Moin,
mich plagt mal wieder mein ATmega128. Nachdem ich diesen durch einen
neuen ersetzt habe (er sitzt auf einem fertigen Board) ließ er sich
wieder wunderbar über ISP programmieren (mySmartUSB Programmer, AVR
Studio, AVRprog).
Heute habe ich den von der Spannung getrennt, weil ich an der zentralen
Spannungsversorgung gearbeitet habe. Nach dem erneuten Anschließen und
Einschalten erschien auf dem über I2C betriebenen Display nicht mehr der
programmierte Willkommensbildschirm. Messungen ergaben, dass auch der
Strom für die Elektronik höher als sonst war (900mA statt 400). Darum
habe ich den Strom immer nur kurz bei des Messungen angeschaltet, um bei
einem etwaigen Kurzschluss keine Bauteilschäden zu erhalten. Es wurden
auch nie Bauteile heiß (zumindest keine ICs)
Es hat sich dann herausgestellt, dass ein Kabel am Schalter fast ab war.
Nach dem Anlöten war der Strom wieder in Ordnung (ich bin mir nicht 100%
dass es am Schalter gelegen war, ich habe zuvor auch etwas an der
Stromversorgung des Display "gespielt", zB kein Strom, nur Strom über
I2C, Strom über eingebauten Spannungsregler)
Jedoch ist es nicht mehr möglich, den µC zu beschreiben. Ich kann
lediglich die Fuse-Bits auslesen. Beim Versuch zu schreiben kommen
Fehler bei der Validierung und danach kann erst nach Trennung der
Spannung vom Board wieder die Fuse-Bits gelesen werden.
Diese stehen so:
Lock-Bits: Mode 1 - BLB0 Mode 1- BLB1 Mode 1
Fuse Bits:
1 SPI enable
0 BOOTRST
0 EESAVE
0 M103C
0 OCD enable
0 JTAG enable
0 Full amplitude
0 WDTON
Ext XTAL, High Frequency (der µC wird mit 16MHz betreiben)
Startup 1K CK
BOD enabled, 4,0V
Boot block 4096 words
Device signature: 1E 97 02
Calibration Byte: 0xC5
Auch der Versuch diese zu schreiben (zB BOD aus) schlägt fehl.
Die Spannung vorm Spannungsregler beträgt knapp 8V, die der auf etwa
4,9V herunterregelt. Diese messe ich auch direkt am µC. Die
Stromaufnahme vom µC allein beträgt knapp 40mA (ohne die externe
Elektronik).
Ich bin hier nun wirklich mit meinem Latein am Ende und weiß keinen Rat.
Kann mir jemand helfen?
Schönes Wochenende
Franz
Hi,
Blick ins Datenblatt: Power Supply current (8MHz) max. 11mA, das wären
bei 16MHz max. 22mA. -> MC ist hin. Es sei denn, er schaltet gerade
irgendwelche Ausgänge, wo Widerstände dran hängen, die Vcc zusätzlich
belasten.
Im Zweifelfall MC tauschen und nochmal schauen. Kostet ja nicht die
Welt.
Wenn da 900 statt 400 mA geflossen sind, ist es interessant zu wissen,
wohin die gegangen sind. Da reichen auch ein paar ms um Halbleiter zu
zerstören. So schnell kannst Du gar nicht messen.
Gruß
Andy
Hi Andreas,
die 40mA sind vor dem Spannungsregler gemessen, danach is alles fest
verlötet (-> keine Messung mehr möglich). Der zusätzliche Strom kann
denke ich mal auch hier verbraten werden?
Es handelt sich um folgendes Board:
http://www.robotikhardware.de/download/rnmega128funk.pdf
Der RS232 IC ist nicht eingesteckt, auch das Funkmodul nicht. Die
Leckströme der beiden Transistoren ist denke ich auch zu
vernachlässigen. Es ist nichts sonst angeschlossen.
Leider konnte ich nicht genau feststellen, wohin der Strom geflossen
ist.
Gibt es denn noch Alternativen zu "µC kaputt"?
Danke
Franz
Hi,
die restlichen 20mA können auch vom Spannungsregler (je nach Typ)
kommen.
Ansonsten kenne ich Deine Schaltung nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit,
daß Du den MC wieder gelyncht hast, ist schon recht hoch. Oder Du hast
irgendwo Wackelkontakte....
Aber um das von weiten zu beurteilen, braucht es schon die Glaskugel.
;-)
Gruß
pctoaster
Also selbst nach längerem Betrieb wird wirklich nichts heiß, wird wohl
so sein wie Andras sagt, dass die Energie zu gering ist.
Ich sehe aber ein, dass da wohl snief der Controller kaputt ist, auch
wenn ich wirklich sehr aufgepasst habe. Sollte ich mal eine eigene
Platine entwerfen kommt auf jeden Fall ne Sicherung rein :) (btw: sind
die schnellsten Schmelzsicherungen da flink genug?)
Wackelkontakte können denke ich ausgeschlossen werden, da ja gelesen
werden kann. Und wenn bei erfolgreichem Lesen nichts keine weitere
Erschütterung kommt müsste die Verbindung beim Schreiben ja eigtl
stehen.
Ach wie schön wärs wenns bei mir in der nähe (97***) einen
Elektronikladen mit einem ATmega128 im Sortiment gäbe :)
Nochmals danke und weiterhin n schönes Wochenende :)
Franz
franzlst wrote:
Sollte ich mal eine eigene
> Platine entwerfen kommt auf jeden Fall ne Sicherung rein :) (btw: sind> die schnellsten Schmelzsicherungen da flink genug?)>
Nein, gegen falsches Anschließen hilft auch keine Schmelzsicherung. Die
Zerstörungsgeschwindigkeit von Halbleitern liegt im us Bereich ;-)
Nimm Dir lieber Zeit und schau nochmals genau nach, bevor Du den Strom
einschaltest.
Keine Hektik und cool bleiben ist immer noch die beste Methode.
Ich spiele auch lieber mit den ATMega32 (DIL40) herum. Der hat eine
Steckfassung und min. 3 Stück davon liegen bei mir immer in der
Schublade :-)
Bei mir hat es auch schon geblitzt. :-(
Gruß
Andy
Eines von Murphys Gesetzen:
Eine mit einer Sicherung geschützte Halbleiterschaltung wird stets
zuerst
"hochgehen", um die Sicherung zu schützen. ;-)
MfG Paul
Hi,
Es gibt eine Ausnahme (hilft gegen verpolen der Betriebsspannung):
Schmelzsicherung in Reihe und parallel zur Schaltung eine 5,1V (oder je
nach Betriebsspannung) Zenerdiode.
Aber gegen Kabel, die da irgendwo gegen die Platine spratzeln...vergiss
es.
Gruß
Andy
> Also bei der Differenz MUSS irgendwas heiss werden.
< Nö, weil: (0,04-0,022)A x 5V = 0,09W
Moment, anfangs waren's noch 900mA. Also bitte mal richtige Zahlen.
Bensch wrote:
>> Also bei der Differenz MUSS irgendwas heiss werden.>> < Nö, weil: (0,04-0,022)A x 5V = 0,09W>> Moment, anfangs waren's noch 900mA. Also bitte mal richtige Zahlen.
Das war wohl ein Mißverständnis.
Du bezogst Dich auf das erste Posting. Anfangs hätte wirklich etwas
heiss werden müssen. (0.9-0.4)A x 5V = 2,5W
Ich bezog mich darauf, daß er später 40mA statt 20mA für den MC +
Spannungsregler gemessen hatte.
Gruß
Andy