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Forum: Offtopic Tibet-Gefasel?

Autor: Frank Esselbach (Firma Q3) (qualidat)
Datum: 15.05.2008 22:42

Hi,

was ist euere Meinung, wo kommt das plötzliche (geheuchelte) Interesse
für Tibet her? Bitte nicht falsch verstehen: ich will die chinesische
Politik nicht gutheißen oder entschuldigen.
Aber wenn sich "die europäische Politik" und die Amerikaner plötzlich
für Menschenrechte einsetzen, klingeln bei mir alle Alarmglocken.
Dieser Dalai Lama lebt seit Jahrzehnten im Exil und es gibt eine selbst
ernannte "Exilregierung". Ärmlich sehen die nicht aus. Wer sind
eigentlich deren Geldgeber? Wovon finanzieren sich diese Leute?

Als der Lama noch selber am Ruder war, in den Fünfzigern, herrschte in
Tibet ein brutales grottenfinsteres mittelalterliches Regime, mit
öffentlichen Hinrichtungen, Augen ausstechen und Ohren abschneiden. Es
gab Leibeigenschaft. Wer's nicht glaubt, der suche im Online-Archiv von
"Panorama", da gibt es einen "schönen" Beitrag aus den Neunzigern.

Und heute ist er ein kluger und sanfte Friedensengel?

Frank
Autor: Tom (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:11

Eine erste Informationsquelle wäre z.B. die Begründung des
Nobelpreis-Kommittees.
http://nobelprize.org/nobel_prizes/peace/laureates...
Autor: Frank Esselbach (Firma Q3) (qualidat)
Datum: 15.05.2008 23:19

> Eine erste Informationsquelle wäre z.B. die Begründung des
> Nobelpreis-Kommittees.

Naja. Wenn man bedenkt, dass auch Typen wie der Kissinger den
Friedensnobelpreis bekommen haben (wahrscheinlich für die Einfädelung
des Putsches in Chile), ist zumindest Skepsis geboten.

Frank
Autor: Knilch (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:20

Da der Dalai Lama als Bub abgehauen ist, kann er wenig fuer die
Zustaende in den 50ern...
Autor: Tom (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:25

> Typen wie der Kissinger

und der Brandt, und der Mandela, und der Arafat.

Die Auswahl des Peace Nobel Prize Committees ist manchmal etwas
unglücklich gewesen.
Autor: Wabberer (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:31

Wenn ich die Zustande in der Schweiz zwischen den 30ern und den 60ern
bedenke, bin ich auch nicht Stolz. Ueberzaehlige Kinder wurden als Quasi
Sklaven an irgendwelche Leute weggegeben... es waere aus heutiger Sicht
passender gewesen, die Eltern zu verpruegeln bis keine ueberzaehligen
Kinder mehr gekommen waeren.
Autor: D. Lama Fan (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:34

>und der Brandt, und der Mandela, und der Arafat.

>Die Auswahl des Peace Nobel Prize Committees ist manchmal etwas
>unglücklich gewesen.

Warum? Glaubst du die Preisverleiher machen nen schlanken Fuss?

Solange Helmut Kohl den Preis nicht bekommt ist doch alles in Ordnung.

"ish hab'n aba verdient" (raunst es gerade aus der Reha; "Frau Kohl"
steht gerade neben Helmut und küsst ihn tätschelnd auf die Platte;
Helmut freut sich, denn bald ist Hochzeitsnacht ..)
Autor: Jurij G. (jtr)
Datum: 15.05.2008 23:34

Naja in der Schweiz hatten Frauen 1970 ja auch kein Wahlrecht.
Und was in Deutschland vor 60 Jahren war weiß jeder.
Und der Rest war auch nicht besser.
Es ist noch nicht lange her, das war es auch in Europa sehr finster.
Autor: Frank Esselbach (Firma Q3) (qualidat)
Datum: 15.05.2008 23:40

> Da der Dalai Lama als Bub abgehauen ist, kann er wenig fuer die
> Zustaende in den 50ern...

Was heisst hier "Bub"! Der war bei seinem Abgang 1959 bereits 24 Jahre
alt und voll im Amt.

Frank
Autor: Tom (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:41

Gut, noch mal zum der TO-Frage.

Warum sollte man ihn hochjubeln? Um China, dem wichtigen Handelspartner,
eins auszuwischen? Eher nicht.

Oder sollte man ihn anzweifeln? Klar, er ist ein exzellenter Rhetoriker,
und spielt seine Rolle gut. Sein Anliegen ist aber authentisch, und
seine Methoden sind gut, wenn auch momentan ohne Erfolg.
Autor: Wabberer (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:47

Vor 1960 gab es in der Schweiz keine alleine lebenden Frauen. Ein
Wohnung gab es keine. Die wurde nur an Maenner, resp Familien vermietet.
Ein junge Frau wohnte zuhause bis sie verheiratet war. Heisst ab 25 oder
so hat sie irgendeinen geheiratet um nur wegzukommen. Heisst sie lebte
eh immer mit einem Mann zusammen, sei das der Vater, oder der Ehemann.
Undenkbar ? War aber so. Die 68er haben einiges geaendert. Auch in der
Schweiz.
Autor: Knilch (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:51

Mit 24 macht man gerne bei einer Revolution mit, aber eine Revolution
starten ist eine andere Sache. Ich denke vor 24 hat der nicht viel
gemacht.
Autor: Frank Esselbach (Firma Q3) (qualidat)
Datum: 15.05.2008 23:56

Es soll ja auch vorkommen, dass Leute im Laufe eines langen Lebens etwas
lernen und vernünftig werden, das will ich ja garnicht in Abrede
stellen.

Was mich nervt ist weniger der alte Mann selber, sondern das von der
Politik in Auftrag gegebene voksverblödenede Mediengeklingel, ganz nach
Tagesform. Da kann man schon Aversionen entwickeln. Dieses schleimige,
verlogene Journalistenpack (bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen), alles
nur "Hofberichterstatter".

Frank
Autor: Gast (Gast)
Datum: 16.05.2008 00:00

Hallo,
ich bin nicht der Meinung, dass in Tibet vor dem chinesischen Einmarsch
paradiesische Zustände herrschten. Es dürfte ähnlich gewesen sein, wie
in anderen Gottesstaaten. Die Menschen waren nicht frei. Und die Strafen
für Verbrecher waren wohl nicht dem Menschenrechtskatalog entnommen.

Heute regiert die Rote Partei aus Peking. Ergo sind die Menschen in
Tibet immer noch nicht frei. Mehr noch sind die Tibeter nun Menschen
zweiter Klasse nach den Chinesen. Die tibetische Kultur wird
systematisch ausgelöscht, aber die Leute leben nun, manchmal mindestens,
in festen Häusern, wenn auch verschuldet.
Regieren tut ein Stadthalter Pekings, der, wie im Rest von China, quasi
Absolut herrscht, Korrupt und absolutistisch mit Hilfe den Parteikadern.

Aus der Sicht der Tibeter dürfte sich das nicht wesentlich verbessert
haben und statt Hua Raffgiering hätten Sie doch lieber Ihren Dalai Lama
wieder. Dann dürften Sie wenigstens wieder Ihren Glauben leben und stolz
auf Ihr Land sein.

Gruß
Autor: Frank Esselbach (Firma Q3) (qualidat)
Datum: 16.05.2008 00:09

> ich bin nicht der Meinung, dass in Tibet vor dem chinesischen Einmarsch
> paradiesische Zustände herrschten. Es dürfte ähnlich gewesen sein, wie
> in anderen Gottesstaaten. Die Menschen waren nicht frei. Und die Strafen
> für Verbrecher waren wohl nicht dem Menschenrechtskatalog entnommen.

Und wenn der Lama mit seiner Exilregierung zurückkehren könnte, würde es
wahrscheinlich auch wieder so werden.

Ich will nicht bestreiten, dass die Tibeter arm dran sind, aber die
Exil-Heinis sind bestimmt auch keine Lösung.

Frank
Autor: Knilch (Gast)
Datum: 16.05.2008 00:21

Die Exilheinis haben zumindest teilweise in Demokratien gelebt...
(verdammt sind wir doch toll)
Autor: Franz (Gast)
Datum: 16.05.2008 07:49

>was ist euere Meinung, wo kommt das plötzliche (geheuchelte) Interesse
>für Tibet her?

Das Interesse bestand schon sehr lange. Nur wird es derzeit auch in der
Volkspresse breitgetreten und nun erfahren die Unterschichten auch
davon. Es ist wieder eine Sau, die durch das Dorf getrieben wird.

Nokia war gestern. Da hat man sich noch verbrüdert und sozialistische
Freiheitslieder gesungen. Heute interessieren diese bald freigestellten
Arbeitskräfte keine Sau mehr. Man geht zum nächsten Thema über, wo man
zwar auch keine Ahnung hat, es sich aber vortrefflich motzen lässt.

Spätestens nach den olympischen Spielen, ist Tibet aus den Gedanken der
Jungsozialisten verschwunden.

Morgen sind dann die Benzinpreise dran.

Es ist leider so, dass der einfache Bürger sich die Bildung aus der BILD
holt und erst dann über schon lange existierende Konflikte erfährt.
Autor: Zeitungsleser (Gast)
Datum: 16.05.2008 13:57

>Nokia war gestern. Da hat man sich noch verbrüdert und sozialistische
>Freiheitslieder gesungen. Heute interessieren diese bald freigestellten
>Arbeitskräfte keine Sau mehr. Man geht zum nächsten Thema über, wo man
>zwar auch keine Ahnung hat, es sich aber vortrefflich motzen lässt.

>Es ist leider so, dass der einfache Bürger sich die Bildung aus der BILD
>holt und erst dann über schon lange existierende Konflikte erfährt.

dummes überhebliches besserwisserisches Gelaber

Nokia ist den Allermeisten immer noch ein Begriff, aber was sollen die
Leute denn machen? In Sack und Asche gehen?

Wenn alle Sauereien die ständig vorkommen mich 24h und 365T im Jahr
beschäftigen würden, dann könnte ich mein Leben einstellen. Dann käme
ich nämlich zu sonst nichts anderem mehr.

Hauptsache du konntest dein undifferentiertes Sozialisten-Bashing mal
wieder loswerden. Bedient hast DU dich dabei selber der typischen
Blödzeitungs-Verallgemeinerung.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 16.05.2008 22:11

>Nokia ist den Allermeisten immer noch ein Begriff, aber was sollen die
>Leute denn machen? In Sack und Asche gehen?

Was ist mit den Leuten, die gegen Nokia gemotzt haben? Welches Interesse
haben sie an den Arbeitnehmer gehabt? Welches Interesse haben sie noch?
Warum haben sie überhaupt was gesagt, wenn sie nicht weitermachen? Wo
sind die Demos? Wo sind die Großaktionen, bei denen Handys zerstört
werden? Alles vergssen.
Autor: Kernelkompilierer (Gast)
Datum: 17.05.2008 08:41

>Ärmlich sehen die nicht aus.

Wie jetzt? In Tibet wurden Mönche ermodertet, was ist jetzt unklar?
Autor: Zeitungsleser (Gast)
Datum: 17.05.2008 15:57

>Was ist mit den Leuten, die gegen Nokia gemotzt haben?

Was soll mit denen sein? Sie haben ihren Unmut an der Entscheidung
Nokias zum Ausdruck gebracht.

>Welches Interesse
>haben sie an den Arbeitnehmer gehabt?

Das ist doch völlig klar. Sie wollen nicht das man mit Arbeitnehmern so
verfährt wie Nokia das getan hat.

>Welches Interesse haben sie noch?

Vielleicht das es zu keiner Wiederholung derartiger Fälle kommt?

>Warum haben sie überhaupt was gesagt, wenn sie nicht weitermachen? Wo
>sind die Demos? Wo sind die Großaktionen, bei denen Handys zerstört
>werden? Alles vergssen.

Nokia hat das Werk dichtgemacht. Welche Großaktionen sollten jetzt noch
etwas bewirken können? Es ist alles gesagt. Es ist alles getan. Punkt!
Jeder Konsument muss jetzt selber wissen, ob er mit seinem Geld eine
Firma wie Nokia weiterhin unterstützt oder nicht. Für mich ist die Marke
Nokia noch für lange Zeit erledigt und wenn mir einer sein neues Nokia
zeigend vor die Nase hält, dann reagiere ich darauf mit einem
entsprechenden Sprüchlein und einem müden lächeln. That's it.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 17.05.2008 18:29

>Es ist alles gesagt.

Na dann. Dann sag ich es mal mit den Worten von "Die Ärzte"

"Lass die Leute reden, denn wie das immer ist
Solang die Leute reden, machen sie nichts Schlimmeres"
Autor: Zeitungsleser (Gast)
Datum: 17.05.2008 18:55

Warum sollen die Leute auch "was schlimmes" machen? Es genügt sich daran
zu erinnern, wie Nokia mit seinen Arbeitskräften umspringt und
gelegentlich auch ein Wort darüber zu verlieren, z.B. wenn einer mit
seinem "tollen" Nokia prahlt.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 17.05.2008 22:25

>Es genügt sich daran
>zu erinnern, wie Nokia mit seinen Arbeitskräften umspringt und
>gelegentlich auch ein Wort darüber zu verlieren,

und anschließend wieder rülpsend und Bier trinkenden zum nächsten Sender
umzuschalten. Man hat ja sein Ding gemacht, man hat was dagegen gesagt.
Das beruhigt die Seele, man fühlt sich wieder dazugehörend.

Naja, genauso verhalten sich diese Menschen bei politischen
Angelegenheiten. Sie reden darüber, das war's. Entscheiden tun dann
andere.
Autor: Zeitungsleser (Gast)
Datum: 17.05.2008 22:38

Was sollte denn der an der Sache Interessierte deiner Meinung nach tun?
Seinen Lokalpolitiker erschießen? Einen Nokia-Manager abmurksen?

Was erwarten der Herr denn was der "gemeine Pöbel" in Gang setzen
sollte?

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