Grundsätzlich habe ich keine Ahnung von Quarzen, weiss einfach das das
was schönes ist das schwingt...
Nun meine Frage: Weshalb braucht man zum Betrieb eines Quarzes immer 2
Kondensatoren? Diese sind ja vielfach so 22pF gross, warum gerade so
gross?
Tim wrote:
> Diese sind ja vielfach so 22pF gross, warum gerade so> gross?
Weil die meisten Leute Pi mal Daumen einen Wert einsetzen, den sie mal
irgendwo gelesen haben. Ist aber meistens falsch.
Die Lastkapazität des Quarzes ist im Datenblatt angegeben. Jeder
Last-Kondensaor muss dann ungefähr das doppelte dieser angegebenen
Kapazät haben, da der Quarz die beiden Cs in Reihe "sieht". Die
Kapazität der Anschluss-Pins kommt auch hinzu, ist aber meist im Bereich
1...2pF vernachlässigbar.
> Weil die meisten Leute Pi mal Daumen einen Wert einsetzen, den sie mal
irgendwo gelesen haben. Ist aber meistens falsch.
Ist aber meistens richtig.
> Jeder Last-Kondensaor muss dann ungefähr das doppelte dieser angegebenen
Kapazät haben
Und das ist falsch. Wenn man es nicht weiss, sollte man vieleicht das
nemen, was die anderen Pi mal Daumen nehmen ;)
>> Jeder Last-Kondensaor muss dann ungefähr das doppelte dieser>> angegebenen Kapazät haben>>Und das ist falsch.
Nein, ist es nicht.
>>da der Quarz die beiden Cs in Reihe "sieht"
Genau so sieht das aus.
Wer das nicht glaubt sollte mal einen der Handels-üblichen 8 MHz Quarze
von zum Beispiel Reichelt nehmen, die sind nämlich mit CL=35pF
angegeben,
an diese dann die "üblichen" 2x22 pF hängen.
Und dann mal mit einem Frequenzzähler messen, vorzugsweise an einem per
Fuse freigeschaltetem Clock-Out Pin.
Man könnte natürlich auch auf die Idee kommen, mal in den jeweiligen
Appnotes und Datasheets zu suchen: bei Atmel Appnote AVR042, bei
Microchip die Datasheets.
Dietmar E wrote:
>> Weil die meisten Leute Pi mal Daumen einen Wert einsetzen, den sie mal> irgendwo gelesen haben. Ist aber meistens falsch.>> Ist aber meistens richtig.>>> Jeder Last-Kondensaor muss dann ungefähr das doppelte dieser angegebenen> Kapazät haben>> Und das ist falsch. Wenn man es nicht weiss, sollte man vieleicht das> nemen, was die anderen Pi mal Daumen nehmen ;)
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten!
Hättest du auch nur mal ein wenig bei Google oder in Fachliteratur
gesucht, wüsstest du, dass ich Recht habe. Meistens schwingt der Quarz
auch mit den 22pF, aber eine sich ergebende Last von 11pF zzgl. evtl.
2pF für die Anschlüsse ist vielen Quarzen zu wenig, die Frequenz stimmt
dann nicht, und unter bestimmten Umweltbedingungen schwingen sie dann
gar nicht an. Hatten wir alles schon, nur weil jemand dachte: 22pF haben
wir schon immer genommen.
> einfach mal die Klappe halten!
Netter Ton hier. Alle Grundton-Quarze zwischen 8 MHz und 20 MHz bei
Reichelt/Conrad, soweit ich kurz drüber geschaut habe, fordern eine
Lastkapazität von ungefähr 30pF. Laut Wikipedia ist durch das Layout mit
3-9pF zu rechnen (Anmerkung: doppelseitige Platinen eher an der
Obergrenze). Fehlen also noch 21 pF. Der ATMega selbst hat eine
Pin-Capacitance von 10 pF. Fehlen noch 11 pF. Zwei parallele
22pF-Kondensatoren ergeben genau diese 11 pF. Wer 22pF nimmt, macht es
also IMHO richtig. Im ATMega-Datenblatt ist übrigens 22pF als sinnvolle
OBERgrenze für die Kondensatoren am Quarz angegeben.
> Meistens schwingt der Quarz auch mit den 22pF, aber eine sich ergebende Last von
11pF zzgl. evtl.
2pF für die Anschlüsse ist vielen Quarzen zu wenig
Du willst mehr als 22pF vorschlagen?!
Für die exakte Frequenz sind meist 30 pF Last notwendig, denn auf diese
Belastung sind die meisten Grundwellenquarze abgeglichen. Das ergäbe
zwei 60pF-Kondensatoren in der bei uCs üblichen Schaltung.
Für den Oszillator-Inverter im uC sind die 60pF aber etwas groß, der ist
vom Hersteller so ausgelegt, dass er mit 22 pF gut schwingt.
Die sich ergebende Frequenzablage von einigen kHz ist bei uC-Anwendungen
normalerweise ohne Bedeutung.
Mahlzeit,
ich weiß, der Beitrag ist schon älter, gehört aber eigentlich auch hier
rein:
Beim Quarz FOXS/0368S steht im Datenblatt "Series" bei CL, aber kein
Wert. Wie wird hier die Kapazität verschaltet und mit welchen Werten?
Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen...
Gruß
Stefan
Bei Quarzen, die für Serienresonanz vorgesehen sind, entfällt dieser
Punkt. Allerdings muss für genaue Frequenz der Quarztyp zum Oszillator
passen. Die für Mikrocontroller typischen Quarzoszillatoren in
Pierce-Schaltung (1 Inverter) arbeiten jedoch in Parallelresonanz. Es
gibt andere Oszillatorschaltungen für Serienresonanz (2 Inverter).
Schwingen wird er auch in der falschen Schaltung, aber mit leicht
abweichender Frequenz.
Danke für die Antworten.
Ich habe die Schaltung nicht aufgebaut, ich überprüfe sie nur gerade,
weil der Quarz nicht immer "anläuft" beim Einschalten.
Der Quarz FOXS/0368S ist mit je 22pF Kondensatoren parallel aufgebaut.
Am einfachsten wäre es wohl, diesen gegen den Typ FOXSLF/0368-20
auszutauschen?!
Komisch ist auch: Wenn ich die Schaltung mit dem zugehörigen
Batterieblock (ca. 9,6V) betreibe, läuft der Quarz meistens an. Wenn ich
aber mein Netzteil (8,5...10V egal) dran hänge, läuft er fast nie an?!?!
Stefan schrieb:> Komisch ist auch: Wenn ich die Schaltung mit dem zugehörigen> Batterieblock (ca. 9,6V) betreibe, läuft der Quarz meistens an. Wenn ich> aber mein Netzteil (8,5...10V egal) dran hänge, läuft er fast nie an?!?!
HF-Dreck aus dem Netzteil?
ansonsten haben wir ja hier
Beitrag "Re: Quarz und Kondensator" schonmal ein gutes
Beispiel, wo wirklich alles notwendige berücksichigt wurde.
mfg mf
Ich muss diesen Thread nochmal ausgraben. Ich möchte den Quarz
http://www.txccrystal.com/images/pdf/9b.pdf mit einem Tiny2313
verwenden. Nun bin ich etwas verwirrt. Die Rechnung oben (
Beitrag "Re: Quarz und Kondensator" ) geht nicht auf, da
kommt mit den angegebenen CL=18pF was negatives raus.
Nach der Rechnung von
http://www.mikrocontroller.net/articles/Quarze_und_AVR kommt 31pF raus.
Laut AVR Datenblatt sollten die Kondensatoren zwischen 12-22pF liegen.
3 Quellen, 3 verschiedene Antworten, was sollte ich nutzen? Ich habe
bisher immer nur den internen RC Oszillator benutzt und habe daher keine
Erfahrung mit den Quarzen. Genutzt werden soll das ganze für UART.
Danke.
bobberjahn schrieb:> http://www.mikrocontroller.net/articles/Quarze_und_AVR kommt 31pF raus.> Laut AVR Datenblatt sollten die Kondensatoren zwischen 12-22pF liegen.
Ich würde sagen, du kannst dich entscheiden zwischen 31 pF und guter
Frequenzgenauigkeit aber keinem 100% sicheren Anschwingen und 12-22 pF
mit sicherem Anschwingen aber ohne super genaue Frequenz. :-)
Da sich eine konstante Frequenzabweichung sehr leicht softwaremäßig
kompensieren lässt, halte ich Kondensatoren von 15 oder 20 pF eindeutig
für die bessere Wahl.
12 oder 22 pF werden sicher auch funktionieren, aber du weißt nie, ob es
dann real (und mit parasitären Kapaziäten) nicht doch 11 oder 23 pF
sind. Würde aber wahrscheinlich trotzdem gehen, ich glaube Atmel hat da
etwas Sicherheit eingeplant.
Hi
>Ich würde sagen, du kannst dich entscheiden zwischen 31 pF und guter>Frequenzgenauigkeit aber keinem 100% sicheren Anschwingen und 12-22 pF>mit sicherem Anschwingen aber ohne super genaue Frequenz. :-)
Solange die parasitären Kapazitäten nicht bekannt sind, ist das eine
recht sinnfreie Diskussion. Zwischen einem optimalen Layout und einem
Breadboard sind himmelweite Unterschiede. Bei letzterem kann (den Fall
gab es hier schon mal) es sogar ohne Kondensatoren funktionieren. Das
böse Erwachen kommt dann wenn die 'getestete' Schaltung dann richtig auf
gebaut wird.
Und aus der Praxis: Allen Theoretikern zum Trotz, mit den 22pF sind bis
jetzt alle AVRs mit den verschiedendsten Quarzen gelaufen. Und das waren
ein paar tausend.
MfG Spess
Also ich habe es bei einer Uhr von mit ausprobiert:
Quarz von Reichelt, 16MHz, 32pF Lastkapazität
Mit 2x22pF => Frequenz zu niedrig
Mit 2x56pF => Frequenz noch viel niedriger
Mit 2x4,7pF => Passt
Den Runtergeilten Takt habe ich mit an einem IO ausgegeben und mit einem
hochwertigen Frequenzzähler gemessen. Die Schaltung habe ich 3 x
aufgebaut, und 3x das gleiche Ergebnis.
Achso, der Beitrag geistert hier irgendwo rum, unter Quarz ungenau?
Bugfix.
Ingo schrieb:> Also ich habe es bei einer Uhr von mit ausprobiert:> Quarz von Reichelt, 16MHz, 32pF Lastkapazität> Mit 2x22pF => Frequenz zu niedrig> Mit 2x56pF => Frequenz noch viel niedriger> Mit 2x4,7pF => PasstSpess53 schrieb:> Solange die parasitären Kapazitäten nicht bekannt sind, ist das eine> recht sinnfreie Diskussion.
Punkt aus! Es gibt keine pauschalgültige Angabe für diese Kondensatoren.
Außer den erwähnten 22pF, die ich auch für einen sehr sehr guten
Praxiswert halte, mit dem ich auch schon ewig arbeite.
Ingo schrieb:> Mit 2x4,7pF => Passt
Das muss aber nicht heißen, dass das für den Quarz und die
Oszillatorschaltung der "richtige" Kondensator ist.
Du kennst nämlich nicht den Abgleichfehler des Quarzes und weißt nicht,
welcher Anteil des Kondensatorwertes zum Ziehen des Quarzes auf die
"Passt"-Frequenz verantwortlich ist.
Bei einem anderen Quarzexemplar müsstest Du also einen neuen "richtigen"
Kondensator suchen - oder gleich einen Trimmer einbauen.
Anschwingsicherheit und Stabilität ist dabei aber noch gar nicht
berücksichtigt.
Gruß Dietrich
Ingo schrieb:>> Den runtergeteilten Takt habe ich mit an einem IO ausgegeben und mit einem> hochwertigen Frequenzzähler gemessen. Die Schaltung habe ich 3 x> aufgebaut, und 3x das gleiche Ergebnis.
Wie war denn der Aufbau (Breadboard, Lochraster, ...)?
Hat eigentlich schon mal einer von euch die Datenblätter sauber
durchgelesen, da steht zu mindest beim Atmel AT32UC3Ax eine Formel
dabei.
C = 2 * (Cl - Ci)
Wobei C die zwei Kondensatoren sind, Cl ist die Lastkapazität des
verwendeten Quarz (im Datenblatt des Quarz) und Ci ist die innere
Kapazität (im Datenblatt des Controllers)
Ich vermutte mal das zwei mal daher kommen, da die zwei Kondensatoren ja
in Reihe gesehen werden und somit dann blos die hälfte an Kapazität
bringen. Der Hintere Teil läst darauf schließen das mithilfe der
zusätzlichen zwei Kondensatoren die diverenz zwischen innerer Kapazität
und Lastkapazit ausgeglichen wird.
Bei meinem Atmel würde mit Cl=18pF und Ci=7pF für C genau die 22pF
rauskommen, die auch meistens als Standard verwendet werden. Aber man
sieht, dass die 22pF nicht ein Alheilmittel sind. Ich habe denn quarz
mal zum testen gegen einen anderen getauscht mit ander Lastkapazität und
siehe da, der Controller läuft nicht mehr stabil.
Ich will jetzt nicht behaupten die obere Formel sei algemein gültig,
aber ich denke, dass sie in den meisten Fällen gehen sollte, an sosten
schaut doch einfach in die Datenblätter da muss sowas immer stehen.
Quellen:
http://www.atmel.com/Images/doc32090.pdf (Seite 6)
http://www.atmel.com/Images/32058S.pdf (Seite 41)
http://de.farnell.com/txc/9c-12-288meej-t/xtal-12-288mhz-18pf-smd-hc-49s/dp/1842283