wjunky wrote:
> Dazu meine Fragen:> -Hat jemand Erfahrung mit LHI968?
Ja.
> -Wie komplex ist die Sensorabfrage bzw. welcher AVR eignet sich da am> besten?
Jeder mit ADC.
Aber der AVR ist dabei das kleinste Problem. Du musst Spannungen im µV
Bereich verstärken. Wenn du bisher noch keine großen Erfahrungen mit OP
Verstärkerschaltungen gemacht hast, würde ich die stark zu einem
fertigen Bewegungsmelder raten. Diese Sensor (bzw. eher deren
Auswerteschaltungen) sind wirklich extrem empfindlich, wenn man nicht
alles richtig macht.
Die Innereien eines normalen Bewegungsmelders werden auch nur mit z.B.
12V betrieben. Ich hab mal einen billigen aus dem Baumarkt
ausgeschlachtet und mit einer externen DC versorgt. Da hast du die ganze
Sensorelektronik und Auswerteschaltung bereits fertig und musst nur noch
das Ausgangssignal weiterverarbeiten.
Es gibt solche Dinger fertig zu kaufen. Mit Licht und mit Ton. 4 Mignons
rein, einschalten und fertig. Ich hab son Teil an der Treppe weil der
Lichtschalter im dunkeln manchmal schwer zu finden ist,
Dämmerungsschalter ist gleich mit drin. Mit guten Batterien kommt man
fast ein Jahr lang hin, zumindest bei der LED-Version. Für Alarm hatte
ich noch keinen Bedarf.
bye
Frank
@benedikt:
Es geht schon darum, dass Ding selber zu bauen. Dass soll richtig nach
Marke Eigenbau aussehen und auch ruhig mal nicht funktionieren oder mal
überempfindlich reagieren ;-)
Reicht der Verstärker im ADC von AVRs nicht aus?
Wenn nicht: kann ich das nicht einfach mit einem/mehreren Transistor(en)
verstärken? Ich selber habe noch keine Erfahrung mit analoger
Signalverstärkung, aber ich habe einen E-Techniker, den ich zur Not
anhauen kann und ich glaube einigermaßen lernfähig zu sein.
Ich will das Ding am Ende nicht nur benutzen, sondern es auch verstehen
und bauen können.
>>Ich selber habe noch keine Erfahrung mit analoger>>Signalverstärkung,
Dann würde ich es lassen, als Lernobjekt ist der Frust zu gross, den Du
bekommen wirst, wenn Du statt einem Verstärker einen Oszillator gebaut
hat. Mit Transistoren sowieso nicht, die rauschen viel zu viel. Sowas
baut mit man OPs oder Komperatoren auf und zwar auf einem Layout mit
Masseflächen und nicht auf Lochraster. Dazu brauchst Du einen
Frequenzgenerator und einen (Speicher-)Oszi zum austesten.
Hier ein Schaltplan. Es geht auch einfacher, dazu einfach mal die
Beipackzettel von Conrad herunterladen, die bei den Sensoren dabei sind.
http://www.nibis.ni.schule.de/~hsweener/jan16.gif
Siehe die Siebkette, dann verstehst Du warum die so empfindlich sind.
Für 8€, die so ein Ding kostet lohnt das Selbstbauen aber nicht
wirklich, die habe einen OC Ausgang und einen analogen für Signalstärke,
sind in der Empfindlichkeit einstellbar....
@ wjunky
Wie gesagt: Du kannst es gerne versuchen, aber ich garantiere dir, dass
es nicht funktionieren wird. Das liegt einfach daran, dass die
notwendige Auflösung im unteren µV Bereich liegt. Die übliche Schaltung
wie sie z.B. Christian J. gepostet hat, besteht daher aus Hochpass um
das Offset wegzubekommen (das etwa Faktor 1 Million über dem Nutzsignal
liegt) und dahinter ein Tiefpass um das unnötige Rauschen wieder
wegzubekommen (dass etwa im gleichen Bereich wie das Nutzsignal liegt).
Dabei muss man natürlich noch auf ordentliche Massefürhung usw. achten.
Ich habe meine Schaltung am Ende in ein Metallgehäuse eingebaut, da
trotz sauberer Masseführung die Schaltung bei jedem Lichteinschalten auf
die Störungen beim Schalten reagiert hat.
Erstmal Danke an Axel und Harald!
@Axel: weißt du, was das Panasonic Teil kostet und wo man es in
kleineren Mengen beziehen kann?
Das ist genau was ich gesucht habe. Falls es solche Pyros (also mit
integrierter Verstärkerschaltung) für weniger Geld auch weniger
miniaturisiert gibt, wäre das noch besser :D
Danke an alle für das viele Feedback!
Gibt es sowas denn auch in billiger?
Es muss nicht so stark miniaturisiert sein. Ich glaube ich werde wohl am
ehesten einen ganz billigen Fertig-Melder ausschlachten...
Vielen Dank auf jeden Fall!
Alleine schon die Wahl des Operationsverstärkers sagt, dass du eindeutig
zu wenig Ahnung hast. Das ist ein HF OP mit ansonsten miserablen Werten.
Ein normaler Standard OP reicht da bei weitem aus, da der benötigte
Frequenzbereich im 1-2 stelligen Hz Bereich liegt.
Wenn du es unbedingt mal ausprobieren willst, bau die Schaltung hier
nach:
http://www.nibis.ni.schule.de/~hsweener/jan16.gif
Achte dabei auch darauf, dass die Bauteile in etwa so angeordnet werden,
wie sie es im Schaltplan sind. Also auf einer Seite die Anschlüsse nach
draußen, und auf der anderen der Sensor und dazwischen die Bauteile nach
Stromverbrauch und Pegel sortiert, so wie im Schaltplan.
OK.
Das Verständnis wächst langsam. Als Informatiker fühle ich mich seltsam
fremd in der Welt der E-Techniker :D
Aber: Muss die Schaltung denn wirklich so komplex sein? Sind denn 4
OpAmps nötig? Reicht denn nicht einer, der die Signale des Pyro-Sensors
so weit verstärkt, dass der AVR mit seinem ADC arbeiten kann. Dann
braucht man doch nur noch die Grundbeschaltung des OpAmps und ggf. einen
Tiefpassfilter. Das ganze soll in ein Metalgehäuse; brauch ich dann den
Tiefpassfilter nicht nur um die Schaltung vor dem µC zu schützen?
wjunky wrote:
> Aber: Muss die Schaltung denn wirklich so komplex sein? Sind denn 4> OpAmps nötig?
4 nicht aber mindestens 2.
> Reicht denn nicht einer, der die Signale des Pyro-Sensors> so weit verstärkt, dass der AVR mit seinem ADC arbeiten kann.
In der Theorie ja, in der Praxis nein.
Das Problem ist u.a. der Offsetfehler des OPs. Du brauchst einen
Verstärkungsfaktor von einigen 1000. Bei rund 1mV Offset macht das einen
Fehler von rund 1V. Daher immer ein wenig verstärken, dann Filtern und
weiter verstärken. Dies ist auch vom Rauschen her besser.
Hier mal eine Application Note wo das ausführlich beschrieben ist.
wjunky wrote:
> Gibt es sowas denn auch in billiger?> Es muss nicht so stark miniaturisiert sein. Ich glaube ich werde wohl am> ehesten einen ganz billigen Fertig-Melder ausschlachten...
Da gibts beim Blauen Claus eine Art Babynachtlicht, mit Dämmerungs- und
PIR-Sensor und gleich drei LEDs dabei. Eignet sich hervorragend zum
Re-Use.
Zoe
Der Blaue Claus ist auch als Conrad Electronic (aka www.conrad.de)
bekannt :-)
Ich habe mir solche Batterienachtlichter als Treppenbeleuchtung geholt,
kosten weniger als 10 Euro (6,95?!?) und funzen so easy daß es schon
fast weh tut. Das "Tuning" daß sie mehr als drei LEDs schalten steht
noch aus, aber es wird erheblich einfacher und zuverlässiger sein als
selber eine OpAmp Schaltung zu pfriemeln.
Conrad kenn ich, aber ich wusste nicht, dass man das Ding auch Blauen
Claus nennt... man lernt nie aus...
Danke für den Tipp. Das Ding kann zwar nur 5m, aber ist schonmal eine
Alternative. Ich werde mir das ganze noch ein paar Tage durch den Kopf
gehen lassen. Sobald ich was vorzuweisen habe, poste ich es hier.
Danke nochmal an alle.