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Forum: /dev/null Besser? Bund oder Zivi

Autor: MTD (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:02

Hallo Leutz,

wollt mal fragen ob Ihr beim Bund wart oder Zivi gemacht habt und was
Ihr denkt was besser ist.

Ich persönlich war beim Bund, Marine: AGA Stralsund, danach Fregatte
Brandenburg. War ne geile Zeit, hab noch nie so viele interessante Leute
kennengelernt und so viel Neues gesehen.

Allgemein ist mir aufgefallen, das alle Bundler gern an ihr Dienstzeit
zurückdenken während alle ehemaligen Zivis nur am motzen sind ;).

Also meine Meinung BUND RULES ;)

MfG
Autor: gerd (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:05

Zivi ist eine Gewissensentscheidung -> aussuchen ist nicht?!?
Autor: Arno H. (arno_h)
Datum: 26.06.2008 13:13

Gewissensentscheidung? Bei 5 - 10% vielleicht.

Der Rest der Verweigerer sind Drückeberger, bei denen dann etliche das
Pech hatten, einmal im Leben zum Arbeiten für die Gemeinschaft gezwungen
zu werden.
Welche postiven Aussagen erwartest du von denen?

Arno
Autor: gerd (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:19

Also sind die Zivis unzufrieden weil sie sich drücken konnten und die
ex-Bundler glückich weil sie mehr machen mussten???

Oder könnte der Barras der Drückebergerverein sein mit dem kleinen
Nachteil daß man im Ernstfall töten muss?
Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum: 26.06.2008 13:21

Arno H. wrote:

> Der Rest der Verweigerer sind Drückeberger, ...

Nee, als Drückeberger kommst du beim Wehrdienst besser.  Die Chance,
dass du gar nicht genommen wirst, ist riesengroß, während die Zivis
alle gekrallt werden -- und dafür vorher noch den Stress haben, in
einem emsigen Papierkrieg erst einmal bis zu dem Punkt zu kommen.

Die Prahlerei über die Armeezeit ist halt Thema #2 in Männerkreisen;
mit irgendwas muss man ja angeben können.  Da das menschliche Gehirn
außerdem die Eigenschaft hat, nette Episoden länger als den unangenehmen
Kram aufzubewahren, kann man sich folglich auch nach 20 Jahren noch
über manches aus so einer Zeit amüsieren, obwohl man sich, als man noch
dabei war, eigentlich gewünscht hätte, dass der Laden bald vorbei ist.

(Ja, ich habe mir die Ruinen des IBR-12 auch mal angesehen, bei dem
ich mal einige Zeit meines Lebens zugebracht habe.)
Autor: Reiner S. (chickstermi) Benutzerseite
Datum: 26.06.2008 13:22

Im Ernstfall muss auch der Töten, der Zivi gemacht hat... ;)
Autor: Gast (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:27

Ich war beim Bund in einer Instandsetzungskompanie. Soviel Scheiße auf
einen Haufen habe ich noch nirgendwo gesehen. Mieses Essen, alte,
dreckige Kompaniegebäude. Im November sind die plötzlich auf die
gloreiche Idee gekommen man müsse mal die Fenster und Heizkörper
tauschen. Das ging über 3 Monate. Also in der Zeit von November bis
Februar keine Heizung im Gebäude, jeden Tag wurden in einer anderen
Stube die Fenster getauscht. Jede Nacht ist das Stromnetz
zusammengebrochen, weil jede Stube mindestens einen Heizlüfter (privat)
da stehen hatte.

Die persönliche Härte fand ich den Tag wo die Wasserleitungen
eingefroren sind. Beim Antreten am Abend haben der
Hauptmann/Spieß/Offiziere es nicht für nötig gehalten davon auch nur ein
Wort zu sagen. Die sind dann schön nach Hause gefahren und als wir dann
duschen wollten..... Drecksäcke. Da wurde mir so langsam die
"Rangordnung" innerhalb der Truppe bewußt.

Von dem Tag an war ich nur noch Querulant, habe mich verpisst wo es nur
ging und bei jedem "Auftrag" nur noch Widerworte gegeben und alles nur
noch mit 10% Genauigkeit erledigt. Ich war natürlich einigermaßen
Vorsichtig um nicht dem falschen auf die Füsse zu treten. Irgendwann
haben die Offiziere dann aufgegeben und ich konnte (im Rahmen) machen
was ich wollte.

In meiner Stube war ein Sani, der einmal die Woche Nachtdienst in der
San-Station hatte. Mit dem habe ich dann angefangen mit Medikamenten,
Eispacks und all dem Scheiß zu handeln.

An meinem letzten Tag wurde ich dann von meinem Vorgesetztem persönlich
"überwacht" und zum Tor geleitet, damit ich nicht noch irgendwas
anstelle.

Heute würde ich immer Zivildienst machen.
Autor: qwertz (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:32

die, die ich kenne, haben verweigert weil ihnen der bund "zu
anstrengend" war (wohlgemerkt: sie haben verweigert und haben den bund
nie von innen gesehen!)


Ich glaube auch dass nur ein sehr geringer Teil verweigert, weil sie
angst haben im ernstfall jemanden erschiesen zu müssen! - wobei es
solche Menschen sicherlich auch gibt und ich respektiere diese meinung!
Wenn jemand wirklich aus diesem Grund verweigert, ist das vollkommen
okay, nur wie gesagt: die, die ich kenne, stehen zu ihrer Meinung das
sie verweigert haben weil sie keinen "book auf leben im Wald" hatten!

ich selbst war beim bund (Tornadojagdgeschwader Fürstenfeldbruck und
Transall Transport- und Versorgungsbataljon Penzing) und fand die zeit
klasse, wenngleich ich nicht nochmal gehen würde weil mir die Zeit dafür
inzwischen zu schade wäre! (es ist verlorene Zeit in der man im
Berufsleben gutes Geld verdienen könnte)

ansonsten full ACK zu MTD!!
>War ne geile Zeit, hab noch nie so viele interessante Leute
>kennengelernt und so viel Neues gesehen.
Autor: Zivi (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:36

Also ich habe Zivi gemacht. Das waren interessante 10 Monate, die Spass
gemacht haben und in denen ich viele nette alte Leute kennenlernen
durfte, die wirklich gute Storys auf Lager hatten. Zudem hab ich etwas
Nützliches für die Gesellschaft getan. Damals war die Entscheidung ganz
klar, heute würde ich Bund nicht sofort ausschließen. Wirklichen nutzen
hat man aber im Grundwehrdienst nicht gerade fürs Land, oder? Von daher
dann doch lieber Zivi.
Autor: Gast B (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:38

Ich habe Zivildienst gemacht, weil ich keine Lust hatte mich von
jemandem mit Minderwertigkeitskomplexen anschreien zu lassen - zumindest
hat mir das was ich bei der Stellung gesehen habe mehr als gereicht.

Meine Zeit habe ich dann lieber damit verbracht anderen (älteren und
behinderten Menschen) zu helfen - in meinen Augen eine weitaus
sinnvollere Beschäftigung.
Autor: <censored> (Gast)
Datum: 26.06.2008 13:49

Ich mache Wehrersatzdienst beim THW.

THW gehört auch zum Bund.
Natürlich ist nicht alles neu, insbesondere die Ausstattung nicht.
(Wer kennt den Mercedes 911? ein LKW Bj. 1982(?))

Ich habe mich bewusst fürs THW entschieden, weil man da mehr fürs Leben
lernt als bei den Jungs in Grün...

Mir macht das auch sehr viel Spass und die Leute sind echte Kameraden.
Leute, die Zivi machen, finde ich -egal aus welchen Gründen- nicht
besser oder schlechter als Leute die zum Bund gehen.

Die eigentlichen Drückeberger sind die, die weder das eine noch das
andere machen, also die, die wegen einer Verrenkung des kleinen Zehs
ausgemustert worden sind... ;) oder so Ähnlich.

^^meine Meinung

asdf
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 13:56

qwertz wrote:
> Transall Transport- und Versorgungsbataljon Penzing) und fand die zeit

Wußt ichs doch, daß man dort nix, aber auch rein garnix vernünftiges
lernt...
Autor: Jan Dressler (keyman)
Datum: 26.06.2008 14:08

hallo.
Kurz musste ich am Anfang des Postet schlucken; die Aussagen "Zivis
wären Drückberger" kann und will ich so nicht stehen lassen.
Ich selbst habe mich bewusst für den Zivildienst entschieden. Ich habe
nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich nicht zur BW wollte. Warum?
Weil ich es für sinnvoll erachtete was fürs Land zu tun, was direkt
nützt.
Ich habe 9 Monate (ja so kurz) im Rettungsdienst gearbeitet. Habe dort
Erfahrungen gesammelt, die ich nicht mehr missen möchte, und habe
Freunde kennengelernt (ganz abgesehen von ner Klasse Ausbildung die ich
genießen durfte und dann auch noch weitergeführt habe). Ich war dann
kurzzeitig Hauptamtlich und bin dort nebenher zum Studium
"hängengeblieben" und Arbeite dort heute noch Aktiv im Rettungsdienst,
Sanitätsdienst und Katastrophenschutz.
Ich denke nicht, dass die BW mich solche Erfahrungen, solches Wissen und
solche eindrücke hätte vermitteln können. Und ich bin auch der Meinung,
dass ich 9 Monate vmtl härter und verantwortungsvoller gearbeitet habe,
also die meisten Wehdienstleistenden.
Dennoch will ich den Wehrdienst nicht schlecht machen. Ich halte die
Erfahnungen für Sinnvoll und glaube auch, dass man dort sicher nicht nur
schlechte dinge lernt/sieht/mitbekommt.
Drückeberger will ich keinen von beiden nennen, dafür Opfern alle die
sich diese 9 Monate für ihr Land zeitnehmen zu viel. Die die absichtlich
und ohne Krankheit/Not garnix machen, nur um einen Studienvorsprung zu
haben oder früher zu Arbeiten, diese halte ich für nicht besonders
Kooperativ gegenüber der Gesellschaft.
Was nun für den Eizelnen besser oder schlechter ist. Ob BW oder Zivi,
das kommt immer auf die Situation an. Ich bin der Meinung bei beidem
sammelt man interessate/wichtige Erfahrungen.

Und diese "BW was die beste Zeit"-Sache: Wie erwähnt denkt man im
nachhinein lieber an positive Sachen zurück. Mein Bruder war beim Bund
und hat damals ziemlich gefrustet gewirkt. Heute fand er die Zeit cool
und mag sie nicht mehr missen.
Ähnlich mit meiner Zivizeit, auch hier wars mal schlechter mal besser;
im nachhinein was aber super und hat mein Leben sehr stark verändert.

...just my 2 cents...

jan
Autor: auchZivi (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:09

Na wenn Du gerne mal lernen willst, wie man richtig in die Pfütze fällt,
Dich gerne anschreien und gängeln läßt und Dich gerne unterordnest, dann
geh zum Bund.

Gesünder für den Geist (wenn man genug davon hat) ist Zivildienst.
Autor: keiner (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:12

Ich hab Zivi beim Rettungsdienst gemacht, weil ich mir gedacht hab, "10
Monate  das machen was ich will oder 9 Monate irgendwohin gesteckt zu
werden um dann evtl. nur die Zeit abzusitzen, weil nix los ist."
Von der Tätiglkeit her fand ich das dann jedenfalls sinnvoller, auch
kann man danach noch was mit dem anfangen, was man gelernt hat.
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:16

>Die eigentlichen Drückeberger sind die, die weder das eine noch das
>andere machen

So einer bin ich. Ich hatte keinen Bock, mit einem Haufen schnarchender
Kerle in einer Kaserne zu pennen.

Und für 18 Monate Zivildienst konnte ich mich andererseits auch nicht
motivieren.

Also habe ich - erfolgreich - nach einer Möglichkeit gesucht, beidem zu
entkommen.

Wurde mit einer 2 gemustert. Danach durfte ich erstmal mein Studium
machen. In der Zeit habe ich alles, was ich Zeitungen negatives über die
Bundeswehr finden konnte (z. B. "schon wieder Wehrpflichtiger im Rhein
ertrunken"), ausgeschnitten und denen ins Kreiswehrersatzamt geschickt
mit der Bitte, sie möchten doch zu der Sache Stellung nehmen.

Das habe ich 3 Jahre lang gemacht. Dann bekam ich ein Schreiben, dass
von meiner weiteren Verwendung aus "organisatorischen Gründen" abgesehen
wird.

Aber jemanden deswegen als "Drückeberger" schimpfen? Was kann ich denn
dafür, wenn die mich nicht haben wollen.
Autor: Chris (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:18

Musste gar nicht hin :)
Hätte aber auch einfach keine Lust gehabt die ganze Woche in so einer
versifften Kaserne zu verbringen - konnte mich eben durchaus auch ohne
Zwangsmaßnahmen 24/7 beschäftigen ...
Autor: <censored> (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:30

>Aber jemanden deswegen als "Drückeberger" schimpfen? Was kann ich denn
>dafür, wenn die mich nicht haben wollen.
...



Es ist einfach meine Meinung, dass Leute die weder das eine noch das
andere machen, -sagen wir mal- ein wenig egoistischer denken, bzw den
Dienst für die Gesellschaft(was ja insb. bei Zivi zutrifft) 'gerne
anderen überlassen', also selber vll sogar ein wenig arrogant sind...

Ohne hier jemanden beschimpfen zu wollen, ... ^^einfach meine
Meinung,....
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:35

Ich diene der Gesellschaft schon genug mit dem Haufen Steuern, den ich
jeden Monat zahle. Damit diene ich dem Verteidigungsminister mehr, als
wenn ich meine Zeit in dem Laden abgesessen hätte. Wenn von den Steuern
dann noch was für soziale Einrichtungen übrigbleibt, hat die
Gesellschaft auch mehr davon, als wenn ich mit verhaltensauffälligen
Kindern 18 Monate Fussball gespielt hätte.

Oder etwa nicht?
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:37

Ausserdem, was hätte ich denn machen sollen, wenn die mir schreiben,
dass sie mich nicht brauchen können?

Da unterstellst Du Egoismus und Arroganz, ohne mich zu kennen.

Ist das eine Einstellung??
Autor: Grasfresser (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:38

>Wurde mit einer 2 gemustert. Danach durfte ich erstmal mein Studium
>machen. In der Zeit habe ich alles, was ich Zeitungen negatives über die
>Bundeswehr finden konnte (z. B. "schon wieder Wehrpflichtiger im Rhein
>ertrunken"), ausgeschnitten und denen ins Kreiswehrersatzamt geschickt
>mit der Bitte, sie möchten doch zu der Sache Stellung nehmen.

Gab es jemals eine Antwort?


[nicht ernst gemeint]

Mein Stuffts hat immer gesagt: Verpisser haben kleine Pimmel ;-)

[\nicht ernst gemeint]

Keine Ahnung voher er das wußte.
Autor: qwertz (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:40

@ Uhu Uhuhu
wieso!?
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:40

Ja, manchmal kam da sogar was von deren Pressestelle.
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 14:41

Die Wehrmacht ist für die Herstellung von Katastrophen zuständig, die
Zivis für deren Beseitigung.

Wie kann man sich dann für den Kriegsdienst entscheiden?
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 14:43

>>> qwertz wrote:
>>> Transall Transport- und Versorgungsbataljon Penzing) und fand die zeit
>>
>> Wußt ichs doch, daß man dort nix, aber auch rein garnix vernünftiges
>> lernt...
>
> @ Uhu Uhuhu
> wieso!?

Bataillon

Noch Fragen?
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:44

>Wie kann man sich dann für den Kriegsdienst entscheiden?

z.B. deswegen, weil man einsieht, dass die Welt leider so ist, wie sie
ist. Wenn man angegriffen wird, muss man in der Lage sein sich zu
verteidigen. Dafür ist eine Armee notwendig.

Sie ist nicht dazu da, um in fernen Ländern mit fragwürdigen Verbündeten
Krieg zu führen.
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 14:45

Der Dude wrote:
>>Wie kann man sich dann für den Kriegsdienst entscheiden?
>
> z.B. deswegen, weil man einsieht, dass die Welt leider so ist, wie sie
> ist. Wenn man angegriffen wird, muss man in der Lage sein sich zu
> verteidigen. Dafür ist eine Armee notwendig.
>
> Sie ist nicht dazu da, um in fernen Ländern mit fragwürdigen Verbündeten
> Krieg zu führen.

Da bin ich mit dir völlig einig -- nur ist die Bundeswehr eine
US-Vasallenarmee, die mit Verteidigung nichts am Hut hat.
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:48

Das wollte ich mit meinem zweiten Satz ausdrücken.
Autor: SiO2 (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:49

Totalverweigerung ist das beste (meine Meinung), nur hat man da am
meisten Stress.
Zivi's sind nur billige Arbeitskräfte, an die man sich inzwischen so
gewöhnt hat, daß es nicht mehr ohne geht.
Und BW ist für den Allerwertesten. Sinnloser Haufen und
Steuerverschwendung. In der Zeit hätte man Arbeiten gehen können und
Steuern ranschaffen.
Ich hab BW gemacht, weils kürzer als Zivi war (ja, ich in faul :) ).
Ich sehe keinen Sinn drin das eine oder andre zu machen. Wehrpflicht
sollte komplett abgeschafft werden.
Autor: black barret (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:50

Panzeraufklärung 88/89 in BS

Langweilig: Die Wumme ständig auseinander- und wieder zusammenbauen,
Putz und Flickstunde.

Schlecht: Wache schieben und Manöver

Gut: Danach hatte ich keine Einschlafprobleme mehr!
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 14:53

black barret wrote:
> Gut: Danach hatte ich keine Einschlafprobleme mehr!

Dazu muß man nicht seine Zeit bei den Affen verplempern - kauf dir ein
Fahrrad und fahr 50-100 km, dann hast du den Effekt ohne Streß...
Autor: qwertz (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:54

>Noch Fragen?

 Naja, man kann jetzt etwas zum eigentlichen Thema beitragen oder wir
können uns an den Rechtschreibfehlern anderer aufgeilen und drauf
ablesen, wie blöd, bescheuert und hirnverlassen der Verfasser des
entsprechenden postings ist.

Wie war das gleich nochmal: "wieviele Forenuser benötigt man, um eine
Glühbirne auszuwechseln?"
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:55

Beim Bund war ich das erste Mal länger von daheim weg, mußte mit neuem
Lebensumfeld und neuen, ganz unterschiedlichen Leuten klar kommen und
hatte einen völlig anderen Alltag - kurzum, beim Bund wird man
selbstständiger, man lernt alleine klar zu kommen. Kann man sicher für
den Zivildienst genauso sagen.

Das Unterordnen war kein Problem - es herrschte kein Kadavergehorsam wie
zu Adolfs Zeiten, die Vorgesetzten haben uns zwar schon gezeigt wer das
Sagen hat und so manchen Weg ist man umsonst gelaufen, es gab aber keine
krankhaften Schleifer. Man hat die Befehle mit einem Augenzwinkern
befolgt, wohl wissend dass wir nicht im Krieg sind und uns nicht viel
passieren. Eigentlich ist alles eine große Show. Und sich "richtig"
unterordnen können, also ohne die Selbstachtung zu verlieren, muss man
ja im (Berufs-)Leben auch hier und da mal. Gebe aber zu, dass das nicht
jedermanns Sache ist und damals auch einige ziemlich Probleme damit
hatten. Man darf es wie gesagt nicht zu Ernst sehen.

Nach der Grundausbildung war das sowieso alles anders, wenn man dann
seine ehemaligen Ausbilder in der Kneipe getroffen hat und merkte dass
es auch nur normale Menschen sind, die sich nach Dienstschluss auch
nicht anders verhalten.

Ansonsten stimmt es was hier schon gesagt wurde, bei so manchem
Eilmarsch oder x-tem Wiederholen irgendeiner stumpfsinnigen Tätigkeit
wünscht man sich nur noch nach Hause ins Bett zu kommen. Im Nachhinein
kommt mir das alles nicht mehr so schlimm vor und man erinnert sich an
die lustigen Begebenheiten und ist "stolz", das durchgestanden zu haben.
Habe mich auch schon erwischt damit zu Prahlen.

Ich fand es also für mich persönlich ganz sinnvoll, man kam aus dem
üblichen Alltag mal heraus und wurde selbstständiger, in dem man sich
auf neue Situationen einstellen mußte. Es war halt mal etwas ganz
anderes. Und danach wußte ich meinen Alltag auch wieder zu schätzen, wo
ich eben nicht den ganzen Tag körperlich powern muss und mehr Freiheiten
habe.

Für den Staat finde ich den Wehrdienst aber gar nicht sinnvoll: Nach der
Grundausbildung sitzt man wirklich größtenteils nur noch herum. Es gibt
nicht viel zu tun, und es ist auch unmöglich innerhalb von wenigen
Monaten jemand für eine Tätigkeit zu befähigen, für die es drei-einhalb
Jährige Ausbildungsgänge gibt. Das wird beim Bund auch eingesehen und
Wehrpflichtige werden nicht mehr auf teure Lehrgänge (wie z.B.
Führerschein) geschickt. Man kommt sich wie eine Art Hilfsarbeiter vor,
der hier mal einen Botengang erledigt, da das Fernsehzimmer putzt und
dort den Ölstand des LKWs oder Golfs kontrolliert. Ähnliches habe ich
auch von Bekannten gehört.

Wirklich einsatzfähig wird man dort auch nicht gemacht. Ein Mannöver gab
es in meiner Zeit dort nicht, in manchen Übungen gab's nicht mal
Platzpatronen und man musste "peng, peng" rufen. Mag sein dass das in
reinen Kampfeinheiten anders ist, dennoch glaube ich nicht dass man nach
9 Monaten wirklich für einen Krieg gewappnet ist. Vor allem nicht wenn
dann noch ein paar Jahre vergangen sind. Dachte mir schon damals, dass
die meisten wohl weglaufen würden ;)
Autor: black barret (Gast)
Datum: 26.06.2008 14:56

>> Gut: Danach hatte ich keine Einschlafprobleme mehr!
Ich meinte nach der BW hatte ich "" nicht mehr, war
also wie eine Therapie ;-)
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 14:57

qwertz wrote:
>  Naja, man kann jetzt etwas zum eigentlichen Thema beitragen oder wir
> können uns an den Rechtschreibfehlern anderer aufgeilen und drauf
> ablesen, wie blöd, bescheuert und hirnverlassen der Verfasser des
> entsprechenden postings ist.

Das ist ungefähr so, als würdest du dich mit Diplom in der Tasche als

    Inschinjöhr

bezeichnen... Meinst du nicht, daß man sich damit gründlich selbst
disqualifiziert?

Und wenn man bei der Firma nichtmal lernt, wie sie sich richtig
schreibt...
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:02

>Da bin ich mit dir völlig einig -- nur ist die Bundeswehr eine
>US-Vasallenarmee, die mit Verteidigung nichts am Hut hat.

Stimmt schon irgendwo, trifft für die Wehrpflichtigen aber nicht zu.
Diese können nicht nach Afghanistan oder sonstwohin geschickt werden, es
sei denn sie wollen das freiwillig.

Bis die mal alle in den Krieg ziehen dürfen muss schon der Russe an der
Oder stehen. Und im dritten Weltkrieg gehen wir ja eh alle drauf, egal
ob im Kampf oder daheim unterm Atompilz.
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 15:09

Nixwisser wrote:
> Bis die mal alle in den Krieg ziehen dürfen muss schon der Russe an der
> Oder stehen. Und im dritten Weltkrieg gehen wir ja eh alle drauf, egal
> ob im Kampf oder daheim unterm Atompilz.

Na da habe ich aber so meine Zweifel... Hättest du recht, wäre die
Wehrpflicht-Armee länst durch eine reine Berufsarmee ersetzt, denn die
Ausbildung von gepreßten Rekruten wäre rausgeschmissenes Geld - von dem
dieser Staat ja angeblich so wenig hat...
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:13

Bundeswehr ist Kindergarten mit Lollipop.

Ich kenne einen Typen, der war bei der israelischen Armee. Der hat mir
Sachen erzählt...

Da geht's richtig zur Sache. Da zieh'n sie dir die Wadl'n nach vorne.
Autor: Michael Wilhelm (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:14

Wenn ich die Wahl hätte (hab ich nicht, weil mit 16 Jahren bei der
Handelsmarine angefangen), würde ich den Zivildienst machen. Es
erscheint mir logischer zu lernen, Menschen helfen gesund zu werden als
umzubringen.

MW
Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum: 26.06.2008 15:14

Uhu Uhuhu wrote:

> Na da habe ich aber so meine Zweifel... Hättest du recht, wäre die
> Wehrpflicht-Armee länst durch eine reine Berufsarmee ersetzt, ...

Dann gäbe es aber auch keine Zivis mehr, und man müsste stattdessen
richtige Arbeitskräfte für die entsprechenden Jobs einstellen.  Das
umzuschubsen traut sich derzeit einfach keiner.  Ich glaube schon,
dass die Erkenntnis, dass die Wehrpflicht an sich sinnlos ist,
ansonsten gar nicht so wenig verbreitet ist.
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:16

@Uhu

Es ist auch rausgeschmissenes Geld. Ich gehe fest davon aus dass die
Wehrpflicht in den nächsten 5 Jahren fällt. Die Bundeswehr hat schon
kein Geld, wird aber in Zukunft wohl leider immer mehr im Ausland
eingesetzt. Da legen die das Geld lieber in "richtige" Soldaten an die
man überall hinschicken kann.

Selbst wenn man Wehrpflichtige dazu verpflichten könnte (vorm
Verfassungsgericht nicht durchsetzbar), könnte man mit ihnen keinen
Krieg gewinnen.

Dass so lange an der Wehrpflicht festgehalten wird, liegt einzig und
alleine an der Unverzichtbarkeit von Zivildienstleistenden!
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 15:16

Jörg Wunsch wrote:
> Ich glaube schon,
> dass die Erkenntnis, dass die Wehrpflicht an sich sinnlos ist,
> ansonsten gar nicht so wenig verbreitet ist.

Der olle Kiesinger nannte sie die Schule der Nation.
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:19

>Ich kenne einen Typen, der war bei der israelischen Armee. Der hat mir
>Sachen erzählt...
>
>Da geht's richtig zur Sache. Da zieh'n sie dir die Wadl'n nach vorne.

Die haben auch ständig panische Angst ins Meer getrieben zu werden, da
lässt sich sowas verkaufen. Wahrscheinlich vertrauen sie auch nicht so
wirklich auf die Stärke ihrer "Schutzmacht" ;)
Autor: qwertz (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:29

Wobei der Staat wohl besser bedient wäre, würde er die Wehrpflicht
abschafen und durch eine Art "Zivildienstpflicht" ersetzten. Was aber
wahrscheinlich nicht so einfach zu realisieren wäre und ausserdem gäbe
es wieder eine Lobby die dagegen ist!

Meine Bundeswehrzeit hat dem Staat jedenfalls nichts genützt (wobei ich
die Zeit toll fand!) und mit den 18jährigen Buben kann man einfach
keinen Krieg gewinnen. Ohne Wehrpflicht gäbe es sicher mehr Budget für
Berufssoldaten das wiederum in besseres Material investiert werden
könnte! (Ich habe Flugzeuge gesehen, in die würde ich nicht einmal
einsteigen, wenn es nur auf dem Rollfeld umher fahren würde!)
Autor: ex-mentor-user (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:35

Einerseits ist der Bund verlorene Zeit, so wie da rumgetrödelt wird
könnte man es eigentlich auch abschaffen.
Aber: So manchem Muttersöhnchen würden ein paar Monate weg von Mama gut
tun. Man lernt tatsächlich was, allerdings nur fachfremdes. Wie überleb
ich dämliche und despotische Vorgesetzte, wie funktioniert die
vielbeschworene Kameradschaft, wie war das so mit den Freiwilligen etc.
Würden da mehr Leute rein dann hätten die Dödels von den Burshenschaften
deutlich weniger zulauf. Wer einmal beschi$$en wurde der passt beim
nächsten mal vielleicht auf.
Und ja, dieser Spuk hat tatsächlich ein Ende.
M, mittlerweile längst demobilisiert.
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 15:41

qwertz wrote:
> Meine Bundeswehrzeit hat dem Staat jedenfalls nichts genützt (wobei ich
> die Zeit toll fand!) und mit den 18jährigen Buben kann man einfach
> keinen Krieg gewinnen.

Dann sieh mal hier nach, wie alt die GIs so sind, die ihr Fell im Irak
zu Markte tragen: http://cryptome.org/ und dann suchen nach: Recent
Listings


Wenn der Zivildienst tasächlich das Argument wäre, an der Wehrpflicht
festzuhalten, dann würden sie eine Zivildienstpflicht einführen, die man
auch bei Bundeswehr, THW, Feuerwehr etc. ableisten kann.

Das Argument ist also leider doch keines...
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:43

Das ist schon eins, weil der Zivildienst an den Wehrdienst gekoppelt
ist.

Die Einführung einer neuen Bürgerpflicht ist politisch sehr schwer
durchsetzbar.
Autor: <censored> (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:48

>auch bei Bundeswehr, THW, Feuerwehr etc. ableisten kann.

mir stößt es übel auf wenn du BW THW und FF in einen Topf schmeißt.

Hör mal auf zu pauschalisieren!

Oder glaubst du dass bei THW und FF rumgetrödelt wird?
Autor: Nixwisser (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:52

Naja, auf dem Lande ist die Feuerwehr eher eine Feierwehr ;) Mehr
Mitglieder im Feuerwehrverein als in der Einsatzabteilung.

Ansonsten stimme ich dem Dude zu. Die Wehrpflicht ist in der
Gesellschaft akzeptiert, und damit auch der Ersatzdienst. Eine neue
Dienstpflicht wäre schwierig durchzusetzen.
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 15:54

Vor allem in der heutigen Zeit, wo die etablierten Parteien um jedes
halbe Prozent bangen...
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 16:03

Der Dude wrote:

> Die Einführung einer neuen Bürgerpflicht ist politisch sehr schwer
> durchsetzbar.

Da muß keine neu Bürgerpflicht etabliert werden - es reicht, die
Prioritäten umzusetzen.

Früher mußtest du dich in einem aufwendigen Verfahren dafür
rechtfertigen, warum du nicht zu Bund, sondern zum Zivildienst willst.

Dann wurde dieses Verfahren stark vereinfacht - Postkarte genügt, daß
man Zivi werden kann und wenn sie das so umdrehen, daß man eben die
Postkarte schreiben muß, wenn man beim Bund Indianer spielen will, dann
wäre das keine große Veränderung. Oder gehen die davon aus, daß die
Brüder, die zum Bund wollen, nicht schreiben können?
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 16:06

Ich werd's dem Franz Josef Jung beim nächsten Burschenschaftssaufen
vorschlagen.
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 16:06

<censored> wrote:
>>auch bei Bundeswehr, THW, Feuerwehr etc. ableisten kann.
>
> mir stößt es übel auf wenn du BW THW und FF in einen Topf schmeißt.

Das macht der Gesetzgeber ja schon seit Jahrzehnten...

> Hör mal auf zu pauschalisieren!

???

> Oder glaubst du dass bei THW und FF rumgetrödelt wird?

Woraus schließt du das? So ein Unsinn...
Autor: Armeedödel (Gast)
Datum: 26.06.2008 18:27

War in Hammelburg vor 10 Jahren. Rumsitzen und abhocken gab es da nicht.
Viel draussen im Wald und Grundausbildung im tiefsten Winter. Wir habe
ganz schön gefroren und hatten wenig Schlaf. An was ich mich noch
erinnern kann, war die schlechte ärztliche Versorgung. Medikamente die
nicht lebensnotwendig waren (Nasenspray etc.), hat man gar nicht
gekriegt und wenn das Essensbudget knapp war (das war es immer) hat man
das deutlich gespürt. So ab dem 20. des Monats gab es z.B nur noch
gefärbtes Wasser (Tee?) und trockenes Brot anstatt einem Brötchen und
gelöstem Milchpulver. Der Hfw hat es uns schwer gemacht aus dieser
Versorgung auszutreten und uns selbst zu verpflegen. Das Mittagessen war
in der Regel gut (besonders wenn wir draussen waren), dafür aber knapp.
Manövermunition habe wir (damals) noch Eimerweise verschossen und aus
den Übungshäusern (in Bonnland) geschleppt. Die Zusammenhänge kann ich
heute noch nicht nachvollziehen. (Die Manövermunition kostete damals
übrigens etwa 70 Pfennig die Patrone und Scharfe kostete nur halb
soviel.)

Ich erinnere mich auch noch gut an das Sammeln für die
Kriegsgräberfürsorge. Es war üblich, dass jeder Soldat 2 Tage während
seiner Ausbildung sammelt. Dazu wurden wir in Busse verfrachtet und in
irgendwelches Umland gekarrt, um dann von Tür zu Tür zu ziehen und zu
betteln (manch einer hat sich geweigert und für den hat sich dann auch
entsprechende Arbeit gefunden :-) Dazu gab es einen schlecht gepackten
Essensbeutel. Darin waren, ein paar Scheiben Brot, eine kleine Dose
Magarine, ne kleine Salami, 4 Päckchen Konfitüre (Ich kann mich nicht
mehr genau erinnern aber in etwa so. Also echte Nato-Mann Rationen waren
es nicht.) Also haben wir einen Teil der Spenden in unsere Taschen
fliessen lassen um uns ordentlich zu versorgen. (Ein Grund warum ich
heute sehr vorsichtig mit Spenden bin) Die Meisten haben das so gemacht
und nur die ganz Braven haben sich von Prämien (und einem Fetzen Papier)
ködern lassen.
Natürlich hat das keiner gesagt aber geahnt hat man es von den Anderen
schon. Irgendwann hat sich dann ein kleineres Grüppchen in einer
Hinterhof-Kneipe getroffen und ordentlich auftischen lassen..

Am 3. Tag beim Bund sind wir einen halben Kilometer in der Gruppe bis
zur Sanitätsstation gerannt. Wir haben kurz vor dem Kino gestoppt (liegt
in unmittelbarer Nähe) um zu verschnaufen, weil einige nicht mehr
konnten. Nach etwa 10 Sekunden ist direkt vor mir einer zusammengklappt
und nicht mehr aufgestanden (der Ausbilder hatte die Lage wohl falsch
eingeschätzt). Ich habe mich, wie alle anderen, sehr für diesen Fall
interessiert und musste am Ende zur Kenntnis nehmen, dass die Bundeswehr
sich komplett aus ihrer moralischen Verantowrtung gestohlen hat. Die
komplette Kosten (Überführung, Beerdigung usw.) wurden aus irgendeinem
Spendentopf getragen. Die BW hatte nur warme Worte gespendet und
Halbmast geflaggt.
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 18:42

>Die BW hatte nur warme Worte gespendet und Halbmast geflaggt.

Dabei haben sie ihn getötet. Und er war nicht der Einzige.

Das sollte sich der Threadsteller (Also meine Meinung BUND RULES ;)
mal überlegen!
Autor: MTD (Gast)
Datum: 26.06.2008 19:09

>>Die BW hatte nur warme Worte gespendet und Halbmast geflaggt.

>Dabei haben sie ihn getötet. Und er war nicht der Einzige.

>Das sollte sich der Threadsteller (Also meine Meinung BUND RULES ;)
>mal überlegen!

Wegen?

Der von Armeedödel beschriebene Vorfall würde ich als tragisches Unglück
bezeichnen, wenn ein junger Mann im Alter zwischen 18-25 Jahren nach
500m Joggen Tod zusammenbricht kann man wohl den Beteiligten keinen
Vorwurf machen den das ist wohl ein Umstand mit dem niemand rechnen
kann. Ausnahme wäre natürlich eine bekannte Krankheit oder Behinderung,
aber darüber lässt sich in diesem konkretem Fall nichts sagen, ausserdem
würde so jemand wohl kaum eingezogen werden.

Ich denke es gibt durchaus auch Zivildienstleistende die während ihres
"Einsatzes" ums Leben kamen, wohl vor allem durch Autounfälle etc. Und
ich bin mir sicher das das Rote Kreuz in so einem Fall den
Hinterbliebenen ebenfalls keine finanzielle Entschädigung zukommen lässt
da solche Dinge zum normalen Lebensrisiko gehören.

PS:

"Bund rules" sollte keine Verherrlichung darstellen sondern nur eine
kurze Zusammenfassung der von mir persönlich erlebten Zeit.

MfG
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 19:22

>Der von Armeedödel beschriebene Vorfall würde ich als tragisches Unglück
>bezeichnen, wenn ein junger Mann im Alter zwischen 18-25 Jahren nach
>500m Joggen Tod zusammenbricht kann man wohl den Beteiligten keinen
>Vorwurf machen den das ist wohl ein Umstand mit dem niemand rechnen
>kann.

Der Junge ist aber deswegen gestorben, weil sie ihn zu etwas gezwungen
haben, was er körperlich nicht überstehen konnte und auch freiwillig
nicht gemacht hätte.

Das ist auch kein tragisches Unglück. Man hätte bei der Musterung
erkennen müssen, dass der Junge das nicht aushalten kann.


Das ist fahrlässige Tötung, kein tragischer Unglücksfall.
Autor: heinzel (Gast)
Datum: 26.06.2008 19:51

bund würde ich nicht mehr machen.

war bei den feldjägern und "durfte" dort während meiner wehrdienstzeit
den revserve unteroffizierslehrgang besuchen. bei allen anderen
truppengattungen musste man für den reserve uffz. freiwillig länger
machen. uns wurde es dienstlich befohlen und dafür bekamen wir auch nur
den normalen wehrdienstsold.
von 10 monaten hatte ich 2 monate grundausbildung, 2 monate
spezialgrundausbildung und 3 monate uffz.1 lehrgang.
hatte also 6 monate grundausbildung. war absolut kein spass und ich war
von sehr, sehr vielen volltroteln umgeben.
positive erinnerungen habe ich sogut wie keine! ausser dass man als
feldjäger im dienst so manchem ordentlich die meinung geigen konnte. kam
aber leider auch nicht so oft vor..

würde in der rückschau lieber zivi im ausland machen, so wie einige
meiner freunde. bekamen in frankreich die wohnung gezahlt, nen
taschengeld und noch ihr zivigehalt. hatten 70% party und haben dann
auch wegen sehr vieler überstunden  genau so lange gehabt wie ich, aber
mit wesentlich mehr spassfaktor.

es sollte lieber ein halbes jahr sozialer oder allgemeinnützlicher
dienst für alle eingeführt werden, das bringt der gesellschaft
wesentlich mehr!
Autor: Daniel (Gast)
Datum: 26.06.2008 19:54

Beim 6 km Marsch .. hmm eigentlich eher Joggen mit
20 kg Rücksack + Helm, Koppel und G36 sind bei uns auch 2 umgefallen.
Allerdings direkt zu sich gekommen. Einer davon hat sich später
verpflichten lassen ;)
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 20:03

Der Dude wrote:
> Das ist fahrlässige Tötung, kein tragischer Unglücksfall.

Soll man etwa von diesen Landsern erwarten, daß sie das Kanonenfutter in
Watte einwickeln?

Ich wußte schon, warum ich mich voll gedrückt habe, als das noch richtig
schwierig war...
Autor: Armeedödel (Gast)
Datum: 26.06.2008 20:38

>Das ist auch kein tragisches Unglück. Man hätte bei der Musterung
>erkennen müssen, dass der Junge das nicht aushalten kann.

Ja, dass stimmt. Der arme Kerl soll wohl einen kleinen Herzdefekt gehabt
haben. Er war auch nicht wirklich dick.

>Ich denke es gibt durchaus auch Zivildienstleistende die während ihres
>"Einsatzes" ums Leben kamen, wohl vor allem durch Autounfälle etc. Und
>ich bin mir sicher das das Rote Kreuz in so einem Fall den
>Hinterbliebenen ebenfalls keine finanzielle Entschädigung zukommen lässt
>da solche Dinge zum normalen Lebensrisiko gehören.

Man muss es aber auch so sehen, dass man nach 3 Tagen keinerlei Aussagen
über die Kondition Einzelner machen kann. (Schon gar nicht ein Uffz der
nur 4 Jahre dient.) Ich meine da waren einige dabie die haben höchstens
Schulsport gemacht und sind Nachmittags bei einer Tüte Chips in den
Fernsehsessel gesunken. Dazu kommt noch das 44 Mann einen enormen
Gruppendruck ausüben und wenn man plötzlich stoppt, will man auch nicht
6 oder 7 Mann über sich fallen haben.

Dafür, dass die Armee die Zivilrechte des Grundwehrdienstleistenden
beschneidet, ihm eigene Anwälte, Richter und Ärzte zuteilt, er ein
Pflichtverhältniss hat und Rechenschaft ablegen muss, kann man auch
erwarten, dass die Armee die Kosten für seine Beerdigung übernimmt. So
sehe ich das. Die Polizei macht das auch nicht anders. Wenn ich mich
verpflichte für den Staat mein Leben zu geben, dann kann der Staat auch
gerne für meine Beerdigungskosten aufkommen.
Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
Datum: 26.06.2008 20:53

Nixwisser wrote:
>>Da bin ich mit dir völlig einig -- nur ist die Bundeswehr eine
>>US-Vasallenarmee, die mit Verteidigung nichts am Hut hat.
>
> Stimmt schon irgendwo, trifft für die Wehrpflichtigen aber nicht zu.
> Diese können nicht nach Afghanistan oder sonstwohin geschickt werden, es
> sei denn sie wollen das freiwillig.
>
> Bis die mal alle in den Krieg ziehen dürfen muss schon der Russe an der
> Oder stehen. Und im dritten Weltkrieg gehen wir ja eh alle drauf, egal
> ob im Kampf oder daheim unterm Atompilz.

# Albert Einstein antwortete auf die Frage, mit welchen Waffen der
Dritte Weltkrieg geführt werde: „Ich bin [mir] nicht sicher, mit welchen
Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg
werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Weltkrieg#Zitate
Autor: Der Dude (Gast)
Datum: 26.06.2008 20:57

Er hat auch gesagt:

"Wenn einer in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann
verachte ich ihn schon".
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 26.06.2008 21:10

Armeedödel wrote:
> Dafür, dass die Armee die Zivilrechte des Grundwehrdienstleistenden
> beschneidet, ihm eigene Anwälte, Richter und Ärzte zuteilt, er ein
> Pflichtverhältniss hat und Rechenschaft ablegen muss, kann man auch
> erwarten, dass die Armee die Kosten für seine Beerdigung übernimmt. So
> sehe ich das. Die Polizei macht das auch nicht anders. Wenn ich mich
> verpflichte für den Staat mein Leben zu geben, dann kann der Staat auch