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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Kleiner Drehstrommotor im Drehmoment regeln be konstanter Frequenz


Autor: Stefan Müller (stefan-mueller)
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Hallo
ich habe mich nun doch mal in etwas höhere Spannungsgefilde getraut, ich 
möchte zu Testzwecken einen Drehstrommotor (ok eher Motörchen) mit 
ganzen 250W Leistung in der Drehzahl und Drehmoment Steuern. Das ganze 
allerdings nicht am Drehstromnetz das ist mir noch zu gefährlich.

Ich habe mir dazu ein irams10up60a Powermodul besorgt. Das ganze 
Geraffel mit explodierenden Leistungsenstufen wegen eines 
Ansteuerungsfehler der einen "Durchschuss" einer Halbbrucke macht habe 
ich damit vom Hals da der Treiber da schon eingebaut ist und der 
verhindert das, wenn ich einen Fehler in der Ansteuerung mache.
Ich habe allerdings eine Sache die mir nicht klar ist bei dem 
Endstufenmodul. Die Bootstrap-Kondensatoren die das Teil braucht, wie 
berechne ich die Spannungsfestigkeit die diese haben müssen? Das Modul 
wird am Lichtnetz betrieben, das ergibt nach der Gleichrichtung ca. 
325VDC in den Zwischenkreiskondensatoren. Zwischen dem Zwischenkreis und 
dem Powermodul sind übrigends noch schnelle Sicherungen drin die im 
"Worst-Case" den Strom unterbrechen. Vor dem Gleichrichter natürlich 
auch nur sind die etwas größer da die den Ladestromstoß der Elkos 
vertragen müssen.

Eine weitere offen Frage ist dann noch ob der Motor unbedingt eine 
Sinusspannung haben will oder ob ich den auch mit Rechtecksignalen 
betreiben kann. Der Strom wird natürlich durch PWM begrenzt das es sonst 
Kracht ist mir klar. Sollte der Motor durch seine Wicklungsinduktivität 
sich nicht selbst dadurch einen annähernd Sinusförmigen Stromverlauf 
machen?

Ich Progge in Bascom, falls ich einen Annähernd sinusförmigen Verlauf 
damit hinbekommen könnte (z.B. durch PWM, nur wie geht das damit?) ist 
mir das auch recht. Wenn der Motor natürlich auch den gePWMten Rechteck 
Frisst ist mir das natürlich lieber und die Stromregelung wird einfacher 
:) Muß ich eigentlich alle am Leitvorgang beteiligten IGBTs des 
Endstufenmoduls mit PWM füttern? Wenn ich das Drehfeld ganz 
runterschraube z.B. auf 2 Hz macht mir da nicht die Bootstrap-Sache 
probleme da der Kondensator nicht mehr richtig geladen wird? Das mit dem 
Bootstrap ist mir noch nicht so ganz klar für eine einfache Erklärung 
warum ich unbedingt PWM dafür brauche und was genau ich PWM-en muss wäre 
ich sehr dankbar. Ich brauche das PWM zwar sowie so für die 
Stromregelung nur das "Grundlegende" zum Bootstrap ist sehr interessant 
für mich.

Falls jemand das schon mal gemacht hat wäre ich für konstruktive Tipps 
sehr Dankbar.

Für die Sicherheitsfetischisten:
Ich bin gelernter Elektriker und kenne Somit die Gefahren auch von 
geladenen Kondensatoren. Die Endstufe wird komplett über Optokoppler vom 
uC angesteuert, ich möchte mich und andere "mitschrauber" ja nicht 
gefährden. Im Schlimmsten Fall ist die Endstufe hinüber aber durch die 
Optokoppler sind wir vor Spannung auf der "Fummelseite" geschützt. :)
Hat halt jeder Angst um sein Fell (was durchaus nachzuvollziehen ist, 
oder?) :D



Zur Anwendung:
Ich habe eine kleine Maschine die sehr kleine Metallteile 
vollautomatisch zusammenschraubt, kann man sich wie eine 
Mini-Drehmaschine vorstellen.
Da diese Teile sehr empfindlich sind und das eine oder andere auch mal 
etwas schwerer geht braucht der Antriebsmotor eine Momentbegrenzung 
sonst bricht der Mitnehmer. Gleichzeitig darf eine Maximaldrehzahl nicht 
überschritten werden sonst sind die teuren Aufnehmer (die Teile die die 
Werkstücke greifen und Festhalten) von Festo sofort defekt und es gibt 
Bruch. Der Motor ist übrigends 8-polig und läuft somit recht langsam.
Bis jetzt war da auch ein Drehstrommotor dran der über einen speziellen 
Frequenzumrichter aus dem 230VAC Netz 1 phasig gespeist wurde. Der 
Umrichter ist aber dauern hinüber, sobald die Maschine ein paar mal sehr 
schwer ging (winzige Spänchen im Gewinde usw) ist das Teil abgebrannt. 
Der Hersteller hat schon seit Monaten Nachbesserung versprochen nur ist 
bis jetzt nichts gegangen. Mittlerweile ist mir bekannt geworden daß der 
besagte Hersteller (Sitz in der Schweiz) vor einigen Wochen still und 
heimlich in die Insolvenz gegangen ist, somit sitzen wir auf dem 
Trockenen. Die versprochene Nachbesserung kann ich mir also in die Haare 
schmieren. Ihr könnt euch also vorstellen wie gut ich auf den 
Scheissladen zu sprechen bin. Obwohl die schon platt waren wurde ich 
weiter mit Lügen und viel BlaBla hingehalten.
Einen FU der eine Konstante Drehfeldfrequenz liefert bei einstellbarem 
Strom habe ich auf die schnelle in bezahlbarer Form nicht gefunden.
Deshalb möchte ich mir selbst helfen, dabei kann ich auch noch was 
lernen und Spass macht das allemal.

Hat wer informationen wie man an so etwas rangehen kann?

Der elektronische Aufbau (Bis auf die Bootstrapgeschichte) ist 
eigentlich schon klar, Vorschläge nehme ich aber natürlich, da niemand 
perfekt ist, gerne entgegen.

Nochwas: Antworten wie kaufst du lieber da und da Fertig kann ich nicht 
brauchen, ich habe mich entschlossen daß in Eigenfertigung zu lösen.

Stefan :)

Autor: Ich (Gast)
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Drehmomentregelung machst du über die Pulslänge beim PWm bei konstanter 
Frequenz, schau mal auf den Wiki Artikel hier. Also wenn volles 
Drehmoment, dann immer an, wenig Drehmoment, fast ganz aus.

Ansonsten meine Empfehlung:
Neue MOSFETs in den bestehenden Frequenzumrichter, aber diesmal richtig 
Dicke. Gegebenenfalls neue Steuerstufe basteln.

Autor: Ich (Gast)
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PS BASCOM stinkt, lerne Asm, denn bei der Anwendung brauchst du 
richtiges Timing

Autor: 3372 (Gast)
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Das Ganze ist nicht weiter schwierig. Du benoetigst eine 3phasen 4 
Quadranten Endstufe, die die Leistng bringen kann. Dann einen 
mechanischen Feedback vom Motor, den Polradwinkel, dh die verdrehung der 
Achse zu Feld. Sie haengt nichtlinear mit dem Drehmoment zusammen. Der 
Rest ist digitale Regelungstechnik. Dh ein Modell der Strecke waere noch 
hilfreich.

Autor: Thomas S. (tsalzer)
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@3372

ich habe nirgendwo gelesen, daß es sich um einen Synchronmotor dreht, 
Du?

guude
ts

Autor: Uwe (Gast)
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Hi!
>Der Motor ist übrigends 8-polig und läuft somit recht langsam.
Das riecht regelrecht nach Schrittmotor. Drehmoment problemlos 
einstellbar,
Punktgenaues anhalten.....

>Einen FU der eine Konstante Drehfeldfrequenz liefert bei einstellbarem
>Strom habe ich auf die schnelle in bezahlbarer Form nicht gefunden.
>Deshalb möchte ich mir selbst helfen, dabei kann ich auch noch was
>lernen und Spass macht das allemal.

Hast du da keinen Zeitdruck? Wer soll das ganze pfegen wenn du mal nicht 
kannst aber Teile benötigt werden?
"Mikromaster" oder Konsorten sollten so bis 400 Teuro zu bekommen sein.
Selber basteln hat natürlich recht hohen Lerneffekt, aber 
Drehmomentgesteuerter FU für Asynchronmotoren??? Wird da das "Lehrgeld" 
nicht die 400 Euro für einen fertigen FU übersteigen?


Sei es drumm, viel Erfolg, Uwe

Autor: Stefan Müller (stefan-mueller)
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Hallo zusammen,

kaum bin ich mal etwa 2 stunden nicht Online (Heimfahren und noch 
schnell beim McDoof kleben geblieben :D) stapeln sich hier die Antworten 
:)

@Ich(gast)
am alten Umrichter will ich nicht Reparieren, so wie das geknallt hat 
und auch laut meinem Meßgerät sind 2 Halbbrücken hinüber die haben 
vollen Durchgang. Da ich von dem Ding keine Pläne habe und auch nicht 
weiß was der "knall" eventuell noch alles an Bauteilen Mitgenommen hat 
lasse ich das lieber sein bevor das eine ewige Baustelle wird. Meine 
Erfahrung mit der Reparatur von FUs ist sehr klein ich hab nur ab und an 
mal in einen defekten Reingeschaut und das Ding zerlegt zum lernen (und 
aus Neugierde :D). Reparaturen bei den kleinen Dingern unter 5KW lohnen 
sich meistens nicht wenn die IGBTs hinüber sind.
Wie ich die Leistung des Motors (also das Drehmoment) regeln kann ist 
mir klar dafür ist ja die PWM da.
Zu deinem Vorurteil gegenüber Bascom: was will ich mit dem stinkenden 
ASM das sollte auch mit Bascom gehen. :D Außerdem sind die Zeiten von 
ASM für die heutigen uCs wohl vorbei. Das soll kein Angriff auf dich 
sein aber wofür gibt es Hochsprachen? Bascom kann ich denke ich recht 
gut, momentan lerne ich nebenher noch C da möchte ich mir Assembler 
nicht auch noch antun. :)
Richtiges Timing sollte ich ja mittels Timer hinbekommen. Wenn alle 
Stricke reißen nehm ich den AT90PWM3 der sollte das können da der ja für 
Motoranwendungen gemacht ist. Ich habe aber leider keinen da und würde 
halt gerne einen "normalen" Mega verwenden. Ich dachte an einen 
ATmega168 der sollte genug PWMs haben.

@3372 (Gast)
Ich glaube du verwechselt das mit einem Synchronmotor (BLDC, Servo wie 
man die immer nennen will) ich meine aber einen Asynchronmotor. Also so 
eine der in fast jeder Industriemaschine drin ist. Von einer kleinen 
Mini-Pumpe mit 100W bis zu einem dicken Fräsenantrieb mit 80KW. Da der 
ja Asynchron ist und auch mal blockiert werden kann (siehe oben) dachte 
ich mir ich lasse das Drehfeld mit der gewünschten Drehfrequenz laufen 
und regle nur das Drehmoment über die PWM. Da Asnchro ja bei Freigabe 
der Motorwelle wieder anfängt zu laufen kann ich mir den Rotorlagegeber 
schenken oder? Vorher gings ja auch nur ist der Original-Umrichter halt 
Schrott :)

@Uwe(Gast)
Guter Versuch... aber leider daneben geschossen :D
Das ist ein "echter" Drehstrommotor von ATB, ich hatte den offen und 
unserem Mechaniker gegeben um die ausgelutschten Lager zu ersetzen. Es 
ist definitiv eine Asynchronmaschine auch laut den Angaben auf dem 
Typenschild. :D Oder hattest du schon mal nen Schrittmotor wo was von 
400VAC draufsteht wegrenn :D

Micromaster oder Sinamics, Hitachi L200, Mitsubishi FR-Serie, hab ich 
alles schon durchgeschaut die können die Drehmomentregelung nicht nur 
die Feldfrequenz kann ich ändern. Damit Regel ich aber die Drehzahl will 
ich aber ja nicht ich möchte ja nur das Moment Regeln. ;)
Wenn das Ding mal läuft wird da die Dokumentation sauber gedruckt und 
kommt in meinen Planschrank. Ich hoffe daß ich da nicht dauernd 
Reparieren muss. Damit ich genug Informationen zur Auslegung habe frage 
ich ja hier :D :D :D
Zeitdruck habe ich immer mit so was, das ist auch nicht anderst wie in 
anderen Firmen. Der einzige Frequenzumformer der das kann ist aber von 
Lenze und ein Nischenprodukt und wird nur auf Anfrage hergestellt. 
Lieferzeit 7-10 Wochen. Das ist natürlich viel zu spät. Ich bin Abends 
meistens recht lange in der Firma da habe ich Zeit für so was um die 
Entwicklung voranzutreiben. Ich kann mir nicht vorstellen daß dies so 
Kompliziert sein soll ich will ja kein kompliziert parametrierbares 
Produkt sondern nur was ganz "primitives". Das Ding wird einmal 
Eingestellt und Fertig. Das Drehmoment wird dann Mittels Poti vom 
Maschinenbediener eingestellt, je nach Teilecharge, und Fertig. So war 
das vorher auch. Eben weil ein Teil der Schaltung dann auch von Außen 
Berührbar ist lege ich auch so einen großen Wert auf galvanische 
Trennung der Endstufe (also der "Hochspannungsabteilung" :D) von den 5V 
der uC Schaltung. Selbst wenn das Poti von einem Teilewagen abgefahren 
wird darf da nix passieren und keinesfalls gefährliche Spannung drauf 
sein. Gibts ab und an mal das sich so nen Teilewägelchen selbstständig 
macht und davon rollt (oder geschubst wird) wenn wieder mal jemand 
vergessen hat den Keil unterzulegen. :)

Zum Thema Pflege: Das Endstufenmodul ist um das 6-fache 
Überdimensioniert und hat einen Thermischen Schutz. Den Kurzschlußschutz 
mache ich ja mittels Sicherungen. Eventuell mach ich noch nen Stromshunt 
rein und einen Komparator der reagiert schneller wie eine 
Schmelzsicherung. Wird der eingestellte Strom überschritten nimmt der 
Ausgang des Komparators dem IRAM-Modul einfach blitzschnell die Freigabe 
weg und das Ding ist aus.

Hat jemand eine Antwort bezüglich der Spannungsfestigkeit der 
Bootstrap-Kondensatoren die ich für Das IRAM-Modul brauche? Darüber habe 
ich immer noch nix gefunden. Wenn ich diese Info hätte kann ich endlich 
mit dem Layouten der Endstufe anfangen. :)

Danke an alle die sich die Mühe gemacht haben zu Antworten

Stefan

Autor: Stefan Müller (stefan-mueller)
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Nachtrag meinerseits:

Weiß jemand woher man anständige Zwischenkreiskondensatoren herbekommt? 
Spannungsfestigkeit 450V Kapazität etwa 1000uF. Da diese in dem besagten 
selbstbau Drehmoment FU eingesetzt werden sollen würde mich auch 
interessieren ob es Faustregeln gibt mit der Dimensionierung der 
benötigten Kapazität zu Motorleistung.
Bei Farnell gibt es zwar so was aber die Dinger sind ganz schön teuer.
Oder sind 1000uF vielleicht zuviel und ich sollte kleinere Nehmen? Wenn 
ich wirklich so eine große Kapazität brauche kann ich ja auch mehrere 
kleinere Elkos nehmen damit auch der ESR besser wird.
Mist ich bin schon daheim sonst könnte ich mal schauen was in dem alten 
Umrichter für Kapazitätswerte drinnen waren... :(

Ich bin für alle Informationen Dankbar.

Stefan

Autor: Thorsten (Gast)
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Ich glaube die Drehmomentenregelung ist nicht ganz so einfach wie du sie 
dir vorstellst.

Ich würde sagen zur Lösung deines Problems solltest du dir mal die 
feldorientierte Regelung anschauen. Hierbei wird der Strom in eine feld- 
und eine drehmomentenbildende Komponente zerlegt, die dann getrennt 
geregelt werden können.

Eine einfache Stromregelung wird dir meiner Meinung nach keine 
akzeptablen Ergebnisse liefern, da die Beziehung M ~ I für eine 
Asynchronmaschine nicht gilt. Es gilt viel mehr M ~ I_sq 
(drehmomentenbildende Komponente des Ständerstroms).

Autor: Stefan Müller (stefan-mueller)
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@Thorsten (Gast)

Hallo, es geht ja auch nicht darum das Moment genau zu Regeln sondern 
eher darum die Kraft die der Motor aufbringen kann zu begrenzen.
Ich weiß daß es so etwas in Stangenlademagazinen für Kurvendrehmaschinen 
der Firma Tornos (Schweizer Hersteller) gegeben hat, bzw. immer noch 
gibt. Wir haben von diesen Besagten Magazinen noch sehr viele nebst den 
Drehmaschinen dazu. Dazu eine kleine Erklärung wie der Vorgang dort ist:

Die Drehmaschine muß ja damit die auch schön eine menge Schräubchen 
herstellt mit Material gefüttert werden. Das ganze ist natürlich in 
Stangenform und ca. 4m Lang. Wir reden hier von einem Maximalen 
Materialdurchmesser von 10mm. Wer jetzt also das Bild eines Abflussrohr 
dicken Metallprügels mit 4m Länge vor Augen hatte liegt "leicht" 
daneben. :D
Die Stange liegt in einem Führungskanal, das vordere Ende mündet über 
eine Konushülse (damit die Stange schön ins Loch geht) in den 
Spindelstock der Drehmaschine. Am "hinteren" Ende der Stange wird 
mittels mitlaufendem Metallschieber kontinuierlich auf die Stange 
gedrückt. Das hat den Grund daß die Drehmaschine ja zyklisch die 
Spannzange öffnet und dann Material auf den Anschlag (=Abstechstahl) 
nachgeschoben wird. Das geht solange bis die Stange bis auf ein 
Reststück von 10cm "gefressen" ist. Dann wird geladen.

Der Vorschubsmotor ist ein Drehstrommotor von Landis & Gyr (=Hersteller 
gibts glaube ich schon sehr lange nicht mehr) der über ein Kettenritzel 
eine Kette antreibt die im Kreis über zwei Umlenkrollen läuft. Diese 
Kette bewegt den Metallschieber. Der Drehstrommotor (es ist wirklich 
einer ich hab die Schaltunterlagen und das Typenschild studiert und 
einen Blick ins Motorenklemmbrett geworfen) wird einphasig mittels 
Kondensator in Steinmetzschaltung über eine Phasenanschnittsteuerung 
gespeist. Auf dem Motor ist ein ganz einfacher Tachogenerator drauf 
damit wird verhindert daß bei fehlender Stange der Schieber vom Motor 
mit vollem Speed gegen den vorderen Anschlag donnert und die Konushülse 
zerdeppert.
Mit dem Tacho wird also die Drehzahl des motors an die Elektronik 
zurückgemeldet. Die Elektronik ist eine kleine Platine mit 3 (!) uralten 
OPs drauf (TAA521 oder ähnlich) damit wird eine Thyristorendstufe über 
Impulsübertrager gesteuert. In die Regelung der Thyristorendstufe fließt 
die Spannung des Tachos mit ein und eine zusätzliche Spannung von einem 
riesen Drahtpoti mit dem man von außerhalb des Schaltschrankes die 
Vorschubkraft (gemessen mit Oszi es wird der Zündwinkel verändert aber 
nur in einem sehr kleinen Bereich) des Motors verändert kann.
Wohlgemerkt das ist alles diskret aufgebaut und hat mehr als 30 Jahre 
funktioniert. Es gab zwar zu der Zeit schon FUs nur waren die 
schweineteuer, riesig, Fehleranfällig und schwer. Deshalb hat die Firma 
Tornos das so gelöst. Hut ab vor dem Entwickler der das entwickelt hat 
und das ganze ohne uC :D :D :D
Ich hab mich da mal richtig reingekniet da mich das fasziniert hat was 
die in das bischen Elektronik alles an funktionen reinbekommen haben.
In der Elektronik wird übrigends auf das Moment geregelt. Der Motor 
läuft immer im Dauerblockierbetrieb und kann nur stückchenweise Drehen 
wenn Material nachgeschoben wird! Was passiert wenn im Tacho eine 
Leitung durch Vibration abbricht habe ich auch schon gesehen. Bei den 
neueren Platinen bleibt einfach der Schiebemotor stehen, bei den ganz 
alten Platinen aus der ersten Serie geht der Schiebemotor mangels 
Signalrückführung auf Überlichtgeschwindigkeit und es gibt richtig Bruch 
durch mechanische Kollision. :D

Was die damals mittels einfacher Analogteile hinbekommen haben sollten 
wir doch mittels uC und fertigen robusten Endstufen auch hinbekommen 
oder?

Die gleiche Vorschubssteuerung gibts auch in Drehstrom für ganz große 
Magazine, da wird das ganze mit einigen zusätzlichen OPs, jede Phase 
mittels Thyristor (pro Phase 2 Stück antiparallel) mit eigenem 
Zündübertrager, gemacht. Laut Oszi auch einfacher Phasenanschnitt. Der 
Motor hat halt da keinen Kondensator da er ja drei Phasen erhält. Sonst 
ist alles gleich, Tacho, Drehpoti usw.

Ich kann ja die Pläne Einscannen wenn interesse besteht ich denke nicht 
daß sich jemand nach über 30 Jahren noch für das Copyright für diese 
Schaltungen interessieren dürfte.

EDIT: Habe mich Kundig gemacht, die Motoren die im Dauerblockierbetrieb 
laufen dürfen nennt man "Torquemotoren" das geht allerdings auch mit 
jedem Drehströmer wenn man den Motorstrom begrenzt damit man nicht so 
viel Leistung umsetzt daß die Motorwickluingen verbrennen. Richtige 
Torquemotoren haben aber einen geringfügig anderen Stator damit das 
Drehmoment nicht "wellig" ist. Gefunden auf Elektromotoren.de


Stefan

Autor: Uwe (Gast)
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Hi!
Ich meinte nicht das dein Motor ein Schrittmotor ist, sondern das die 
Anwendung mit einem Schrittmotor recht einfach zu erschlagen ist, ja es 
schreit regelrecht danach. Welches Drehmoment würdest du denn brauchen?

>Micromaster oder Sinamics, Hitachi L200, Mitsubishi FR-Serie, hab ich
>alles schon durchgeschaut die können die Drehmomentregelung nicht
Das wage ich jetzt mal anzuzweifeln, obwohl ich momentan keine 
Unterlagen da habe bin ich der Meinung das Drehmomentsteuerung bei 
Mikromaster geht.
100% festlegen will ich mich da aber jetzt nicht, aber mir ist so.
Werde das Montag mal genauer hinterlesen.

>Wird der eingestellte Strom überschritten nimmt der
>Ausgang des Komparators dem IRAM-Modul einfach blitzschnell die Freigabe
>weg und das Ding ist aus.
Und dann schreit man nach dir weil du es gebaut hast. Ich kenne das, es 
geht kein anderer drann obwohl der Fehler ein Standardfehler ist.

>Weiß jemand woher man anständige Zwischenkreiskondensatoren herbekommt?
>Spannungsfestigkeit 450V Kapazität etwa 1000uF.
10 x 100µF von Yageo (gutes ESR) wenn du nicht arm werden willst, oder 
du schlachtest/verwertest den alten Umrichter.

Viel Erfolg, Uwe

Autor: Stefan Müller (stefan-mueller)
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@ Uwe (Gast)
Danke für die Tips,

Wenn du mir bezüglich Micromaster Infos hast (und ich was übersehen 
haben, kann ja passieren) wäre ich dir sehr Dankbar. Allerdings werde 
ich so oder so einen "Selbstbau" wagen allein wegen dem Lerneffekt.

Wenn der Komparator die Endstufe abstellt wird dies auf einem Display 
daß ich eventuell, wenn noch genug Pins frei sind vorsehen will im 
Klartext angezeigt. Ohne Quittierung ist eine Wiederinbetriebnahme nicht 
möglich. Der Fehler muß natürlich vorher behoben werden sonst kommt der 
Fehler sobald das Enable Signal gesetzt wird gleich wieder.

Das machen ja andere Umrichter auch so, bei Kurzschluss am Ausgang wird 
sofort Abgestellt und ein Fehlercode ausgegeben.
Das nach mir gebüllt wird ist mir schon klar ist ja jetzt auch nicht 
anderst auch wegen kleinigkeiten. Da ich der einzige Elektriker dort bin 
möchte ich halt das ganze so Konstruieren daß es möglichst robust und 
Narrensicher ist. :D

Wo bekomme ich eigentlich solche solche Kondensatoren wie von dir 
vorgeschlagen günstig und welche Kapazität brauche ich? Ich hab mir mal 
die Preise bei Farnell angesehen die sind für 450VDC @ 1000uF ja 
jenseits von gut und böse. :(

Übrigends: Infos bezüglich Bootstrap-Kondensatoren (Spannungsfestigkeit 
usw) habe ich immer noch nix gefunden obwohl ich schon etliche 
Datasheets von IR durchgesehen habe. Gibts da wirklich nirgends 
Informationen drüber? Es wundert mich daß auch im Datenblatt der Treiber 
nix drin steht. Bevor das nicht geklärt ist kann ich ja nicht anfangen 
mit dem Layout der Schaltung.:(

Stefan

Autor: Michael (Gast)
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Die Bootstrap-Kondensatoren müßen nur die Gatespannung der im Modul 
verbauten Mosfets können. Sie versorgen die Oberen Gates mit dieser 
Spannung, Da die Obereren Mosfets einer Halbbrücke sich nicht auf -Uzk 
Potential befinden. Um diese Kondensatoren zu laden muß regelmäsig der 
untere Mosfet angeschaltet werden. Als Kapazität wird überlicherweise ca 
100x die Gatekapazität des Mosfets genommen. So bricht die Spannung beim 
Schalten nur um ca. 1/100 zusammen. Mit Miller und sonstiges ist es aber 
ein bischen mehr.

Schneller zum Ziel kommst du mit einem gekauften Umrichter bei der du 
die Spannung aber nicht die Drehzahl reduzierst.

Mfg Michael

Autor: Uwe (Gast)
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Hi!
>Ich hab mir mal die Preise bei Farnell angesehen die sind für
>450VDC @ 1000uF ja jenseits von gut und böse. :(
Wenn ich mich recht entsinne, Reichelt, oder war es "C.."
Was meinst du warum ich das mit dem Lehrgeld geschrieben habe?

>Übrigends: Infos bezüglich Bootstrap-Kondensatoren (Spannungsfestigkeit
>usw) habe ich immer noch nix gefunden obwohl ich schon etliche
>Datasheets von IR durchgesehen habe. Gibts da wirklich nirgends
>Informationen drüber?
Ok, versuchen wir mal zu denken:
Kenne jetzt das Modul nicht, aber denke das sind die Gateansteuer C's 
der Highsidedriver. Ugs_max ist meistens bei 20V angesiedelt. 40V sollte 
also
reichen. Welcher C-Wert wird denn vorgeschlagen bzw. welche Treiber sind 
denn verbaut? Wenn du die Bootstrap-Kondensatoren extern verbauen musst 
klingt das aber eigentlich komisch, denn Treiber und Transistor stehen 
doch fest, oder nicht?

>Wenn du mir bezüglich Micromaster Infos hast (und ich was übersehen
>haben, kann ja passieren) wäre ich dir sehr Dankbar.
Wenn morgen früh nicht alles mögliche kaputt ist, werde ich das gleich 
mal nachlesen.
>Allerdings werde ich so oder so einen "Selbstbau" wagen allein wegen dem 
>Lerneffekt.
Lernen ist immer gut, aber nicht unter Zeitdruck. Irgendwann fragt auf 
jedenfall jemand nach was denn mit der Masch. ist und wann die denn 
endlich nutzbar wird.
Ich meine du kämpfst schon mit Bootstrap-Kondensatoren, was meinst du 
was da noch alles dazukommt.

Bin jedenfalls immernoch für Schrittmotor.

Viel Erfolg, Uwe

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Stell dir das mal nicht so einfach vor mal innerhalb von ein paar Tagen 
einen funktionierenden betriebssicheren FU zu bauen. Da sind noch einige 
Stolpersteine mehr aus dem Weg zu räumen als nur die 
Bootstrapkondensatoren zu dimensionieren. Allein das Thema EMV ist schon 
eine Klasse für sich. Auch wirst du dich da mit BASCOM schwer tuen. Die 
meisten FUs die ich kenne sind Assembler programmiert trotz einsatzt von 
DSP (LF2407 von TI) . Da ist schon einiges was es da an Timmig zu 
beachten gilt. Und auch die Regelungstechnik für die Drehmomentregelung 
ist einiges an Aufwand. Das geht nicht mal so eben innerhalb von ein 
paar Tagen.


Hier habe ich noch ein paar andere Sachen zu dem Thema gepostet.

Beitrag "Re: Mosfet/IGBT und Treiber für einenMosfet/IGBT"

Gruss Helmi

Autor: Uwe (Gast)
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Hi!
Es war eben doch der Teufel los, aber nun die Infos:
Mikromaster Vector kann das zwar, aber nicht so wie du es brauchst.
Das Drehmoment wird in Parametern festgelegt und ist leider nicht von 
aussen steuerbar, was du ja haben wolltest. Also Drehmomentreglung jain.
Eine richtige Drehmomentregelung geht vermulich nur mit einem 611 U 
Steller, aber das wird zu teuer.

Nunja viel Erfolg, Uwe

Autor: Axel Düsendieb (axel_jeromin) Benutzerseite
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Hallo Stefan,
hier habe ich mich mit den Thema beschäftigt.


Artikel:   Frequenzumrichter mit Raumzeigermodulation

Aber an eine geberlose Drehmomentensteuerung würde ich mich nicht wagen.

Axel

Autor: Patrick Weinberger (seennoob)
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OK mach dir mal zu anfang eher Sorgen um die belastung des Stromnetzes, 
Störungen, EMV Sachen. Du wirst sicher nicht um eine Multilayerplatine 
mit SMD bestück rum kommen. Dann brauchst du mindestens einen schnellen 
ARM für einen Standart FU, bei den wünschen von dir würd ich eher einen 
TriCore oder gleich eine DSP nehmen usw


MFG Patrick

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