Datum: 26.08.2004 17:27
Hallo, Conrad hat ja so ein Zeug, mit dem man Leiterplatten verzinnen kann (Best.-Nr. 529338*). Da das Zeug sehr teuer ist, wollte ich mal fragen, ob jmd. Erfahrungen damit hat. Lohnt sich das Zeug denn ? Ich will einfach nur meine Leiterplatten verzinnen, weil das eine große Erleichterung beim Löten von ICs mit Pinabstand <0.6mm ist. Wie bewahrt man das Zeug nach Gebrauch am besten auf und wie lange ist es haltbar ? Gibt es günstigere oder bessere Alternativen ? Hat jmd. vielleicht ein Bild von ner Leiterplatte, die in dem Zeug gelegen hat ? Besten dank für eure Antworten. Viele Grüße Thorsten
Datum: 26.08.2004 20:53
Ich hab gehört dass Sur-Tin ganz gut ist, allerdings ist das Zeug saugiftig und nicht ganz leicht zu handhaben. Früher hatte Conrad mal eine Silbersuppe die ziemlicher Mist gewesen sein soll (hab ich nur gehört!) aber ich weiß nicht ob die jetzt ein anderes Produkt anbieten. Haltbarkeit bei Surtin ist vielleicht ein Jahr wenn Du es dunkel und kühl lagerst. Einzige Alternative die mir einfiele ist galvanische Verzinnung. hab ich schon wie wild nach gegoogelt aber keinen einzigen Hobby-Bastler gefunden der sowas macht und mal drüber schreibt... Ich hab schon gehört dass man mit Silbersalzen (Silbernitrat?) seine Platinen versilbern kann, aber das Zeug ist natürlich sauteuer. Wenn Du das in der Apotheke kaufst kannst Du gleich schonmal 'nen Kredit aufnehmen, also am besten in 'ner Chemikalienhandlung fragen.
Datum: 26.08.2004 20:54
Datum: 26.08.2004 21:28
Na das hört sich ja nicht so gut an: ätzend und giftig...
Datum: 26.08.2004 22:07
Moin Moin, also ich verwende schon lange das Glanzzinn von Conrad ! Ich finde, es funktioniert sehr gut. Wichtig ist nur, 110% fettfrei ! Dafür diesen Politurblock von Seno nehmen und mit Aceton reinigen, dann sofort ins Bad. Nach 10min reichts eigendlich immer. Wenn es nach langer Zeit nichts anlaufen soll, noch Lötlack rüber, sieht dann auch immer nett aus. Siehe auch Muster => http://www.dg7xo.de/selbstbau/at-work_koppleroffen.jpg mfg Oliver
Datum: 26.08.2004 22:14
Hmm, das sieht doch richtig gut aus. Es spricht doch eigentlich nichts dagegen, nur die Hälfte oder ein Viertel von dem Pulver anzurühren, oder ?
Datum: 26.08.2004 22:22
hmm, gute Frage, ich habs komplett gemischt und in solche Schott Labor Flasche abgefüllt. Wichtig ist wohl gutes schütteln und alles komplett in die Schale zu gießen. Sonst gab´s auch mal (Kupfer)flecken .. Hier noch ein Bild: http://www.dg7xo.de/selbstbau/at-work_ATMega16-th.jpg Reichelt hatte es auch mal (kurz) im Programm, jetzt leider nicht mehr. mfg Oliver
Datum: 26.08.2004 22:23
ups, falsche URL, dieses Bild ist etwas größer => http://www.dg7xo.de/selbstbau/at-work_ATMega16.jpg
Datum: 27.08.2004 00:26
hallo, Hier mal eine Platine mit Sur Tin Ich meine sieht doch gut aus!! Mfg Ulrich Radig
Datum: 27.08.2004 08:52
Hallo Uli, das Gefällt mir. Nur wie ich das sehe, muß man das Zeug komplett anrühren. Ich hab dann zwei Liter davon rumstehen, die nach "ein paar Monaten" verfallen sind. Das von Conrad scheint dann besser zu sein, da kann ich auch kleinere Mengen anrühren, denke ich mal. @Oliver: Scheint bei den Leiterbahnen noch das Kupfer durch oder täuscht da das Bild ? Thorsten
Datum: 27.08.2004 08:53
Das Zeugs von Conrad funktioniert recht gut, ist aber zu teuer. Sur Tin ist meiner Meinung nach die bessere Alternative. Vor allem geht es wesentlich schneller. Steffen PS: Da Ulrich anscheinend das falsche Bild angehängt hat im Anhang mal eine mit Sur Tin behandelte Platine.
Datum: 27.08.2004 08:56
@Torsten Ich rühre immer nur die Hälfte des Ganzen an. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten, da das Zeug nicht gerade Gesundheitsfreundlich ist. Daher dabei immer mit Atemschutz und Handschuhen arbeiten! Steffen
Datum: 27.08.2004 10:29
@Thorsten: Das täuscht, Kupfer scheind nur durch, wenn man das Kupfer nicht richtig gereinigt hat (Politurblock) und wenns nicht fettfrei war. Das andere Zeug scheind aber nicht gerade Wohnungstauglich zu sein. Also das Zeug von Conrad ist nicht so kritisch, Handschuhe reichen eigendlich. Zum Glück habe ich im Keller eine Werkstatt, da kann man alles so stehen lassen bis zum nächsten mal (in Flaschen :-). mfg Oliver
Datum: 27.08.2004 13:42
Hallo, So ich hoffe das Foto ist besser immer ein Problem mit dem licht. Also Platine verzinnt mit SURTIN von Bungard. Mfg ulrich
Datum: 27.08.2004 14:00
Das sieht gut aus, Uli. Sag mal, wenn ich dir mal ne kleine Platine schicke, würdest du die einfach mal reinwerfen ? Ich übernehme natürlich alle entstehenden Kosten. Es ist einfach so, daß ich nicht bereit bin, soviel Geld auszugeben und ich dann später merke, daß das Ergebnis schlecht ist. Thorsten
Datum: 31.08.2004 10:08
Hallo @Uli, Du beschreibst auf Deinen Seiten die "Baumarkt"- Verzinn-Variante.(Tipps & Tricks - Tipp (3) Verzinnen von Platinen!) Wie sieht es damit aus im Vergleich zum SURTIN von Bungard? Kannst Du kurz dazu was sagen? Danke Achim
Datum: 31.08.2004 16:39
@Uli Also wenn ich das richitg verstanden hab, nimmt man nur diese Fittingslötpaste, bestreicht damit die Leiterplatte und ab unter den Fön ? Quasi wie Lötpaste für SMD. Ob das auch funktioniert ? Wäre wirklich genial, zumal bei uns Keller so Fittingslötpaste rumliegt. Ein Bild hast du nicht zufällig davon ? :) Thorsten
Datum: 31.08.2004 16:48
Und noch ne Frage vielleicht. Es gibt folgendes: Rosol 1 S : S-Sn97Ag3 Rosol 3 : S-Sn97Cu3 Welches ist wohl besser geeignet ? Thorsten
Datum: 31.08.2004 18:32
Sn=Zinn, Ag=Silber, Cu=Kupfer? Dann hat die Silber-Variante wahrscheinlich einen kleineren Innenwiderstand als das Cu-Zeugs
Datum: 31.08.2004 18:33
Apropos weiß jemand was Silbernitrat in der Apotheke kostet? Ich frag mich ob man für einmaliges Verzinnen damit nicht sogar billiger wegkommt als mit dem Bungard-Zeugs.
Datum: 01.09.2004 00:02
Silber hat die Eigenschaft zu wandern. Würde ich nicht nehmen. MfG
Datum: 01.09.2004 15:20
Ich konnte es nicht lassen, und hab mal einen schnellen Versuch mit der Lötpaste gemacht. Das Ergebnis ist im Anhang, verwendet habe ich S-Sn97Cu3. Da ich (noch) keinen Heißluftfön habe, mußte halt mal wieder meine Herdplatte herhalten. War halt doch etwas zu warm, ist ein bißchen angekokelt. Jedenfalls scheint die Methode wirklich Potential zu haben. Ich werde mir jetzt mal ein Fön besorgen (wollte ich eh schon immer) und werde auch die Paste etwas verdünnen. Vielleicht kriegt man die Verzinnung gleichmäßiger hin. Mehr folgt in Kürze. Gruß Thorsten
Datum: 01.09.2004 17:41
Hallo! Ich bestücke meine Platinen zur Zeit noch mit "herkömmlichen" Bauteil sprich DIP, und möchte aber in nächster zeit auf smd umsteigen. Ich hab jetz mal versuht, mit Lötpaste was zu machen, aber ich bekomms nicht richtig hin? bei wieviel Grad muss man das machen? Oder ist es besser die Ganze Platine zu verzinnen?
Datum: 01.09.2004 17:42
unter umständen wäre ein zinnbad dafür geeignet...weil eigentlich ist das ja nix anderes wie das hier mit der paste....
Datum: 01.09.2004 17:52
mein problem ist nur - wie mach ich ein zinnbad? also wie krieg ich so viel zinn zum schmelzen?
Datum: 01.09.2004 18:29
darüber grübl ich auch gerade nach.... unter umständen mit ner herdplatte?? ;)
Datum: 01.09.2004 18:41
Wie wollt ihr das mit Flussmittel machen ? Das wird sich auf keinen Fall im Zinnbad halten, muß also vorher auf die Leiterplatte. So ein Zinnbad ist außerdem extrem heiß, ich denke da werden sich die Leiterbahnen ablösen. Thorsten
Datum: 01.09.2004 19:45
Das Problem hatte ich mit einer Platine wo ich versucht hab von Hand die Bahnen mit Lötkolben zu verzinnen; sie kamen dann teilweise runter. Andererseits ist die Hitzeeinwirkung bei der Tauchverzinnung viel kürzer; die Platte wird ja nur ganz kurz reingetaucht... In jedem fall würde ich die mit feinem Sandpapiert glänzend polieren damit das Zinn sofort hält; das geht bestimmt besser als die Oxidschicht chemisch zu bekämpfen.
Datum: 01.09.2004 22:32
Erklärung zum Thema "Silber wandert" siehe Anhang. Richtig gut wird es, wenn sich leitende Verbinungen unter Bauelementen (besonders SMD) bilden. Kann mich erinnern, daß in der Lehrwerkstatt Platinen mit dem Lötkolben verzinnt wurden. Kupfer reinigen und anschließend mit Kolophonium, daß in Spiritus gelöst wird, einpinseln. Dann verzinnen und anschließend reinigen. Ich weiß allerdings nicht, ob dies Verfahren sich auch für sehr feine Leiterbahnen eignet. Besser und schneller geht auf jeden Fall "Surtin". MfG
Datum: 01.09.2004 23:39
Das mit der SMD-Lötpaste habe ich auch mal versucht. Das Ergebnis sah ungefähr so aus wie das von Thorsten. Verdünnt habe ich die Paste übrigens mit Spiritus (muss aber nicht bei allen Fabrikaten funktionieren). Wie schon von mehreren gesagt SurTin oder das absolut überteuerte Glanzzinn von Conrad bringen absolut professionelle Ergebnisse. Die Platine von Thorsten sieht ja absolut gut aus aber die Zinnperlen versauen den Eindruck wieder. Gut, das ist für einen Hobbybastler wohl eher nebensächlich. Steffen
Datum: 02.09.2004 11:26
@spok das Silber kann aber nur in feuchtem Kolophonium wandern, und normalerweise ist das Zeug ja trocken! Klar dass es für militärische Bereiche noch zu unsicher ist, aber das sind ja auch Anforderungen die für 'nen Hobbybastler nicht wichtig sind. Das Kolophonium sollte man eh nur zum Löten aufpinseln und danach die Platine mit Spiritus und Zahnbürste gründlich reinigen. Nach dem Trocknen wird das Silber dann schön da bleiben wo's hingehört :)
Datum: 02.09.2004 18:06
M.a.W. in militärischen Geräten wandert Silber und bei Hobbyplatinen nicht. Gerade im Hobbybereich wird das Kolophonium nach dem Löten eher selten entfernt. Bei SMD-Bestückung, und den damit verbundenen geringen Abständen, würde ich auch nicht dafür garantieren, daß es 100% gelingt. Warum also ein Risiko eingehen, wenn es bei Verzinnung gar nicht erst entsteht. Die Frage war: Was ist besser geeignet? MfG
Datum: 02.09.2004 18:09
So, hab jetzt mal mit dem Heißluftfön verzinnt. Im Anhang das Ergebnis, sieht doch nicht schlecht aus. Damit kann man arbeiten... Die Zinnperlen bei meinem ersten Versuch sind entstanden, weil die Temperatur zu hoch war. Dadurch schlug die Lötpaste blasen, und diese wiederum ergaben die Zinnperlen. Im Prinzip klappt das wirklich gut: Leiterplatte dick einschmieren, Heißluftpistole (300 Grad) dicht drauf halten. Wenn die ersten Blasen kommen, schnell wieder Entfernung zur leiterplatte vergrößern. Das ganze so lange machen, bis die Paste nahezu eingetrocknet ist. Anshließend gut reinigen. Sollte noch das blanke Kupfer zu sehen sein, Vorgang einfach wiederholen. Ich benutze übrigens das Produkt Degufit 3000 (S-Sn97Cu3). Ich werde aber auf jeden Fall ein anderes kaufen, denn das jetzige enthält Zinkchlorid. Das Zeug ist nicht gerade gesund und stinkt extrem beim erhitzen. Es gibt uumweltfreundliche zinkchloridfreie Paste. So, dann viel Spaß beim ausprobieren :) Thorsten
Datum: 02.09.2004 20:17
"M.a.W. in militärischen Geräten wandert Silber und bei Hobbyplatinen nicht." Lies meinen Beitrag nochmal falls Du es nicht verstanden haben solltest! Im militärischen Bereich stürzt wegen so einem Mist eventuelle ein 15 Mio. Dollar teurer Jet vom Himmel, beim Hobbybastler verreckt vielleicht 'ne Platine mit Bauteilen für 10 Euro - mit dem Risiko kann ich pesönlich leben. Mir ist immer noch nicht klar wo das Problem ist solange die Platine nicht feucht wird. Ne Platine die in einem Kampfjet oder Panzer sitzt muß sicherlich auch dann funktionieren wenn sie feucht wird (Kondenswasser z.B.), mein selbstgebauter MP3-Player muß das nicht... "Warum also ein Risiko eingehen, wenn es bei Verzinnung gar nicht erst entsteht. " Weil ich bei der Verzinnung 30 Euro berappen muß für ein Zeugs was nach 1 Jahr sowieso nicht mehr zu gebrauchen muß. Silbernitrat kriegt man in jeder Apotheke, und zwar in den Mengen die man gerade braucht.
Datum: 02.09.2004 20:26
> Ne Platine die in einem Kampfjet oder Panzer sitzt > muß sicherlich auch dann funktionieren wenn sie feucht wird Stimmt, deshalb sind Leiterbahnen von Platinen des Geschützregelsystems des Kampfpanzers Leopard II durchweg vergoldet. Thorsten
Datum: 02.09.2004 20:31
Wie funktioniert das eigentlich mit dem Silbernitrat ?
Datum: 03.09.2004 07:19
@Torsten Ist ja astrein geworden. Ich glaube ich muss das doch noch mal austesten.
Datum: 03.09.2004 09:18
So siehts aus, wenn die Blasenbildung zuschlägt.
Datum: 03.09.2004 10:51
Ich habe mal etwas über die Silbernitratmethode recherchiert und die sogenannte Anreibeversilberung gefunden. Dazu mischt man im Verhältnis 1:1 Silbernitrat und Natriumchlorid (Kochsalz ?) zusammen mit etwas Wasser zu einer Paste. Diese trägt man auf die Kupferflächen auf, vereibt es und spült dann anschließend gut ab. Ich frage mich, ob das gut funktioniert und vor allem, ob es rentabel ist. Falls es jmd. interessiert, 10g Silbernitrat kostet in der Apotheke zwischen 10 und 16 Euro. Preisvergleich lohnt also, außerdem ist das Zeug tagespreisabhängig. Normalerweise ist es verschreibungs-pflichtig, wenn man aber sagt, wofür es benötigt wird, bekommt man es auch so; seltsam... Gruß Thorsten
Datum: 03.09.2004 12:44
Versilbern von unendlen Metallen wie Kupfer ist kein Problem, man muß die Oberfläche aber erst mit Aceton fettfrei machen und dann mit feinem Sandpapier polieren bis die Oxidschicht entfernt ist. Ob das mit der Kochsalz-Mischung so eine gute Idee ist weiß ich allerdings nicht. Das Problem mit Silbernitrat ist dass die Versilberung sehr schnell geht, was normalerweise nicht erwünscht ist. Für eine gleichmäßige Versilberung wo das Kupfer wirklich überall bedeckt wird muß man die Reaktion daher verlangsamen. Eventuell reicht es dazu schon wenn man eine sehr verdünnte Lösung anrührt in die man evtl noch Kochsalz löst. Bei der Paste könnte ich mir vorstellen dass es eine ziemliche Verschwendung ist, denn den größten Teil reibt man ja später wieder ab. Ob man das so hinkriegt dass man das überschüssige Zeug noch retten kann weiß ich nicht. Eine Lösung wo man die Platinen eintaucht wäre sicherlich praktischer. Die Haltbarkeit von Silbernitrat ist übrigens sehr gut, wenn man auf 2 Dinge achtet: Das Zeug sollte kein Licht abbekommen, und es darf kein Staub oder Dreck ins Glas kommen, weil das Nitrat sonst reduziert wird und metallisches Silber entsteht. Ich werd mir jedenfalls mal 1-2 Gramm in der Apotheke besorgen, das reicht bestimmt für viele Platinen.
Datum: 03.09.2004 12:48
Achja sei noch erwähnt dass bei uns zuhause mal ein Glas mit Silbernitrat rumstand (uralt, irgendwann mal zu Studiumszwecken besorgt), welches sich durch Licht und Schmutz komplett in metallisches Silber umgewandelt hatte. Also auf Sauberkeit achten! Die Lichtempfindlichkeit kommt meines Wissens erst dadurch dass man es mit organischen Materialien vermischt.
Datum: 03.09.2004 13:26
also bei uns in der schule hab die das mit silbersud gemacht... ka was das genau sein soll und wo mans herbekommst...steht sicher ein jahr oder länger offen herum...platine rein...10sec später is sie versilbert... noch etwas länger drinnen lassen perfekt ;) nur bin ich jetzt kein schüler mehr von der anstalt...aber ich werd mal nachfragen wenn das bei uns wieder losgeht mit schule ;) 73 de oe6jwf / hans
Datum: 06.09.2004 19:46
Das mit dem Silbernitrat lass ich mal, zu teuer, zu aufwendig, zu unsicher. Die Silberschicht ist wohl extrem dünn und empfindlich. Die Lötpastenmethode ist für meine Zwecke am besten. Eine Investition von EUR 10 reicht ewig, wenn man eine Heißluftgerät hat. Das funktioniert auch zuverlässig, und lässt sich absolut genial löten :) :) Aber dennoch, wenn jmd. mal was versilbert hat, bitte eine Foto oder Scan machen. Wäre wirklich neugierig. Thorsten
Datum: 06.09.2004 22:43
Noch einen kleinen (wenn auch schon alten) Trick zum Säubern der Platinen. Im Sanitärfachhandel (evtl. auch in manchen Baumärkten) gibt es ein Reinigungsflies für Kupferrohre. So wie es aussieht ist das irgendein Glasflies. Das eignet sich absolut zum Reinigen der Platinen. Die Ergebnisse sind mit dem Poliblock (so ne Art Schleif-Radiergummi, gibt es unter anderem auch beim großen C) vergleichbar. Geht nur wesentlich besser und man hat nur Kupferstaub. Steffen
Datum: 06.09.2004 22:58
Sollte das mit einem normalen Radiergummi eigentlich nicht auch gehen? Ggf. bei den klassischen blau-roten halt die blaue, haertere Seite nehmen.. :-?
Datum: 07.09.2004 08:53
Es muß jedenfalls etwas sein, was keine Kratzer verursacht. Ich hab es einmal mit Stahlwolle probiert. Nach dem Verzinnen sind das so sch... aus.
Datum: 07.09.2004 09:39
@Torsten Das Reinigungsflies verursacht "leichte" Kratzer, die aber optisch nicht stören. Wichtig ist nur, dass man beim Reinigen das Flies nur in einer Richtung hin und her bewegt und nicht kreuz und quer oder kreisförmig. Das gilt für alle Reinigungsmittel, die mechanisch die Kupferschicht angreifen bzw. reinigen. Die Platine in obigen Bild habe ich auch mit dem Flies gereinigt. @Johannes Mit einem normealen Radiergummi wird es wahrscheinlich nicht gehen, da die Oxidschicht mechanisch recht robust ist. Ohne Schleifpartikel wirst Du die nicht wegbekommen.
Datum: 07.09.2004 09:45
Eine Frage zu dem Poliblock von Conrad: entstehen dabei auch Kratzer ? Thorsten
Datum: 07.09.2004 10:09
Ja, beim Polyblock entstehen auch leichte Kratzer.
Datum: 07.09.2004 11:27
Früher hab ich die Platinen mit billiger Zahnpaste und einem weichen Lappen poliert, hat gut funktioniert. Besonders "Putzi", eine DDR-Kinderzahnpasta für ein paar Pfennige war bestens geeignet :-) Gruß Ingo
Datum: 07.09.2004 13:18
Hab gehört, daß Versilbern auch mit Altfixierbad gehen soll. Hat schon jmd. Erfahrungen damit gemacht ? Rücken die im Fotoladen mal ein Liter davon raus ? Thorsten
Datum: 16.09.2004 16:36
Hallo Leute, wir setzten auf das Conrad Glanzzinn ein. Haben auch keine Probleme beim Mischen. Wir nehmen einen 5l Reservekanister, füllen das ganze Zinn ein, kochen mit einem Wasserkocher 1l Wasser ab und füllen dieses in den Kanister (nicht die Nase in die Nähe - soll nicht so Gesund sein, ist aber geruchslos) und schütteln ganz kräfig anschließend abkühlen lassen da das Zeug erst bei ca. 20° gut funktioniert. Die Platine wird mit dem Poliblock ordentlich gereinigt und anschließend nicht mehr mit den Fingern berührt sondern mit einer Pinzette in das Bad gelegt. Das Bad (Kunststoffschale) ein bisschen in Bewegung halten durch leichtem anheben und senken der Schale. Nach 8-10 Min. ist die Platine fertig. Mit der Pinzette wieder aus dem Bad holen und mit Wasser abspülen und anschließend gut trocknen. Die Mischung ist eigentlich geruchslos und wenn man sie an die Finger bekommt wäscht man sich die Hände und gut. Wir setzten das Glanzzinn seit 10 Jahren ein und haben keine Probleme.
Datum: 16.09.2004 18:30
Wie lange benutzt ihr so ne angesetzte Mischung ?
Datum: 17.09.2004 14:18
Maximal ca. 1/2 Jahr, oder auch früher wenn wir viele Platinen machen die viel Kupferflächen haben.
Datum: 02.01.2005 09:27
Hallo, in einem anderen Thread wurde ich nach Langzeiterfahrungen mit dieser Methode gefragt. Nun ich mache es ja erst seit drei Monaten aber ich bin sehr zufrieden mit der Verzinnung durch Lötpaste. Alle meine Platinen erhalten diese Verzinnung und ich kann es nur empfehlen. Billiger geht es nicht und die Qualität ist ausgezeichnet. Gruß Thorsten
Datum: 02.01.2005 11:33
Hallo Ich verwende auch die Lötpaste und bin sehr zufrieden. 0.5mm pitch smd sind kein problem Gruss Flo
Datum: 03.01.2005 09:00
Ich verwende auch das Glanzzinn. Allerdings reinige ich meine Platine nicht mit Poliblock etc, sondern belichte nach dem Ätzen nochmal die ganze Platine und entwickle dann den restlichen Fotolack weg. Danach ins Verzinnungsbad. Fingerabdrücke sind zu vermeiden! Ich hab festgestellt, dass das leichter und billiger geht als den Fotolack mit Aceton oder Spiritus zu entfernen
Datum: 03.01.2005 12:29
Das mit dem Nachbelichten nach dem aetzen mache ich auch und kann es sehr empfehlen, zumal man so auch den Schlunz von der unbeschichteten Seite sehr gut abbekommt. Mit Isoprop o.ae. hat das schonmal etwas gedauert.
Datum: 04.01.2005 08:43
Hi @Thorsten, ich will Deinen Versuch mit der Lötpaste mal ausprobieren, hab also gestern im Baumarkt eine Flasche "LUX Fittingslötpaste Nr. 3" gekauft (100ml = 8 Euro schluck). Das ist so eine Flasche mit einem kleinen Pinsel zum Auftragen in der Kappe. Das Zeug sieht silbrig aus und hat eine Konsistenz irgendwo zwischen teigig und breiig ;-) Hast Du das vor dem Auftragen auf die Platine noch verdünnt und wenn ja, womit? Dirk
Datum: 04.01.2005 08:50
Hallo Dirk, die Paste darf nicht verdünnt werden. Einfach mit nem Pinsel auf die Leiterplatte auftragen (nicht zu sparsam sein) und dann den Fön draufhalten. Wie weiter oben schon beschrieben sollte Blasenbildung vermieden werden die entsteht, wenn die Temperatur zu groß wird. Wenn du den Fön drauf hältst, wird die Paste erstmal sehr flüssig und nach 1-3 Minuten trocknet die dann. Jetzt sollte die Verzinnung eigentlich fertig sein. Einfach mit warmem Wasser abspülen und wenn nötig, die ganze Prozedur nochmal. Übrigens: erst verzinnen dann bohren, sonst hat man die Paste in den Löchern hängen. Viel Erfolg. Gruß Thorsten
Datum: 14.02.2005 18:35
Hallo, ich kann das Glanzzinn von Seno auch nur empfehlen! Am besten mal bei Seno anfragen, dann gibts vielleicht eine Musterpackung fertig im 1l - Behälter und nicht dieses ätzende Päckchen von C. Hat bei mir vor ca. 1,5 Jahren geklappt - und die angesetzte Lösung (gleich der ganze Liter auf einmal ansetzten am besten mit dest. Wasser) hielt ca. 1 Jahr durch. Für das Verzinnen wurde dann ein Teil der Lösung in die Schale gegeben... und die gebrauchte Lösung nicht mehr zurück in die 1L - Flasche, sondern seperat gelagert und für die weiteren Platinen verwendet, bis nix mehr ging. Denn die chemische Reaktion beim Verzinnen scheint recht komplex und störanfällig - aber wenn die Platinen wirklich sauber sind und die Zinnlösung noch recht frisch, dann sind die Ergebnisse wirklich hervorragend und mit den chem. Verzinnungen der prof. PCB-Hersteller ebenbürtig. Und wer sich richtig Aufwand machen möchte, der belichtet die geätzte Platine ein zweites mal genaus so, dass nur die Lötpads belichtet werden -> dann wieder entwickeln und ab ins Seno-Zinnbad. So sind nur die Pads verzinnt... und man hat es nachher beim Löten viel einfacher! Viel Glück bei der Beschaffung und dann viel Erfolg! Gruss, Henry
Datum: 03.06.2006 08:20
>Übrigens: erst verzinnen dann bohren, sonst hat
man die Paste in den Löchern hängen.
Nur hat man dann nach dem Bohren, das Problem den Grat
herunterzubekommen.
Schleift man diesen ab, ist auch die Verzinnung futsch.
Wenn man bohrt, dann verzinnt und dann mit einem Pinsel die Platine
von der überschüssigen Paste befreit, bleibt kaum etwas in den
Löchern.
Wenn doch > Druckluft !
Gruß
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