Auf die Gefahr hin darauf hingewiesen zu werden zu Googeln, beginne ich doch diesen Thread um Leuten wie mir Lint etwas näher zu bringen. Prinzipiell bin ich auf Lint gestoßen, da mein Programm immer öfter bei den ungewöhnlichsten Situationen "abstürzt" ist. Nun möchte ich Lint nutzen um damit (wahrscheinlich einige) Bugs aus meinem Code zu verbannen. Leider ist mir noch nicht ganz klar wie Lint benutzt werden kann und zum Probieren fehlt mir im Moment noch der Zugriff auf den Rechner mit der FlexLint Lizenz. Also daher würde mich interessieren wie ich Lint als Kommandozeilenprogramm bedienen kann. Als erst war mir klar, dass ich meine Libs und eigenen Headerfiles einbinden muss. Das sieht glaube ich so aus: -i"/lib /hanswurst" Nun bin ich im Handbuch auf das Kapitel "Compiler Adaption" gestoßen. Bei FlexLint werden schon einige *.lnt Files angeboten z.B. für Borland 5.0 etc. Muss ich hier etwas beachten oder reicht die Datei für "Generic Compilers"? Außerdem ist mir noch nicht ganz klar welche Dateien ich im Programmaufruf mit angeben muss. Reicht hier die main.c? Welche Optionen für Lint bzw. dessen Fehlermeldungen benutzt/empfielt ihr?
> Als erst war mir klar, dass ich meine Libs und eigenen Headerfiles > einbinden muss. Deine Libraries interessieren Lint nicht, denn das arbeitet nur auf Sourcecodeebene. Du solltest alle benutzten *.c und *.h angeben. Mit *.lib, *.a oder *.o kann Lint wie gesagt nichts anfangen.
Achso. Für Files wie stdio.h ist die Option " -i"/lib /hanswurst" " aber schon wichtig, oder? Ansonsten müßte ich ja alle "standart"-Headerfiles extra mit Pfad angeben. Hat jemand einen Tipp zu "Compiler Adaption", oder ist das hier wirklich egal?
> Für Files wie stdio.h ist die Option " -i"/lib /hanswurst" " aber schon > wichtig, oder? Ja. Nur liegen die nicht in /lib, sondern in /inc oder /include. > Ansonsten müßte ich ja alle "standart"-Headerfiles extra > mit Pfad angeben. Das will man auch bei Standard -Headerfiles nicht.
Gast
#866448
Ein Stacktest im Programm wäre da wohl hilfreicher. Wenn der Compiler die entsprechende Option bietet, einschalten. Bei einem Controller den gesamten verfügbaren RAM bei der Initialisierung mit einem 'magic value' beschreiben und im Programm später testen was davon noch übrig ist.
Gast
#866457
Ansonsten gibts auch noch Valgrind (sofern Du Linux benutzen kannst/willst) http://valgrind.org/
madler wrote: > Ansonsten gibts auch noch Valgrind (sofern Du Linux benutzen > kannst/willst) > http://valgrind.org/ In der Doku dazu steht "It works directly with existing executables". Wie kann ich das Tool für c-Files nutzen?
Mir ist jetzt absolut nicht klar, was ein Stacktest bzw. Valgrind mit Lint zu tun haben soll. Lint überprüft den Code statisch auf oft gemacht und beliebte Fehler bzw. Dinge die so vom Standard her nicht gedeckt sind. Valgrind überprüft zur Laufzeit, ob die Speicherzugriffe des Programms koscher sind. Das eine hat mit dem anderen nicht das Geringste zu tun.
Gast
#867205
> Mir ist jetzt absolut nicht klar, was ein Stacktest bzw. Valgrind > mit Lint zu tun haben soll. Nichts, aber mir ist Valgrind auch in den Sinn gekommen, als ich das Ursprungsposting gelesen hab. Schließlich ist dort davon die Rede, daß das "Programm immer öfter bei den ungewöhnlichsten Situationen abstürzt ist", und gerade solche Fehler sind oft ein Fall für einen Memory-Debugger.
Gast
#867737
Also ich benutze jetzt mal zum testen "Splint", da es bereits vorkompiliert in den Ubuntu Packetquellen vorhanden war. Ich habe aus dem Winavr Ordner auf meinem Rechner die Ordner "avr/include" und "lib/gcc/avr/4.2.2/include" in einen Ordner "lib" zusammenkopiert. Damit sollte ich alle nötigen Headerfiles erwischt haben, die für mein Programm nötig sind. Als nächstes führe ich Splint aus mit: splint -I"/media/disk/statische Codeanalyse/lib" main.c Leider bekomme ich Unmengen an Meldungen. Hier ein Beispiel:
1 | |
2 | |
3 | |
4 | |
5 | |
Anscheinend habe ich doch nicht die richtigen Libaries eingebunden, oder irgendwas fehlt?! Kennt sich damit jemand aus?
Gast
#867806
> Ich habe aus dem Winavr Ordner auf meinem Rechner die Ordner > "avr/include" und "lib/gcc/avr/4.2.2/include" in einen Ordner "lib" > zusammenkopiert. Lass mal die Kopiererei sein, und gib die Include-Pfade direkt (mit zwei -I-Optionen) an. Splint scheint bestimmte Header-Files (darunter stdint.h) gar nicht einzulesen, sondern statt dessen die Splint-eigenen Deklarationen in standard.lcd zu verwenden. Wenn nun stdint.h woanders hinkopiert wird, denkt Splint wohl, es handle sich um ein vom Benutzer selbst geschriebenes Header-File, das nur zufälligerweise den gleichen Namen trägt, und bindet es deswegen zusätzlich zu standard.lcd ein, was zum Konflikt führt. Mich wundert zwar es ein wenig, woher Splint weiß, welches das ursprüngliche Verzeichnis der Standard-Header-Files ist, aber auch dafür gibt es sicher eine Erklärung.
Wie kann ich 2 Argumente bei -I angeben? :)
Ok. Ich hab jetzt die beiden Verzeichnisse mit zwei -I"..." angegeben. Leider noch der gleiche Fehler. PS: bei stddef.h mußte ich alle '\' entfernen, damit splint keinen fehler bringt.
Gast
#868295
> Ok. Ich hab jetzt die beiden Verzeichnisse mit zwei -I"..." > angegeben. Ja, so war das auch gemeint. > Leider noch der gleiche Fehler. Du schreibst weiter oben: > Also ich benutze jetzt mal zum testen "Splint", da es bereits > vorkompiliert in den Ubuntu Packetquellen vorhanden war. > > Ich habe aus dem Winavr Ordner auf meinem Rechner die Ordner ... Arbeitest du unter Windows oder Linux? Oder benutzt du unter Linux die AVR-Header-Files auf einer gemounteten Windows-Partition, weil du unter Linux keine AVR-Libc installiert hast? Sollte dies der Fall sein, müsste man noch einmal genauer nachschauen, wann Splint das stdint.h als Standard-Header-File ansieht und es deswegen überspringt. In deinem Fall sieht er es offensichtlich als selbstgeschrieben an und überspringt es nicht, was zum Konflikt mit standard.lcd führt. > bei stddef.h mußte ich alle '\' entfernen, damit splint keinen > fehler bringt. Welche '\' meinst du? Die Fortsetzungszeichen am Zeilenende im Quellcode, z.B. bei den Makrodefinitionen? Wenn ja, solltest du vielleicht die Dateien alle vom DOS-Format ins Unix-Format konvertieren, damit die CR/LFs durch LFs ersetzt werden. Sonst ist aus Unix/Linux-Sicht das '\' evtl. nicht das letzte Zeichen in der Zeile. Meinem Splint ist das zwar egal, aber vielleicht hast du eine andere Version, bei der das nicht so ist.
Hi, Danke schon mal für die Antwort. Ich nutze Ubuntu auf meinem Arbeitsrechner, wobei ich immer noch in einem VMWare Windows meinen Code schreibe und kompiliere. Mit dem '\' meine ich wirklich das Fortsetzungszeichen. Wobei das nur in der stddef.h zu Fehlern führt. Sonst ist es anscheinend nirgends benutzt. Aber zurück zum eigentlichen Problem. Mit -nolib habe ich das "Problem" "beseitigt". Hoffe ich. Es gibt auf jeden Fall keine Meldungen mehr dazu. Jetzt gibts die Meldung:
1 | |
2 | |
3 | |
4 | |
Und davon viele...
Gast
#871434
Also jetzt nutze ich Splint auf Windows. Keine Besserung Ich habe alle Dateien schön zusammengetragen und mittels -I eingebunden. Dann bekomme ich diese Fehlermeldung:
1 | |
2 | |
3 | |
4 | |
5 | |
6 | |
7 | |
8 | |
9 | |
10 | |
11 | |
12 | |
13 | |
14 | |
15 | |
16 | |
17 | |
18 | |
19 | |
20 | |
21 | |
Warum kommt das Tool nicht mal bis zu meinem eigenen Sourcecode? Mich ärgert Lint immer mehr....
Gast
#871447
Jetzt hab ich mal alle interruptsaychen aus dem c-File entfernt und alle Warnings raus. Jetzt steht nur noch
1 | |
2 | |
3 | |
da. Was mir aber auch nicht weiter hilft. Tja. Ich habe mir das schöner vorgestellt.
Gast
#871450
Korrektur: Copy&Paste Fehler. ;) Jetzt hab ich mal alle interruptsaychen aus dem c-File entfernt und alle Warnings raus. Jetzt steht nur noch
1 | |
2 | |
3 | |
4 | |
5 | |
da. Was mir aber auch nicht weiter hilft. Tja. Ich habe mir das schöner vorgestellt.
josefk(_nologin?) wrote: > da. Was mir aber auch nicht weiter hilft. Tja. Ich habe mir das schöner > vorgestellt. Das Problem ist, dass du da das Tool über Systemcode drüberjagst. Der ist aber naturgemäß sowieso meist mit irgendwelchen Gemeinheiten und Besonderheiten gespickt, die allesamt compilerabhängig sind. Ich würde mich darauf konzentrieren, dass du dem Lint Tool die Systemheader entweder vorenthalten kannst, oder in einer speziellen Version unterjubelst, die komplett entschärft sind und praktisch nur noch die Funktionsprotoypen enthalten. Die originalen Systemheader da durchzujagen wird wahrscheinlich sowieso sinnlos sein, weil da Lint an allen Ecken und Enden schreien wird. Und ausserdem interessiert dich ja sowieso nicht, welche Schweinereien Lint da in den Systemheadern entdeckt.
Was genau meinst du damit? Soll ich die Module der WinAVR nicht einbinden? Woher weiß dann Lint z.B. was uint8_t sein soll?
Beitrag "Re: statische Codeanalyse - Wie macht Ihr das?" Erfahrungsgemäß ist das Arbeiten mit Lint ziemlich aufwendig, da der das Gras wachsen hört und man dann erst mal nachsehen muß, was an den Meldungen wirklich dran ist. So nach dem Motto Wasch mir den Pelz , aber mach mich nicht naß funktioniert das leider nicht.
Gast
#1863639
Hallo, auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist, antworte ich mal, ist imo ein interessantes Thema. Als erstes, vielleicht mal die Anleitung lesen? =) Die Fehler "Word after a stylized comment marker does not correspond to a stylized comment." kommen normalerweise daher, dass du irgendwo nen Kommentar der Form /*@... hast und in Splint wird mit /*@ eine Annotation eingefügt aber in deinem Code kommt nach dem @ anscheinend keine gültige Splint Annotation. Als nächstes muss man darauf achten, dass Splint nur ANSI-C versteht, d.h. Compilerspezifische Dinge versteht Splint nicht. Ein häufiger Fehler wird z.B. durch ein '@' im Code verursacht. Falls sowas vorkommt sollte man das durch ein #define umgehen.
1 | |
2 | |
3 | |
4 | |
5 | |
Das define _SPLINT_ kann man Splint in der Kommandozeile so mit auf den Weg geben: -D__SPLINT__ Warnungen einfach ausschalten ist übrigens meist der falsche Weg, man sollte verstehen woher sie kommen und dann den Code entsprechend anpassen. Die standard librarys brauchst du nicht extra einbinden, die sind bei Splint in standard.lcd schon drin und werden automatisch geladen.
(Wie) Können Schlüsselwörter ignoriert werden? Zitat übersetzt: __irq Das __irq Schlüsselwort ermöglicht die C oder C++ Funktion als interrupt routine zu nutzen. __irq ist ein Funktionskennzeichner. Er beeinflusst den Typ/die Art der Funktion. Quelle: http://infocenter.arm.com/help/index.jsp?topic=/com.arm.doc.dui0376c/BABICJBC.html Multiposting: Beitrag "Re: Keil µVision Code-Checker"
Ich glaube ich habs jetzt verstanden. Ich habe meine Header Datei wie folgt geändert:
1 | |
2 | |
3 | |
4 | |
5 | |
6 | |
7 | |
Oder optimiert:
1 | |
2 | |
3 | |
4 | |
5 | |
Allerdings ist dann nicht klar ob Splint diese Funktion als Interrupt nutzt, der Sinn von __irq verloren geht. Möglicherweise gibt es alternative Anweisungen um Splint mitzuteilen diese Funktion als Interrupt zu nutzen ist. http://www.cs.virginia.edu/pipermail/splint-discuss/2007-August/001023.html
Christian H. schrieb: > Allerdings ist dann nicht klar ob Splint diese Funktion als Interrupt > nutzt, der Sinn von __irq verloren geht. Das tut er mit Sicherheit. __irq ist kein Standard C Schlüsselwort und Splint wird nichts von Interrupts wissen, weil es die in Standard C ebenfalls nicht gibt. Nochmal: Splint, wie alle Lint, überprüft dein Programm auf Quelltextebene. Es sieht sich sozusagen an, ob "Das Messer speist mit dem U-Boot." den (verschärften) syntaktischen Regeln der deutschen Sprache genügt. Ein deutscher Satz sei etwas das nach der Regel aufgebaut ist Subjekt Verb Objekt "Das Messer" ist das Subjekt. Passt Der Artikel zu Messer muss "das" lauten. Passt ebenfalls "speist" ist das Verb Das Subjekt steht in der 3. Person Singular. Also muss das Verb entsprechend konjugiert sein. 3. Person Singular von "speisen" lautet im Präsens "speist". Passt "mit dem U-Boot" ist das Objekt .. ich spar mir jetzt die Regeln. Du weißt wie es weitergeht. Das ist das was Lint macht. Es sieht sich, schärfer als der Compiler, an, ob du die Regeln eingehalten hast. Und es sieht sich auch beliebte Fehler an, ob du sie gemacht hast, wie zb ein = anstelle eines == in einer If-Bedingung und viele anderen Sachen. Was Lint nicht tut: Es überprüft nicht, ob deine Logik stimmt. Obiger Satz erfüllt perfekt alle Regeln der deutschen Sprache. Trotzdem ist er Unsinn. Daher ist es für Lint auch völlig egal, ob diese Funktion eine Interrupt Funktion ist, oder nicht. Für Lint ist das ganz einfach eine Funktion. Oder sollte es zumindest sein. D.h. an dieser Stelle versteckt man die vom Compiler erzwungene C-Erweiterung, so dass sie Lint nie zu Gesicht bekommt. Wenn man sich allerdings erwartet, dass einem Lint die logischen Fehler in einem Programm sucht, dann hat man mit Zitronen gehandelt.
Antwort schreiben
Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.