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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik ARM7, ARM9, AVR32 ...


Autor: Buhu (Gast)
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Hi,
ich wurde beauftragt mich schlau zu machen über "größere" uC.
Jetzt denkt sicherlich jeder: Geht das nicht genauer?
Leider nein ... das ist nunmal der Auftrag vom Cheffe.

Momentan wird hier viel AVR und andere 8Biter benutzt.
Da ich im Moment etwas Luft habe, wurde mir also aufgetragen mich
mal umzusehen, was es so an 32Bit Mikrocontrollern gibt.

Sprich ich soll die Zeit nutzen damit man in einem späteren
Projekt nicht von neuem recherchieren muss, da das Angebot
ja ziemlich gut und groß ist :)

Das bedeutet aber auch, dass ich keine genauen Anforderungen hab.
Ich versuch mal aus dem Bauch herraus was auf jeden Fall
der Mikrocontroller können muss:

Schnittstellen (können teils auch an externen
Bauteilen sein z.b. Ethernet): SPI,USART,TWI,CAN,Ethernet.
Linux als Beriebssystem.

Kosten soll die Einarbeitung logischerweise am besten nichts (hahaha!) -
also nen Evaluationboard is drin, nen eigenen Prototype auch.
Wenn ich aber ankomme, nen Linux/Betriebssystem zu kaufen
dann werd ich gelüncht. Für Software ist kein Geld da, solange es
irgendwie, irgendwo ne kostenlose Alternative gibt ^^

Naja, langer Text kurze Frage:
Was würdet ihr empfehlen? Arm7? Arm9? Avr32?
Und warum würdet ihr etwas empfehlen? Was ist zukunftsträchtig?
Es wäre blöd ich informiere mich (auf Kosten der Firma, die müsssen ja
zahlen) und nach 2 Jahren gibts das nicht mehr.

Und da ich bisher gute Erfahrungen hier gemacht habe dachte ich ich frag 
mal hier, das ergänzt vlt. mein recherchiertes bzw. kommen da neue 
Aspekte.

 Grüße Daniel

Autor: Andreas K. (a-k)
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ARM ist unter den 32bittern das, was 8051 unter den 8bittern ist. Ein 
Quasi-Standard. Da stirbt so schnell nichts aus. Jedenfalls was den Core 
angeht, bei den I/O-Funktionsmodulen (SPI,...) ist das weniger sicher. 
Jedenfalls gehören ARMs zum Kerngeschäft von NXP, Atmel (u.v.a.m.) und 
werden dort sicherlich erhalten bleiben. Bei manchen Herstellern hat man 
wiederum den Eindruck, dass die zur Unterstützung von ARMs getragen 
werden mussten, und weit lieber ihre eigenen Lösungen verkaufen.

Richtung Linux hast du wohl die Wahl zwischen günstigen Evalboards für 
frische Exoten (z.B. AVR32, ...) und eher teuren für ARMs.

Autor: Buhu (Gast)
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Danke für die Antwort.
Den Zusammenhang von Evalboard und Linux versteh ich aber nicht ganz.
Könntest du das nochmal erläuter? :)

 Grüße Daniel

Autor: Andreas K. (a-k)
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Atmels NGW100 ist ausgesprochen günstig (<100€) im Vergleich zu anderen 
vergleichbaren Boards (Foxboard, Olimex'sche ARMs: ~150€ aufwärts).

Grund: Die wollen nicht am Board verdienen, sondern den Controller 
bekannt machen.

Autor: Dominic R. (dominic)
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Linux, zumindest ein "echtes" Linux, kein uclinux, verlangt nach einer 
MMU und Speicher von zumindest mehreren MB, wohl wenigstens 8-16, 
sinnvollerweise aber 32 oder mehr.

Eval-Boards für solche uCs versuchen dann möglichst jede Schnittstelle 
anzubieten um jeden Einsatzbereich abzudecken - bei den verhältnismässig 
geringen Stückzahlen wird das dann häufig teuer, zumindest wenn es um 
Boards vom Chiphersteller geht.

Deutlich günstiger sind Anbieter wie Olimex, deren Boards auch für OEMs 
gedacht sind - dort sind dann bei weitem nicht alle möglichen Optionen 
implementiert, ausserdem sind grössere Stückzahlen möglich. Hier im Shop 
gibt's das Olimex CS-E9302 Board mit Cirrus EP9302 - von der technischen 
Seite sicher ein gutes Board, allerdings sieht es mit Dokumentation und 
Support schlecht aus.
Von Atmel gibt es den AT91RM9200 und die neueren AT91SAM926x - ich würde 
in dem Fall versuchen, ein SAM9 Board zu bekommen, da der der AT91RM9200 
bereits einige Jahre hinter sich hat und der ARM926 Kern des SAM9 
obendrein leistungsfähiger ist - Boards sind beim SAM9 aber noch um 
einiges teurer.

Freie Software gibt es in Form der GNU Toolchain mit OpenOCD als 
Debugger.

Gruß,

Dominic

Autor: Stefan Wimmer (wswbln)
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...und wenn du neben µCLinux auch Linux fahren können sollst/musst, 
solltest Du ggf. auch mal einen Blick auch Freescales Coldfire Familie 
werfen. Die wächst mindestens genauso schnell wie die ARM-Familie, 
gibt's allerdings nur von einem Hersteller. Aber auch das hat nicht nur 
Nachteile: Bei den ARMs kocht jeder Hersteller bei der Peripherie und 
deren Anbindung an den Core sein eigenes Süppchen, so dass ein Umstieg 
immer für nette Überraschungen sorgt (wer sich z.B. an ATMEL's PDCs 
gewöhnt hat, flucht bei anderen Herstellern nur noch...). Bei den 
ColdFires sind die Peripheriemodule immer gleich (oder zumindest so 
ähnlich, dass man recht schnell wieder damit vertraut wird). Die 
Controller haben zwar gegenüber vielen ARMs relativ bescheidene 
Flash/RAM Ausstattungen, aber für LINUX ist auch 512K Flash und 96K RAM 
zu wenig. Dann lieber statt 'nem generic Businterface á là LPC oder STR 
gleich ein auf Speed und glueless getrimmtes Flash und SDRAM Interface 
wie's viele ColdFires mitbringen.

Wenn's noch mehr Rechenleistung sein darf/muss kann man noch einen Blick 
auf die POWER-Serie (MPC5xxx) werfen...

Autor: Andreas K. (a-k)
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... und irgendwann stellt man dann fest, dass eine solche grosse Lösung 
erst bei erheblicher Stückzahl günstiger liegt als ein Mini-PC-Board wie 
beispielsweise die VIAs.

Autor: Stefan Wimmer (wswbln)
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....das kommt immer auch auf die Rahmenbedingungen an:
Als "Einzelkämpfer" ist man da immer recht flexibel und kann von Fall zu 
Fall entscheiden, ob die eine oder andere Controllerfamilie besser 
geeignet ist und ob man für kleine Stückzahlen Module zukauft oder bei 
grossen Stückzahlen was selber macht.

Ist man aber in einer etwas grösseren Firma mit x Hardwerkern und 
(idealerweise) 2x+n Softwerkern, dann sieht die Rechnung schnell ganz 
anders aus: Eh man die 2x+n Softwerker auf eine neue Prozessorfamilie 
(und da sind ARMs von Hersteller X und Hersteller Y durchaus als jeweils 
eigene Familie zu betrachten) umschult, wählt man lieber gleich eine 
etwas größere, dafür homogenere Prozessorfamilie, wo sich die "Softies" 
dann bei allen Teilen gleich (un-)wohl fühlen. Die Hardwarekosten sind 
dann eher untergeordnet, eine zu lange "Time to Market" kostet manchmal 
viel mehr...

Autor: Buhu (Gast)
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ich danke euch vielmals :)

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