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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf öffentlicher Dienst Max Planck


Autor: Unentschlossener (Gast)
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Hallo zusammen,

Hat jemand Erfahrungen mit dem Ingenieursdasein im öffentlichen Dienst 
gesammelt? Ich habe eine Zusage am Max Plank Institut bekommen und 
überlege derzeit ob ich diese Stelle nun auch will. Nachteil ist ganz 
eindeutig das geringe Gehalt im Verhältnis zur freien Wirtschaft (da 
verdient man locker mal 500-1000 Euro mehr). Ich bin Berufseinsteiger 
und habe ein abgeschlossenes Ingenieursstudium.

Ich bin momentan ein wenig in einer „Entscheidungszwickmühle“. Ich wäre 
über Hinweise und Denkanstöße dankbar, die ev. auch die Vor und 
Nachteile einer solchen Stelle betreffen. An und für sich ist das 
Antreten einer Stelle an einem renommierten Institut sicher keine 
absolute Fehlendscheidung.

Wie steht ihr dazu?

Grüße
Unentschlossener

Autor: ijuz (Gast)
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Ermoeglicht die Stelle dir die Promotion? Dann kann es sich lohnen, 
sonst musst Du dich nach dem warum fragen.

Autor: Unentschlossener (Gast)
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@ ijuz,

Es besteht die Möglichkeit bei Bedarf auf Halbzeit zu gehen um den 
Master nachzuholen. Ich habe nur den Dipl.-Ing. (FH) und kann daher noch 
nicht promovieren. Ansonsten ist die Stelle eben eine wissenschaftlich 
orientierte, was mich persönlich reizt. Es geht um das Design von 
Auswertelektronik (digital und analog) von Röntgensensoren, die in der 
Astronomie Verwendung finden.) . Ein gewisser Spielraum pers. Neigungen 
und Interessen nachzugehen ist ebenfalls vorhanden. Das Gehalt wird so 
bei 2700 im Monat liegen als Einstieg und geht dann nach einem Jahr auf 
ca. 3000. Es handelt sich um ein Team aus Physikern, Technikern und 
Ingenieuren.

Die Stelle ist zunächst auf 2 Jahre befristet und kann dann verlängert 
werden.

Insgesamt macht die Stelle einen interessanten Eindruck. Natürlich kann 
man dass im Vorfeld nie zu hundert Prozent sagen wie es dann tatsächlich 
wird. Mir per. Ist Kreativität und Produktidentifikation relativ 
wichtig. Ich möchte an der Arbeit Spaß haben. Da ich noch alleine lebe, 
komme ich vermutlich auch mit dem Gehalt über die Runden. Die Frage ist 
halt ob man grundsätzlich etwas falsch machen kann, wenn man dort 
anfängt. Wie macht sich das im Lebenslauf wenn man am Max Planck 
Institut gearbeitet hat?

Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
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> Wie macht sich das im Lebenslauf wenn man am Max Planck
> Institut gearbeitet hat?

Ich würde sagen sehr gut. Das ist ein Name den man vorzweigen kann.

Das einzige Problem, das ich mir vorstellen kann, ist, dass man bei 
späteren Bewerbungen auf die Frage, warum man als FH-Ingenieure in einen 
wissenschaftlichen Bereich gegangen ist, eine Antwort haben sollte. 
"Weil ich es kann" würde mir als Antwort reichen :-) Wenn du dort den 
Master gemacht hast, dann ist das natürliche eine ebensogute Antwort.

Autor: Panzer H. (panzer1)
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Als Einstiegsjob ist es sicherlich in Ordnung.
Du hast wahrscheinlich ausreichend Zeit, Dich mit den fachlichen Dingen 
detailiert auseinanderzusetzen. Zeit für persönliche Projekte bleibt da 
sicherlich auch. Wenn Du Dich tiefgreifend mit der Materie 
auseinandersetzt, sollte es auch kein Problem sein, nach ein paar Jahren 
in die freie Wirtschaft zu wechseln (wenn nicht gerade Flaute herrscht).

Autor: Günny (Gast)
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MPI macht sich durchaus gut im Lebenslauf und wenn Du wirklich Spaß an 
dem Aufgabengebiet und Deiner Arbeit dort hast, ist dies auch ein gutes 
Argument.

Ich habe auch gerade im öffentlichen Dienst an einer TU eine Stelle 
angenommen. Der Job ist (relativ) sicher, man kann noch ein paar Jahre 
die Ellenbogen schonen, die man in der Industrie definitiv für eine 
zügige Karriere brauchen wird und kann schon einmal Industriekontakte 
knüpfen.
Die Stelle hätte ich aber NIE angenommen, wenn hier keine Möglichkeit 
zur Promotion bestünde. Dafür ist die Bezahlung einfach viiiiiiel zu 
schlecht. Der Arbeitsmarkt für Maschinenbauingenieure ist zur Zeit 
hervorragend, da muss man sich das wirklich sehr genau überlegen.

gruß

Autor: Thomas (Gast)
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Hey, moment,

das Gehalt ist Klasse.
Denke daran, welche Abzüge Du im öffentlichen Dienst als Arbeitnehmer 
nicht zu tragen hast. Ebenso welche Vergünstigungen Du bei Kfz oder 
sonstigen Versicherungen hast!

Autor: Besserwisser (Gast)
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> ca. 3000. Es handelt sich um ein Team aus Physikern, Technikern und
> Ingenieuren

Lass die Finger von dem Job. "Du bist da bloß der Hiwi und Kaffeemacher 
für die Physiker" - Zitat von einem Studiumskollegen der dort arbeitete.

Autor: Anja zoe Christen (zoe)
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Man sollte bei der Abwägung öffentlicher Dienst / Industrie auch das 
Arbeitstempo bzw. den Druck in Erwägung ziehen.
All die Leute die ich bei DLR, MPI oder Fraunhofer kennengelernt hatte, 
hatten / haben ein deutlich entspannteres Arbeitsleben als ich mit 
weniger Streß und Hektik.

Zoe

Autor: Günny (Gast)
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Natürlich ist das Gehalt klasse, aber nicht im Vergleich mit einem 
Nettogehalt in der Industrie bei gleicher Qualifikation.
Bei der Haftpflicht- und Hausratsversicherung macht der 
"öffentliche-Dienst-Rabatt" gerade mal 5-10 Euro im Jahr aus, bei der 
Kfz-Versicherung habe ich keine Ahnung.
Aber man geht ja auch nicht in den öffentlichen Dienst des Gehalts 
wegen; es sollte einen dann schon eher die Aufgabenstellung sowie die 
Möglichkeit der Promotion reizen.

Autor: Unentschlossener (Gast)
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@ Besserwisser,

wo genau hat dieser Kollege denn gearbeitet?

Autor: Paul (Gast)
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>dass man bei späteren Bewerbungen auf die Frage, warum man als FH-Ingenieure >in 
einen wissenschaftlichen Bereich gegangen ist

Da sehe ich überhaupt kein Problem. Es ist doch besser nach dem Studium 
einenn niveauvollen Job zu machen, als der x-te Typ in der 
Produktionsorganisation. Habe bisher (8 Jahre) als FH-Absolvent nur in 
solchen Teams gearbeitet. Klar die Bezahlung ist nicht berauschend, aber 
man muß nicht immer mit Zeitdruck arbeiten und macht nicht jeden Tag 
Schema F. Vor einem Wechsel in die Industrie hätte ich keine Angst und 
zum Kaffeekocher für die Physiker bin ich nie mutiert. Mich haben dort 
alle fair behandelt und im Gegensatz zu Kommilitonen in Firmen wurde ich 
als FH-Absolvent nie gemobbt. Man weiß jetzt was ich kann und setzt mich 
auch qualifiziert ein. Um eine Dissertation habe ich mich nie bemüht, 
allerdings ist es in Dresden auch nicht die riesige Hürde für 
FH-Absolventen wie an anderen Unis (Bremen).

Ich würde den Job nehmen, wenn Du Abstriche im Geld machen kannst. Dem 
Hirn sollte es nicht schaden.

Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
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Paul wrote:
>> dass man bei späteren Bewerbungen auf die Frage, warum man als
>> FH-Ingenieure in einen wissenschaftlichen Bereich gegangen ist
>
> Da sehe ich überhaupt kein Problem.

Ich sehe da kein Problem wenn man eine Antwort auf die Frage hat.

Autor: Unentschlossener (Gast)
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Hallo zusammen,

erst einmal herzlichen Dank für die vielen Anmerkungen und Meinungen. 
Ich habe mir mal den Nettoverdienst ausrechnen lassen, der in etwa zu 
erwarten ist. Ich verdiene am Anfang ca. 1700 Euro Netto/Monat. Nach 
einem Jahr verdiene ich dann ca. 1840 Euro Netto/Monat.

Meinungen?

Autor: Paul (Gast)
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Das sind Brutto? Gehälter bitte immer in Brutto. Keiner weiß ja, ob Du 
verheiratet bist, 7 Kinder hast usw. Weiterhin interessant die Region 
wegen der Lebenshaltungskosten.

Autor: Unentschlossener (Gast)
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Hallo Paul,

Brutto sind es etwa 2960 Euro Einstieg und dann nach einem Jahr 3300 
Euro.
Der Sprung auf 3300 Euro kommt dadurch zu Stande, dass ab 2009 die 
Gehälter erhöht werden und ich zudem in eine höhere Gehaltsstufe 
rutsche.

Ich bin ledig und habe keine Kinder. Der Nettoverdienst ist geschätzt 
(Krankenv. ca. 14,5% usw…).

Das sind bislang noch keine verbindlichen Werte (muss im Einzelnen noch 
ausgehandelt werden, wobei der Spielraum aber relativ klein ist.)

Lebenshaltungskosten sind bezüglich Wohnungen ein wenig hoch (München). 
Aber ich denke ich komme mit dem Gehalt gut über die Runden.

Autor: aaa (Gast)
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Du wirst sicherlich auf einen zeitvertrag eingestellt, der wird so lange 
verlängert bis du nach 10 Jahren die möglichkeit hast dich auf ein 
dauervertrag einzuklagen, aber bevor das passiert wirst du gekündigt,
egal wie wichtig du bist,

die leitung ab einen bestimten nivo wird nur mit ireen besetzt, niemand 
traut sich gegen sie vorzugehen, (man will ja nicht seine mögliche 
dauerstelle verschertzen)

die Qualifikation würde ich nicht überbewerten, man kann dir immer 
vorwerfen das du im öffentlich dienst Däumchen gedreht hast, wobei MPI 
trozdem noch eine sehr gute Referenz ist

die Führungsschicht ist ab und zu etwas seltsam, Zitat: "sie können 
glücklich sein für uns zu arbeiten, viele würde es auch umsonst tun. 
..."

hier noch ein Spruch von einen Kollegen: so wie hier einige arbeiten, so 
würden andere gerne Urlaub machen.

aber kommen wir zurück zu den vorteilen:
der Zeitdruck ist wesentlich kleiner,
du kriegt die Gelegenheit dich mit coolen Sachen zu beschäftigen,
du kannst mit vielen fähigen Leuten arbeiten,

ich für meinen teil werde die zeit hier gut nutzen und mich fürs lernen 
bezahlen lassen :D, nach den master werde ich versuchen von den laden 
wegzukommen

Ich bin nicht direkt an einen MPI sondern an einen ähnlichen 
öffentlichen  Institut, was vom Niveau her etwas tiefer als das MPI 
angesiedelt ist.
Ich habe aber Freunde und Ex-Kollegen die bei jetzt MPI arbeiten.

ich will dir das nicht ausreden, ich wollte dir nur ein paar Details 
nennen die man von außen so nicht sehen kann,

Autor: Der Fast (der9gast)
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Job angenommen Unentschlossener? Schreib mal bitte deine Erfahrungen..



mfg und Danke

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