Hallo,
ich habe eine Wissenslücke:
Was ist der Unterschied zwischen Elko und Tantal? Ich meine damit den
funktionalen Unterschied.
Anders gefragt: An den Ausgang eines Spannungsreglers hängt man
üblicherweise einen Elko. Könnte ich da auch einen Tantal dranhängen und
zum gleichen Ergebnis kommen?
Grund für die Frage: SMD-Elkos sind groß, SMD-Tantal sind klein.
Danke
!google Kondensator, Innenwiderstand
Sowas gehört eigentlich zum absoluten Grundwissen:
Je höher der Innenwiderstand, desto langsamer (ent-)läd sich der
Kondensator.
@jemand
Was bitte soll ich mti solch einer Information? Wieso schreibst Du nicht
einfach: Studier an der Uni, sowas gehört zum Grundwissen
Ich frage eine Deiner Meinung nach einfache Frage und bekomme solch
sinnvolle Hilfe. Danke!
@tcfcat
Also funktioniert ein Tantal nach einem Spannungsregler nicht?
Doch sicher tut er das!
Tantal-Nachteile:
Die können sensibler sein als Elkos. Ein bisschen Überpannung oder
Verpolung mögen sie gar nicht! Beim Einschalten der Speisung sollte die
"langsam" steigen. Mir sind schon einige abgeraucht, in einem kräftigen
Netzteil. Der Einschaltstrom sollte also begrenzt sein. Kurzschliessen
sollte man sie aus selben Grund auch nicht.
Vorteile:
Im Signalweg haben sie bessere Eigenschaften als Elkos. Sie haben
weniger Kapazitive und Induktive Schmarotzer-Anteile wie die Elkos.
Ausserdem sind sie kleiner und preisert :)
@Matthias:
gäääähn....
@Elko
Also in meinem Fall würde der Tantal-SMD wohl seinen Dienst tun.
Aber mal um meine Lücke auszufüllen: kann ich im MC-Bereich (also kleine
Spannung und kleine Ströme) meistens einen Elko durch einen Tantal
ersetzen?
Also "wir" haben bei allen digitalen Bausteinen folgende Konstelation
als Speisung:
Immer 100nF Abblock WIMA und parallel 10-30 uF Tantal. Das ist eine
Glaubenssache, jedoch funktioniert es so scheinbar seit 30 Jahren
problemlos :)
Genauere Auskunft gibt es in:
Lacour, Hans
Elektronische Bauelemente
Stuttgart: Verlag Berliner Union
Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Kohlhammer
1. Aufl. 1978
ISBN 3-408-43523-X
Was mir gerade spontan einfällt: Wir hatten mal Kapazitätsprobleme, denn
Flüssig-Al-Elkos verlieren extrem Kapazität bei Minusgraden, Tantal
nicht.
Die Tantal reagieren bei Stromspitzen und Überspannung mit Kurzschluß,
aber bei vernünftiger Anwendung hinter einem Spannungsregler ist mir
sowas bis heute in keinem einzigen Fall bekannt, da der Spannungsregler
auch (schützenden) Innenwiderstand gegenüber dem Tantal hat.
Gruß
Dietmar
Wann immer es geht, versuche Tantal durch Keramik zu ersetzen und falls
es auf den ESR nicht so sehr ankommt, wie beispielsweise nach einem
Linearregler, dann nimm normalen Alu-Elko. Tantals sind immer noch die
einzigen Bauteile, die zum Brand eines Gerätes führen können. eigentlich
haben sie keine Daseinsberechtigung mehr.
Zum spannungsabhängigen Verhalten einiger Keramiken, speziell Y5V et
al., habe ich vor einigen Tagen was geschrieben - die verlieren bei
Nennspannung bis zu 90% ihrer Kapazität.
Tantals gibt es auch "gefused", also mit interner Sicherung... aber
normale bedrahtete haben schon durch Fehlbestückung Löcher in Boards
gebrannt. Außerdem das ethische Problem, Tantal wird aus Coltan
gewonnen, dieses Erz wird im Kongo und Burundi geschürft, damit werden
Bürgerkriege finanziert... anderes Thema.
> Zum spannungsabhängigen Verhalten einiger Keramiken, speziell Y5V et> al., habe ich vor einigen Tagen was geschrieben - die verlieren bei> Nennspannung bis zu 90% ihrer Kapazität.
Nicht et al. Man sollte seine Argumente nicht an der schlechtesten
Keramik festmachen. X7R ist Standard und die gibt es mittlerweile bis
100µ und X5R bis 470µ. Tantals dürfen nur bis zur Hälfte der angegebenen
Spannung betrieben werden, das steht in jedem Datenblatt drin, einige
Keramiken, wie die z.B. von Taiyo Yuden dürfen sogar über den
angegebenen Spannungsbereich betrieben werden, wodurch sich zwar die
Kapazität verringert, die Keramik aber nicht zerstört wird.
Und die angesprochenen moralischen Gründe sollte man auf jeden Fall
berücksichtigen.
Und er letzte Punkt: Wer hat sich nur ausgedacht, den Pluspol zu
markieren :-)
100µF in X7R und 470µF in X5R möchte ich sehen, und auch den Preis dazu
wissen...
Das mit dem Pluspol ist tatsächlich etwas stupide... ein ostdeutscher
Bestücker, dem ich testweise mal einen Auftrag zugeschustert hatte,
hatte es fertig gebracht, alle SMD-Tantals mit dem Streifen nach GND zu
montieren...
...also wenn ich das richtig lese, dann sollte ich Keramik nehmen, wenn
ich welche habe?
Ansonsten kann ich Tantal nehmen. Diese aber nur bis zur Hälfte der
Nennspannung?
> 100µF in X7R und 470µF in X5R möchte ich sehen, und auch den Preis dazu> wissen...
Murata stellt die Teile on demand her. Taiyo Yuden hat die wohl wieder
raus genommen.
> ...also wenn ich das richtig lese, dann sollte ich Keramik nehmen, wenn> ich welche habe?
Ein 10µ Keramik kann einen 47µ Alu-Elko ersetzen. Aber nicht immer ist
das notwendig. keramik da, wo es klein werden soll, sonst Alu.
Ansonsten kann ich Tantal nehmen. Diese aber nur bis zur Hälfte der
Nennspannung?
Da würde ich komplett die Finger von lassen. Vergleiche zw. Keramik und
Tantal gibt es im Netz zuhauf. Aus heutiger Sicht besteht kein Grund
mehr für Tantal. Dafür gibt es schon viele Ersatztypen, auch Folien.
http://www.kemet.com/kemet/web/homepage/kfbk3.nsf/vaFeedbackFAQ/0F05C4C1F74A2D2485256F170052CD15/$file/Technical%20Update%20-%20Ceramic%20versus%20Tantalum.pdf
>Wann immer es geht, versuche Tantal durch Keramik zu ersetzen und>falls es auf den ESR nicht so sehr ankommt,>wie beispielsweise nach einem Linearregler, dann nimm normalen Alu-Elko.Hust
Ich empfehle mal das Studieren der Datenblätter, Linear-Regler benötigen
meistens nicht nur eine mindest Kapazität um regeln zu können sondern
auch einen maximal ESR.
Hmm, MIC5205 zum Beispiel, der will 5 Ohm ESR sehen, darf aber auch
wieder nicht "Ultra-low-ESR" sein da der sonst zum Schwingen neigt.
Beim TLE4264 war z.B. ein ESR kleiner 4 Ohm angegeben.
LP2992 - 5 milli-Ohm.
Man kann aber auch am 7805 festhalten.
Ich sag mal, für alles gibts ne daseinsberechtigen, ohne Tantalekos ging
damals in der PC-Technik fast nix,da sind zuhauf kleine Tantalis
verbaut.
Ich red von Platinen vor 1990, also noch nicht SMD.
Da wurd mir erst bewusst dass so ne Graka 10 von den Teilen beherbergen
kann.
Heute isses auch mehr oder weniger noch so, man kanns zwar ersetzen,
aber des original macht immer noch am meisten spass.
Ich hab schon en halbabgefackeltes Transistorradio voller Tantalis
gesehen,
angemacht, raucht und fängt an zu brennen.... sowas braucht die welt
nicht.
Gruß Jens
Hallo Frank, Tantals solltest Du im Zusammenhang mit Spannungswandlern
nicht verwenden. Um die Eingangsspannung zu puffern verwendest Du am
besten einen Keramik- bzw. Vielschicht mit mind. 300n und fuer die
Ausgangsspannung einen Elko mit mind. 1u (ich verwende hier immer 100u).
Les am besten mal den Artikel hier, ist sehr aufschlussreich:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/ureg3pin.htm
Gruesse,
Michael
P.S. Ich hab mir jetzt mal geschenkt den kompletten Thread durchzulesen
also sorry falls die Information redundant ist.
>P.S. Ich hab mir jetzt mal geschenkt den kompletten Thread durchzulesen>also sorry falls die Information redundant ist.
dito,
aber:
>300n und fuer die Ausgangsspannung einen Elko mit mind. 1u (ich verwende>hier immer 100u)
ist sicher suboptimal bzw. kein guter Rat!
Der Kondensator sollte beim gemeinen Spannungsregler am Eingang größer
sein als am Ausgang.
Egal in welcher Schaltkonfiguration oder Umgebungsbedingungen:
Ich habe bei Reparaturen schon zig-mal mehr Tantal-Cs als Elkos
austauschen müssen. Der Ersatz war immer ein minimal größerer Elko
(Baugröße) mit passender Spannungs- und Temperaturfestigkeit.
Der nächste Ausfallgrund der selben Baugruppe war dann:
- Wer errät es?
- Ein weiteres Tantal-C!
- Oder ein vorher 1:1 ersetztes Tantal-C!
Lasst das Tantal-Zeug raus, wenn auf die Schaltung Verlass sein soll!
Aber OK, Tantal übersteht bei Einsatz innerhalb der Spezifikationen
meist die Garantiezeit - und erhöht dann die Innovationsrate.
Mein problem ist der Platz auf der Platine. Tantals sind in SMD deutlich
kleiner als Elkos. Aber wenn die gerne brennen oder zumindest ausfallen,
dann doch besser ein Keramik nach dem Spannungsregler?
Hier noch etwas von meinen Senf:
Angeblich sollten Tantal-Elkos auch nicht als Koppelkondensatoren in
hochwertigen NF-Geraeten verwendet werden, da die "angeblich" zu
nichtlinearen Verzerrungen neigen sollen. Ob es wahr ist, kann ich
leider nicht bestaetigen und leider weiss ich im Augenblick auch nicht
die (amerikanische) Quelle dieser Information - Soll aber wahr sein.
Normale Elkos sollten an dieser Stelle besser geignet sein.
Wuerde mich interessieren was die Deutsche Literatur dazu zu sagen hat.
Bitte lasst Euch mal zu diesem Thema aus.
Mir ist es schon passiert dass bei achtlosen Gebrauch von gewissen 7805
der Regler auf 70MHz! geschwungen hat. Nach Ersatz mit Elko war Ruhe.
m.f.g.
Gerhard
>>Wann immer es geht, versuche Tantal durch Keramik zu ersetzen und>>falls es auf den ESR nicht so sehr ankommt,>>wie beispielsweise nach einem Linearregler, dann nimm normalen Alu-Elko.>*Hust*>Ich empfehle mal das Studieren der Datenblätter, Linear-Regler benötigen>meistens nicht nur eine mindest Kapazität um regeln zu können sondern>auch einen maximal ESR.>Hmm, MIC5205 zum Beispiel, der will 5 Ohm ESR sehen, darf aber auch>wieder nicht "Ultra-low-ESR" sein da der sonst zum Schwingen neigt.>Beim TLE4264 war z.B. ein ESR kleiner 4 Ohm angegeben.>LP2992 - 5 milli-Ohm
Nichts anderes steht da. Warum wiederholst du es nochmal? Oder war die
nicht bewusst, dass es Alu-Elkos bis runter zu ESR von Keramiken gibt?
"falls es auf den ESR nicht so sehr ankommt, wie beispielsweise nach
einem Linearregler,"
Was war jetzt unklar daran, dass ich diese Aussage in Zweifel gezogen
habe?
@ Gerhard
Das habe ich in der Praxis anders gelernt:
Elkos sind einiges schlechter in nf-Pfaden als Tantal. Die Induktiven
Anteile eines Elkos sind ziemlich schlecht...
Die Unlinearitäten eines Tantals im nf Pfad sind vielleicht messbar,
jedoch längst nicht hörbar und soo schlecht ist das menschliche Gehör
auch wieder nicht :)
Hallo Fly,
die Moral von der Geschicht:
1) Kenne Deine Bauteile;:-)
2) Gleichstromkopplung nach Moeglichkeit in NF Schaltungen
3) Filmkondensatoren verwenden wo die Impedanzen es zulassen
Man muesste mal diese Gebiet gruendlich erforschen um Naeheres erfahren
zu koennen. Klirrfaktoren unter 0.1% sind auch nicht (fuer den
Hobbyisten ohne Messgeraetepark)gerade leicht messbar.
Da kann man sich nur noch auf das eigene Ohr als Spectrumanalyzer
verlassen.
Mit Elkos als Koppel-Cs habe ich in normalen NF Wald und
Wiesenschaltungen bisher noch keine Probleme gehabt.
Eine andere Ursache von Problemen ab und zu ist, dass man als Hobbyist
oft noch gerne gebrauchte Teile aus der Bastelkiste verwenden moechte.
Da ist ift die Herkunft und der Zustand dieser Teile meistens unbekannt.
Vermutlich ist der Artikel gemeint:
http://www.gitarrenelektronik.de/autor/kondensatoren/kondensatoren.html
Teils richtig, teils scheint mir das der typisch esoterische Schwachsinn
der "High-End Audio"-Szene zu sein... von Typen, die E-Technik für eine
Geisteswissenschaft halten. Da gibt es welche, die topfen ihre (Noname!)
Elkos in Eichendöschen um, oder hören die Farbe des Lackes auf dem
Metallgehäuse des Folienkondensators zur Glättung heraus... Idioten
halt, die alleine für abgeschirmte, sauerstofffreie Netzkabel Unsummen
ausgeben, denen die Hausverdrahtung aber schnuppe ist...
Hallo allerseits !
Tantal Kondensatoren nach Spannungsreglern sind wie beschrieben wegen
dem niedern ESR (Equivalent Series Resistance = Ersatz Reihen
Widerstand) verwendet.
Die meisten Spannungsregler benötigen einen gewissen ESR Bereich in dem
sie vernünftig arbeiten (schwingungsfrei etc..)
Der Spannungsregler sollte sich nicht selber beschäftigen, nur weil ein
schwingfähiges Gebilde (mit falschen Bauteilen) um ihn herum gebaut
wird. Das führt zu mehr Eigenerwärmung (Schalt / Regelvorgänge).
Daher immer das Datenblatt des Spannungsreglers lesen, die Vorgabe ist
nicht ohne Grund gemacht.
Zurück zur Frage Alu oder Tantal Elko:
Wenn im vorgesehenen Temperaturbereich der Puffer C den ESR bringt ist
alles ok ! Alu Elkos "frieren" bezüglich des ESR bei Kälte ein => Sprich
deine Schaltung steigt bei Kälte aus.
Werkstoffe in Keramik C ZP0,X7R, NPO, Y5V usw haben versch. Temperatur
und Toleranzbandbreiten !, Hier gilt das gleiche wie oben.
Es kommt immer auf den Anwendungsfall an!
Tantals sind gegen Verpolung nicht unempfindlicher, wie alle anderen
verpolten Caps auch, das mag kein ELKO!
Die Spannungsangaben von Tantals sind mit Vorsicht zu geniessen.
Angemessen ist es, die doppelte Nennspannung zu wählen, sonst sterben
die Tantals an "rapid thermal degradation" => Brenn !
Wenn bei der Auswahl der letze Wert in einer Bauform durch die
nächstgrößere Bauform verwendet wird, ist's auch mit der Zuverläßigkeit
kein Problem. Also nicht den 100uF in Bauform B nutzen wollen, bei
Betriebsspannung=Nennspannung das geht garantiert nicht lange gut !
Tantal ist sehr sehr knapp und politisch unkorrekt !
Wer Schaltungen nach politischen Gegebenheiten auslegen will darf auch
nix aus China, Taiwan oder sonst woher nehmen......
Ökologisch gesehen sind gut ausgelegte, langlebige Schaltungen besser
als der Elektronikschrott, der hinter anfällt, wenn das Design mist
ist...
Also:
Wenn Temperatur und Einsatzbedingung es zulassen, dann AL Elko, sonst
den (richtigen!) Tantal.
Wiel spaß beim brutzeln....
Markus R. schrieb:> weil es immer wieder leute gibt die diesen Beitrag lesen, somit muss> kein neues Thema aufgemacht werden....
Inzwischen hat die Verbreitung von Tantal-Elkos stark abgenommen.
Außerdem ist bei den meisten Spannungsreglern, soweit es sich im
Linearregler handelt, ein großer Ausgangselko oft kontraproduktiv
(RTFM).
So einen wahnsinnig kleinen ESR haben Tantals ja nun auch gar nicht. Da
kommt man immerhin schon in den Ohm Bereich. Da kann man heutzutage
durch Keramik ersetzen. Aber weil Keramik eigentlich einen viel
kleineren ESR haben muss man auch wieder überlegen, wo die sitzen. Wenn
an einem Schaltregler große Ströme geschaltet werden, kann es wegen des
wirklich kleinen ESR auch scho nmal nötig sein, absichtlich einen
Widerstand zum bedämpfen einzubauen, weil es sonst schnell auch klingeln
kann.
Und nach meiner Erfahrung ist DC Bias bei mlcc Kondensatoren immer ein
frustrierendes Ding. Sprich, die Kapazität ist über der Spannung nicht
vergleichbar Konstant wie beim Tantal.
Aluminium Polymer Elkos haben auch wirklich kleines ESR bei großen
Kapazitäten.