Datum: 30.06.2008 12:23
Hallo zusammen. Vorweg: Ich bin ziemlicher Anfänger, was das Programmieren mit Embedded Systems angeht. Ich habe meinen Atmega32 über I2C mit einem PCF8574 verbunden. Hinter diesem sitzt eine Matrix Tastatur, die ich abfragen will. Ausgabe erfolgt auf LC-Display Hier erstmal ein kleiner auszug aus dem Code:
int main (void) { lcd_init(); delay_s(1); lcd_on(); twi_init(72); while(1) { for (int i=0; i<4; i++) } twi_m_start(32, TW_WRITE); twi_m_write(254 << i); twi_m_start(32, TW_READ); int j = twi_m_read(); switch(j) { case 190: lcdxy(0,1); printf("1"); break; case 222: lcdxy(0,1); printf("2"); break; case 238: lcdxy(0,1); printf("3"); break; case 189: lcdxy(0,1); printf("4"); break; case 221: lcdxy(0,1); printf("5"); break; case 237: lcdxy(0,1); printf("6"); break; case 187: lcdxy(0,1); printf("7"); break; case 219: lcdxy(0,1); printf("8"); break; case 235: lcdxy(0,1); printf("9"); break; } } } |
Ich muss im Prinzip 4x abfragen bis ich alle Reihen der Matrix einmal auf 0 gesetzt habe. Der Wert der bei tw_m_write() übergeben wird ist int. Ich habe das Problem, wenn ich die 254(1111 1110) nach 1 links << shifte, er von rechts wieder mit Nullen auffüllt (1111 1100). Konnte ich ja am PCF auch nachmessen. Ich möchte aber, dass es nach einem 254 << 1 so aussieht: (1111 1101). Jetzt meine Frage, wie kann ich das realisieren? Wie lautet der Befehl dafür? Für Antworten wäre ich sehr dankbar. Das, was ich suche, ist doch doch ein Rotate through Carry oder? Gruß Henning
Datum: 30.06.2008 12:28
Mir ist davon ab noch ne Katastrophe aufgefallen:
twi_m_write(254 << i);
|
Des ist kacke, weil du um ne Variable schiebst (i), der AVR sowas aber nicht von Haus aus kann. Speicher lieber die 254 in ne Variable und schieb in jedem Durchlauf um eins nach links.
Datum: 30.06.2008 13:04
Henning Achter wrote: > Das, was ich suche, ist doch doch ein Rotate through Carry > oder? Hast du schon im AVR 8-Bit Instruction Set (http://www.atmel.com/dyn/resources/prod_documents/...) nachgesehen, ob es sowas wie ein Rotate through Carry gibt? Mir fallen da die ROL und ROR Instruktionen auf... Du könntest diese Befehle in (avr-gcc) C mit Inline Assembler machen. http://www.roboternetz.de/wissen/index.php/Inline-... http://www.nongnu.org/avr-libc/user-manual/inline_asm.html Oder in C nachstellen, also aktuelles MostSignificantBit MSB in Variable carry merken, Shiften (<<) und carry als LeastSignificantBit LSB dazuodern.
Datum: 30.06.2008 13:18
ja der ROL steht für Rotate throug Carry. Nur habe ich im Stillen gehofft, dass ich das Problem mit C lösen kann. Ich kenne mich mit Assembler nicht wirklich gut aus. :) Aber werd mir deine Links mal verinnerlichen. danke schonmal @Sven pauli. Die Variable i ist bei jeden Duchlauf eins größer und das klappt auch einwandfrei so, habs nachgemessen mit einem Oszi. Nur die Bitverschiebung ist keine zyklische, sondern eine arithmetische.
Datum: 30.06.2008 13:21
Henning Achter wrote: > @Sven pauli. > > Die Variable i ist bei jeden Duchlauf eins größer und das klappt auch > einwandfrei so, habs nachgemessen mit einem Oszi. Nur die > Bitverschiebung ist keine zyklische, sondern eine arithmetische. Du verstehst das falsch. Natürlich funktioniert das, aber schau dir mal an, welchen riesen Code der Compiler draus macht. Wenn du immer nur um 1 (eben um eine Konstante) schiebst, gibt das im Code dann genau eine "lsl"-Instruktion. Wenn du um "i" schiebst, gibts im Code ne Schleife, die "i"-Mal ausgeführt wird, und das ist total ineffizient und in deinem Fall auch unnötig.
Datum: 30.06.2008 13:25
ok, das hast du natürlich recht. Darüber hab ich auch ehrlich gesagt nicht nachgedacht. Ich wollte, dass es zumindest erstmal läuft und mich dann um die Effienz kümmern. Habs aber nun geändert. danke :)
Datum: 30.06.2008 13:29
Eine leserliche C-Variante wäre sowas:
mask = 0x01 //... for (int i=0; i<4; i++) { //... twi_m_write( ~mask); ("~" bzw "com" geht in einem Asm-Befehl) // ... mask <<=1; //... } |
Außerdem sind die ganzen Dezimalzahlen sehr verwirrend, ich würde auf
Jeden Fall die I2C-Adresse 'rausziehen' ("#define PCF8574 0x20" o.ä.)
und die case's zumindest in hex darstellen (0xbe, 0xde, 0xee...) oder
sogar binär...
(und den "case default:" einbauen).
hth. Jörg
Datum: 01.07.2008 11:02
ich bin nochmal erstmal danke für die zahlreichen Antworten. Habe es mal mit asm volatile versucht. hier mal der code nur als Prinzip.
int main (void) { lcd_init(); lcd_on(); unsigned int i = 254; printf("%i", i); for (int j=0; j<3; j++) { delay_s(2); dspclr(); asm volatile ("rol %0":"=r" (i)); printf("%i", i); } } |
Als Ergebnis erhalte ich jedoch meiner Meinung nach immernoch eine logische Bitverschiebung. Beispiel 254 (1111 1110) 1. Shift 1111 1100 und nicht 1111 1101 2: Shift 1111 1000 und nicht 1111 1011 usw. Stimmt da etwas mit der Syntax nicht in dem asm Befehl? Danke im Voraus. Gruß Henning
Datum: 01.07.2008 11:09
rol verschiebt den Wert im Register um eine Stelle nach links. Dabei wird das, was grad (in diesem Fall wohl eher zufällig) im Carry-Flag steht, von hinten in das Register reingeschoben und das MSB wird ins Carry-Flag geschoben. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass nach einem printf-Aufruf im Carry für den nächsten Schiebevorgang noch der alte Zustand steht... Ich würde es ohne das Inline-Assembler-Zeugs machen. Das Carry-Flag kann man in C auch abfragen. Ist ein recht gewöhnliches Bit im SREG.
Datum: 01.07.2008 11:10
> Stimmt da etwas mit der Syntax nicht in dem asm Befehl?
Nein, was nicht stimmt, ist dein Verständnis von "rotate through carry".
Was links raus fällt landet im Carry, und rechts wird nachgeschoben, was
vorher im Carry war.
Datum: 01.07.2008 11:13
variable = (variable << 1) | (SREG & 1); |
könnte klappen. Wäre die einfachste und kürzeste Methode. Aber besser ins Listing schauen, ob der Compiler nicht noch irgendeinen Carry-Flag-beeinflussenden Befehl dareinschiebt. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, dann besser so:
variable = (variable << 1) | (variable & 0x80) ? 1 : 0; |
...oder so ähnlich.
Datum: 01.07.2008 11:14
Je nachdem wie zeitkritisch das Ganze ist, könnte man auch eine reine C-Lösung ins Auge fassen:
tmp = i & 0x80; i <<= 1; if( tmp ) i |= 0x01; |
Datum: 01.07.2008 11:17
Johannes M. wrote:
>> variable = (variable << 1) | (SREG & 1); > |
> könnte klappen.
Streng genommen hast du keine Garantie, dass der Compiler das
so umsetzt wie du es erwartest. Der Compiler darf durchaus
(SREG & 1 ) berechnen noch ehe er Code für (variable << 1)
generiert.
Dann schiebst du wieder irgendein Bit hinein
Datum: 01.07.2008 11:18
Karl heinz Buchegger wrote: > Streng genommen hast du keine Garantie, dass der Compiler das > so umsetzt wie du es erwartest. Der Compiler darf durchaus > (SREG & 1 ) berechnen noch ehe er Code für (variable << 1) > generiert. > > Dann schiebst du wieder irgendein Bit hinein Das ist natürlich richtig. Also besser in zwei Schritten. Und in jedem Fall ins .lss schauen, was der wirklich draus macht.
Datum: 01.07.2008 11:22
Johannes M. wrote:
>> variable = (variable << 1) | (variable & 0x80) ? 1 : 0; > |
> ...oder so ähnlich.
Oder:variable = (variable << 1) | ((variable & 0x80) && 1); |
Datum: 01.07.2008 11:26
Karl heinz Buchegger wrote: > Johannes M. wrote: >>
>> variable = (variable << 1) | (SREG & 1); >> |
>> könnte klappen. > > Streng genommen hast du keine Garantie, dass der Compiler das > so umsetzt wie du es erwartest. Der Compiler darf durchaus > (SREG & 1 ) berechnen noch ehe er Code für (variable << 1) > generiert. > > Dann schiebst du wieder irgendein Bit hinein In diesem Fall holt er zumindest vorher das SREG, klappt also nicht:
+00000074: B78F IN R24,0x3F In from I/O location +00000075: 0F99 LSL R25 Logical Shift Left +00000076: 7081 ANDI R24,0x01 Logical AND with immediate +00000077: 2B98 OR R25,R24 Logical OR |
Datum: 01.07.2008 11:51
Vielen Dank erstmal,
tmp = i & 0x80; i <<= 1; if( tmp ) i |= 0x01; |
und
variable = (variable << 1) | ((variable & 0x80) && 1); |
funktionieren.
Datum: 01.07.2008 12:20
Stefan Ernst wrote: > In diesem Fall holt er zumindest vorher das SREG, klappt also nicht: >
> +00000074: B78F IN R24,0x3F In from I/O location > +00000075: 0F99 LSL R25 Logical Shift Left > +00000076: 7081 ANDI R24,0x01 Logical AND with > immediate > +00000077: 2B98 OR R25,R24 Logical OR > |
Wie bekommt man so ausführliche Assembler Listings mit dem AVR-GCC? ;)
Datum: 01.07.2008 12:25
Simon K. wrote:
> Wie bekommt man so ausführliche Assembler Listings mit dem AVR-GCC? ;)
Das stammt aus dem Disassembler-Fenster des AVR-Studio-Debuggers. ;-)
Datum: 01.07.2008 13:00
Stefan Ernst wrote:
> Das stammt aus dem Disassembler-Fenster des AVR-Studio-Debuggers. ;-)
Besonders ,,nützlich'' finde ich immer die letzte Spalte... Sie hätten
den Platz wirklich sinnvoller nutzen können, bspw. um für Adressen die
symbolischen Namen anzuzeigen (sofern bekannt) oder bei relativen
Sprüngen das Sprungziel auszurechnen. Wer nicht weiß, dass "ANDI"
ein "Logical AND with" ist, dem wird auch der Kommentar beim Lesen
kaum noch helfen.
Datum: 01.07.2008 13:44
Jörg Wunsch wrote:
> Besonders ,,nützlich'' finde ich immer die letzte Spalte...
Ja, ist reichlich überflüssig.
Aber das lss-File hat auch so seine Macken. Im konkreten Fall steht da:e8: 8f b7 in r24, 0x3f ; 63 ea: 99 0f add r25, r25 ec: 81 70 andi r24, 0x01 ; 1 ee: 98 2b or r25, r24 |
Ich finde "lsl r25" lesbarer als "add r25,r25" (ist aber wohl Geschmackssache).
Datum: 01.07.2008 15:04
Stefan Ernst wrote: > Ich finde "lsl r25" lesbarer als "add r25,r25" (ist aber wohl > Geschmackssache). Tja, das ist wohl das Dilemma eines Disassemblers, welchen von zwei Mnemonics es sich für ein und denselben Opcode aussuchen darf... Letztlich ist wohl das, was man gerade lesbarer findet, vom Kontext abhängig.
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