Hallo Ulrich, vielen Dank!
Habe mich am WE doch selbst damit beschäftigt.
Man braucht für diese Berechnung die Trafohauptgleichung:
U = sqrt(2) pi N f deltaB * Afe
N Windungszahl
deltaB Änderung der Flussdichte in Tesla
f Frequenz in Hz
Afe Fläche des Schenkels in m²
dann kommt man auf folgende Werte:
N der 230V-Wicklung ist 188 primär und 191 sekundär.
f = 50Hz
Afe = 0,075m * 0,056m = 0,0042m²
Wenn man nach deltaB umstellt:
deltaB = U / sqrt(2) pi N f Afe
= 230 / 1,41421 / 3,14159 188 50 / 0,0042 = 1,3112 Tesla
Der Kern ist schon etwas größer als 1-2 kVA, er hat so 4-6 kVA.
Hier habe ich Beispiele gefunden:
http://www.tauscher-transformatoren.de/html/dr_03.html
Typ Kerngröße Leist eta Abmessungen CuGew gesamt
TEO 280/280/75 4050VA 95% 342 147 157 288 350 127 248 10 16,7kg 55,0kg
TEO 280/280/75S 5700VA 97% 342 147 157 288 350 127 248 10 16,7kg 55,0kg
Wobei mir unklar ist, was der Unterschied zwischen
280/280/75 und 280/280/75 S ist. Bis auf die Leistung und den
Wirkungsgrad sind alle Werte gleich. (Ist die Wicklung in S wie Silber
ausgeführt ?(-; oder S wie square (rechteckiger Draht --> höherer
Füllfaktor)) oder ist das die genannte Option "alternative Ausführung
mit
verbreitertem Fußwinkel", der dann als Kühlkörper wirkt???)
Das Problem ist folgendes: wir haben zwei identische
Universal-TrennTrafos mit diesem Kern fertigen lassen, die nahezu alle
Spannungen der verschiedenen Länder (208, 230, 265, 360, 400, 460) auf
400V~ bringen (primär umklemmbar Y und D).
Der Kern wird ohne Last ca. 90°C heiß (nach mehreren Stunden), was mir
komisch vorkommt. Nachfrage beim Hersteller ergab: das ist richtig so!
Die Eisenverluste sind unabhängig von der Last.
Der Strom pro Phase liegt bei 600mA (hauptsächlich induktiver Anteil).
Er hat aber aus Ersparnisgründen (kornorientiertes Blech ist kürzlich um
120% gestiegen) normales kaltgewalztes Blech eingesetzt. Das kann
angeblich bis 1,38 Tesla magnetisiert werden. Na ja, vielleicht, wenn
ein Lüfter danebensteht...
Muss noch dazusagen, dass der Trafo (bereits vom Hersteller) in einem
nahezu luftdichten Stahl-Gehäuse (IP??, 485 x 530 x 260mm) eingebaut
ist.
Wen's interessiert, so ein kleines Kerlchen kostet ca. 580 Euro+.
Hernach werde ich mal meine CurrentProbe über die Primärleitung klemmen
und schauen, ob der Kern in Sättigung geht. Und mal mit Vorschalttrafo
die Eingangsspannung reduzieren. Und die effektive Heiz-Leistung in W
messen.
n.b: der Sättigungsstrom ist dann maximal, wenn die Spannung ihren
Nulldurchgang hat. Eigentlich klar, 90° Phasenverschiebung.