht lesenswert
Mach ruhig. Aber vergiss bitte nicht, den jetzt fünffachen Preis für 
diese sowieso sehr teure Ätzmethode zu erwähnen!

Vermutlich wird dieser Quatsch erst aussterben, wenn die Entsorgung der 
Massen an unbrauchbarer Ätzlösung kostenpflichtig wird. Obwohl, so 
überzeugt wie manche da weiterhin sind, schütten sie es insgeheim lieber 
in den Ausguss.

Autor: Michael Bertrandt (laberkopp)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Lutz H. schrieb:
> ok so?

Nö.

Wie alle Laien vergisst man, daß diese Zutaten alleine noch nicht ätzen, 
also kippt man immer mehr rein bis es endlich startet - und dann 
gewaltig.

Es fehlt ein Löffel Kupferchlorid oder 100ml alte Ätzlösung, damit 
dieses auf Kupferchlorid (vergleiche mit Eisenchlorid) basierende 
Ätzverfahren funktioniert.

Autor: Gerd (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich sehe das Problem nicht. Warum fühlt sich hier so mancher auf den 
Schlips getreten, wenn man mit Salzsäure und H2O2 ätzt? Ich persönlich 
ätze vielleicht 2-3 Platinen im Jahr(Tonertransfer) und die Substanzen 
hat man doch eh im Haushalt. Dafür reicht das doch.
Preislich finde ich das auch nicht schlimm, der Liter fertige Ätzlösung 
kommt vielleicht mit 1,50€.
Und so viel brauchte ich noch nie auf einmal. Und Entsorgung ist auch 
kein Problem: nimmt jede Schadstoffsammelstelle kostenlos entgegen.

Autor: Die unbequeme Wahrheit (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Gerd, nach den o.g. Beispielmengen lägst du nur für den Ätzvorgang von 3 
einzelnen Platinchen bei 4,50 Euro. Und hast danach gut und gern 2 Liter 
wässrige Brühe, mit der du im Recyclinghof die sterbende Küchenschabe 
machen musst. Du hast also extra viel gezahlt, damit du kurz darauf 
strammstehen darfst.

Mit den 4,50 Euro ätze ich wahrscheinlich 200 Platinen, habe NULL Abfall 
(da Kupferchlorid + Luftsauerstoff), und nach den 200 Platinen steht mir 
auch für die 201. und die 202. Platine ausschließlich frische Ätzlösung 
zur Verfügung. Den wirklich minimalsten Überschuss an (einwandfreier) 
Ätze nimmt man mir mit Kusshand ab, weil das ein Wertgegenstand ist.

Das sind ganz kleine Unterschiede zu deinem verderblichen, teuren, 
entsorgungspflichtigen, voluminösen und Salzsäure versprühenden 
Ätzmittel. Welches bekanntermaßen einwandfrei und schnell ätzt. Aber 
genau hier liegt das Problem für die Trübung des Blicks. Ein Ätzmittel, 
bei dem man sich nicht um Badbewegung kümmern muss und das so cool ätzt, 
MUSS einfach ideal sein. Aus dem Grund machen solche Diskussionen leider 
wenig Sinn. Irgendwelche neuen Rezepturen mit dem nur noch als 
Spurenelement verfügbaren H2O2 sind wie Infos, wie das 5. Rad am Wagen 
auf modernste Art geschmiert wird.

Autor: Lutz H. (luhe)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Nichts ist so Unnütz wie gebrauchte Erfahrungen. :-)
Ich habe auch versucht Leiterplatten mit Schwefel- oder Salpetersäure zu 
ätzen, als es sowas in einer Drogerie gab.

: Bearbeitet durch User
Autor: bernte (Gast)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Oxidatorlösung gibt es Baumarkt (im Aquaristik Bereich) gegen 
Unterschrift
1L ca 10€ Konzentration ca 20%
Salzsäure zum Reinigen ca 30% 1L für ca 3-5€

Eine 1L Flasche FE3 kostet wieviel?


Michael B. schrieb:
> Lutz H. schrieb:
>>
> Es fehlt ein Löffel Kupferchlorid oder 100ml alte Ätzlösung, damit
> dieses auf Kupferchlorid (vergleiche mit Eisenchlorid) basierende
> Ätzverfahren funktioniert.

so ein quatsch, der vorgang startet auch so oder sind deine Platine 
nicht aus Kupfer?
das es evtl. eine Verzögerung von wenigen Sekunden beim ersten Ansetzen 
gibt ist zu vernachlässigen

die Brühe muss man außerdem nicht in Litermengen ansetzen, die Brühe die 
mit der Zeit entsteht kann man gut weiterverwenden, ist nicht so das sie 
sich verbraucht, das einzige was stört ist das immer weiter verdünnen 
weil man schon mal H2O2 in schlechter Konzentration nachfüllen muss
weshalb die Lösung mit der Zeit verwässert

Autor: Michael Bertrandt (laberkopp)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
bernte schrieb:
> das es evtl. eine Verzögerung von wenigen Sekunden beim ersten Ansetzen
> gibt ist zu vernachlässigen

Der Erfahrung nach vernachlässigen das die Leute nicht, sondern kippen 
immer mehr H2O2 rein bis es aus ihrer Sicht endlich los geht.

Der Startprozess ist exponentiell, das wenige Kupfer, das schon oxidiert 
auf der Platine war, geht halt erst in Lösung, dann wird es genutzt um 
das nächste Kupfer in Lösung zu bringen usw.

Das Rezept ist halt auf Grund der Unwissenheit unvollständig, und dein 
Beitrag hält die Leute dumm. Du musst Pfaffe sein.

Auch weitere Lügen über das Verfahren, wie daß es angeblich besonders 
schnell ätzen soll, um Leute dazu zu locken bei denen schon 
Eisen(III)chlorid Minuten dauert, bringen keine Wahrheit ans Licht. 
Eisen(III)chlorid ätzt deutlich schneller wenn man das chemische 
Verfahren beherrscht - und wer chemische Verfahren nicht beherrscht, 
sollte wohl weniger H2O2 und HCl nutzen.

 http://www.prowet.co.kr/download/board06/120177308463302.pdf

Die unbequeme Wahrheit schrieb:
> Gerd, nach den o.g. Beispielmengen lägst du nur für den Ätzvorgang von 3
> einzelnen Platinchen bei 4,50 Euro. Und hast danach gut und gern 2 Liter
> wässrige Brühe, mit der du im Recyclinghof die sterbende Küchenschabe
> machen musst. Du hast also extra viel gezahlt, damit du kurz darauf
> strammstehen darfst.
>
> Mit den 4,50 Euro ätze ich wahrscheinlich 200 Platinen, habe NULL Abfall
> (da Kupferchlorid + Luftsauerstoff), und nach den 200 Platinen steht mir
> auch für die 201. und die 202. Platine ausschließlich frische Ätzlösung
> zur Verfügung. Den wirklich minimalsten Überschuss an (einwandfreier)
> Ätze nimmt man mir mit Kusshand ab, weil das ein Wertgegenstand ist.

Häh ?

H2O2+HCl ist der Kupferchlorid-Ätzprozess. Das was du mit 
Luftsauerstoff machst, macht der per H2O2. Und keine Frage, es ist der 
Ätzprozess der Wahl in der Industrie, weil billig und recykelbar. Aber 
die anderen Werbeaussagen, wie schnell und einfach und ungefährlich, ist 
er nicht. Damit die Ätzsuppe funktioniert, muss man Parameter messen und 
einhalten, z.B. Redoxpotential, und dauernd die passende Menge an 
Auffrischern (H2O2 oder Luftsauerstoff) hinzugeben. Steht alles hier:

 http://www.chemcut.net/wp-content/uploads/2015/03/...

Für Hobbyisten ist die Methode eher Unsinn, da sie das Kupfer sowieso 
nicht recykeln, und sowieso nicht die Messmittel haben um das Bad zu 
überwachen.

: Bearbeitet durch User
Autor: Andreas B. (bitverdreher)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Die unbequeme Wahrheit schrieb:
> ..ganz viel dazu...

Dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Wenn man das richtig macht und nur 
kleine Mengen an H2O2 nach Bedarf zugibt, funktioniert das wunderbar. 
Diese Mengen, die Gerd hier propagiert, sind wahrlich nicht notwendig.
Man setzt ca. 50-100ml einer 5-10%igen HCl an und gibt einen Schuß 
(5-10ml) 10%ige H2O2 zu. Das reicht für eine Europakarte. Anschließend 
füllt man die HCl ab und verwendet sie, nachdem man einen Schuß H2O2 
zugesetzt hat, wieder. Das kann man 5-10x so treiben bis die Brühe 
fertig ist. Der eigentliche Verbrauch liegt hauptsächlich bei dem H2O2.
Der einzige Nachteil ist, daß das Zeug doch recht aggressiv ist. Für 
Leute, die mit Chemikalien nicht umgehen könnwen, würde ich dann doch 
FeCl3 o.ä. empfehlen. Auch den Keller, der Fahrräder und ähnliche 
brauchbare Metallgegenstände enthält, sollte man zur Aufbewahrung dieser 
Brühe meiden. ;-)
Tip für die FeCl3-Ätzer: Ein kleiner Schuß HCl in die Brühe wirkt 
Wunder.

Gruß
Andreas

Autor: Lutz H. (luhe)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
bernte schrieb:
> so ein quatsch, der vorgang startet auch so oder sind deine Platine
> nicht aus Kupfer?

Das ist kein Quatsch. Der Ätzprozess in einer neuangesetzten 
HCl+H₂O₂-Lösung läuft wirklich sehr träge an. Impft man den Neuansatz 
mit gebrauchter Lösung, dann gehts direkt los.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.