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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Taktgeber -> FET -> Relais ==> prellt


Autor: UncleSam (Gast)
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Moin zusammen,

ich hab einen Taktgeber der eine niedrige Frequenz ausgibt, ganz 
gemütlich anzusehen. Der Ausgang schaltet max. 200mA. Ich will damit ein 
Relais schalten:

Also hab ich einen FET dazwischen gehängt mit Vorwiderstand der dann das 
Relais schaltet. Funktioniert wunderbar, das Relais zieht sauber an und 
fällt auch wieder so wie es sollte.

Wenn ich jetzt aber an das Relais eine Glühlampe (20W) hänge und als 
Spannungsquelle den gleichen Stromkreis verwende (keine galv. Trennung) 
dann prellt das Relais durchgehend ziemlich stark und die Glühlampe 
fängt ein bischen an zu glimmen. Das Relais muss ja die Last schalten 
können, sind bei 12V ja nur ~ 1.8A

Häng ich nur ne billige 12V LED drann mit paar milli funktioniert alles 
wunderbar.

==> Mein Netzteil kann nicht so schnell nachregeln und wirft dadurch 
erstmal den Taktgeber ausm Takt (durchgehendes prellen), dann bleibt 
natürlich auch nicht mehr viel fürs Relais zum sauber Schalten 
über.....?

Oder wie läuft das? :-)

Danke schonmal

US

Autor: Philipp Burch (philipp_burch)
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Ich würde mal sagen, das Magnetfeld der Relaisspule erzeugt in deiner 
Schaltung eine Spannung, die einen Reset auslöst. Versuchs mal mit 
ordentlich Kapazität ganz nah beim Taktgeber (100n + 10u Keramik und 
100u Elko).

Zeig doch mal Schaltplan und ggf. Layout.

Autor: Magnus Müller (Gast)
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UncleSam wrote:
> ==> Mein Netzteil kann nicht so schnell nachregeln und wirft dadurch

Wieviel Strom kann dein Netzteil Liefern?

Handelt es sich um ein Labornetzteil, Steckernetzteil 
(geregelt/ungeregelt?), Schaltnetzteil, konventionelles Trafonetzteil 
mit Längsregler, oder um was komplett selbst gestricktes?

> Wenn ich jetzt aber an das Relais eine Glühlampe (20W) hänge und als
> Spannungsquelle den gleichen Stromkreis verwende (keine galv. Trennung)
> dann prellt das Relais durchgehend ziemlich stark und die Glühlampe
> fängt ein bischen an zu glimmen. Das Relais muss ja die Last schalten
> können, sind bei 12V ja nur ~ 1.8A

Rein rechnerisch sind es knapp 1,7A. Allerdings zieht eine Glühlampe 
beim Einschalten mehr Strom, als im "normalen Betriebszustand". Wenn du 
eine Halogenglühbirne schalten willst (wovon ich jetzt wirklich ganz 
stark ausgehe!), ist dieser Effekt sehr stark ausgeprägt. Ich habe 
gerade die 20W-Hslogenglühbirne meiner Schreibtischlampe gemessen. Im 
kalten Zustand hat die Glühwendel einen Widerstand von ca. 0,6 Ohm. Das 
heißt, dass im Einschaltmoment ein Spitzenstrom von 20A fließt! Für dein 
Netzteil kommt das einem Kurzschluss gleich.

Gruß,
Magnetus

Autor: Jochen Müller (taschenbuch)
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Sam,

Du könntest das folgendermassen lösen, oder zumindest versuchen:
Von der Netzteilspannung gehst Du erst über einen Widerstand von 
vielleicht 10..100Ohm an den Taktgeber. Nach dem Widerstand kommt ein 
dicker Elko gegen Masse, so 470-1000mfd.

Die Zuleitung zur Lampe über das Relais geht direkt vom Netzteil zum 
Relais, über den Widerstand läuft also NUR der Strom für den Taktgeber 
und die Relaisspule. Man nennt das einen Tiefpass und damit kann man 
solche Störungen wie Du sie hast meist verhindern.


Jochen Müller

Autor: JensG (Gast)
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Er meinte bestimmt 470-1000µF, nicht 470-1000mfd (wäre sicherlich ein 
bißchen groß und unhandlich). Sonst aber ein guter Vorschlag.
Denn generell wird es schon so sein, daß die Glühlampe mit dem 
Einschaltstrom von an die 20A einen extremen Spannungeinbruch in der 
Versorgung verursacht, womit dein Taktgeber offenbar auser Tritt gerät 
und rumspinnt.

Autor: Stephan (Gast)
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Oder ne (Schottky-)Diode statt dem Vorwiderstand zur Entkopplung der 
Versorgung des Taktgebers.

Autor: Oszi40 (Gast)
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Wenn ich ganz oben richtig gelesen habe, schaltet er ohne Glühlmpe 
problemlos und MIT Glühlampe hat er das Problem.

Diagnose: die Glühlampe hat im Einschaltmoment einen bis zu hundertfach 
höheren Einschaltstrom, den sein Netzteil so nicht liefern kann.

Daher bietet meine Glaskugel 4 Möglichkeiten z.B.:
1.Taktgeberspannung stabilisieren (Relais bekommt zu wenig Spannung??)
2.Glühlampe bekommt Vorwiderstand (1-2 Ohm?) zur Strombegrenzug?
3.Glühlampe vorglühen ( Widerstand über Relaiskontakt)
4.Zwei Netzteile benutzen

Übrigens sind Taktgeber manchmal sehr sensibel, was die 
Spannungsversorgung anbetrifft, da sie meist Kondensatoren auf/umladen.

Autor: UncleSam (Gast)
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Hallo und vielen Dank für die Antworten!


>Wieviel Strom kann dein Netzteil Liefern?

> Handelt es sich um ein Labornetzteil, Steckernetzteil
> (geregelt/ungeregelt?), Schaltnetzteil, konventionelles Trafonetzteil
> mit Längsregler, oder um was komplett selbst gestricktes?

Ist ein Labornetzteil, Strom begrenzt auf 2A. Weiter wollt ich nicht 
aufdrehen nachdem das schon nicht so richtig funktioniert hat.

Eigentlich sollte die ganze Schaltung später mal an eine Autobatterie 
geklemmt werden falls das hier von Bedeutung sein sollte.


Die Lösung von Oszi40 mit dem Vorwiderstand an der Lampe gefällt mir am 
besten und ist wohl auch am einfachsten zu realisieren.

2 Netzteile kann ich nicht verwenden weils eben nur eine Autobatterie 
ist :-)

----

Würde es Abhilfe schaffen anstatt einer Glühlampe eine LED zu verwenden?
Da kann man sich dann schön an die Daten halten und entsprechend 
Vorwiderstand einbauen? Oder ist das keine gute Idee bzw. hat den selben 
Effekt?

Danke,

US

Autor: Jochen Müller (taschenbuch)
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Sam,

Mit einer LED wirst Du die Probleme nicht haben, aber warum fragst Du
das? Du hast doch anfangs schon selbst berichtet, dass es mit einer Led
geht...

Nur ist eben eine LED vom Licht her etwas ganz anderes als eine 20W
Lampe, aber wenn die LED reicht, dann nimm sie halt. Nur ist eine LED
und eine 20Watt-Lampe so wie ein Fingerhut gegen einen Eimer, dass kann
man doch nicht vergleichen!

Das mit dem Vorwiderstand an der Lampe ist zwar theoretisch richtig,
macht aber in der Praxis keinen richtigen Sinn. Leider sind nicht immer
die Möglichkeiten die Besten, nur weil es die für Dich einfachsten
sind...

Bedenke mal, dass der ganze Lampenstrom über diesen Vorwiderstand
fliessen muss, und der dann die Leistungsdifferenz verbraten muss. Das
muss dann bei Deiner 20Watt-Lampe ein ganz schöner Brummer sein, der
auch sehr warm wird.

Was ich bei deinem letzten Beitrag absolut nicht verstehe ist folgendes:
Du erwägst da die wildesten und kompliziertesten Ideen, so wie Vorglühen 
der Lampe, 2 Netzteile usw. Aber ein einfaches RC-Glied, was Deine 
Probleme fast mit Sicherheit löst, kommt nicht in Frage?
Wieso nicht, das muss doch einen Grund haben...

Jochen Müller

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

das Einschaltverhalten von Glühlampen kennt man eigentlich schon viel 
länger als es Transistoren gibt...

Strombegrenzung auf einen sinnvollen Wert einstellen, also mindestens 
auf 10A...

Ob 2A oder 10A ändert vermutlich die Abbrenngeschwindigkeit der 
Schaltung bei einem Fehler ohnehin nicht.

Da zu die Schaltung über Diode in der Plusleitung und Stützelko 
entkoppeln und dann sollte es auch am Labornetzteil gehen.

An der Autobatterie sind die Verhältnisse ohnehin anders, da spielen 
höchstens die Zuleitungen eine Rolle, die liefert auch mal kurz 100A 
ohne völlig einzubrechen.

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Jonny Obivan (-geo-)
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Einfach nen dicken Elko zur Stützung der Betriebsspannung drann und das 
Problem ist gelöst --> verstehe die ganze Aufregung nicht ;))

Autor: UncleSam (Gast)
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Moin moin,

danke für die Antworten.

Ich hab jetzt mal 0.1uF zwischen VCC und GND nahe an den Pins des 
Taktgeber Ic's platziert. Es bringt den gewünschten Erfolg. Aber die 
Blinkfrequenz ist leicht angestiegen. Ist in meinem Fall unerheblich 
weils nicht so genau geht, den Grund dafür hätte ich aber doch ganz gern 
gewusst :-)

Danke

US

Autor: Jonny Obivan (-geo-)
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hattest du denn vorher schon einen Kondensator vom VCC Pin des IC nach 
Masse geschaltet? Ohne den spielen die meisten Logic ICs nämlich schnell 
mal verrückt. C am VCC = Plicht ;)). Gut möglich das dein IC nun einfach 
normal arbeitet.

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