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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Bastelumgebung - aber wie?


Autor: Dirk W (Gast)
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Hi!

Die Fragen mögen sich unglaublich dusselig anhören, wenn man schon 
Kontakt mit Elektronik hatte - für mich ist das aber bisher Neuland. 
Programmiererfahrung ist vorhanden, aber nicht mit µC oder überhaupt mit 
Elektronik.

Ich möchte mir ein kleines Testbord für ATMegas (Mega8 oder Mega16 
reichen vermutlich die erste Zeit für meinen Spieltrieb) bauen, das 
eigentlich nur folgendes können muss:

- 40pol-Sockel für den ATMega
- alle Ports/Pins auf Pinleisten heraus geführt
- JTAG (ich kann mir einen AVR Dragon für ein paar Wochen leihen)
- evtl. ISP
- Stromversorgung - macht das Sinn, oder kann ich den Controller genauso 
gut über den JTAG versorgen?

Was nimmt man denn da? Lochraster? Und wie "verbindet" man da sinnvoll 
Pins? Mit einer Spur Lötzinn vermutlich eher nicht?! Litze? Lackdraht? 
Gibt es da irgendwas (Löt)einsteigertaugliches?

Ich hätte auch noch ein Breadbord, das ein Bekannter über hatte. Ich 
kann ja z.B. einen IC-Sockel in das Breadbord stecken, aber keine 
Stiftleisten ohne Gewalt anzuwenden. Wie führe ich denn Pins sauber 
"nach draußen", um z.B. den AVR Dragon anschliessen zu können? Muss ich 
mir da noch irgendwas zusammen löten?

Danke für eure Antworten im Voraus.
Grüße
Dirk

Autor: Dirk W (Gast)
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>Ich kann ja z.B. einen IC-Sockel in das Breadbord stecken, aber keine
>Stiftleisten ohne Gewalt anzuwenden.

Sorry, ich hatte das Foto im Tutorial übersehen - es muss also scheinbar 
doch gehen und liegt wohl eher an meinem Breadbord oder meiner 
Stiftleiste?! Merkwürdig, die Maße scheinen zu stimmen, aber es 
"flutscht" nicht rein und ich möchte da auch keine Gewalt anwenden...

Autor: mr.chip (Gast)
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Hallo

Jepp, hört sich dusselig an. Aber wenn man's zum ersten mal macht, ist 
das nix als normal. Für den Anfang würde ich ein Steckbrett sowie 
passenden Draht (keine Litze, das ist mehr als mühsam auf dem 
Steckbrett) kaufen. Dort kannst du eigentlich sämtliche aufbauten für 
den Beginn zusammenstecken, ohne dass du alles gleich Löten musst. Das 
dauert nämlich, ist am Anfang schwierig und fehleranfällig und hemmt 
dich, einfach so drauflos zu experimentieren - was am Anfang sehr 
wichtig ist!

Dann würde ich mir einen ISP basteln, schau mal im Tutorial auf dieser 
Webseite - ums Löten kommst du hier eher weniger herum, es sei denn, du 
kaufst einen fertigen, Steckerbelegung beachten! Ebenso brauchst du noch 
eine Stromversorgung, vielleicht kaufst du dir gleich ein gutes Netzteil 
oder aber nimmst ein billiges 9-V-Teil und baust dir mit einem 7805 eine 
5-V-Versorgung - siehe ebenfalls Tutorial.

Also, Einkaufsliste:

- Atmega8/16 (nimm was du willst, spielt wirklich keine Rolle)
- ein paar LEDs
- ein paar Keramikwiderstände 100nF
- ein paar Widerstände 470 Ohm, 1 kOhm, 3.3 kOhm, 10 kOhm
- eine Rolle isolierter Draht, Durchmesser 0.5 mm
- ein Steckbrett

des weiteren:
- Multimeter
- Stromversorgung
- ISP-Bauteile
- Lötkolben

Am besten gehst du zu einem Elektronikhändler vor Ort, auch wenns etwas 
teurer wird.

Bei Unklarheiten: Einfach fragen!

Gruss

Michael

Autor: Dirk W (Gast)
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Moin.

Danke für die schnelle Antwort! Dann brennt mir derzeit nur eines noch 
unter den Nägeln:

>Was nimmt man denn da? Lochraster? Und wie "verbindet" man da sinnvoll
>Pins? Mit einer Spur Lötzinn vermutlich eher nicht?! Litze? Lackdraht?
>Gibt es da irgendwas (Löt)einsteigertaugliches?

An einigen Stellen werde ich nach meinen Recherchen ja auch anfangs 
nicht um das Löten herum kommen, z.B. für einen kleinen JTAG-Adapter. 
Wie verbinde ich also am besten einen oder mehrere Pins auf einer 
Platine möglichst einsteigertauglich? Fädeldraht?

Grüße
Bernd

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Dirk W wrote:
> Moin.
>
> Danke für die schnelle Antwort! Dann brennt mir derzeit nur eines noch
> unter den Nägeln:
>
>>Was nimmt man denn da? Lochraster? Und wie "verbindet" man da sinnvoll
>>Pins? Mit einer Spur Lötzinn vermutlich eher nicht?! Litze? Lackdraht?
>>Gibt es da irgendwas (Löt)einsteigertaugliches?
>
> An einigen Stellen werde ich nach meinen Recherchen ja auch anfangs
> nicht um das Löten herum kommen, z.B. für einen kleinen JTAG-Adapter.
> Wie verbinde ich also am besten einen oder mehrere Pins auf einer
> Platine möglichst einsteigertauglich? Fädeldraht?
>

Ja Fädeldraht ist auf eine Lochrasteroplatine eine gute Wahl.
Den gibts auf einem sog. Fädelstift.

Einfach freies Ende zum Pin in das Loch stecken. 2 - 3 mal um
den Pin wickeln und dann Lötzinn drauf. Mit dem Stift zum
2-ten Pin fahren, dort wieder 2-3 mal rundherum wickeln und
festlöten. Danach den Draht von der Fädelstiftseite her mit
einem kleinen Messer abschneiden.

Ein bischen Planung tut allerdings not. Wenn auf einem bereits
verlöteten Pin noch ein zusätzlicher Anschluss mit Fädeldraht
gemacht werden soll, so ist das eine Spielerei, weil klarerweise
nichts da ist, worin du den Draht verkeilen kannst, so dass du ihn
um den Pin wickeln kannst. Mit etwas Übung gehts zwar aber wenn man
das vorher schon eingeplant ists um einiges einfacher, wenn man
bereits alle Drähte vor dem Löten um den Pin gewickelt hat.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Hi Dirk ;)

> Ja Fädeldraht ist auf eine Lochrasteroplatine eine gute Wahl.
> Den gibts auf einem sog. Fädelstift.

Faedeldraht hat nur den Nachteil dass er teuer ist und auf Fehlersuche 
willst Du mit einer gefaedelten Schaltung eher nicht gehen.

Dirk, warum kaufst Du Dir zum Anfang mal nicht das STK500 von Atmel? 
Dann hast Du schonmal einen guten Einstieg... ein komplettes 
Entwicklungsboard auf Lochraster aufzubauen hoert sich doch nach einer 
etwas uebertriebenen Uebung fuer mich an.

> Was nimmt man denn da? Lochraster? Und wie "verbindet" man da sinnvoll
> Pins? Mit einer Spur Lötzinn vermutlich eher nicht?!

Du kannst natuerlich auch (kleinere) Bruecken auf Lochrasterkarten mit 
Lot ziehen, warum nicht? Alles ab 3 Loechern wuerde ich dann mit einer 
Bruecke machen.

Schau mal das hier ist einer meiner juengeren Lochrasteraufbauten:
http://coremelt.net/passthrough.php?path=files/pic...

Sowas wuerde ich in Zwischenzeit aber nur noch als gedruckte Schaltung 
machen ;)

Seh ich das richtig dass Du noch keinerlei Ausruestung hast?

Michael

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Was auch noch gehen würde:

Wenn die Ports auf 1x8 Stiftleisten herausgeführt werden und
nicht auf 2x4, dann hat der Mega16 eine Anschlussbelegung
wo man sich mit einer Streifenrasterplatine schon einiges
an Arbeit erspart.

Aber: So ein Experimentierboard ist mit einer ordentlichen
Platine besser aufgebaut. Ich habe letztens eine Schaltung
mit einem Mega8 auf einer Streifenraster aufgebaut. In der
Zeit, dich ich zum Planen, Auftrennen von Bahnen und setzen
von Brücken gebraucht habe, hätte ich eine geroutete
Platine auch hin gekriegt.
Einziger Vorteil von Streifen- Lochraster: Man kann im
nachhinein noch Änderungen vornehmen, was bei einer
geätzten Platine nicht mehr so einfach ist und nur mit
Krücken geht und immer Scheisse aussieht.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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> Einziger Vorteil von Streifen- Lochraster: Man kann im
> nachhinein noch Änderungen vornehmen, was bei einer
> geätzten Platine nicht mehr so einfach ist und nur mit
> Krücken geht und immer Scheisse aussieht.

Das ist allerdings wahr...
Aber gerade bei groesseren Schaltungen laeuft man viel eher Gefahr, 
Fehler zu machen, da man ja alles manuell aufbauen muss, also Pinout 
usw. Und wer macht sich schon die Muehe, einen Loetplan zu erstellen.

Autor: Kai Franke (kai-) Benutzerseite
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Hallo,
hier mal wie ich das normalerweise machen:
Chip auf dem STK500 programmieren, den restlichen Aufbau auf eine 
Lochrasterplatine (keine Streifenraster!) mit 2 reihiger Steckerleiste. 
Über die beim STK mitgelieferten Kabel verbindet man dann einfach die 
gewünschten Pins mit den der Platine. Vorteil davon ist, dass man den 
Controller ISP programmieren kann und gleichzeitig noch eine recht 
übersichtliche Schaltung hat. Ich habe mir hier auch ein LCD 
zusammengebastelt, das ich einfach auf einen freien Port draufstecken 
kann und somit alles angezeigt bekomme.
Hoffe ich konnte dir weiter helfen
Gruß
Kai

Autor: Dirk W (Gast)
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>Du kannst natuerlich auch (kleinere) Bruecken auf Lochrasterkarten mit
>Lot ziehen, warum nicht? Alles ab 3 Loechern wuerde ich dann mit einer
>Bruecke machen.

Das wäre ja jetzt die erstmal noch verbliebene Frage - was nimmt man für 
die Brücken - Kupferlitze? Kupferlackdraht? Oder wie nennt sich das 
genau? (Ich muss ohnehin noch ne kleine Reichelt-Bestellung machen...)

Danke schon mal an dich und auch alle anderen für die schnellen und
hilfreichen Antworten!

Autor: Frank (Gast)
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Kupferlackdraht ist ok. Ich nehm meistens die abgeschnittenen beinchen 
von anderen bauteilen. Die fallen eh an.

Autor: bombastix (Gast)
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Das Pollin-Board für 14,95 sollte für den Einstieg auch geeignet sein - 
alle nötigen Stecker (ISP, JTAG, Seriell) drauf, man kann über Serielles 
Kabel mit Ponyprog programieren (wenn man keinen ISP hat), außerdem sind 
noch 8MHz Quarze (je Fassung einer) und ein paar Schalter und LEDs sowie 
die Stromversorgung vorhanden (einfach altes Steckernetzteil dran).

Wenn man von 0 startet eine gute und preiswerte Sache.

Gruß,

Bombastix

Autor: karla (Gast)
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>Das wäre ja jetzt die erstmal noch verbliebene Frage - was nimmt man für
>die Brücken - Kupferlitze? Kupferlackdraht?

Bewährt hat sich versilberter oder verzinnter Kupferdraht, 0.4mm.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Karl heinz Buchegger wrote:

> Einziger Vorteil von Streifen- Lochraster: Man kann im
> nachhinein noch Änderungen vornehmen, was bei einer
> geätzten Platine nicht mehr so einfach ist und nur mit
> Krücken geht und immer Scheisse aussieht.

Dafür sieht die Streifen-Lochrasterplatine halt immer Scheiße aus. ;-)

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