Datum: 16.06.2008 14:55
Hallo Leute. Ich möchte demnächst fast nur noch mit SMD arbeiten. Dass immer alles per Hand zu löten hab ich nicht unbedingt die Lust. Habe mich mal ein bisschen schlau gemacht und biun auf die Reflow-Methode gekommen. Möchte mir gern einen Reflow-Ofen bauen. Aber nicht so ein Pizzaofen, da die Temperaturkurven doch nicht so optimal werden. Habe gelesen, dass das mit Infrarot-Strahlern irgendwie geht. Davon habe ich aber keine AHnung. Was nimmt man da für Strahler? Oder ich baue mir einen Ofen mit drei Kammern und herkömmlichen Heizelementen. Ich bitte mal um ein paar Erfahrungen zu diesem Thema. MfG Muecke
Datum: 16.06.2008 16:28
Ich denke hier ist bestimmt für dich was dabei: http://www.elstein.de/elektrische-keramische-flaec... Ich hatte mal einen Ersa Reflowofen, in diesem war so ein Flächenstrahler drin. Ich bin der Meinung er hatte 650 Watt und davon sind 2 Stück pro Heizzone verbaut gewesen. Außerdem war pro Heizone von unten eine Heizplatte mit 2 kW eingebaut.
Datum: 16.06.2008 17:41
> Ich bitte mal um ein paar Erfahrungen zu diesem Thema.
suchfunktion. das gabs hier schon soo oft...
Datum: 16.06.2008 18:06
Infrarot ist nur sehr schlecht geeignet; die Zeiten sind lange vorbei. Im Profibereich werden nur noch Heißluft- und Dampfphasenöfen eingesetzt. Infrarot erwärmt am besten dunkle Stellen (ICs und Transistoren) und am schlechtesten silberne Stellen - die Lötstellen auf die es ankommt.
Datum: 16.06.2008 18:18
Ne Dampfphase wird er sich wohl nicht ins Haus stellen wollen.
Datum: 16.06.2008 18:26
Andreas Z. wrote: > Infrarot ist nur sehr schlecht geeignet; die Zeiten sind lange vorbei. > Im Profibereich werden nur noch Heißluft- und Dampfphasenöfen > eingesetzt. > Infrarot erwärmt am besten dunkle Stellen (ICs und Transistoren) und am > schlechtesten silberne Stellen - die Lötstellen auf die es ankommt. Ja, und was haltet ihr davon zusätzlich zu den normalen Heizstäben in so einem Pizzaofen (oder Infrarotstrahlern) noch mehrere Gebläse einzubauen, für die Konvektion? Also quasi einen Turbo-Umluftofen.
Datum: 16.06.2008 19:56
Da stellt sich mir noch die nächste Frage: Wie mache ich mit diesem Verfahren eine zweiseitig bestückte Platine? Die Bauteile auf der Bottomseite falln doch runter oder wie sehe ich das? MfG Muecke
Datum: 16.06.2008 20:15
Bei zweiseiteigen Layouts werden die SMD-Bauteile auf einer Seite zusätzlich vor dem Löten mit einem speziellen Kleber festgeklebt. (Da ärgert man sich dann beim auslöten ;-))
Datum: 16.06.2008 20:18
Ich habe übrigens eine interessante Seite gefunden, die beweist, dass selbst Dampfphasenlöten im Eigenbau prinzipiell nicht unmöglich ist: http://www.ibrtses.com/g/dampfphasenloeten.html
Datum: 16.06.2008 20:29
Ob Heissluft, oder Dampfphase ist einerlei wenn man mal das Problem mit der Pastenmaske geloest hat. Ein Kollege meinte, er mache die Pastenmaske selbst. Eine Haushaltalufolie, unten und ober eine Photofolie aufkleben. Dann belichten, entwickeln und ins Eisenchlorid. Habs aber selbst noch nicht gemacht.
Datum: 16.06.2008 20:34
Also Pastenmasken (stencils), kann man sich fertigen lassen. Ist nicht ganz günstig, aber, wenn man mehrere gleiche Platinen selber herstellen will, durchaus erschwinglich. Ich habe mal eine alte gebrauchte Pastenmaske gekauft, wo viele gängige Footprints drauf waren. Diese habe ich zerschnitten und trage mit hilfe der einzelnen "Schnipsel" die Paste auf (bei Bauteilen mit vielen pins). Bei einfachen bauteilen trage ich die Paste einfach mit dem dispenser und nem Zahnstocher auf.
Datum: 16.06.2008 20:59
Von Bungard gibt es vorbeschichtete SMD Schablonenbleche. http://www.bungard.de/content/view/27/78/lang,german/ Habe den Preis jetzt nicht im Kopf, aber wenn Interesse besteht schaue ich mal im Katalog nach.
Datum: 16.06.2008 20:59
V. Baumann wrote: > Bei zweiseiteigen Layouts werden die SMD-Bauteile auf einer Seite > zusätzlich vor dem Löten mit einem speziellen Kleber festgeklebt. nicht unbedingt. bei leichteren teilen und praktisch noch allen ics genügt die anziehende wirkung des kapillar-effekts, um die bauteile nicht abfallen zu lassen.
Datum: 16.06.2008 21:42
Michael H* wrote: > nicht unbedingt. bei leichteren teilen und praktisch noch allen ics > genügt die anziehende wirkung des kapillar-effekts, um die bauteile > nicht abfallen zu lassen. Da muss man dann aber schon sehr behutsam damit umgehen. Also ich habe hier jede menge doppelseitig bestückte Platinen rumliegen und da sind alle Bauteile auf einer der beiden Seiten (insbesondere Rs und Cs) mit so einer roten Fixierpaste angeklebt. Naja wird wohl so oder so gehen.
Datum: 16.06.2008 21:46
>genügt die anziehende wirkung des kapillar-effekts
Ist bei bleifreiem Lot leider auch geringer.
Statt kapillar-effekts besser Adhäsion.
Datum: 17.06.2008 10:06
Ich habe mich jetzt mal ausgiebig über das Dampfphasenlöten informiert. So eine kleine "Maschine" wäre schon super. Ich habe nur ien Problem dabei? Wo bekomme ich das Medium (Galden LS 200, oder LS 230) her? Kennt da einer eine Bezugsquelle und wie lange komme ich mit z.B. 1 Liter aus? MfG Muecke
Datum: 17.06.2008 12:06
V. Baumann wrote: > Michael H* wrote: > >> nicht unbedingt. bei leichteren teilen und praktisch noch allen ics >> genügt die anziehende wirkung des kapillar-effekts, um die bauteile >> nicht abfallen zu lassen. > > Da muss man dann aber schon sehr behutsam damit umgehen. > Also ich habe hier jede menge doppelseitig bestückte Platinen rumliegen > und da sind alle Bauteile auf einer der beiden Seiten (insbesondere Rs > und Cs) mit so einer roten Fixierpaste angeklebt. > Naja wird wohl so oder so gehen. Na dann ist die Seite mit dem Kleber Wellengelötet, und nicht Reflow... nitraM
Datum: 17.06.2008 12:23
Wie siehts denn aus mit dem Galden LS 200? Wo kann man das her bekommen? Weiß da einer eine Bezugsquelle?
Datum: 17.06.2008 16:19
Galden bekommt man, außer bei den Herstellern der Dampfphasen, auch direkt bei der Ausimont GmbH. Dummerweise ist das eine französische Firma.... Nebenbei, hast du eine Ahnung was das Zeug kostet? Ich habe hier nur einen uralten Preis, der liegt bei ca. 250€ - ich bin mir aber nicht ganz sicher ob er sich auf 1 Liter, 1kg oder 5kg(=VPE) bezieht. http://www.solvaysolexis.com/producthide/0,,49351-2-0,00.htm
Datum: 17.06.2008 16:26
Ich frage mich ob man das Zeug auch über eine ganz normale Herdplatte zum Sieden bringen kann, wenn man sein gefäß gut thermisch an die Platte anbindet.
Datum: 17.06.2008 16:39
>Zeug auch über eine ganz normale Herdplatte zum Sieden bringen kann
Man müsste das Gefäß seitlich/oben wohl etwas thermisch isolieren, sonst
geht zu viel Wärmeleistung verloren.
Ist das Zeugs nicht giftig?
Datum: 17.06.2008 16:49
Stefan Salewski wrote:
> Ist das Zeugs nicht giftig?
Nein, das ist ja das tolle daran. Es ist ziemlich inert und weder giftig
noch umweltschädlich, so wie ich es verstanden habe. Gefährlich wirds
wohl erst, wenn es sich thermisch zersetzt, wenn die
Zersetzungstemperatur überschritten wurde.
Man muss es ja nicht in der Küche kochen, es gibt ja so einzelne
Herdplatten mit Netzstecker.
Datum: 17.06.2008 17:07
Bei Wikipedia steht nicht viel zum Thema Dampfphasenlöten -- ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, wie man das zuhause machen könnte. Wenn man kein geschlossenes System hat geht durch die Verdampfung ja auch recht viel von dem Zeug verloren. http://de.wikipedia.org/wiki/Reflow-L%C3%B6ten#Dam...
Datum: 17.06.2008 19:38
Stefan Salewski wrote: > ich kann > mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, wie man das zuhause machen > könnte. Wenn man kein geschlossenes System hat geht durch die > Verdampfung ja auch recht viel von dem Zeug verloren. Sieh dir doch den Link an den ich gepostet habe. Da sieht man dass es prinzipiell geht. http://www.ibrtses.com/g/dampfphasenloeten.html Zum Entweichen des Dampfes: es bildet sich nur eine räumlich begrenzte Dampfphase über der siedenden Flüssigkeit, das ist ja der Trick bei der ganzen Sache. Sobald der Dampf aufsteigt, kühlt er schnell ab und kondensiert wieder. Solange das Gefäß hoch genug ist entweicht da kaum was.
Datum: 17.06.2008 19:43
>Sieh dir doch den Link an den ich gepostet habe.
Ups, den Link und den zugehörigen Beitrag hatte ich völlig übersehen.
Werde ich mir ansehen, danke.
Datum: 17.06.2008 19:58
>Werde ich mir ansehen, danke.
Ist schon ganz witzig!
Er schreibt aber etwas von schädlich für Ozonschicht.
Und die Sache mit der Schablone für die Lötpaste ist das andere Problem.
Datum: 17.06.2008 21:02
Stefan Salewski wrote:
> Er schreibt aber etwas von schädlich für Ozonschicht.
Naja, da bin ich mir nicht ganz sicher ob seine Information die
Aktuellste ist. Ich habe vorhin das Datenblatt zu dem Zeug durchgelesen
und es scheint wohl unbedenklich zu sein.
Die Ozonschicht-zerstörenden Medien sind schon lange nicht mehr im
Einsatz.
Datum: 17.06.2008 21:05
Man muss die Lötpaste ja nicht unbedingt mit ner Schablone auftragen, ich mache das mit nem ganz normalen dispenser. Bei nicht allzugroßen Platinen ist das kein Problem. Und wenn man so große Layouts hat, dass man nicht um ne Schablone herumkommt, kann man die immer noch fertigen lassen.
Datum: 18.06.2008 07:26
Ich denke, dass der Einsatz sich schon lohnen würde, wenn ich mit einer VPE von 5kg mehrere hundert Platinen löten kann. Das müsste ja machbar sein, wenn kaum was von dem Zeug "flöten" geht! Das hat man dann doch dicke wieder drin, wenn man an die ganze Lötarbeit denkt, oder aber die kleineren Platinen, da jetzt auch sehr kleine SMD's und BGA's gelötet werden können.
Datum: 18.06.2008 07:51
Ich denke das Löten in der Dampfphase ist nicht so einfach wie es aussieht. Da ja auch dort ein Lötprofil abgefahren werden muss, damit die Lötpaste richtig "läuft". Einfacher ist es für Bastler mit Heißluft zu löten. Als Unterstützung könnte man sich so einen IR Preheater zulegen, der die Platine von unten auf 150-180 Grad erhitzt. Eine andere Alternative: es werden häufiger in der Bucht kleine Reflowöfen verkauft. (Ich meine aber nicht dieses Chinazeugs mit 800 Watt!)
Datum: 18.06.2008 08:38
Naja, Wenn man das Ganze professionell machen möchte, dann gibt es ja auch kleine Dampofphasenlötanlagen, welche auch durchaus erschwinglich sind. Z.B. die WAM 3000 von Weller. Aber ich kann mir vorstellen, dass dennoch ganz interessant sein könnte sowas mal im selbstbau auszuprobieren. Das Profil hängt einzig davon ab mit welcher Geschwindigkeit die zu lötende Platine gefahren wird und das lässt sich ja motorgetrieben und über einen µC gesteuert machen. Z.B. könnte man mehrere Testläufe mit einem Temperatursensor fahren bis man ein brauchbares Profil hat. Ich arbeite sonst auch immer mit einer Heißluft-Reworkstation + Preheat, aber da hat man das Problem, dass kleine Bauteile schon mal weggeblasen werden.
Datum: 18.06.2008 08:48
Ich werde es auf jeden Fall mal probieren so etwas selbst zu bauen. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten, aber vor November wird es wohl nicht fertig sein, da ich erst ab Oktober mit dem Studium fertig bein und Geld verdienen gehe ;-) Ich werde mich aber bemühen, meine Erfahrungen festzuhalten und euch zu verfügung zu stellen.
Datum: 18.06.2008 08:51
Also ich würde sowas auch gerne machen, aber auch erst ab Herbst, weil ich vorher noch meine Diplomprüfungen habe. Vieleicht können wir uns da ja zusammentun.
Datum: 18.06.2008 08:54
@ dr-robotnik Weist du zufällig was die WAM 3000 ca. kostet?
Datum: 18.06.2008 09:06
Leider nicht, muss man halt anfragen.
Datum: 18.06.2008 13:42
Hallo dr-robotnik. Gerne können wir das Projekt mal zusammen in Angrtiff nehmen (Austausch per mail oder so). Das wäre ja ganz interessant denk ich mal. Suche gerade noch ein geeignetes Heizelement. Hab schon mal an ein Keramikheizelement aus einem Cerankochfeld gedacht. Das gibts günstig bei eBay und sollte doch heißgenug werden, oder?
Datum: 18.06.2008 14:02
Ist ja witzig - die Frage hätte von mir kommen können - auch Vor- und Nachname stimmen :) Wie dem auch sei: dem angegebenene Link zufolge sieht es ja wirklich nicht schwierig aus. Gehe ich richtig in der Annahme, dass man ein Temperaturprofil abfahren kann, indem man die Platinehöhe über der Flüsigkeit variiert ? Nur wie löst man das bei doppelseitig bestückten Platinen ? Zum Pastendruck: Wäre es auf Dauer gesehen nicht günstiger, eine CNC-Maschine zu benutzen, die die Paste aus der Tube aufträgt ? Aufgrund der geringen Belastungen dürften sowohl der Rahmen als auch die Führungen deutlich günstiger ausfallen, als bei den Fräsen ...
Datum: 18.06.2008 14:06
Also der Typ auf der Webseite auf die ich verwiesen habe, verwendet dafür das Heizelement aus einem Wasserkocher. Vieleicht könnte man auch einen oder mehrere Tauchsieder nehmen. Die müsste man nicht zerlegen und bräuchte sich deshalb nicht um Probleme wie elektrische Isolation kümmern. Als Gefäß könnte man eine ausreichend hohe rechteckige Wanne aus edelstahl zusammenschweißen.
Datum: 18.06.2008 14:09
Chris wrote: > Zum Pastendruck: Wäre es auf Dauer gesehen nicht günstiger, eine > CNC-Maschine zu benutzen, die die Paste aus der Tube aufträgt ? Aufgrund > der geringen Belastungen dürften sowohl der Rahmen als auch die > Führungen deutlich günstiger ausfallen, als bei den Fräsen ... So wird das auch oft gemacht. Das sind dann die automatisiserten dispenser. Nur bei großen Stückzahlen, bzw. großen Layouts gehts mit Metallschablone oder Siebdruck einfach schneller. Bei Klenserien oder Prototypen ist das Eine als auch das Andere recht teuer. Beim Dispenser hat man halt zusätzlich Anschaffungskosten. Ich mach sowas von Hand mit einem manuellen dispenser.
Datum: 18.06.2008 14:14
V. Baumann wrote: > Also der Typ auf der Webseite auf die ich verwiesen habe, verwendet > dafür das Heizelement aus einem Wasserkocher. Vieleicht könnte man auch > einen oder mehrere Tauchsieder nehmen. Die müsste man nicht zerlegen und > bräuchte sich deshalb nicht um Probleme wie elektrische Isolation > kümmern. Bei eBay gibt es nur die Heizelemente zu kaufen. Brauch man nicht mehr auseinander nehmen. Wie heiß werden diese Teile denn wohl? Das reicht aber denk ich um auf 200°C zu kommen und das Galden zu verdampfen, oder? http://cgi.ebay.de/Heizzone-Heizelement-Kochfeld-f... Elektrische Isolation ist bei Galden ja nicht das schwierige ;-)
Datum: 18.06.2008 14:25
Interessant wäre zunächst einmal, wo man am Besten in D Galden HTxxx herbekommt. Vielleicht könnte man sich je nach Preis/VP und Anzahl der Interessierten die Bezugsmenge und den Preis ja aufteilen.
Datum: 18.06.2008 14:36
Also auf der seite von ibl-löttechnik http://www.ibl-loettechnik.de gibts die Datenblätter zu verschiedenen Galden Medien. Die stellen übrigens auch kleine Dampfphasen-Lötanlagen für den Prototypensektor her. Dort könnte man ja mal anfragen.
Datum: 18.06.2008 14:36
http://www.ibl-loettechnik.de/german/Dampfphasenlo... >Alle Bauteile lassen sich ohne kompliziertes Ermitteln oder Halten von >Temperaturprofilen verarbeiten Ja ist doch Spitze :) Das klingt ja noch unkomplizierter als Reflow - wo ist der Haken ?
Datum: 18.06.2008 14:44
Das geniale an dem Verfahren ist, dass sich über der flüssigen Phase bereits drei Temperaturzonen ausbilden und man sein Lötprofil dadurch festlegt, wie schnell man durch die unterschiedlichen Zonen durchfährt. Die Zonentypischen maximaltemperaturen können aber nicht überschritten werden, egal wie lange man seine Platine drin lässt. Ich versteh nicht wieso sich das Verfahren nicht wesentlich mehr im Hobbysektor verbreitet hat. Es liegt wahrscheinlich einafach daran, dass die Medien recht teuer sind und nicht ganz so einfach zu beschaffen sind.
Datum: 18.06.2008 14:49
Übrigens man kann damit unter Verwendung von speziellen Klammern auch wunderbar Bauteile auslöten!
Datum: 18.06.2008 15:12
ibl-loettechnik: Galden HT230 - 98,50 + Steuer pro kg Mindestabnahmemenge: 5 kg Das Ganze soll übrigends aus Sicherheitsgründen nicht unter Druck erfolgen, d.h. die Anlagen bilden kein geschlossenes System. Allerdings unterstützen sie wohl bei der Rückgewinnung des Mediums ... Jemand eine Idee wie das praktisch aussieht, um Verluste des Mediums zu minimieren ? Könnte mir eine Art eventuell gekühlten Fächeraufbau aus Metall vorstellen, so dass möglichst viel Dampf kondensiert anstatt zu entweichen ...
Datum: 18.06.2008 15:13
> Das reicht aber denk ich um auf 200°C zu > kommen und das Galden zu verdampfen, oder? Ja das schon, aber Du brauchst für die Lotpaste ja höhere Temperaturen. So 230-240° max. sollte es schon schaffen denke ich mal. Also erstmal sollte man vielleicht mal bei den Firmen da anfragen was deren Mini Anlagen so kosten. Wenn das >2000 Euro ist, dann lohnt sich das natürlich um so mehr sowas selbst zu bauen ;)
Datum: 18.06.2008 15:18
Also in der lötanlage selber haut einem das zeug nicht so schnell ab, da es beim aufsteigen und abkühlen sehr schnell wieder kondensiert, deshalb hat die Dampfphase ja nur eine begrenzte "dicke" oberhalb der flüssigen phase. Ich habe schon mal gesehen, dass am oberen Ende des Gefäßes, also der Bereich , wo die Öffnung ist, extra gekühlt wird.
Datum: 18.06.2008 15:21
Der typ auf der Seite mit der selbstbaukonstruktion schreibt, dass er das 230er Galden zum Sieden gebracht hat, indem er 100V an die Wasserkocherheizung angelegt hat. Zum aufrechterhalten der Dampfphase reichten sogar 80V. Daraus erkennt man, dass das Heizelement nicht besonders leistungsfähig sein muss. (es ist ja auch nur eine kleine menge Flüssigkeit)
Datum: 18.06.2008 15:26
> Übrigens man kann damit unter Verwendung > von speziellen Klammern auch wunderbar Bauteile auslöten! Hab ich noch nicht probiert - aber sollte das nicht auch mit nem normalen Ofen gehen? Flüssiges Lot ist flüssiges Lot...
Datum: 18.06.2008 15:31
Ja, aber beim Pizzaofen hat man das Problem, dass die Bauteile über IR geheizt werden und da die ICs schwarz sind werden sie zu sehr thermisch belastet. Bei der Dampfphasen-Lötanlage wähle ich mein Medium so, dass das Lot gerade noch aufschmilzt, also z.B. Galden 180 und heißer wirds dann nicht mehr.
Datum: 18.06.2008 15:37
OK Stimmt - das ist natürlich ein großer Vorteil. Lösung: Warum um alles in der Welt bieten die IC Hersteller ihre Chips dann nicht einfach alle in weissen Gehäusen an? ;-) ;-) Das Hauptproblem dürfte doch sein, einen geeigneten Behälter zu finden/herzustellen oder?
Datum: 18.06.2008 15:39
> Das Hauptproblem dürfte doch sein, einen geeigneten Behälter zu > finden/herzustellen oder? Also ein dichter und Hitzebeständiger Behälter meine ich. Bin jetzt kein Glasbläser oder so ;) Heizelemente sind dann wohl kein Problem bei den Temperaturen.
Datum: 18.06.2008 15:39
Also ich dachte daran das Gefäß aus Edelstahl herzustellen. Also eine Art "mini Küchenspüle mit besonders hohem Rand" ;-)
Datum: 18.06.2008 15:47
mmmmh leider bin ich nicht so geschickt was Metallbearbeitung angeht - bisschen biegen und Löcher reinbohren geht, aber mehr nicht ;) Aber so eine Küchenspüle und dann oben ne Glasplatte drüber? Wäre doch schon eine Idee wenn man das passend abgedichtet bekommt...
Datum: 18.06.2008 15:52
Das könne doch eventuell gehen: http://www.neubert-glas.de/laborglas/onlineshop/ka... Man müsste eben noch irgendeinen Wassserkühler von oben ins Glas hängen, wieleicht ein spialfederartg gebogenes Kupferrohr vom Klemptner oder aus einen alten Kühlschrank das Rohr vom Wärmetauscher. Perfluorierte Alkane haben den Vorteil dass sie inert sind, das man nahezu alles nehmen kann was die Temperatur aushält und sich nicht drin auflöst.
Datum: 18.06.2008 15:54
Erstens muss und darf es gar nicht dicht sein! Wenn man das ganze dicht abschließt, hat man unter Umständen zu hohen Druck, der das Glas zum Bersten bringt. Zweitens ist eine normale Küchenspüle zu flach. Sie muss hoch genug sein damit der Dampf soweit aufsteigen kann, dass er wieder kondensiert.
Datum: 18.06.2008 15:55
>mmmmh leider bin ich nicht so geschickt was Metallbearbeitung angeht
Das wird das Problem der Meisten sein. Selbst als glücklicher Besitzer
eines Schutzgasschweißgerätes müsste ich mir passendes Gas zur
Edelstahverarbeitung besorgen ...
Es kann aber auch sein, dass Metall vielleicht nicht unbedingt das
vorteilhafteste Material ist.
Bis zu welcher Hitzebeständigkeit gibt es eigentlich Silikon ?
Vielleicht was aus dem Ofenbau ?
Datum: 18.06.2008 15:56
Jemand wrote: > Das könne doch eventuell gehen: > http://www.neubert-glas.de/laborglas/onlineshop/ka... > > Man müsste eben noch irgendeinen Wassserkühler von oben ins Glas hängen, > wieleicht ein spialfederartg gebogenes Kupferrohr vom Klemptner oder aus > einen alten Kühlschrank das Rohr vom Wärmetauscher. > > Perfluorierte Alkane haben den Vorteil dass sie inert sind, das man > nahezu alles nehmen kann was die Temperatur aushält und sich nicht drin > auflöst. Ein ausreichen hohes, hitzebeständiges Laborglas ist schon ganz brauchbar, allerdings eingent es sich dann nur für kleine Platinen und man muss ja noch die ganze Hebe- und Absenkvorrichtung darin unterkriegen.
Datum: 18.06.2008 16:00
Chris wrote: > Es kann aber auch sein, dass Metall vielleicht nicht unbedingt das > vorteilhafteste Material ist. Die ganzen professionellen Geräte scheinen Metallgefäße zu haben. Was spricht denn dagegen? Das einzige was mir einfällt ist, dass man halt nur von oben reinschauen kann. Edelstahl hat den Vorteil, dass der Dampf, bzw. das Medium nicht durch irgendwelche bei hohen Temperaturen austretenden Stoffe verunreinigt wird. Vieleicht findet man ja was passendes aus Edelstahl auf dem Schrottplatz, was man als Gefäß nutzen könnte.
Datum: 18.06.2008 16:04
Wie wärs mit so einem Spaghetti-Kochtopf, da ist die Absenkvorrichtung schon integriert und recht hoch sind sie auch! Guckst du: http://ecx.images-amazon.com/images/I/410l5C4xV3L.... Naja ist nicht so ganz ernst gemeint. Wäre halt nur was für ganz kleine Layouts.
Datum: 18.06.2008 16:38
Mich stört an Edelstahl nur ein wenig die gute Wärmeleitfähigkeit - zum Kondensieren vielleicht nicht gerade von Vorteil ? Kann mich auch irren ...
Datum: 18.06.2008 16:44
mmm.. da hast du natürlich recht. Andererseits hat der Typ mit der selbstgebauten Anlage an den Glaskolben sogar einen Kupferstreifen drangemacht, damit der Dampf nicht zu früh auskondensiert. Wenn man das Gefäß oben an der Öffnung aktiv kühlt, könnte man ja über die Kühlleistung den Kondensationspunkt recht genau nach oben oder nach unten entlang des Gefäßes verschieben. Was denkst du?
Datum: 18.06.2008 16:51
Man könnte den oberen Bereich zusätzlich auch irgendwie thermisch entkoppeln, vielleicht eine Art Silikonfuge oder so. Ob oberen Ende alles irgendwie durch einen klobigen CPU-Kühler leiten und per Lüfter oder Peltier-Element kühl halten. So in etwa ?
Datum: 18.06.2008 17:20
Also ich hab da mal was vorbereitet... So in etwa habe ich mir den groben Aufbau vorgestellt. Oben sind Rohre angeschweißt oder sonstwie thermisch angebunden, durch die Kühlwasser zirkuliert (dieses wird dann durch einen Radiator geleitet). Unten sieht man die Vertiefung fürs medium, in der sich auch das Heizelement befindet.
Datum: 18.06.2008 17:36
Das sieht jetzt oben sehr offen aus. Ich würde nur eine kleine Öffnung lassen und dem Dampf richtige "Hindernisse" in den Wegstellen, an denen er, vorrausgesetzt die Temperatur stimmt, kondensieren muss. Wieviel Aufwand in der Praxis wirklich nötig ist würde sich aber sowieso wohl erst bei einem Test zeigen ... Bei den Medienpreisen allerdings kann man schon das maximal mögliche tun, was sich noch im Rahmen bewegt :) Das mit der Vertiefung ist gut, ich denke, da wird es sogar von Vorteil sein, wenn das Drumherum aus einem gut wärmeleitfähigen Material besteht.
Datum: 18.06.2008 17:39
Die große Öffnung wird im Betrieb durch eine Klappe mit Sichtfenster verschlossen, nur eben nicht druckdicht, so daß Dampf oder Gase bei größerem Überdruck entweichen können. Innendrin kann man im oberen Bereich ja auch Lamellen wie bei einer Kryofalle an die Wände anbringen, an denen der Restdampf noch besser kondensieren kann. Ich würde schon gerne eine größere Öffnung nehmen, damit man auch größere Platinen löten kann oder mehrere kleine auf einmal.
Datum: 18.06.2008 17:48
Ja, sowas wie Lamellen klingt gut. Du dachtest an einen nicht druckfest verschlossenen, großen Deckel, ich an eine kleine Öffnung in einem großen Deckel -> passt doch :)
Datum: 18.06.2008 17:50
mmh.. ich wünschte ich könnte schon morgen damit anfangen, verdammte Diplomprüfungen...

