Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Akkuschrauber Drehzahlgeber


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von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)



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Hallo zusammen,

habe mal so einen Drehzahlgeber von einem Akkuschrauber durchgemessen 
und einen Plan erstellt.

Leider kann ich nicht ermitteln wohin der Anschluß T geht bzw. 
Source vom N-MOSFET. Eigentlich hätte ich gedacht das er direkt zum 
Minuspol des Akkus geht B-. Aber das Multimeter zeigt selbst im 
20Mohm-Bereich unendlich an.

Ist zufällig jemand hier, der solche Drehzahlgeber entwickelt oder 
zumindest weiß wie die Schaltung richtig aussieht.



Bernd_Stein

von Volker B. (Firma: L-E-A) (vobs)


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Hallo Bernd,

Bernd Stein schrieb:


> Leider kann ich nicht ermitteln wohin der Anschluß T geht bzw.
> Source vom N-MOSFET. Eigentlich hätte ich gedacht das er direkt zum
> Minuspol des Akkus geht B-. Aber das Multimeter zeigt selbst im
> 20Mohm-Bereich unendlich an.

Ich würde jetzt vermuten, dass Du Source und Gate verwechselt hast.
Source sollte auf Batterie-Minus liegen und das Gate von einem 
Pulsweitenmodulator angesteuert werden, der meist aus einem 555 gebildet 
wird.
Der Schalter am Drücker, der in Deiner Zeichnung mit dem Poti verbunden 
ist, stimmt m.E. auch nicht. Das sollte ein Öffner sein, der den Motor 
kurzschließt sobald der Drücker losgelassen wird,

Grüßle,
Volker.

von MaWin (Gast)


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Sind die Teile richtig angeschlossen, oder versuchst du nach Rumbasteln 
es wieder zu verdrahten?
Ich hätte mal erwartet, dass der MOSFET an DSG kommt und der Polwender 
noch mit einer weiteren Leitung angeschlossen werden muss. Allerdings 
ist S verbunden mit B+ merkwürdig.


Im Griff ist aufgebondet auf eine Platine ein NE555 ähnlicher IC der PWM 
erzeugt und über eine Kohleschleifbahn vom Griff gesteuert wird. Drückt 
man den Gruff ganz durch, wird D und S des MOSFET kufzgeschlossen für 
volle Leistung.

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Volker Bosch schrieb:
>
> Ich würde jetzt vermuten, dass Du Source und Gate verwechselt hast.
> Source sollte auf Batterie-Minus liegen und das Gate von einem
> Pulsweitenmodulator angesteuert werden, der meist aus einem 555 gebildet
> wird.
>
Erstmal Danke für die Antwort.

Habe den Drehzahlgeber ( DZG ) aus einem alten Akkuschrauber ausgebaut.
Denke nicht das da irgend etwas falsch verdrahtet ist, da man die 
Strippen nur sehr schlecht herausbekommt ( Federtechnik ). Ich hatte 
schon meine Probleme die Brücke von S nach U2 für das Foto heraus zu 
bekommen.
Habe den DZG auch mit Motor getestet - macht alles was er soll.
>
> Der Schalter am Drücker, der in Deiner Zeichnung mit dem Poti verbunden
> ist, stimmt m.E. auch nicht. Das sollte ein Öffner sein, der den Motor
> kurzschließt sobald der Drücker losgelassen wird,
>
Ja, Poti wird wohl tatsächlich nicht stimmen. Habe mir das so 
ausgedacht, kann aber keinen Widerstandswert zwischen *B+* und G 
ermitteln.
Das Poti ist wohl durch ein IC zu ersetzen.

Der Taster schließt definitiv den Motor nicht kurz. Weder im 
unbetätigten Zustand noch beim Betätigen, das habe nochmals überprüft.


Bernd_Stein

von Helge A. (besupreme)


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Die Getriebe sind so schlecht, daß man meist keine Motorbremse braucht.

Allerdings haben die Regler meist noch einen Schleifer, der die 
Schaltung mit dem Akku verbindet. Damit läßt sich das Ding dann 
wenigstens auskriegen, wenn der Regler spinnt. Das erklärt vielleicht 
den Anschluß "T".

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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MaWin schrieb:
> Sind die Teile richtig angeschlossen, oder versuchst du nach Rumbasteln
> es wieder zu verdrahten?
>
Auch Dir erstmal Danke.

Zu Teile richtig angeschlossen, lese ersten Beitrag an Volker Bosch.
Habe auch noch einen älteren Bosch Akkuschrauber da rumliegen,
den sollte ich evtl. auch noch auseinandernehmen, da kann Volker 
vielleicht was genaueres zu sagen ;-)
>
> Ich hätte mal erwartet, dass der MOSFET an DSG kommt und der Polwender
> noch mit einer weiteren Leitung angeschlossen werden muss. Allerdings
> ist S verbunden mit B+ merkwürdig.
>
Ich werde wohl noch die anderen Akkuschrauber auseinandernehmen,
denn GDS scheinen ja wirklich die gedachten Anschlüsse für den MOSFET zu 
sein.
Der Akkuschrauber ist ein Meister CRAFT ( MAS 120C ) aus dem Jahr 1999.
>
> Im Griff ist aufgebondet auf eine Platine ein NE555 ähnlicher IC der PWM
> erzeugt und über eine Kohleschleifbahn vom Griff gesteuert wird. Drückt
> man den Gruff ganz durch, wird D und S des MOSFET kufzgeschlossen für
> volle Leistung.
>
Tätsächlich wird D und S des MOSFET minimal vor erreichen des ganz 
durchgedrückten Zustands gebrückt. Seltsamerweise ist dann aber beim 
ganz druchgedrückten Zustand wieder eine Unterbrechung vorhanden.

Der Taster brückt jedoch ganz zuverlässig wie eingezeichnet die 
Verbindung D nach B- im ganz durchgedrückten Zustand.

Jetzt stellt sich mir noch die Frage wie ist der IC mit seinen 
Versorgungspins angeschlossen ?
Wenn der Taster nicht betätigt ist, fließt auch kein mit meinem 
Multimeter messbarer Strom.


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Habe gerade gesehen, das man auf dem Foto die Bezeichnungen nicht gut 
lesen kann.

Also von links nach rechts :

B-, G, *B+* mit interner Brücke nach S, T, D mit interner 
Brücke nach M1.

Schwarz, Blau, Weiß, Schwarz, Schwarz, Gelb, Weiß.


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)



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Hallo,

habe noch zwei weitere Akkuschrauber auseinander genommen.
Links einen von Einhell, wo ich wohl den DZG mal komplett öffnen werde, 
da er keine Buchstaben als Klemmbezeichnung nutzt sondern nur Zahlen von 
1 bis 7. MOSFET von links nach rechts GDS ( gn, ws, sw ).
DZG Hersteller ist ETN, wenn ich es richtig interprediere.
CORDLESS SPEED
CONTROL / .474
7.2 / 9.6 VDC 8A


Rechts ist von Bosch PSR 96. Das Baujahr weiß ich nicht.
DZG Hersteller ist MARQUARD
Bezeichnung : 2703.8418
20A / 12VDC
2 607 200 418
S27.10.01


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)



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Habe nun mal zwei Drehzahlgeber ( DZG ) auseinander genommen.
Der Eine ist mir gleich um die Ohren geflogen, wegen der Federn die da 
verbaut sind. Es handelt sich um den Linken im oberen Posting. Er 
basiert auf einem NE555, wie WaMin es schon schrieb.

Der Andere ist der vom ersten Postting. Er arbeitet mit einem 4069 das 
SOT-23 Gehäuse ist nicht Beschriftet. Das Metallplätchen liegt auf dem 
Foto nicht richtig - dieser Zacken bzw. Pin, Spitze muß anders herum. 
Das heißt die Linke Kontaktfläche machte entweder eine Verbindung mit 
dem ersten Kontaktstück und beim weiterdrücken mit dem zweiten 
Kontaktstück. Also nicht zwischen beiden Kontaktstücken, sondern immer 
zu dieser Kontaktfläche.


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)



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Bei dem Anschluß T scheint es sich um das allgemeine Ground bzw. Masse 
Symbol zu handeln. Habe das " Übersichtsbild " des Drehzahlstellers 
dementsprechend geändert.

Außerdem habe ich mal die Elektronik des Drehzahlstellers genauer unter 
die Lupe genommen, genauso wie seine Mechanik. Die Mechanikkontakte 
schaffen zuerst eine Unterbrechung von dem Akku Minuspol zur Elektronik 
sowie zum MOSFET Sourceanschluß. Nach leichter Betätigung wird die 
Masseverbindung zur Elektronik sowie zum Sourceanschluß des MOSFETs 
geschaffen. Das heißt der Akku wird nicht belastet solange der Taster 
nicht betätigt wird. Es wird also kein Strom vom Akku gezogen, wenn der 
Akkuschrauber rumliegt.
Wenn der Taster ganz durchgedrückt ist, wird der MOSFET Überbrückt.


Die Elektronik dürfte eine PWM in Abhängigkeit des Betätigungsgrades des 
Tasters erzeugen.

Nur frage ich mich was macht das SOT-23 Bauteil ?


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)



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Hier mal Fotos vom Maktia Drehzahlsteller.

Und hat denn wirklich keiner eine Ahnung was das SOT-23 Bauteil für eine 
Funktion im Elektronikplan_109.jpg haben könnte ?

Bernd_Stein

von Anja (Gast)


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Bernd Stein schrieb:
> Und hat denn wirklich keiner eine Ahnung was das SOT-23 Bauteil für eine
> Funktion im Elektronikplan_109.jpg haben könnte ?

Doppeldiode BAV99?

Gruß Anja

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Anja schrieb:
>
> Doppeldiode BAV99?
>
Danke,

Lady Anja ( Anspielung auf Lady Adda http://www.ladyada.net/ )

Hm, nun muss ich rätseln was die beiden Dioden in Reihe zu dem 
Spannungsteiler sollen. Vielleicht bau ich mal die Schaltung nach
( aber ohne BAV99 sondern mit 1N4148 ) und dann Dioden raus und 
Akkuspannung an den Spannungsteiler.

Mal sehen wie sich die Schaltung dann verhält.


Bernd_Stein

von Anja (Gast)


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Bernd Stein schrieb:
> Hm, nun muss ich rätseln was die beiden Dioden in Reihe zu dem
> Spannungsteiler sollen.

Noch nie eine (NE555, ICL038) Schaltung zum Einstellen des 
Tastverhältnisses gesehen?

Gruß Anja

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Anja schrieb:
>
> Noch nie eine (NE555, ICL038) Schaltung zum Einstellen des
> Tastverhältnisses gesehen?
>
Vielleicht schon, dann aber mit anderen Augen.

Habe die Schaltung mal nachgebaut - allerdings mit einem 4049 und ließ 
die nicht benutzten Gatter einfach unbeschaltet. Zudem war ich 
überrascht das die Anschlüsse 1 und 16 vom IC keine Verbindung 
untereinander haben, da sie doch beide für die positive 
Spannungsversorgung gedacht sind.

Leider hat mein Analoges 20Mhz Oszi von VOLTCRAFT versagt, so das ich 
nur ein Foto machen konnte. Deshalb wäre es schön, wenn jemand hierzu 
eine fundierte Antwort parat hätte :

Beitrag "Re: Voltcraft DSO-1062D"



Bernd_Stein

von Anja (Gast)


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Bernd Stein schrieb:
> Zudem war ich
> überrascht das die Anschlüsse 1 und 16 vom IC keine Verbindung
> untereinander haben, da sie doch beide für die positive
> Spannungsversorgung gedacht sind.

Da verwechseltst Du was beim 4049 ist PIN 16 + 13 NC.
Du meinst wahrscheinlich den 4009 (down) level shifter der 2 unabhängige 
Versorgungsspannungen für die Pegelwandlung hat.

Gruß Anja

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Anja schrieb:
> Bernd Stein schrieb:
>
> Da verwechseltst Du was beim 4049 ist PIN 16 + 13 NC.
> Du meinst wahrscheinlich den 4009 (down) level shifter der 2 unabhängige
> Versorgungsspannungen für die Pegelwandlung hat.
>
Habe dank Deiner Informationen die Halbleiter Anschluss-Tabelle von 
Alfred Härtl in der 9.Auflage korrigiert.

Hatte vergessen, das Oszibild mit Werten zu versehen - will dies jetzt 
nachholen.

Frequenz  =   ca. 156Hz
Amplitude =   ca. 5,4V
Pulsdauer =   ca. 0,6ms
Pausendauer = ca. 5,6ms

Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Bernd Stein schrieb:
>
> Leider hat mein Analoges 20Mhz Oszi von VOLTCRAFT versagt, so das ich
> nur ein Foto machen konnte. Deshalb wäre es schön, wenn jemand hierzu
> eine fundierte Antwort parat hätte :
>
> Beitrag "Re: Voltcraft DSO-1062D"
>
Habe mir jetzt das VOLTCRAFT DSO-1062D geholt.

Welch eine schöne Sache mit den Vermessen der Signale und dem Erstellen 
von Screenshots ( USB-Stick rein, Knöpfchen SAVE TO USB drücken und nach 
ein paar Sekunden fertig )

Die Sreenshots zeigen die Endanschläge des Potis bei der oben 
beschriebenen Schaltung mit dem 4049.


Bernd_Stein

von Sören (Gast)


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Hallo Bernd,
spannender Beitrag!

Eine Frage hast Du den DZG vom Bosch zerstörungsfrei aufbekommen?
Wollte ich auch schon machen, aber mich schreckt der Kühlkörper ab.

Gruß Sören

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Sören schrieb:
> Hallo Bernd,
> spannender Beitrag!
>
Danke.

>
> Eine Frage hast Du den DZG vom Bosch zerstörungsfrei aufbekommen?
> Wollte ich auch schon machen, aber mich schreckt der Kühlkörper ab.
>
Nein, diesen habe ich samt Motor so belassen.

Hatte mal einen von einer KRESS Bohrmaschine aufgesägt und wollte diesen 
dann wieder mit Sekundenkleber verschließen. Leider verklebte der 
Sekundenkleber auch den Drücker. Also => Schrott.


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Da hat sich noch jemand mit beschäftigt :

http://www.elektronik-labor.de/Labortagebuch/Tagebuch0611.html#pwm


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)


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Ach übrigens, der Drehzahlsteller ( DZS ) der im Makita 6260D verbaut 
ist soll auch im

6270D
6280D

8270D
8280D

verbaut sein und läßt sich übrigens gut öffnen.
Der Pluspol wird auf der Platine ( gelb umkreist ) erst durch betätigen 
des DZS an diesen Lötpunkt weitergeschaltet.


Bernd_Stein

von Bernd S. (Firma: Anscheinend Corner-Cases ;-)) (bernd_stein)



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Sören schrieb:
> Eine Frage hast Du den DZG vom Bosch zerstörungsfrei aufbekommen?
> Wollte ich auch schon machen, aber mich schreckt der Kühlkörper ab.
>
Den Kühlkörper abzubekommen ist das geringste Problem. Allerdings weiß 
ich nicht wie es nach dem Zusammenbau aussieht, da er mit Wärmeleitpaste 
auf dem MOSFET sitzt und somit nach dem Zusammenbau fest sitzen sollte.

Überaus interessant ist, das es nicht geht ein paar Einzelteile nach dem 
Öffnen zu erhalten, da ein Kontakthalter auf der Rückseite der Platine 
verlötet ist und somit sein Kontakt und dessen Feder mit heraus gezogen 
werden. Beim Zusammenbau muss wohl erst der Kontakthalter abgelötet 
werden und beim Festlöten auf der zugänglichen Seite muß man wohl 
ziemlich " braten " damit das Lötzinn auf der Rückseite so verläuft wie 
man es auf dem Foto sieht.

Zum Zusammenbauen habe ich erstmal keine Lust, auseinander zu bekommen 
war schon fummelig genug, da lobe ich mir doch den Makita DZS
( *D*reh*Z*ahl*S*teller ).


Bernd_Stein

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