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Forum: Analogelektronik und Schaltungstechnik Fast fertige Schaltung: Class-D Verstärker mit TPA3106D. Evtl. Platinensammelbestellung?

Autor: Nils Schneider (nilss)
Datum: 03.09.2008 20:49

Hallo!

Ich plane derzeit mit einem Freund zusammen einen möglichst kleinen
Verstärker auf Basis des TPA3106D von TI zu bauen. Das ist ein kleiner
IC, der einen Mono Class-D Verstärker enthält, sich mit knapp 12 bis 25V
gut betreiben lässt und 40W (36,7W Spitzenleistung hatte ich gemessen
kurz bevor die Schutzschaltung ihn abgeschaltet hat) macht. Wirkungsgrad
und Klirrfaktor sind entsprechend hoch. Ca. 92% verspricht das
Datenblatt beim Wirkungsgrad. Der Klirrfaktor ist - finde ich zumindest
- garnicht soo schlecht wie ich es erwartet hätte. Natürlich kein
Vergleich gegen eine vernünfitge AB-Endstufe, aber wenn die
Schallwandler nicht all zu hochwertig sind, sollte es passen. Der
Vorverstärker (20 bis 37dB, in 4 Stufen wählbar) ist auch schon drin.

Wir haben nun schon seit einigen Monaten einen funktionsfähigen Prototyp
auf einer 50x50mm großen Platine aufgebaut und sind gerade dabei zwei
weitere, diesmal allerdings 60x60mm, zu löten.

Bilder vom Prototyp (ja, wir hatten kaum ein SMD Bauteil da, und uns
keine Mühe gegeben):

http://www.nilsschneider.net/electronics/wuerfel2/...
http://www.nilsschneider.net/electronics/wuerfel2/...

Der Vorteil der 60x60mm Version liegt im Moment darin, dass dort alle
Bedienelemente an einer Kante angeordnet sind. Dies würde ich nun jedoch
gerne wieder auf 50x50mm quetschen, oder gerne noch kleiner. Dazu wäre
es meiner Meinung nach sinnvoll eine doppelseitige Platine zu
entwickeln. Die würde ich dann gerne fertigen lassen. Hier wäre auch
meine erste Frage:

Hätte jemand Interesse an einer Sammelbestellung der Platinen (womöglich
sogar inkl. Bauteile)? Ich schätze, dass es ab ca. 10 Platinen halbwegs
günstig (~ 8€/Platine) wird.

Nun stehe ich allerdings vor zwei Problemen, die zwar durchaus einfach
zu lösen sind, aber vielleicht mit eurer Hilfe noch besser gelöst werden
könnten:

1. Der Ein/Ausschalter. Der TPA3106D besitzt einen !SHUTDOWN Pin. Ein
Highpegel dort, ruhig über 100kΩ an VCC, schaltet ihn ein. Masse
entsprechend aus. Das ist im Moment über einen Kippschalter gelöst, da
Reichelt dort einen im Angebot hat, den man gewinkelt auf der Platine
befestigen kann - der ist allerdings Riesig (im Prototyp ists noch ein
Schiebeschalter).
Hier fände ich einen Taster mit FlipFlop schöner. Allerdings ist so ein
CMOS FlipFlop vergleichsweise riesig - hat da jemand eine winzige
Schaltung, die evtl sogar nur mit ein paar Transistoren auskommt und
beim Anlegen der Spannung definitiv auf Low geht, sodass der Verstärker
nicht ungewollt angeschaltet wird? Versorgungsspannung dafür würde
allerdings stark schwanken (12V bis 25V).

2. Akku als Energiequelle. Da sollte es schon LiIon oder Polymer sein.
Da habe ich mir bisher noch kaum Gedanken gemacht. Mein Freund bastelt
im Moment eine Schaltung, die sieben Handyakkus einzeln läd und über
Relais in Reihe schaltet um den Verstärker zu versorgen. Damit ist die
Schaltung allerdings mehr als vier mal so groß wie der Verstärker
selber.

Vielleicht mag sich darüber ja jemand Gedanken machen.
Nennausgangsspannung sollte 25V bei 1..2A sein. Vielleicht über
DC/DC-Wandler (muss ja nichtmal sonderlich stabilisiert sein).

Wozu das ganze?
Wir haben vor das ganze in Lautsprecherboxen einzubauen (oder die auch
gleich selbst zu bauen). Als aktiver Lautsprecher für Unterwegs. Gibt
sicher auch noch andere Anwendungen. Sollte die Platine wirklich
industriell gefertigt werden, werde ich sie universal gestalten, also so
gut wie alles über Pinheader herausführen, sodass man auch nicht
zwingend Poti und Buchse direkt auf der Platine verlöten muss.

Dann werde ich auch vorsehen, dass sich mehrere Platinen (wobei die
zusätzlichen dann ICs + ein paar 0603 Bauteile enthalten werden)
aufeinanderstecken lassen. Man kann nämlich mehrere TPA3106D miteinander
verbinden und so die Leistungen addieren.

Soweit erstmal, hoffe das war nicht zu viel. Würde mich über Feedback
freuen!

Nils

Der TPA3106D bei TI:
http://focus.ti.com/docs/prod/folders/print/tpa3106d1.html
Autor: BASS (Gast)
Datum: 03.09.2008 23:52

wo gibts den, wie ist der klirrfaktor?
Autor: Christoph Kessler (Firma db1uq) (christoph_kessler)
Datum: 04.09.2008 08:32

von ELV gibts einen ähnlichen digitalen Verstärker, 2*15W aus einem
kleinen SMD-IC, ebenfalls 9-13V Versorgung
http://www.elv-downloads.de/service/manuals/T30/38...
IC-Bezeichnung: TA1101B Hersteller Tripath
Autor: Nils Schneider (nilss)
Datum: 04.09.2008 20:44

Bass: Ich verbaue momentan Samples. Wenn der nächste Prototyp fertig
ist, werde ich ihn mal an die Klirrfaktormessbrücke anschließen eine
hoffentliche schöne Kurve aufnehmen.

Christoph: Danke für den Link! Ja, sowas soll es im Prinzip werden. Nur
winzig und Mono.

Ich habe jetzt ein vorläufiges doppelseitiges Layout auf 40x40mm mit
Taster als Ein/Aus-Schalter gebastelt. Das werde ich die nächsten Tage
noch etwas abrunden. Eingang, Poti, LEDs (Betriebs- und Überlastanzeige)
sowie Ein/Aus-Taster sind nun an einer Seite, je eine Klemme für
Lautsprecher und Betriebsspannung an der gegenüberliegenden Seite. Wenn
das schon wer bauen möchte, kann ich die Eagledateien mailen. Das
FlipFlop am Taster ist jedoch noch nicht dimensioniert.

Bis auf den TPA3106D und die 3,5mm SMD Buchse müssten alle Bauteile bei
Reichelt erhältlich sein.

Die restlichen Bauteile kosten dann ca. 10 bis 15 €.

http://www.nilsschneider.net/electronics/wuerfel2/...
Autor: Alexander S. (boostar)
Datum: 06.11.2008 15:18

Hallo Nils,
hast Du den Amp mal vermessen? Ich hab leider meine HP 333A Meßbrücke
verkauft...
Das Flip-Flop würde ich durch den ATtiny ersetzen - ist kleiner. Ist der
Ein/Aus Schalter jetzt einer, wo die Versorgungsspannung einfach
abgeschaltet wird?
Ein Problem sehe ich noch im Poti - wie stellst Du sicher, daß der linke
und der rechte Kanal gleich laut sind?
Bin am überlegen, mir auch für zuhause einen Digitalverstärker zu bauen.
Das Problem sehe ich nur in der fehlenden Rückkopplung wie bei jedem
AB-Verstärker, womit jede Schwankung in der Versorgungsspannung voll
durchschlägt. Kann man das Problem in den Griff bekommen?
Autor: Axel Rühl (axelr)
Datum: 08.11.2008 20:21

>Das Problem sehe ich nur in der fehlenden Rückkopplung wie bei jedem
>AB-Verstärker...
Gegenkopplung ist vorhanden. Siehe Blockschaltbild der Innenschaltung im
Datenblatt auf Seite6. (Gaincontrol)
Autor: Alexander S. (boostar)
Datum: 09.11.2008 14:32

Oha, die Gain Control hatte ich übersehen. Die ist nämlich intern, bei
AB ist die Rückkopplung ja nach den Filtern am Ausgang angeschlossen.
Haben die alle Class-D Amps? Dann steht ja dem Design fast nix mehr im
Wege.
Eine Frage noch: warum sind das alles BTL Chips? Liegt das daran, daß
man mit 12V schon Großes erreichen kann?
Autor: S. Matlok (smatlok)
Datum: 09.11.2008 14:57

Alexander S. wrote:
> Eine Frage noch: warum sind das alles BTL Chips? Liegt das daran, daß
> man mit 12V schon Großes erreichen kann?

Weil bei einer Halbbrücke + niedrigen Frequenzen Energie z.b. bei einer
positiven Halbwelle von der positiven Versorgung in die Negative gepumpt
wird - unnötig große Elkos müssten die rückfließende Energie puffern -
zu teuer.
Autor: Axel Rühl (axelr)
Datum: 09.11.2008 18:03

>Eine Frage noch: warum sind das alles BTL Chips?

Und weil Du sonst die "vollen" 200..300Khz im Auskoppel-C umladen
müsstest und immer auf ein Ausgangsfilter angewiesen wärst.

Bei der Brückenschaltung hier liegt die Oszillatorfrequenz gleichphasig
an den Ausgängen an und Du hast praktisch keinen HF-Stromfluss, wenn
nicht ausgesteuert wird. (Datenblatt Seite16 Fig.27)
Unter bestimmten Voraussetzungen kann man sich also die teuren und
großen Induktivitäten am Ausgang sparen.
Autor: Alexander S. (boostar)
Datum: 10.11.2008 12:03

Ich meinte ja nicht +12V und GND sondern eine +- Versorgung wie bei
analogen AB Verstärkern. Da spart man sich pro Kanal die Hälfte an
Transistoren, braucht aber eine zweite Versorgung.
Autor: rudi (Gast)
Datum: 10.11.2008 13:43

Da gilt das von smatlock gesagte aber genauso.
Autor: rudi (Gast)
Datum: 10.11.2008 13:44

smatlock -> smatlok
sry.
Autor: Alexander S. (boostar)
Datum: 10.11.2008 14:51

Bei klassischen Verstärkern entlade ich doch bei einer pos. Halbwelle
nur die pos. Versorgung. Die Negative bleibt, wo sie ist. Dann wäre das
Konzept bei analogen Verstärkern auch besser. Irgendwas stimmt doch net.
M.W. ist BTL nur zur Leistungserhöhung bei gegebener Spannungsversorgung
gut, da nun U anstatt U/2 zur Verfügung steht. Beie analogen Verstärkern
hab ich ja auch nur U, obwohl die Versorgung 2*U ist.
Die Gleichspannungsauskopplung ist mir klar, gibts oft bei PC Boxen.

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