EKG - welches Filter ?

Gast #766134
Lesenswert?

Hallo

ein Tiefpass ist besser. Wenn ein Patient ein EKG mit >4Hz hat sollte er 
evtl. zum Arzt gehen. Ein Notchfilter holt zwar die 50 Hz heraus aber 
die höheren Frequenzen brauchst du eh nicht.
Gast #766148
Lesenswert?

karadur: Ich glaube so einfach ist das wiederum nicht. Ein EKG soll ja 
den Zeitverlauf der Ableitungen darstellen, und da braucht man schon 
etwa 100 samples/Sekunde. Mit einer Grenzfrequenz von 10Hz wirst du die 
steilen Spitzen nicht mehr mitbekommen ;-)
Gast #766172
Lesenswert?

Hallo

es ist auf jeden Fall besser ein Notch-Filter für 50Hz zu verwenden. 
Ansonsten werden die relevanten Änderungen im EKG (Vorhof-Flimmern, 
ST-Steckenänderungen etc.) verfälscht. Dies wird in Profigeräten genauso 
gemacht. Falls man natürlich nur die R-Zacke erkennen will, reicht 
vielleicht auch ein Tiefpass. Hängt halt vom Anwendungsfall ab. Da aber 
ein Notch-Filter nicht so kompliziert ist, würde ich ein Notch-Filter 
verwenden.

Gruß Ronny
Gast #766211
Lesenswert?

Hallo!

Es gibt ein 50Hz Notchfilter, um den Netzbrumm herauszufiltern. 
Zusätzlich kann man ein Muskelfilter (30Hz Tiefpass) einschalten, wen 
der Patient unruhig ist. Besser ist es immer ohne Muskelfilter zu 
schreiben...

Mfg Sven
Gast #766767
Lesenswert?

Latenzneutral:
Linearphasig trifft es nicht ganz aber fast. Für die Praxis beim EKG 
wäre es nicht entscheidend, ausser es käme auf die Kopplung mit externen 
Ereignissen an am Beispiel mit Stressoren in der Stressforschung, da 
spielt ein Delay eine Rolle.

Bei einer RC-Schaltung dauert es eine Zeit bis sich ein Kondensator auf- 
und wieder entladen hat. Der höchste Punkt einer Welle ist dann im 
Zeitdiagramm nach rechts verschoben und auch etwas in der Form. Weil das 
Interpretieren eines EKG eigentlich Kaffesatzleserei ist spielt das aber 
keine so grosse Rolle. Eine einfache Variante für digitale Filterung ist 
das Berechnen eines Gleitmittelwerts einmal von links und von rechts 
beispielsweise wie beim IIR. Oder man nimmt gleich FIR oder FFT was bei 
der Rechenleistung eines Mikros auch praktisch geht. Schliesslich sind 
es ja auch keine 44.1kHz sondern nur 100Hz-200Hz.
#1028900
Lesenswert?

Wird das Ding nur in Europa benutzt? Sonst auch an 60 Hz denken! Oder 
ein Korrelationsfilter, der alles, was dem "Netzsignal" ähnlich ist, 
rausfiltert. Und zu dem EKG-Spektrum: HP hat EKG mit 1500 Hz gesampelt 
und im R-S Abstieg ein Notch gefunden. Also, selber wäre ich mit 100 
Sa/s vorsichtig :-)

Karel
Gast #1029530
Lesenswert?

Mach dir nicht so viel Sorgen um die 50 Hz, die wirken auf den ganzen 
Körper und treten als common-mode auf. Deshalb werden für EKG 
Anwendungen auch immer Differenzverstärker eingesetzt, die > 100 dB CMRR 
haben. Als obere Grenzfrequenz kann man für erste Versuche mal von 300 
Hz ausgehen, die untere ist bei einigen wenigen Hz anzusiedeln. Wandlung 
mit ca. 1 kHz und mindestens 12, besser 14 oder 16 bit wegen der relativ 
großen Dynamik. Appnotes von TI und Konsorten kann ich nur empfehlen.
Gast #1029692
Lesenswert?

Bei mir geht es nicht um ein EKG. Ich interessier mich nur fuer einen 
Notch-Filter und habe diesen Beitrag gefunden. Wollte nur nicht noch 
einen Neuen eroeffnen.
Habt ihr sonst noch Tipps zum 50Hz Notch-Filter?
Gast #2107262
Lesenswert?

Fritz schrieb:
> Hallo
>
> bei einem EKG ist mit Sicherheit der 50 Hz Brumm herauszufiltern.
> Nimmt man dafür besser ein Tiefpassfilter mit einer Grenzfrequenz von
> ca. 25 Hz oder ein Notch- Filter?
>
> Gruß Fritz

notch Filter 50Hz sind in unseren Geräten drin.


Sollte damit also passen.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren