Erfahrungen LM335

Gast #581254
Lesenswert?

Hallo,

mich würde interessieren wie ihr eure Temp-Sensoren mit dem LM335 am 
atmega realisiert habt und wie eure Erfahrungen sind. (Genauigkeit)

Wie habt ihr es implementiert?
- die Spannung vom LM335 analog aufbereiten und AREF geschickt wählen 
und dafür weniger Software?
- Oder alles Software mit Fließkommarechnungen?


Ciao
Chris
Gast #581458
Lesenswert?

Hallo Chris,

meine Erfahrung mit dem LM335 an einem Mega8 ist, dass man eine
Genauigkeit von bestenfalls 0,25 °C (eher 0,5 °C) erreichen kann.
Dabei ist schon ein gewisser Aufwand für die Kalibrierung erforderlich.

1) Fehler des LM335 bis zu +/-8 °C (evtl. Abgleich mit 10k-Poti)

2) Fehler des ADC im Mega8 laut Datenblatt bis zu +/-3 Bit
(etwa +/- 0,75 °C)

3a) Nimmt man die von einem 7805 stabilisierte Betriebsspannung
(5 V +/- 5%) des Mega8 als Referenzspannung für den AD-Wandler
kommt eine Unsicherheit von +/-5% (bis zu 15 °C) hinzu.

3b) Ansonsten ist für A-Ref eine zusätzliche Präzisionsspannungsquelle
(+/-1 mV über den gewünschten Temperaturbereich) erforderlich.

Am besten setzt man die ganze Schaltung der tiefsten und höchsten
Arbeitstemperatur aus und speichert die erhaltenen
AD-Wandler-Ergebnisse im EEPROM.
Diese Kalibrierung ist beim Austausch des LM335, (evtl. des 7805)
und des atmega's zu wiederholen.

Mittelwertbildung über 4 Messungen gibt deutlich stabilere Ergebnisse!

Im Betrieb wird die Temperatur durch Interpolation errechnet.

Fließkommarechnung oder geschickte Integerrechnung kann die gleiche
Genauigkeit ergeben, hier muss man Speicherverbrauch gegen
erforderlichen Gehirnschmalz abwägen.

Viel Spaß,
Ralli
Gast #581493
Lesenswert?

Hallo Ralli,

Danke für die Tips!
Wie dramatisch ist das mit dem 7805 als Referenz? Kann ich den Fehler 
mit einem Mittelwert aus mehreren Messungen in Grenzen halten (sagen wir 
+/- 1°C)  oder brauche ich wirklich eine Präzisionsspannungsquelle 
(LM336-5.0 ?)

Ciao
Chris
Gast #582298
Lesenswert?

Hallo Chris,

Die Mittelung aus 4 Messungen dient nur der Rauschunterdrückung,
sie kann nur zufällige Fehler, keine systematischen Fehler
verringern.

Die Ausgangsspannung eines LM7805 liegt je je nach Exemplar bei
4,75 bis 5,25 V (meist 4,8 ... 5,2 V). Diese Spannung bleibt aber
bei konstanter Last bis auf einen Temperaturgang von -0,8 mV/°C
relativ stabil.
Typischer Temperaturgang des 7805 über 0-70°C: 50 - 60 mV
Als A-Ref bedeutet dies +/- 3 °C.

Der Temperaturfehler des LM336-5.0 ist max. 12 mV über 0-70°C,
bringt also nur 1,2 °C (oder +/- 0,6 °C) Fehler in diesem
Temperaturbereich dazu.

Weiterhin:
Genauigkeit des (abgeglichenen!) LM335 über 0-70°C: etwa 1 °C
AD-Wandler-Fehler atmega: 2 - 3 Bit, also 1 - 1,5 °C

Kommt also darauf an, was du - mit welchem Aufwand erreichen willst.

Bis denn,
Ralli
#710084
Lesenswert?

@ Ralli (Gast)

>meine Erfahrung mit dem LM335 an einem Mega8 ist, dass man eine
>Genauigkeit von bestenfalls 0,25 °C (eher 0,5 °C) erreichen kann.

Ha, wenn das mal kein Irrtum ist. 0,5 Grad GENAUIGKEIT über den vollen 
Messbereich ist aufwändiger als man glaubt.

Aufloesung und Genauigkeit

>Mittelwertbildung über 4 Messungen gibt deutlich stabilere Ergebnisse!

Und? Was hat das mit GENAUIGKEIT zu tun? GAR NIX! Es verringert nur das 
Rauschen.

>Fließkommarechnung oder geschickte Integerrechnung kann die gleiche
>Genauigkeit ergeben,

Quark. Festkommaarithmetik reicht allemal, ändert aber nix and er 
Genauigkeit. Die wird in erster Linie duch den Analogteil und den ADC 
bestimmt.

> hier muss man Speicherverbrauch gegen
>erforderlichen Gehirnschmalz abwägen.

In der Tat!

MFG
Falk
(Firma: Promaxx.net) #710244
Lesenswert?

Der Sensor mißt natürlich seine eigene Temperatur !

Soll er die ihn umgebene Luft messen, muß der Fühler intelligent 
angebracht werden.
Er sollte nicht von zu viel Strom durchflossen werden, damit er sich 
nicht erwärmt.
Es muß immer eine gewisse Zeit gewartet werden, damit der Festkörper 
(Sensor) auch die Temperatur des Mediums annimmt. In der Luft hilft 
dabei auch eine exponierte Montage und Strömung, um mehr Luft in 
Berührung mit dem Sensor zu bekommen.
#710248
Lesenswert?

@ Marc (Gast)

>Ist die gemessene Temperatur:

>- Umgebungstemperatur
>oder
>- Temperatur vom Baustein

Er misst die vom Baustein, welche bei gescheitem Design sehr nah an der 
Umgebungstemperatur liegt. Die meiste Wärme koppelt über die 
Drahtanschlüsse ein, also muss dort eine grosse Kupferfläche dran, die 
als Wärmetauscher zwsichen Umgebung und IC funktioniert. Mit kurzen 
Anschlüssen.

>Bei einer Raumtemperatur von 24 °C mißt der Sensor 38°C.

Wieviel Strom jagst du denn durch? Der IC läuft von 400uA bis 5mA. bei 
einer Spannung von 2.98V bei 25 Grad sind das 15mW. Das sollte auch bei 
~200k/W Wärmewiderstand 8TO92 Gehäuse) max. 3 Grad ausmachen.

Ein typischer Vorwiderstand für 5V wäre dann 1 kOhm.

MfG
Falk

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren