Hallo Leute...
bei der aktuellen Debatte um einen angeblichen oder tatsächlichen
Linksruck in Deutschland ist mir folgende Frage in den Sinn gekommen:
--> Rückt Deutschland nach links oder sind nur die
politischen/wirtschaftlichen Eliten in den letzten Jahren zu weit nach
"rechts" gerückt??? <--
Damit meine ich natürlich einen wirtschafts- und
gesellschaftspolitischen Ruck nach "rechts".. Schlagwort: neoliberal.
Nicht etwa Fremdenfeindlichkeit u.ä.
Der Gedanke kam mir neulich Abend beim Studium des Programms der
Linkspartei. Ich habe es mit dem Wahlprogramm der SPD von 1998 (Schröder
wurde Kanzler) verglichen und erstaunlicherweise viele Parallelen
gefunden. Damals war Schröder und die SPD der Modernisierungsbringer
nach Jahren der Kohl'schen Erstarrung... heute sind diese Positionen am
äußeren linken Rand des pol. Spektrums. Schon interessant.
Gruß F.B.
Der angebliche Linksruck ist ein Volksmärchen erfunden von Teilen der
Wirtschaft, vom IFO-Institut mit seinem Prof. (Un-)Sinn, von der
*I*nitiative *N*eue *S*oziale *M*arktwirtschaft und vor allem vom
Arbeitgeberflügel der CDU.
Die gleichen Kreise haben auch folgende 2 Märchen maßgeblich mit
verbreitet:
1. "In Deutschland gibt es einen gravierenden Fachkräftemangel. Die
Firmen suchen händeringend Fachkräfte und finden sie nicht. Das beweisen
die vielen offenen Stellen die nicht besetzt werden können"
2. "In Deutschland wurde die Arbeitslosigkeit um 2 Millionen
Arbeitsplätze gemindert; Millionen Menschen haben wieder Arbeit Dank der
Agenda 2010"
Was früher als selbstverständlich galt (unter allen Parteien, sogar der
FDP), nämlich die Rentenbeiträge wenigstens um den Inflationsausgleich
anzupassen, wird heute verächtlich als "Hang zum Sozialismus"
runtergeredet oder mindestens als sog. eindeutiges Zeichen eines
Linksruck Deutschlands zu verkaufen versucht.
Wann immer die Vokabel des "Linksruck" fällt, wird gelogen, dass sich
die Balken biegen.
Viel wichtiger ist was heutzutage gerne (von den gleichen Kreisen) nicht
thematisiert oder gänzlich verschwiegen wird
- es gibt immer mehr Armut in D-Land (Hans-Olaf Henkel leugnet das)
- immer mehr Menschen können nicht mehr von ihrem Einkommen leben
- die Kluft zwischen arm und wohlhabend wird immer größer
- es gibt eine signifikante Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt ab
einem gewissen Alter (scheint sich langsam etwas zu bessern)
- die Auswanderungswelle betrifft nicht nur den Karriere suchenden
Akademiker, der mit seinem Einkommen hier nicht mehr zufrieden ist,
sondern betrifft alle Berufe; viele flüchten aus Angst vor Hartz-IV
- wir bekommen eine gewaltige Altersarmut; das heutige Rentensystem weiß
darauf keine Antwort
>Der angebliche Linksruck ist ein Volksmärchen erfunden von Teilen der>Wirtschaft..
Ich sehe das ähnl. Die Linkspartei wird mehr aus Protest gewählt,
einfach weil die etablierten Partein sich fest gesessen haben.
Mitlerweile gibts sogar Schwarz Grün. Nicht das ich dagegen wäre ich
finde es sehr schön wenn man sich einigt. Blöd finde ich nur das dies
zuvor Jahrzehnte immer wieder absolut ausgeschlossen wurde. Die
Politische Einstellung von jahrzehnten wurde in wenigen Wochen geändert.
Natürlich kann man dazu lernen aber das schafft eben bei vielen Wählen
Frust. Wenn Parteien sich wie Fähnchen im Wind verhalten. Und das häuft
sich in letzter Zeit ich sag nur, Mehrwertsteuer, Trennung von Minister
und abgeordneten Mandat und und und.
Auch Poklitker haben es da bestimmt nicht leicht und ich glaube nicht
das die wirklich an der Mach kleben wie es manchmal dargestellt wird.
Ich denke aber das Versprechen die vor der Wahl gemacht werden im Kern
beibehalten werden müßen. Natürlich muß man im Fall einer Koalition
abstriche machen aber man darf nicht die eigene Überzeugung verkaufen.
Auch die "Soziale Marktwirtschaft" war schon immer ein Märchen.
( Früher wurden halt noch Arbeitskräfte gebraucht; ergo fiel für uns
"Leistungsmitnehmer" bzw. Faulsäcke, die nicht mal 60h/Woche arbeiten
wollen und sich aus lauter Rache an der Welt weigern, Kinder in die Welt
zu setzen, noch'n bisschen was ab ... )
---
Schon mal folgendes nachgerechnet ?
=> Beispiel Abgeltungssteuer:
Einer unserer besten vorbildmässigen Leistungserbringer, Hr. Ackermann,
legt einen kleinen Teil seines bescheidenen Vermögens, 50 Mio. € =
50000000 € bei seiner Hausbank an, deswegen erhält er 5% Zinsen/Jahr.
Bisher zahlte er ( ohne Soli, Kirchensteuer ) für dieses Einkommen
Steuern von :
50 Mio € * 5% * 0,42 = 1,05 Mio €
( 42% Spitzensteuersatz wird er
ja wohl haben, ist doch nicht alles in irgendwelchen Stiftungen
verbunkert ? )
Ab 2009 gibt's die "Abgeltungssteuer" mit 25%,
=> er zahlt also nur noch:
50 Mio € * 5% * 0,25 = 0,625 Mio € (!!!)
( Kann ich gar nicht glauben, bitte nachrechnen ... )
Die Differenz kassiert der sog. "Souverän", also wir
Kleinleistungserbringer, leider mit negativem Vorzeichen ! ---
Tja, liebe Leute, Leistung muss sich halt wieder lohnen !
--------
Was wächst noch schneller als jede Bürokratie ?
=> die systematische Volksverdummung, und wir sind noch dankbar dafür !
--------
Was ist der Unterschied zwischen der heutigen Gesellschaft und der im
alten Rom ?
Heute zahlen wir "Brot und Spiele" komplett selbst !
--------
Hauptsache, es geht voran !
Ich für meinen Teil hoffe doch, dass es einen Linksruck gibt. Wenn wir
gemeinsam die linken Parteien wählen, können wir es den kapitalistischen
Heuschrecken heimzahlen und somit wieder ein Stück soziale Gerechtigkeit
zurückerhalten.
Wir brauchen wieder eine gerechte Entlohnung in diesem Land.
Schwerarbeiter und Bauern müssen einfach höhere Löhne erhalten, da ihre
Arbeit schwerer ist. Die ganzen Sesselpupser in den Büros sind eh zu
faul zum Arbeiten und wir bezahlen diese mit.
Ich werde demnächst wieder DIE Linke wählen, denn da weiß ich, dass
diese Deutschland in eine glückliche, sozial gerechte Zukunft führen
wird.
Jetzt fangt nicht an wieder rumzutrollen oder Ossi-Bashing zu starten.
Das kennen wir hier zur Genüge. Aber ich werde mir bei der nächsten Wahl
auch sehr genaau überlegen wen ich noch wähle.
Ich werde garantiert kein Ossi-Bashing starten, denn dann würde ich
meine Wurzeln verleumden.Ich wollte nur sagen, dass es mit früher besser
ging. Jaja, ich weiß, früher war alles besser aber hier stimmt es
wirklich. Ich hatte einen gut bezahlten Job, nette Freunde usw. Heute
ist jeder nur noch auf sich selbst bedacht, alles Egoisten. Jaja, die
DDR war schlecht aber wenigstens hatte jeder einen Job und war
zufrieden. Missgunst und Neid gab es nicht. Mit der richtigen Partei
kann man vielleicht ähnliche Verhältnisse wieder erschaffen. Bitte nicht
falsch verstehen, ich will keine DDR.
Autor: mitgelesen (Gast)
Datum: 23.04.2008 20:27
Autor: mitgelesen (Gast)
Datum: 23.04.2008 21:48
Pseudonymklau!
@Timbo und andere
Lasst euch nicht vom dem Pseudonymklauer verarschen, er macht das öfter
siehe
Beitrag "Re: China verweist Auslands-Studenten wegen Olympiade des Landes"
außerdem entlarven sich seine dümmlichen Beiträge von selbst
Hallo
mitgelesen (Gast)
Datum: 23.04.2008 21:56
>außerdem entlarven sich seine dümmlichen Beiträge von selbst
wenn das das einzige ist,dann bist du bestimmt schlauer.
Denkt ihr etwa die DDR hatt nicht existiert,
seit der Sozialismus zusammengebrochen ist,
macht die kapitalistische Wirtschaft was sie will.
Macht Ihr etwas dagegen, auser Diskutieren?!
Vieleicht fehlt dieses Regulierungssystem.
MfG
Frank Büttner wrote:
> Hallo Leute...>> bei der aktuellen Debatte um einen angeblichen oder tatsächlichen> Linksruck in Deutschland ist mir folgende Frage in den Sinn gekommen:>>>> --> Rückt Deutschland nach links oder sind nur die> politischen/wirtschaftlichen Eliten in den letzten Jahren zu weit nach> "rechts" gerückt??? <--
Nein, die Landschaft rückt nach rechts...
> Der Gedanke kam mir neulich Abend beim Studium des Programms der> Linkspartei. Ich habe es mit dem Wahlprogramm der SPD von 1998 (Schröder> wurde Kanzler) verglichen und erstaunlicherweise viele Parallelen> gefunden.
Die Linke ist in der Tat eine sozialdemokratische Partei. Mit etwas
Wohlwollen könnte man die SPD auch noch in diese Kategorie einordnen.
Und da die Merkel-CDU auch immer mehr versozialdemokratisiert, haben wir
bald türkische Verhältnisse: Drei sozialdemokratische Parteien, die sich
gegenseitig bekriegen... Und letztendlich ist es Jacke wie Hose, wo man
sein ungelenkes Kreuzchen hinmalt.
Deshalb müssen wir den außer Kontrolle geratenen Kapitalismus durch ein
sozialistisches System ablösen. Die Produktionsfaktoren haben in die
Hände des Volkes zu gehen, sie dürfen keinem einzelnen Menschen gehören.
Die DDR würde ich bei der Diskussion ganz raus lassen. Der Linksruck hat
auch überhaupt nichts mit der DDR zu tun. Die einzigen die die DDR immer
wieder hier ins Spiel bringen möchten sind diejenigen, die Protestwähler
gerne als Altkommunisten oder Parteikader der alten DDR verunglimpfen
möchten. Das ist so eine Art Rückkehr der McCarthy Zeit, nach dem Motto,
wer heute noch soziale Errungenschaften der Brand, Schmidt und auch Kohl
Zeit verteidigt, der muss ein Kommunist sein oder mindestens ein
Anhänger des alten Sozialismus. Das ist aber schlicht eine
Unverschämtheit.
achso, bevor ich es vergesse
Autor: mitgelesen (Gast)
Datum: 23.04.2008 22:17
Pseudonymklau!
Ja, die DDR sollte man rauslassen. Und man sollte die Protestwähler auch
verstehen, die zwar nicht verstehen, was sie wählen aber trotzdem
wählen, um die anderen nicht zu wählen. Hauptsache, sie können dann
später sagen, dass sie von nichts gewusst haben und auch an nichts
Schuld sind.
achso, bevor ich es vergesse
Autor: mitgelesen (Gast)
Datum: 23.04.2008 22:24
Pseudonymklau!
mitgelesen wrote:
> Das ist so eine Art Rückkehr der McCarthy Zeit, nach dem Motto,> wer heute noch soziale Errungenschaften der Brand, Schmidt und auch Kohl> Zeit verteidigt, der muss ein Kommunist sein
Wußte garnicht, daß die soziale Errungenschaften zuwegegebracht haben.
Hatte eigentlich immer nur den Eindruck, die würden Errungenschaften
demontieren...
Die größte soziale Errungenschaft von Kohl war doch, uns in die Freiheit
zu führen. Leider hat man dabei das Volk vergessen. Ich hoffe, das
LaFonten irgendwann Kanzler wird, dann wird sich alles zum Guten wenden.
mitgelesen wrote:
> Die größte soziale Errungenschaft von Kohl war doch, uns in die Freiheit> zu führen. Leider hat man dabei das Volk vergessen.
Das kann genauso gut ich mir anrechnen... Der Kohl kam zu der Ehre, wie
die Jungfrau zum Kind.
> Ich hoffe, das LaFonten irgendwann Kanzler wird, dann wird sich> alles zum Guten wenden.
Das glaube ich nun nicht. Lafontaine ist und bleibt erklärtermaßen
Sozialdemokrat und was die PDS in Berlin leistet...
Pseudonymklau
Autor: mitgelesen (Gast)
Datum: 23.04.2008 22:34
Autor: mitgelesen (Gast)
Datum: 23.04.2008 22:47
>Wußte garnicht, daß die soziale Errungenschaften zuwegegebracht haben.>Hatte eigentlich immer nur den Eindruck, die würden Errungenschaften>demontieren...
unter Brand, Schmidt und Kohl gab es zumindest kein Hartz IV, keine
Gesetze die Heuschrecken begünstigen, kein Hang zu Mini-Jobs, keine
Scheingewerkschaften, kein pampern von Kapitalgesellschaften, keine
1-Euro-Jobs, keine 2-Klassen-Medizin und ein Rentensystem das seinen
Rentnern noch ein Leben in Würde garantierte
weil jetzt vermutlich wieder "Reflexe" geweckt werden, das heißt
natürlich nicht das alles toll war
mitgelesen, der echte ;)
mitgelesen wrote:
> Pseudonymklau
Melde dich an, oder beklage dich nicht.
> unter Brand,
Dieser Typ schrieb sich Brandt. Sein bleibendes Verdienst sind die
verfassungswidrigen Berufsverbote> Schmidt
haben wir die Nachrüstung mit Persing-II-Raketen mit Atomsprengköpfen
zu verdanken.
> und Kohl
habe wir die verkorkste Wiedervereinigung mit Enteignung der
Ex-DDR-Bürger zu verdanken
> keine Scheingewerkschaften
Scheingewerkschaften - sprich Gelbe Gewerkschaften - gibt es in der BRD,
so lange sie existiert.
> 1-Euro-Jobs, keine 2-Klassen-Medizin und ein Rentensystem das seinen> Rentnern noch ein Leben in Würde garantierte
Übrigens, die Gesundheitsreform geht auf die Schmidt-Regierung zurück.
Der damalige Gesundheitsminister Ehrenberg war der Erste, der die Lüge
von der Kostenexplosion in die Welt setzte.
> weil jetzt vermutlich wieder "Reflexe" geweckt werden, das heißt> natürlich nicht das alles toll war
Waren das jetzt Reflexe? Ich würde sagen, das war ein gutes
Gedächtnis...
hallo
Nicht jeder der mit verschiedenen errungenschaften in der DDR
einverstanden war und ist möchte DIESE wieder.
Es geht darum die DDR hat existiert und die wenigsten
Altbundesländer-Bürger wissen bis heute fast nichts darüber.
MfG
>Dieser Typ schrieb sich Brandt. Sein bleibendes Verdienst sind die>verfassungswidrigen Berufsverbote
ich weiß wie er sich schreibt, sind die üblichen Flüchtigkeitsfehler
>haben wir die Nachrüstung mit Persing-II-Raketen mit Atomsprengköpfen>zu verdanken.
schon die SS-20 vergessen?
>habe wir die verkorkste Wiedervereinigung mit Enteignung der>Ex-DDR-Bürger zu verdanken
und doch war die Wiedervereinigung eine große Leistung
>Scheingewerkschaften - sprich Gelbe Gewerkschaften - gibt es in der BRD,>so lange sie existiert.
und doch haben die sog. Christlichen Gewerkschaften heutzutage eine ganz
neue Brisanz im Kontext von Leiharbeit und Niedriglöhnen
>Übrigens, die Gesundheitsreform geht auf die Schmidt-Regierung zurück.>Der damalige Gesundheitsminister Ehrenberg war der Erste, der die Lüge>von der Kostenexplosion in die Welt setzte.
es gibt nicht nur eine Gesundheitsreform, die Leistungen werden ständig
zurückgefahren. Der Begriff der 2-Klassen-Medizin und das extreme
Bevorzugen der Privatpatienten war vor anderthalb Jahrzehnten noch nicht
der Fall
>Waren das jetzt Reflexe? Ich würde sagen, das war ein gutes>Gedächtnis...
Das war Gedächstnis, aber auch Reflex. Denn man kann sich immer
thematisch was rauspicken und hat damit Angriffspunkte. Ich hätte auch
Kohl und seinen Hang die vielen Russlanddeutschen in die BRD zu lassen
erwähnen können, aber das ist hier nicht das Thema. Dafür bräuchte man
jeweils einen eigenen Thread. Hier geht es um den sog. Linksruck und
nicht um Fragen wie der kalte Krieg militärisch angegangen wurde.
Und deswegen noch mal was zum Linksruck, vorgestern hat sich in einem
Interview im ZDF der Arbeitgeberflügel der CDU (Name des Vertreters ist
mir jetzt entfallen) zu Wort gemeldet und sich heftigst beklagt wie doch
die CDU unter Angela Merkel ihr konservatives Profil eingebüßt hätte. Er
hat dann sogar gedroht, die Arbeitgeber nahe Anhängerschaft in der
könnte auch FDP wählen und die Union damit abstrafen (sinngemäß, aus
meinem Gedächtnis) und das sollte sich die Kanzlerin doch gut überlegen
(gewissermaßen eine Drohung). Für mich mal wieder ein deutliches Zeichen
wer die CDU (eine sog. Volkspartei!) im Griff hat oder bisher im Griff
hatte. Ich sage nur Stichwort "Leipziger Parteibeschlüsse". ;)
mitgelesen, der echte
Was ich oben zum Ausdruck bringen wollte ist, dass die falschen Teile
der CDU die CDU im Griff haben. Sie zeigen sich zwar gestärkt und sind
nicht so zerstritten, wie die SPD, die sich intern noch darüber
streitet, wem jetzt das Geld wegzunehmen ist aber dadurch geht das
sozialistische der CDU verloren, die ja immer christliche Nächstenliebe
predigt.
Wäre die DDR niemals annektiert wurden, was die meisten DDR-Bürger
wollten, würde es heute nicht so viele Hartz4 geben und die Menschen
würden heute immer noch glücklich sein. Neid und Missgunst wären weg.
mitgelesen wrote:
>>haben wir die Nachrüstung mit Persing-II-Raketen mit Atomsprengköpfen>>zu verdanken.>> schon die SS-20 vergessen?
Das war kein kluges Gegenargument: Sowohl die Pershing II, als auch die
SS-20 sind Mittelstreckenraketen, d.h. eine in Deutschland (Ost oder
West) stationierte Rakete konnte zwar die UdSSR erreichen, nicht aber
die USA und durch die hohe Genauigkeit der Pershing hatten die USA eine
Waffe gegen die Russen, mit der gezielt die Kommandozentralen und die
Langstreckenraketen ausgeschaltet werden, die den USA gefährlich werden
konnten.
Das Ganze war also keine Nach-, sondern eine Vorrüstung des Westens, die
rein aggressiven Charakter hatte. Deswegen waren die Amis auch garnicht
amüsiert, als die Russen Atomraketen auf Kuba stationieren wollten...
>>Scheingewerkschaften - sprich Gelbe Gewerkschaften - gibt es in der BRD,>>so lange sie existiert.>> und doch haben die sog. Christlichen Gewerkschaften heutzutage eine ganz> neue Brisanz im Kontext von Leiharbeit und Niedriglöhnen
Die Brisanz sehe ich eher im Schmusekurs der DGB-Gewerkschaften. In
deren Windschatten konnten die 'Christlichen Gewerkschaften' Boden
gewinnen. Wie die 'nichtchristlichen Gewerkschaften' einzuschätzen sind,
zeigte sich in der Auseinandersetzung der Lokführergewerkschaft auf der
einen und der Bahn und ihren 'verbündeten' Gewerkschaften auf der
anderen Seite.
>>Übrigens, die Gesundheitsreform geht auf die Schmidt-Regierung zurück.>>Der damalige Gesundheitsminister Ehrenberg war der Erste, der die Lüge>>von der Kostenexplosion in die Welt setzte.>> es gibt nicht nur eine Gesundheitsreform, die Leistungen werden ständig> zurückgefahren. Der Begriff der 2-Klassen-Medizin und das extreme> Bevorzugen der Privatpatienten war vor anderthalb Jahrzehnten noch nicht> der Fall
Tatsache ist doch, daß eine 'Reform' die andere abgelöst hat und die
Tendenz immer dieselbe war.
> mitgelesen, der echte
Das kann jeder behaupten - mit Recht.
>Das war kein kluges Gegenargument ...
Tja :) Das kann man militärisch einschätzen wie man möchte, die Russen
hatten stationiert, der Westen zog nach und dann erst gab es einen
Abrüstungsvertrag auf Augenhöhe. So jedenfalls sieht das Helmut Schmidt
auch heute noch in seinen Vorträgen und mich hat noch kein Argument vom
Gegenteil überzeugt (jedenfalls aus heutiger Sicht, damals war das
anders). Aber wie schon gesagt, die Diskussion über den kalten Krieg ist
ein anderes Thema ..
>Das kann jeder behaupten - mit Recht.
keine Angst, das stimmt schon, sonst Melde ich mich zu Wort :)
der Beitrag von 07:29 Uhr stammt übrigens von meinem Schatten
mitgelesen, der echte
mitgelesen wrote:
>>Das war kein kluges Gegenargument ...>> Tja :) Das kann man militärisch einschätzen wie man möchte, die Russen> hatten stationiert, der Westen zog nach und dann erst gab es einen> Abrüstungsvertrag auf Augenhöhe.
Dumm nur, daß die SS-20 der Pershing-II hoffnungslos unterlegen und
deswegen mit stärkeren Sprengköpfen ausgerüstet waren, um ein nur
ungefähr getroffenes Ziel trotzdem zu zerstören. Die Folge wären massive
radioaktive Verseuchungen vor der eigenen Haustür gewesen.
Was schließt man daraus? Daß die SS-20 Defensivfunktion hatten - im
Gegensatz zu den Pershing...
Interessant ist, dass es sowohl "geächtete" Waffen gibt ( z.B. Napalm,
Atombomben ? ), als auch einfach nur "tödliche" ( z.B. Mörser-Granaten,
Defensiv-Minen, falls es so etwas gibt ? )
Experten kennen sich mit dieser Definition bestimmt besser aus ...
Wenn ich also nur Waffen von der zweiten Sorte dafür einsetze, um auch
dem letzten Buschmann unsere einmalige, menschenachtende,
gottesfürchtige, ressourcenschonende, mit ihren Segnungen nur Gewinner
produzierende Demokratie beizubringen, habe ich also alles richtig
gemacht ...
Nehme ich jedoch die anderen, "geächteten" Waffen, um dem gleichen
Buschmann klarzumachen, dass es zu dem derzeit die Welt beherrschenden,
menschenverachtenden, globalisierten, nur profitorientierten System
keine Alternative gibt ( entweder es wird ihm beigebracht, oder er wird
umgebracht, geht notfalls auch über den Umweg Verhungern ), ist das dann
etwas völlig falsches ... ?
Was passiert eigentlich, wenn ich in den vorstehenden Beispielen die
beiden Waffengattungen vertausche ( ginge doch kostengünstig durch
einfache Umdefinition ) ?
NG
"5 Millionen Erwerbstätige sind aus der Mittelschicht herausgefallen in
die sog. armutsgefährdete Schicht"
sagte Guido Westerwelle bei Maybritt Illner am heutigen Donnerstag
24.4.2008
wenn das mal Oskar Lafontaine gesagt hätte, dann wäre sofort wieder der
Reflexruf "Populismus" laut geworden
In der Sendung wurde u.A. folgende Fragestellung diskutiert
Frage: Wovor die Deutschen Angst haben
Platz 3: Pflegefall im Alter 53 Prozent
Platz 2: Naturkatastrophen 59 Prozent
Platz 1: Anstieg der Lebenshaltungskosten 66 Prozent
Quelle: R+V Versicherung 2007
Inflationsrate in Deutschland
1999: 0,6 Prozent
2000: 1,4 Prozent
2001: 2,0 Prozent
2002: 1,4 Prozent
2003: 1,1 Prozent
2004: 1,6 Prozent
2005: 2,0 Prozent
2006: 1,7 Prozent
2007: 2,3 Prozent
2008: *3,1* Prozent
"Inflationsrate in Deutschland
1999: 0,6 Prozent
2000: 1,4 Prozent
2001: 2,0 Prozent
2002: 1,4 Prozent
2003: 1,1 Prozent
2004: 1,6 Prozent
2005: 2,0 Prozent
2006: 1,7 Prozent
2007: 2,3 Prozent
2008: *3,1* Prozent"
=> Sind offensichtlich vom Grosskapital ( zwecks Begrenzung von
Tarifforderungen ) und Regierungsparteien ( zwecks Kleinhalten der
Linkspartei ) geschönte Zahlen; unsere Perle der Uckermark muss ja auch
nicht selbst im Supermerkt einkaufen !
MfG
Das Thema Inflation ist sehr interessant und für große Teile der
Bevölkerung auch wirklich dramatisch. Ich möchte an der Stelle zwei
Dinge zu bedenken geben:
1. Bisher hat die gängige Wirtschaftspresse stets propagiert, die
Globalisierung wirke dämpfend auf die Inflation. Grund: die Heerscharen
billiger Arbeitskräfte halten die Produktionskosten gering.
2. Vor ein paar Jahren gab es aufgeregte Diskussionen darüber, ob wir
von einer Deflation bedroht sind, weil die offiziellen Inflationszahlen
so niedrig waren. Eine jede Hausfrau konnte damals schon nur darüber
lachen... von stagnierenden Preisen hat der Durschnittsverdiener
jedenfalls niemals etwas mitbekommen.
3. Ich habe erhebliche Zweifel ob die offizielle Inflationsstatistik
wirklich sinnvoll ist. Der zugrunde liegende Warenkorb ist meiner
Meinung nach komplett falsch gewichtet. Natürlich sind Dinge wie
Computer, Flachbildfernseher oder Schmuck auch relevant für die
Preisentwicklung. Das große Problem ist nur: ein Gutverdiener (Single:
~2000,- netto) gibt vielleicht 1000,- im Monat für Miete, Essen, Trinken
usw. also das tägliche Leben aus. Er hat ein frei verfügbares Einkommen
von vielleicht 1000,- das er für Auto, Hifi+Elektro, Sparen, usw. nutzen
kann. Steigen die Lebensmittelpreise um 5% ärgert er sich zwar drüber...
mehr aber erstmal nicht.
Ganz anderes die Supermarktkassiererin die vielleicht 1000,- im Monat
netto bekommt. Ihre Kosten des täglichen Bedarfs fressen fast das
gesamte Einkommen auf... eine jede Preiserhöhung der Lebensmittel wird
ihren sonstigen Konsum erheblich einschränken bzw. sie wird weniger oder
günstiger einkaufen müssen!!
Gruß Frank
> Verteuerung von Lebensmitteln innerhalb eines Jahres>> Milch, Käse Eier: +23,9 Prozent
Zumindest die Milch ist beim Stasi, äh, Lidl zum Wochenanfang günstiger
geworden, und die anderen (Aldi & Co.) haben nachgezogen.
Wenn eine Schuhverkäuferin die Treter selbst kaufen will, die sie dem
Kunden als "supergünstig" andrehen soll, muss sie womöglich 2 Tage pro
Paar dafür arbeiten ( eventuell ist Leasing ja günstiger ) ...
Sie wird einfach glauben, dass ihr Girokontostand am Monatsende nur
"gefühlt" ins Soll rutscht ...
Und wenn sie besonders geschickt ist, kauft sie 3 weitere PC's (
Rechnung zahlbar in 12 Raten ) und die Telefon-Flatrate für's Ausland,
dann kann sie sogar intelligent sparen ( neudeutsch: Minus-Management )!
Unsere Perle der Uckermark und ihre Mitregierenden ( wer ist eigentlich
der derzeitige Propagandaminister ? ) werden jedenfalls dafür sorgen,
dass es unsere ( durch Öffnungszeiten/Nebenjobs ) flexibel 24 Std. am
Tag ausgequetschte Mitarbeiterin der Wachstumsbranche "Dienstleistung"
im Zweifelsfall ihrer eigenen Unfähigkeit zuschieben wird, wenn sie
dennoch nicht über die Runden kommt.
Zur weiteren Steigerung ihres "Einkommens" bleibt schliesslich die
Möglichkeit, zusätzliche Erdenbürger, wie besonders von Fr. v. d. Leyen
gewünscht, in die Welt zu setzen ( Wurfgeld / Kindergeld wird ja ständig
erhöht ) ...
MfG
"An der Suizidrate (pro 100.000 Einwohner) kann man deutlich erkennen,
daß es immer schlimmer und die Angst immer größer wird ..."
=> Man lernt aus dem Diagramm, das grössere kriegerische
Auseinandersetzungen tendenziell die Selbstmordrate senken ( gilt
jedenfalls für den 1. Weltkrieg, vielleicht liegt das ja auch an der
Sterbehilfe der jeweiligen Kontrahenten )...
Mit die häufigste Ursache für Frühverrentung sind psychische
Erkrankungen, wahrscheinlich ausgelöst durch zu ruhiges Arbeitsklima und
die Hoffnung, dass die mit 70 Jahren zu erwartende Rente notfalls durch
Sozialhilfe aufgestockt wird ..
Viele Teenies stellen ihre eigenen Eltern bezüglich Drogenkonsum
problemlos in den Schatten ...
=> positiv denken !
Aus der Suizid-Statistik ist doch sehr deutlich zu sehen, dass mit
steigenden Preisen die Selbstmordrate sinkt.
Weiterhin kann man korrelieren, dass mit dem Milchpreis die Größe und
die Anzahl der Fahrzeuge steigt.
Der steigende Milchpreis kann auf die Klimaerwärmung zurückgeführt
werden, welche wiederum ein Ergebnis der Lohnforderungen der
Gewerkschaften ist.
Mit diesen Gehaltssteigerungen steigt auch das Jammern, sodass wieder
gilt, dass ein voller Magen Streit anfängt.
Eigentlich korreliert alles, da alles steigt.
Frank wrote:
> 3. Ich habe erhebliche Zweifel ob die offizielle Inflationsstatistik> wirklich sinnvoll ist.
Aus Sicht der Regierung stellt sich das aber ganz anders dar...