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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Gussteile aus 2K-Epoxy/PUR/Polyester


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Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Nachdem das Thema hier

Beitrag "Re: Neues Unterforum: Mechanik u. Gehäuse"

hochgekommen ist, stelle ich das mal so ein, dass alle etwas davon haben 
- und jetzt gibt es ja auch das passende Forum dafür :-)

Das Gießen ist nicht wirklich schwer:

Du baust Dir einen Kasten zur Aufnahme des Silikons - am besten vier
"L", dann bist Du flexibel. Ich habe mir die aus geschäumtem PVC 
zuschneiden lassen und dann mit Schrauben verbunden.

Danach die Vorlage hineinlegen und übergießen. Dabei das Silikon 
langsam gießen, damit es ohne Blaseneinschlüsse in die Ecken fließen 
kann.

Am nächsten Tag (oder früher, das hängt vom Silikon ab) umdrehen und mit
Epoxydharz, Polyester oder PUR ausgießen.
Mit entsprechenden Füllstoffen (z.B. 50% Aluminiumpulver oder 3%
Glasfaser, das im Bild ist allerdings ungefülltes Epoxydharz) erhält man
stoß- oder abriebfeste Teile.

In den Bildern ist ein Modul-1-Zahnrad zu sehen. Da es praktisch keine
Zahnräder gibt, die eine entsprechende Dicke haben, wurden als Modell
einfach zwei gespritzte Kunststoffzahnräder aufeinandergeklebt (das
Modell sieht man im ersten Bild, wenn man genauer hinschaut.)

Wenn man im Zahnrad kleine Silikonstückchen/"Dreck" sieht: das sind die
hauchdünnen Häutchen, die sich zwischen die beiden Zahnräder des Modells
gezwängt haben (die waren zwar abgedreht, aber ein winziger Spalt
bleibt). Beim ersten Guss werden die natürlich mitvergossen und reissen
dann ab. die nächsten Teile sind dann einwandfrei.

Solche (gerade gefüllten) gegossenen Zahnräder sind dann deutlich härter
als gespritzte - und ab drei bis vier Stück auch preiswerter.
Besser spanend bearbeiten lassen sie sich auch noch :-)

Wir haben hier eine offene Form verwendet, weil wir die Zahnräder später
eh noch ab- und den Achsdurchmesser aufdrehen (siehe letztes Bild mit 
dem gewichtsreduzierten fertigen Zahnrad)

Chris D.

P.S.: Wenn als Haltbarkeit für Gießharze 12 Monate angegeben wird:
vergessen. Wir haben hier schon 4 Jahre altes Epoxy/PUR/Polyester ohne
irgendwelche Probleme verarbeitet. Die Gussteile sind von der Shorehärte
exakt so wie die "frischen" Teile. (normale Lagerung bei
Zimmertemperatur)

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Man kann die 2K-Gießmaterialien je nach Anwendung mit entsprechenden 
Füllstoffen versehen, z.B. mit ALuminiumpulver, um die Schlagfestigkeit 
zu erhöhen (bis 60% und mehr! - das senkt auch die Kosten pro Gussteil).
oder man verwendet Glasfasern. Die gibt es bspw. in 1,2,3,6mm um die 
Abriebfestigkeit und generell die Belastbarkeit zu erhöhen. Dabei reicht 
schon 1-5% Glasfaser. Eine andere Möglichkeit wäre das Auslegen der 
Silikonform mit Glasfasersträngen, die dann einfach nur noch übergossen 
werden. PUR eignet sich dafür besonders gut, da das gussfertig die 
Viskosität von Wasser hat, also problemlos zwischen die Fasern kriecht.

Polymerbeton (als Basis für Werkzeugmaschinen) ist z.B. auch so ein
"Verbundmaterial", wobei da die genaue Zusammensetzung (Größe, Art,
Menge der Zusätze) eine Wissenschaft für sich sind (und sehr
faszinierend). Mit geeigneten Materialien kann man den Beton bspw. so
einstellen, dass er die exakte Wärmedehnung von Stahl hat, so dass man
ohne weitere Spannungen Einlagen aus Stahl bzw. die Aufbauen gestalten
kann. Gleichzeitig ist die Schwingungsdämpfung um Größenordnungen höher.
Ich war mal bei einem Industriekunden, der diese Mischungen herstellt -
man soll nicht meinen, dass man da einfach ein paar Steinchen/Sand mit
ein bißchen Epoxy vermischt ...

Übrigens mache ich auch die Abformungen für hochpräzise Flächen mit
solchen 2K-Verbundharzen: Referenzfläche (z.B. Granitanreißtisch
höchster Planheit) - darauf Backpapier (oder auch hauchdünn Trennwachs)
- dann das Harz (hier gerne eins von Akepox) und dann lässt man mit drei
Auflagepunkten (Schrauben) das Werkstück in das Harz sinken. Das
Ergebnis ist dann eine absolut ebene Fläche z.B. für Linearführungen.
Und das Ganze zum Spottpreis: man benötigt nur eine Firma, die einem für
eine Nacht (z.B. übers WE) einen präzisen Anreißtisch zur Verfügung
stellt). Wir haben so auch schon für Kundenprojekte Doppelführungen mit
einer Planheit/Windschiefe <0,005mm hergestellt (da allerdings auf
poröser Keramik). Da versteht man nicht, dass die Heimwerker sich mit
teuren Aluprofilen usw. rumquälen, um letztendlich CNC-Maschinen zu
bauen, die viel teurer und schlechter als nötig sind.
Abformen einer präzisen Fläche - einfacher geht es kaum.
Müßig zu sagen, dass man sich so natürlich auch leicht selbst präzise
Referenzflächen anfertigen kann: alte Stahlplatte vom Schrott,
Verstrebungen auf einer Seite anschweißen und die andere ins Harz
drücken - fertig. Und schon kann man in Zukunft alles selbst abformen.

Nochmal zu den Zahnrädern:
Als "Laie" muss man aufpassen, dass die eingerührten Materialien sich
nicht während der Aushärtung absetzen, also entweder feinsten
Aluminiumstaub nehmen, oder ein Harz entsprechender Viskosität (wobei
das natürlich wieder die Fließfähigkeit einschränkt) oder eben PUR,
welches dann innerhalb von Minuten aushärtet.

Chris D.

Autor: Der Rächer der Transistormorde (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Wir haben so auch schon für Kundenprojekte Doppelführungen mit
> einer Planheit/Windschiefe <0,005mm hergestellt (da allerdings auf
> poröser Keramik).

Klingt richtig gut, ein paar Fragen zum Verständnis.

Habt ihr die Führungsschienen gegossen (statt Profile zu nehmen)?

Falls ja gleich mit Aufnahme für die Spindeln?

Was ist mit poröser Keramik gemeint und warum ist das wichtig?

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Der Rächer der Transistormorde schrieb:

> Habt ihr die Führungsschienen gegossen (statt Profile zu nehmen)?

Nein, die Profilschienen wird man damit nicht herstellen können, denn an 
die Oberflächenhärte dieser gehärteten Laufbahnen mit der punktuellen 
Belastung durch die Kugeln wird man wohl nicht drankommen.

Man wird auch die Genauigkeit in den Formen nicht haben, da es ja doch 
immer Schrumpfung gibt und Silikon natürlich nicht auf 1/100 stabil ist.

Versucht haben wir das allerdings noch nicht.

> Falls ja gleich mit Aufnahme für die Spindeln?

Das könnte man überlegen, aber generell sind die Gussmethoden z.B. gut 
für die Auflagen der Profilschienen geeignet, die man sonst präzise 
schleifen/hobeln/fräsen müsste - also immer für flächige hohe 
Belastungen.

> Was ist mit poröser Keramik gemeint und warum ist das wichtig?

Das ist nur dann wichtig, wenn es um geringe Wärmedehnung geht (wie in 
dem Projekt). Damals war das Zerodur, also eine Glaskeramik, die 
praktisch keinerlei Wärmedehnung aufweist.

Generell sollte das auch auf Stahl gehen, zumal man ja nur eine sehr 
dünne Harzschicht benötigt - eben so viel, dass die Unebenheiten des 
unbehandelten Blankstahls (Schweißverzug usw.) ausgeglichen wird.

Unsere nächste CNC-Fräse, die gerade im Bau ist, wird auch wieder mit 
dieser Abformtechnik hergestellt, mit Hilfe einer präzise geschliffenen, 
quadratischen Stahlsäule. Wenn es soweit ist, werde ich versuchen an 
Fotos zu denken, dann kann man sich das Prinzip besser vorstellen. Kann 
aber noch bis zum Sommer dauern ...

Chris D.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Ah, was ich bzgl. Führungen vergessen habe:

Natürlich kann man ganz hervorragende Gleitführungen herstellen, indem 
man präzise geschliffene Rundwellen mit solchen 2K-Harzen umgießt 
(vorher aber nicht vergessen, Trennwachs aufzusprühen ;-)

Mischt man dann noch Gleitmittel (Graphit, MoS) in das Harz, so erhält 
man nach der Aushärtung der Blöcke spielfreie Gleitführungen - ebenfalls 
wieder für kleines Geld. Und setzt man vorher noch passende 
Gewindebolzen (im einfachsten Fall Schrauben ...) oder Gewindeeinsätze 
ins Harz, so hat man auch hervorragende Befestigungen.

Chris D.

Autor: Der Rächer der Transistormorde (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Nein, die Profilschienen wird man damit nicht herstellen können, denn an
> die Oberflächenhärte dieser gehärteten Laufbahnen mit der punktuellen
> Belastung durch die Kugeln wird man wohl nicht drankommen.

Bin da jetzt nicht der große Fachmann, sorry falls falsche Begriffe aber
sind das nicht fertige Lager mit Kugeln die quasi auf die Spindeln 
gesteckt werden?

Chris D. schrieb:
> Man wird auch die Genauigkeit in den Formen nicht haben, da es ja doch
> immer Schrumpfung gibt und Silikon natürlich nicht auf 1/100 stabil ist.

Wenn ich mich nicht irre kommt die Präzision aus der Spindel/Lager Kombi 
(Kaufteile um die man wohl nicht herumkommt). Die Schienen dienen  "nur" 
als Halter. Da es beim Gießen immer eine Ebene mit hoher Planarität gibt 
(oder sogar 2 im Winkel) könnte sich da eine preiswerte Möglichkeit 
ergeben.  Ist aber ne Idee, mehr nicht.

Chris D. schrieb:
> Wenn es soweit ist, werde ich versuchen an
> Fotos zu denken, dann kann man sich das Prinzip besser vorstellen.

Klingt gut, viel Erfolg

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Der Rächer der Transistormorde schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Nein, die Profilschienen wird man damit nicht herstellen können, denn an
>> die Oberflächenhärte dieser gehärteten Laufbahnen mit der punktuellen
>> Belastung durch die Kugeln wird man wohl nicht drankommen.
>
> Bin da jetzt nicht der große Fachmann, sorry falls falsche Begriffe aber
> sind das nicht fertige Lager mit Kugeln die quasi auf die Spindeln
> gesteckt werden?

Was Du meinst sind die Kugelgewindespindel und die Kugelumlaufmutter. 
Diese Elemente sind für die Kraftübertragung von Motor zum bewegten Teil 
(Tisch, Frässpindelaufnahme usw.) zuständig.
Die dürfte man wohl auf keinen Fall gießen können.

> Chris D. schrieb:
>> Man wird auch die Genauigkeit in den Formen nicht haben, da es ja doch
>> immer Schrumpfung gibt und Silikon natürlich nicht auf 1/100 stabil ist.
>
> Wenn ich mich nicht irre kommt die Präzision aus der Spindel/Lager Kombi
> (Kaufteile um die man wohl nicht herumkommt). Die Schienen dienen  "nur"
> als Halter. Da es beim Gießen immer eine Ebene mit hoher Planarität gibt
> (oder sogar 2 im Winkel) könnte sich da eine preiswerte Möglichkeit
> ergeben.  Ist aber ne Idee, mehr nicht.

Die Gewindespindeln können nur achsiale Kräfte aufnehmen - für andere 
Kräfte sind die viel zu dünn. Du kannst Kugelgewindemuttern auch immer 
leicht per Hand außerachsial verkanten.
Alle anderen seitlichen Kräfte werden durch die Profilschienen mit den 
Kugelumlaufwagen (oder den Gleitführungen) aufgenommen.

Nicht umsonst haben selbst kleine Kugelumlaufwagen Tragzahlen, die im 
Tonnenbereich liegen. Die benötigt man auch.

> Chris D. schrieb:
>> Wenn es soweit ist, werde ich versuchen an
>> Fotos zu denken, dann kann man sich das Prinzip besser vorstellen.
>
> Klingt gut, viel Erfolg

Danke :-)

Chris D.

Autor: Gerd E. (robberknight)
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Hallo Chris,

danke daß Du Deine Erfahrungen hier beschreibst. Ich finde gießen eine 
Interessante Sache, hab es selber bisher aber noch nicht versucht.

> Danach die Vorlage hineinlegen und übergießen. Dabei das Silikon
> langsam gießen, damit es ohne Blaseneinschlüsse in die Ecken fließen
> kann.
>
> Am nächsten Tag (oder früher, das hängt vom Silikon ab) umdrehen und mit
> Epoxydharz, Polyester oder PUR ausgießen.

Halt, das geht mir zu schnell. Wie bekommst Du die Vorlage da wieder 
raus ohne daß Du die Silikonform kaputt machst?

In Deinem 2. Bild umschließt die dunkelrote Schlonze doch das Zahnrad 
komplett.

Stichst Du dann einen Gießkanal in die Silikonform über die Du dann das 
Harz reingießt?

Hast Du vielleicht ein paar Produkte die Du für den Anfang als 
Formensilikon und dann z.B. als Epoxydharz empfehlen kannst? Also Zeug 
was wirklich taugt und mit dem man nicht schon beim 2. oder 3. mal den 
Spaß dran verliert weil es nicht richtig funktioniert.

Fragen über Fragen...

Gruß,

Gerd

Autor: Gerhard W. (gerhard_w)
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Gerd E. schrieb:
> Hast Du vielleicht ein paar Produkte die Du für den Anfang als
> Formensilikon und dann z.B. als Epoxydharz empfehlen kannst? Also Zeug
> was wirklich taugt und mit dem man nicht schon beim 2. oder 3. mal den
> Spaß dran verliert weil es nicht richtig funktioniert.

Hallo,

Würd mich da auch gern mit in die Fragerunde einklinken. Die Sachen 
sollten vor allem auch für jedermann beschaffbar sein und in vielleicht 
in nicht all zu großen Gebinden.
Was mich auch noch interessieren würde, wäre das Trennmittel der Wahl, 
um auch feine Strukturen abbilden zu können.


Gruß
Gerhard

Autor: Der Rächer der Transistormorde (Gast)
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Gerd E. schrieb:
> Halt, das geht mir zu schnell. Wie bekommst Du die Vorlage da wieder
> raus ohne daß Du die Silikonform kaputt machst?

Dafür ist es eine Silkonform, die ist flexibel und an Silikon haftet 
fast nichts. Seine ist oben offen, also kann man das Zahnrad aus der 
Gummiform rausziehen.

Autor: Der Rächer der Transistormorde (Gast)
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Gerhard W. schrieb:
> Die Sachen
> sollten vor allem auch für jedermann beschaffbar sein und in vielleicht
> in nicht all zu großen Gebinden.

Alles was man braucht (Silikon, Trennmittel Epoxyd ...) gibt es in einem 
Hobbybastelladen (Stichwort:Zinnfiguren gießen). Wenn es professionell 
wird und um größere Gebinde geht: Epoxy PUR wasserklare Gußmassen 
verschiedene Härtegrade und Farben sowie jede Menge Ahnung zum Thema 
haben die Lackwerke Peters.

Autor: Hardy F. (hardyf)
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Hallo Chris,

mit den selbst herstellbaren Gleitlagern hast du mich auf eine Idee 
gebracht.
Das probiere ich mal.

du schreibst

Chris D. schrieb:
> Mischt man dann noch Gleitmittel (Graphit, MoS) in das Harz, so erhält
> man nach der Aushärtung der Blöcke spielfreie Gleitführungen

Ich hab hier Mos-Pulver da, welchen prozentualen Anteil empfiehlst du 
davon dem Harz-Ansatz beizumischen für optimale Gleitfähigkeit ?

Vielen Dank

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Den Schmiermittelanteil würde ich mit maximal 5% ansetzen, wobei 
natürlich niemand einem verbietet, nachträglich zu schmieren :-)

Sehr gut funktioniert auch Teflonpulver.

Zum Händler:
Wir bestellen immer bei Breddermann (www.breddermann-kunstharze.de). 
Dort gibt es eigentlich alles, was man benötigt und die haben auch noch 
reichlich Sonderrezepturen außerhalb des Shops, wenn man spezielle 
Lösungen sucht. PUR-Sachen gibt es wie üblich nur gegen Gewerbenachweis.

Auch gut ist KauPo (www.kaupo.de). Die haben auch viele Beispielfilme, 
sind aber nicht ganz so günstig.

Wie schon von anderen bemerkt war die Zahnradform oben offen, so dass 
man das gegossene Zahnrad problemlos entfernen kann.
Komplizierte Formen erfordern natürlich zwei Halbschalen.

Chris D.

Autor: asdf (Gast)
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Chris D. schrieb:
> PUR-Sachen gibt es wie üblich nur gegen Gewerbenachweis.
Warum das? Ist das Zeug so gefährlich?

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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asdf schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> PUR-Sachen gibt es wie üblich nur gegen Gewerbenachweis.
> Warum das? Ist das Zeug so gefährlich?

Isocyanat (das ist ein Grundbaustein des Kunststoffes Polyurethan) trägt 
jetzt R40 (Verdacht auf krebserzeugende Wirkung) und fällt damit unter 
die ChemV.

Im Klartext heisst das eben: keine Abgabe an Privatpersonen.

Das ist eine der Konsequenzen daraus, dass die Leute es nicht mehr 
lernen, vernünftig und besonnen mit Chemikalien umzugehen, denn Chemie 
ist grundsätzlich BÖSE ;-)

Dass das Wissen über Chemikalien mittlerweile gegen Null strebt, erkennt 
man auch an den Zeitungsberichten von Chemieunglücken und ihren 
Verfassern. Selbst Unterstufenkenntnisse scheinen da nicht (mehr?) 
vorhanden zu sein.

Chris D.

Autor: Stone (Gast)
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Hi Chris,
Danke für die Anleitung.
Erste Idee die mir kam - Gehäuse bauen.
Hast du Erfahrung mit einfachen Gehäuse (Wandstärke 1-2mm).
Also ein Muster fräsen und dann abformen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen PUR, 2-k-Epoxy, Polyester?
Vorteile, Nachteile, Verarbeitung ?
Was würde sich deiner Erfahrung nach am besten für Gehäuse eignen?
Alupulver oder Glasfaser wäre bestimmt nicht verkehrt.

Danke
Gruß Matthias

Autor: Gerd E. (robberknight)
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> Erste Idee die mir kam - Gehäuse bauen.

Das fände ich auch interessant. Ich denke da z.B. an individuelle 
Handgehäuse oder ähnliches was man nicht von der Stange bekommt.

> Hast du Erfahrung mit einfachen Gehäuse (Wandstärke 1-2mm).
> Also ein Muster fräsen und dann abformen.

Da braucht man dann wohl mehrteilige Formen. Aber wie man daß dann in 
der Praxis am besten macht wäre schön von einem mit Erfahrung zu hören.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Hi Matthias,

Stone schrieb:
> Hi Chris,
> Danke für die Anleitung.
> Erste Idee die mir kam - Gehäuse bauen.
> Hast du Erfahrung mit einfachen Gehäuse (Wandstärke 1-2mm).
> Also ein Muster fräsen und dann abformen.

Wir haben schon für Kunden Eurokartengehäuse mit 1,5mm Wandstärke 
gegossen, das geht durchaus. Wichtig dabei ist, dass die Silikonform 
gestützt wird. da sonst die Maßhaltigkeit massiv leidet.
Eine ganz gute Lösung ist ein grob auf die Ausmaße des Modells gebogenes 
Drahgitter (so in Fliegengittergröße, aber etwas fester), das dann mit 
dem Silikon vergossen wird. Um nicht zu viel des doch recht teuren 
Silikons (gutes Silikon kostet >30 Euro/kg) zu benötigen, kann man noch 
eine grobe Außenschale aus PUR gießen, so dass quasi nur deren Überzug 
aus Silikon ist. Da muss man natürlich durch Drahtschlingen etc. dafür 
sorgen, dass sich das Silikon fest verbindet und später auch nur vom 
Werkstück und nicht von der Außenschale löst ... ;-)

> Was ist eigentlich der Unterschied zwischen PUR, 2-k-Epoxy, Polyester?
> Vorteile, Nachteile, Verarbeitung ?

Puh, das ist eine Wissenschaft für sich. Die Materialen überschneiden 
sich je nach gewählter Rezeptur durchaus.

Grob: PUR gibt es flüssig wie Wasser - das ist für feine Werkstücke 
vorteilhaft, preiswert, nur gering temperaturbeständig (80°C), nicht 
ganz so stabil.
Polyester gibt es ganz klar,
Epoxydharz hat meist die besten Shorewerte, ist am 
chemikalienbeständigsten, benötigt aber die meiste Zeit beim Aushärten 
und bei großen Mengen gibt es Probleme wegen der Hitze bei der 
Aushärtung (Selbstbeschleunigung!).

Aber: all diese Dinge kann man in weiten Grenzen beeinflussen, 
insbesondere durch Zuschläge!

Grundsätzlich kann man sagen: je länger die Aushärtung dauert, desto 
härter und robuster wird das Material.

> Was würde sich deiner Erfahrung nach am besten für Gehäuse eignen?
> Alupulver oder Glasfaser wäre bestimmt nicht verkehrt.

Das kommt ganz darauf an. Schön einfärben kann man natürlich auch - das 
gibt zusammen mit Alu einen schönen metalliceffekt :-)

> Danke
> Gruß Matthias

Bitte :-)

Chris D.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Was ich noch vergessen hatte:

Weil nicht jeder eine Fräse hat und sich eh nicht alles per Fräse 
herstellen lässt: man kann mittlerweile auch relativ günstig einen 
3D-Druck herstellen lassen ...

... oder man nimmt guten Industriemodellierton (gibt es bspw. bei 
Kaupo.de) und wird selbst künstlerisch tätig. Man fühlt das Material und 
die Form, lässt seine Fantasie spielen und entwirft mal ein verrücktes 
Gehäuse, das sich vielleicht von selbst in die Hand schmiegt. 
Langweilige Gehäuse gibt es mehr als genug!

Das empfand ich immer als sehr angenehme, weil so ganz andere Arbeit - 
ganz ähnlich wie Handwerkliches (drehen, fräsen, schweißen).

Das kennnen vermutlich viele hier: manchmal muss man weg vom PC und über 
den Tag etwas tun, wo man am Abend ein Ergebnis auf dem Tisch stehen 
sieht und sagen kann: "Jawoll, das hab ich gemacht!".
Man kann das Ding anfassen, es stellt sofort und klar ersichtlich einen 
Wert dar.

Das ist einfach befriedigender als: "Ich habe zwei Bugs beseitigt."

Und das 2K-Gießen hat auch so etwas, ähnlich archaisch wie Metallguss 
oder das Schmieden eines Werkzeugs. Es verschafft einem eine tiefe 
innere Befriedigung :-)

Ok, ich schweife ab ...

Chris D.

Autor: Stone (Gast)
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Danke für die Erläuterungen.
Silikon hab ich noch da. Ist zwar nicht in der 30€ Klasse aber für meine 
Spielerei wird reichen ;).

Ich werde mal Polyester und 2K-Epoxy ausprobieren.

Mit Knete modulieren finde ich ne gute Idee, aber erst mal testen obs 
mim gießen was wird.


Gruß Matthias

Autor: Rolle (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Du baust Dir einen Kasten zur Aufnahme des Silikons - am besten vier
> "L", dann bist Du flexibel. Ich habe mir die aus geschäumtem PVC
> zuschneiden lassen und dann mit Schrauben verbunden.

Wo hast du die weisse "Schalung"  her (Baumarkt?) und wie heißt das 
genau?
Sieht aus wie die weissen Regalbretter die man im Baumarkt überall 
bekommt nur das die aus Pressspan mit aufgeklebtem weissen furnier sind.
Wie heißen die schwarzen Zangen und wo bekommt man die her?

Gibts ne Quelle wie man an PUR Vergussmasse rankommt ohne das man ein 
Gewerbe hat? Natürlich nicht grade Kubikmeterweise, aber so 1-2 Liter 
wären net schlecht wenns da eine quelle gäbe...

Autor: Rolle (Gast)
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Nachtrag:
Irgendwie kann ich mir unter geschäumten PVC grade nichts vorstellen... 
Gibts das Zeug im Hornbach oder Bauhaus?

Autor: herbert (Gast)
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Rolle schrieb:
> Irgendwie kann ich mir unter geschäumten PVC grade nichts vorstellen...
> Gibts das Zeug im Hornbach oder Bauhaus?

Schau mal nach "Hart-PVC"

Autor: Stone (Gast)
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Naja zwischen hart PVC und geschäumten ist schon ein Unterschied, aber 
für den Einsatzzweck ist das völlig egal. Kannst auch Siebdruckplatten 
oder Pressspan nehmen obwohl ich Siebdruckplatten wegen der glatten 
Oberfläche und der höheren Stabilität bevorzugen würde.



Gruß Matthias

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Unser Kunststoffhändler nannte das PVC "geschäumt". Es ist deutlich 
leichter als Hart-PVC, auch preiswerter, hat aber ebenso eine glatte, 
harte Oberfläche - nur innen sieht man die Schäumung.

Natürlich geht auch Plexiglas, PE usw. - das ist vollkommen egal. 
Hauptsache einigermaßen stabil und glatt.

Beim Kunststoffhändler Deines Vertrauens solltest Du Dir die Sachen 
preiswert und genau zuschneiden lassen können. Ich meine, ich hätte 
damals mit Unterlage (auch geschäumtes PVC) 12 Euro bezahlt.

Meist haben die auch eine Restekiste, wo man sehr preiswert gerade 
solche schmalen Streifen mit 10cm bekommen kann.
Einfach mal fragen. Das ist viel günstiger als die überteuerten 
Baumarkt"angebote".

Dann nur noch bohren, ansenken und verschrauben - und Du bist für fast 
alle möglichen Gussformen gerüstet :-)

Chris D.

P.S.: Die Klemmen sind übrigens tatsächlich aus dem Baumarkt (Obi). Ist 
die Hausmarke, ich glaube Lux. Die waren günstig (Stück 1,80 EUR).

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Gerhard W. schrieb:
> Was mich auch noch interessieren würde, wäre das Trennmittel der Wahl,
> um auch feine Strukturen abbilden zu können.

Es gibt Trennwachse in Sprühdosen, aber für solche Zahnräder aus 
Epoxydharz nehmen wir gar nichts. Die kann man durch leichtes Biegen der 
Form problemlos vom Silikon ablösen. Man sieht da durch die 
Lichtbrechung an der Grenzfläche zur Luft sehr schön, wo sich das 
Silikon bereits abgelöst hat und wo man noch etwas "biegen muss". Das 
geht innerhalb weniger Sekunden.

Chris D.

Autor: Guido (Gast)
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PVC-Hartschaum kaufe ich hier:

http://hbholzmaus.eshop.t-online.de/epages/Store7_Shop34800.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/Shop34800/Categories/%22PVC%20Hartschaumplatten%22

Der hat auch einen ebay-Shop, falls jemand das bevorzugt.

Grüße, Guido

Autor: herbert (Gast)
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herbert schrieb:
> Schau mal nach "Hart-PVC"

Sorry ,schimpft sich Hartschaumplatten...

Autor: Stone (Gast)
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Bei dem Shop Modulor hab ich noch ne Gießharz Übersicht gefunden.
Ist ganz Informativ. Die Schrumpfung von Polyester-Gießharz mit 7% ist 
ja erschreckend. Da musst man wohl ordentlich Microballs oder Alu-Pulver 
rein mischen um das zu minimieren.


Gruß Matthias

Autor: Michael S. (technicans)
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Stone schrieb:
> Die Schrumpfung von Polyester-Gießharz mit 7% ist
> ja erschreckend.

Dafür brauchste aber nur ein hunderstel an Härtervolumen
und das wird sich dann auch Kostenmäßig auswirken. Man kann
ja die anderen und wohl teueren Harze nehmen, die schrumpfen
nur wenig oder gar nicht. Hängt eben immer von der Anwendung ab.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Stone schrieb:
> Bei dem Shop Modulor hab ich noch ne Gießharz Übersicht gefunden.
> Ist ganz Informativ. Die Schrumpfung von Polyester-Gießharz mit 7% ist
> ja erschreckend. Da musst man wohl ordentlich Microballs oder Alu-Pulver
> rein mischen um das zu minimieren.

Wie Michael schon schrieb:
Jeder 2K-Werkstoff hat seine Anwendung.

Wenn man es genau braucht, nimmt man eben das passende Epoxydharz. Das 
hat dann gefüllt weniger als 0,1% Schrumpfung.

Und: Polyesterharz ist nicht gleich Polyesterharz. Man kann die 
Eigenschaften in sehr weiten Bereichen einstellen.

Chris D.

Autor: Christopher N. (Firma: app22 UG (haftungsbeschränkt)) (christopher)
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Hallo Zusammen,

was für eine Einrichtung nutzt ihr als Vakuumkammer und welche 
Vakuumpumpe habt ihr im Einsatz?

Viele Grüße,

Christopher

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Christopher N. schrieb:
> Hallo Zusammen,
>
> was für eine Einrichtung nutzt ihr als Vakuumkammer und welche
> Vakuumpumpe habt ihr im Einsatz?

Wir hier: gar keine :-)

(Genauer: wir haben zwar eine Vakuumkammer, aber für andere Zwecke)

Bisher ging das (trotz vieler anderslautender Warnungen) ganz problemlos 
ohne - sowohl beim Silikon als auch bei höherviskosen Harzen.

Allerdings sorgen wir schon beim Eingießen in den Mischbehälter dafür, 
dass sich keine Einschlüsse bilden und dann rühren wir nicht per Spatel 
oder Stab sondern ganz langsam per Magnetrührer, so dass keinerlei Luft 
eingezogen wird.

Wenn man dann noch beim Gießen etwas aufpasst, klappt das wunderbar ohne 
Entlüftung.

Probleme dürfte es geben, wenn man schnellvernetztende Silikone mit 
Topfzeiten von 5 Minuten hat - da ist natürlich keine Zeit für langsame 
Vermischung ...

Chris D.

Autor: Sebastian (Gast)
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Ist das Polyester denn ohne Abzug zu verarbeiten? Ich kann mich 
erinnern, daß Eopxid geruchsarm ist, aber Polyesterharze wirklich 
saumäßig stinken. Oder hat sich daran inzwischen was geändert?

Autor: Stone (Gast)
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Nö, hat sich nix geändert stink immer noch wie Sau.


Gruß Matthias

Autor: Noname (Gast)
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Ich hoffe ich habe das jetzt nicht überlesen, aber:
Was ist das eigentlich für ein Silikon das für die Form verwendet wird? 
Wie heisst es und bekomme ich das auch im Baumarkt?

Autor: Andreas H. (Gast)
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>Was ist das eigentlich für ein Silikon das für die Form verwendet wird?

Zweikomponenten-Silikon für den Formenbau

>Wie heisst es und bekomme ich das auch im Baumarkt?

"Mold Star" hat sich bei mir sehr bewährt, bekommt man aber nur hier:

http://kaupo.de/Produktkatalog/Silikonkautschuk.html

Bei Kaupo gibt es auch jede Menge Information und Videos zur 
Verarbeitung:

http://www.youtube.com/user/KauPoPlankenhorn

Autor: Noname (Gast)
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Dankeschön.

Autor: Klaus W. (mfgkw)
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Chris D. schrieb:
> Das ist eine der Konsequenzen daraus, dass die Leute es nicht mehr
> lernen, vernünftig und besonnen mit Chemikalien umzugehen, denn Chemie
> ist grundsätzlich BÖSE ;-)

Wobei sich natürlich die Frage stellt, wieso man mit Benzin, Zigaretten 
und Korn umgehen kann wie man will :-)

Autor: Georg A. (georga)
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... oder mein Lieblingsbeispiel im Supermarkt friedlich nebeneinander: 
Dan Klorix (blau) und Zitronensäure... Wehe, wenn sie zusammenkommen ;)

Aber das mit PUR ist interessant, hab da von Breddermann wohl noch vor 
dem Verbot was über ebay gekauft. Wenn man mal davon absieht, dass der 
Härter seine Kunststoffflasche schon fast zerfressen hatte, bevor ich 
ihn umgefüllt habe, ist das schon ein tolles Zeug. Wird schnell fest und 
hat trotzdem kaum Schrumpfung. Leider undurchsichtig, aber man kann 
nicht alles haben...

Autor: Andreas H. (Gast)
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>Leider undurchsichtig, aber man kann nicht alles haben...

Gibt's doch auch in glasklar durchsichtig:
http://kaupo.de/Produktkatalog/Glasklares/Crystal-Clear-Serie.html

Autor: Storm (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Was ich noch vergessen hatte:
>
> Weil nicht jeder eine Fräse hat und sich eh nicht alles per Fräse
> herstellen lässt: man kann mittlerweile auch relativ günstig einen
> 3D-Druck herstellen lassen ...

Hi Chris,

hast du da vielleicht eine Adresse, den du empfehlen könntest? Die 
Firmen die ich angeschrieben habe kann man jetzt nicht wirklich als 
"günstig" bezeichnen.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Wir selbst haben noch nichts an so eine Firma abgegeben, aber ich kenne 
das von befreundeten Unternehmen.

"Günstig" muss man natürlich immer relativ zu gefrästen Einzelteilen 
sehen und es ist je nach Technologie und Material natürlich großen 
Schwankungen unterworfen.

"Für nen Zwanziger" wird kaum jemand seinen Drucker anwerfen.

Gängige Preise liegen wohl z.Z. um die 2 Euro pro cm³.

Anbieter und Preise findest Du aber ohne Ende über Tante Google.

Chris D.

Autor: Johannes (Gast)
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www.shapeways.com/

Autor: Sascha L. (schaltungsfuchs)
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Hallo,

ich bin völlig neu in dem Thema und wüßte gerne eure Meinung zu meinem 
Problem.

Meine Aufgabe besteht im Moment darin, für eine Ultraschallanwendung ein 
"Backing" herzustellen. Das besteht i.a. aus mit Wolframpulver 
versetztem Epoxidharz in unterschiedlichen Füllungsgraden (z.B. 25%). 
Der Herstellungsprozess ist aber anscheinend ein wohlgehütetes Geheimnis 
der einzelnen Hersteller.

Ich habe nun folgendes vor:
Ich lasse mir eine Form basteln (aus Alu,Messing oder so)die aus einem 
rechteckigen Behälter und einem T-Stück besteht, ein Bild des 
CAD-Modells hab ich mal angehängt. Der Behälter ist durchsichtig, der 
angedeutete
Bogen ist ein Stück Keramik an das das Backing nachher angegossen werden 
soll.
Ich hänge also das T wie in der Zeichnung in den Behälter und fülle den 
vorsichtig mit Silikon (z.B. Silikon Kautschuk NVE 0,5 Kg). Dann warte 
ich ein paar Stunden bis das Silikon hart ist, und nehme das T raus.
Nun mische ich das Giessharz (z.B. EP-Gießharzsystem E45GA ) mit dem 
Wolframpulver (z.B. Korngröße 2,5-5um).

Hier stellen mir sich noch verschiedene Fragen,
1.) Wie mischen?
  wenn ich nen Magnetrührer nehme, sammelt sich doch warscheinlich 
trotzdem alles unten, oder?
    Wenn ich aber grob mit nem Spatel oder so mische, dann bekomme ich 
Lufteinschlüsse.
2.)  Misch ich das Pulver vor oder nach dem Härter dazu?
3.)  Was heißt eigentlich 25% Pulver (Gewichtsprozent)

Ich platziere dann meine Keramik auf dem Silikon am Boden meines 
Behälters und gieße die Harz/Wolframmischung langsam darüber. Dafür 
müßte ich laut Breddermann 45min. Zeit haben. Dann lass ichs 2 Tage 
stehen und kann
anschließend alles aus dem Silikon holen.

Was haltet ihr davon? Hab ich was grundsätzliches übersehen, oder gibt 
es Stolpersteine über die ein Anfänger (wie ich) schnell stolpert?

Danke schonmal fürs lesen

Autor: MaWin (Gast)
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> Meine Aufgabe

Ein paar Grundlagen:

Wenn eine Firma so was schon baut und man nicht weiss wie, kann man die 
Produkte oder das KnowHow bei der Firma beziehen. Man darf es sowieso 
nicht nachmachen und verkaufen, weil diese Firma wohl Patente darauf 
besitzt.

Wenn man keine Lufteinschlüsse haben will, nimmt man Vakuum.
Dazu ist eine Silikonform ungeeignet

Wenn man einen Magnetrührer nimmt, ist hinterher das Fischchen im 
ausgehärteten Epoxy.

Wozu noch eine Silikonform, wenn man schon eine rechteckige Metallform 
hat ?

25% werden Volumenprozente sein, denn das Gewicht von Wolfram ist 
(absichtlich) hoch, aber du willst doch sowieso ausprobieren, du kannst 
also ein Vergleichsstück wiegen.

Ich habe keine Ahnung, wozu der Stössel oben eine Querstrebe "das T" 
hat.

Epoxyversetztes Metallpulver ist nun wirklich keine Kunst 
http://www.ebay.de/sch/sis.html?_nkw=Knetmetall+Kaltmetall+Epoxy+Knete+80g+2K+Epoxy+Kitt+&_itemId=6064098455

Autor: Sascha L. (schaltungsfuchs)
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Danke für die schnelle Antwort,

Was den Patentschutz angeht, so gilt der meines Wissens nur bei 
kommerzieller Nutzung. Da ich in der Hochschulforschung bin, hab ich da 
keine Probleme.

Das Silikon war dafür gedacht, das Ganze nachher auch unbeschädigt 
wieder aus der Form zu bekommen. Oder klebt das Epoxidharz nicht am 
Metall, bzw. gibts ne bessere Methode?

Das ich nicht während des Aushärtens rühre, war mir schon klar. Es ging 
mir nur um das Untermischen des Wolframs, ohne Luftblasen zu generieren.

Der T-Balken soll dafür sorgen, dass der Stössel nicht auf dem Boden 
steht. Ich also auch Silikon am Boden hab, damit das Harz dort nicht 
festklebt.

Danke für den Tipp mit dem Knetmetall, Ich werd mal ein paar Versuche 
damit machen. Obwohl Wolfram warscheinlich wegen seiner hohen Dichte 
(akustischen Impedanz) benutzt wird.

Autor: Gerd E. (robberknight)
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Sascha Langener schrieb:
> Das Silikon war dafür gedacht, das Ganze nachher auch unbeschädigt
> wieder aus der Form zu bekommen. Oder klebt das Epoxidharz nicht am
> Metall, bzw. gibts ne bessere Methode?

Ja, gibt es: Fette jeder Art. Es gibt auch spezielle Formentrennsprays. 
Oder Backtrennspray.

Autor: Ahmet B. (berber)
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Chris D. schrieb:

> Mischt man dann noch Gleitmittel (Graphit, MoS) in das Harz, so erhält
> man nach der Aushärtung der Blöcke spielfreie Gleitführungen - ebenfalls
> wieder für kleines Geld. Und setzt man vorher noch passende
> Gewindebolzen (im einfachsten Fall Schrauben ...) oder Gewindeeinsätze
> ins Harz, so hat man auch hervorragende Befestigungen.
>
> Chris D.

Hi Chris,

Verstehe ich das richtig:

Man nehme 12mm geschliffene u. gehärtete Wellen
positioniere auf Abstand mithilfe der Alu-Profilnuten (20x60 Nut6)
umrahme die Wellen mit einer Trennung
sprühe Trennspray / oder Wachs
mische und umgieße Epoxydharz + Haerter + %6 Teflonpulver (oder Mos)

Soll ich dann auch mit Schwund rechnen? beim Epoxydharz? im Vergleich zu 
den PUR Harzen sind die EpxH. relativ unempfindlich. Wobei wir bei den 
Linearführungen von 5/1000 sprechen können. Die offenen Seiten der 
Wellen werden im Zusammenbau wieder mithilfe der selben Alu-Profilen 
montiert. Deshalb möchte ich wissen, ob es schrumpfen und klemmen würde. 
oder sind Epoxydharze formstabil (unter berücksichtigung des Additives)

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Sorry für die verspätete Antwort - hatte das nur auf dem Smartphone 
gelesen und bin darüber eingeschlafen ;-)

Ahmet B. schrieb:
> Soll ich dann auch mit Schwund rechnen? beim Epoxydharz? im Vergleich zu
> den PUR Harzen sind die EpxH. relativ unempfindlich.

Jepp, wobei das durch hohen Füllstoffgrad (Glasfasern, Alupulver etc.) 
nochmal besser wird

> Wobei wir bei den Linearführungen von 5/1000 sprechen können.

Ja, die Abformung ist naturgemäß sehr genau, das läuft also "saugend". 
Mehrere Lagen Trennwachs erhöhen das Spiel.

> Die offenen Seiten der
> Wellen werden im Zusammenbau wieder mithilfe der selben Alu-Profilen
> montiert. Deshalb möchte ich wissen, ob es schrumpfen und klemmen würde.
> oder sind Epoxydharze formstabil (unter berücksichtigung des Additives)

Ja, die sind sehr formstabil, wir hatten damit bisher nie Ärger. Mit 
eingegossenen Stahlgewindebuchsen gab es auch noch nie Ärger. Da kann 
man die Schrauben wirklich voll anziehen.

Ich hatte ja auch die bereits gefüllten Harze von Akemi erwähnt. Akepox 
verwenden wir hier sehr oft als genau abgeformte Unterlage für 
Linearschienen. Da schrumpft praktisch nichts. Letztens habe ich mir 
damit den Fuß einer "Fremdlünette" (für 20€ bei ebay-Kleinanzeigen) 
genau auf das Bett meiner Boley abgeformt. Schön eingesprüht, ordentlich 
Harz drauf, Lünettenfuß aufgedrückt und ausgerichtet, abgewartet, 
problemlos gelöst, Seiten abgefräst und Löcher gebohrt, lackiert, 
zusammengeschraubt - fertig ist die neue Lünette für vielleicht 25€ :-)

Für etwas mehr Spiel wollte ich immer mal die Welle/Profile entsprechend 
erhitzen - das sollte funktionieren, aber gemacht habe ich das noch 
nicht.

Ich kann Abformen nur empfehlen - das spart eine Menge Arbeit und führt 
auch ohne Präzisionsmaschinenpark zu exzellenten Ergebnissen.

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: Stephan (Gast)
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In deinem Ausgangspost hattest du ja Zahnräder als Beispiel.
Wie sind denn die Standzeiten eines abgeformten EPOXY-Zahnrades im 
Vergleich zu einem Azetalharz-Zahnrad zu erwarten?

Optimale Abformung (keine Blasen), Füllung 25% Alupulver + 3% Glasfaser 
3mm + 5% Teflon/MoS.
Belastung entsprechend Datenblatt des Azetal-Zahnrads (z.B. Maedler).

Für mich wär grad die Produktion von Stirn-Zahnrädern interessant. Ist 
aber auf die generell teuren Hohlräder übertragbar.

Autor: Achim (Gast)
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Push, mich würde die Antwort auf die Frage auch interessieren.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Stephan schrieb:
> In deinem Ausgangspost hattest du ja Zahnräder als Beispiel.
> Wie sind denn die Standzeiten eines abgeformten EPOXY-Zahnrades im
> Vergleich zu einem Azetalharz-Zahnrad zu erwarten?
>
> Optimale Abformung (keine Blasen), Füllung 25% Alupulver + 3% Glasfaser
> 3mm + 5% Teflon/MoS.
> Belastung entsprechend Datenblatt des Azetal-Zahnrads (z.B. Maedler).

Wir haben keine richtigen Testreihen durchgeführt, aber vom Verhalten 
her kann ich zumindest bestätigen, dass sich unsere aluminiumgefüllten 
Epoxyd-Zahnräder von der Standzeit her insbesondere bei hohen 
Drehmomenten deutlich besser schlugen als Azetalharz-Teile: viel weniger 
Abrieb und vor allem Rissbildung. Man muss nur mal durch gespritzte 
Azetalharzräder hindurchschauen - homogen geht anders.

> Für mich wär grad die Produktion von Stirn-Zahnrädern interessant. Ist
> aber auf die generell teuren Hohlräder übertragbar.

Für uns ging es damals darum, dass wir wirklich dickwandige Zahnräder 
benötigten, die aber mit Spritzguss praktisch nicht lunkerfrei 
herstellbar sind.

Mittlerweile formen wir uns unsere Kunststoff-Zahnräder aber fast alle 
selbst ab - es eilt meist nicht und so groß sind die Stückzahlen pro 
Jahr nicht. Wenn man einmal die Formen hat, ist das ja auch kein großer 
Aufwand - und man hat mechanische fast alle Freiheiten (Härte, Füllung, 
Farbe).

Autor: Stephan (Gast)
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Hört sich gut an. Danke!

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