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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik CAN-Bus sniffen


Autor: Thomas P. (topla)
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Hallo,
ich möchte einen CAN-Bus mithören, von dem ich bis jetzt nichts an 
technischen Spezifikationen kenne. Erste Idee war das Anzapfen des 
Busses (ca. 1m Ausdehnung) mit einer Stichleitung (ca. 2m, technisch 
bedingt) und am Ende dann einen CAN-Controller. Da ich nicht weiß, wie 
der bestehende Bus abgeschlossen ist, habe ich jetzt die Befürchtung, 
dass meine Stichleitung unzulässige Beeinflussungen erzeugen kann. 
Schließe ich den Bus noch einmal mit 120 Ohm ab, ist das ev. gegen die 
Spezifikation. Alternative wäre jetzt, den CAN-Bus-Treiber (MCP2551) 
direkt am Bus zu installieren und dann über einen RS-485-Treiber die 2 
Meter bis zum Controller zu gehen.
Sind das brauchbare Ansätze oder bin ich ganz auf dem Holzweg und sehe 
den Wald wieder vor lauter Bäumen nicht?

Danke für alle Hinweise.
Thomas

Autor: crazy horse (Gast)
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stören wird es nicht, zus. Abschlusswiderstand gehört nicht rein.
Kauf dir einen USB-CAN-Dongle (z.B. PeakTech), dann kannst du den ganzen 
CAN-Kram am PC mithorchen. Das einzige, was man ausprobieren muss, ist 
die Baudrate. Da i.A. nur gängige Baudraten benutz werden, geht das 
schnell. Sieht man aber auh mit dem  Scope.

Autor: Otto (Gast)
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Vorsicht - es kommt darauf an, ob es ein CAN-Bus ist, der nur als 
Versuchsobjekt aufgebaut oder um einen, der noch funktionieren soll 
handelt.

Eine 2m lange Leitung ohne Abschlusswiderstand wird Dir in einem PKW die 
schönsten Fehleranzeigen (hinter dem Gateway) oder gar Fehlfunktionen 
(am Fahrzeug-CAN bringen.

Wenn Du den Controller direkt am CAN-Anschluss montierst, kannst Du 
evtl. auf den Abschlusswiderstand verzichten.

Zum reinen "sniffen" solltest Du unbedingt einen Controller verwenden, 
der den "Listen-Only" Modus beherscht (z. B. SJA1000).

Gruss Otto

Autor: Thomas P. (topla)
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Otto wrote:
> Vorsicht - es kommt darauf an, ob es ein CAN-Bus ist, der nur als
> Versuchsobjekt aufgebaut oder um einen, der noch funktionieren soll
> handelt.

Nee, der soll dann schon noch leben...

> Eine 2m lange Leitung ohne Abschlusswiderstand wird Dir in einem PKW die
> schönsten Fehleranzeigen (hinter dem Gateway) oder gar Fehlfunktionen
> (am Fahrzeug-CAN bringen.

Wie macht man das denn dann überhaupt, wenn eine Sternstruktur nicht zu 
umgehen ist? Kabel hin und her damit doch eine Busstruktur zustande 
kommt?

> Wenn Du den Controller direkt am CAN-Anschluss montierst, kannst Du
> evtl. auf den Abschlusswiderstand verzichten.

Der würde dann wirklich dazwischen sitzen, also Abschlusswiderstand 
nicht notwendig.

> Zum reinen "sniffen" solltest Du unbedingt einen Controller verwenden,
> der den "Listen-Only" Modus beherscht (z. B. SJA1000).

Warum unbedingt einen CAN-Controller im Listen-only-Modus? Ich wollte 
den Treiber MCP2551 verwenden und den Tx-Pin fest auf H legen. Da kann 
doch nix mehr schiefgehen oder hab ich wieder was verpeilt?

Gruß
Thomas

Autor: Otto (Gast)
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Hm - rück doch damit raus, um welchen CAN es sich handelt.....

Experimente an einem PKW hat schon so mancher bereut.....

Otto

Autor: Thomas P. (topla)
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Otto wrote:
> Hm - rück doch damit raus, um welchen CAN es sich handelt.....

Ist ja kein Geheimnis:
BMW E34 540iAT mit Motor M60B40 und Getriebe 5HP30. CAN-Bus zwischen 
Motor- und Getriebesteuergerät. Leider keinerlei Infos aufzutreiben, BMW 
mauert total und langsam reizt mich die Geheimnistuerei mehr als die 
dahinterliegende Idee...

> Experimente an einem PKW hat schon so mancher bereut.....

Ist nicht das Ziel, soll auch auf Dauer nur dazu dienen, drei 
Informationen abzugreifen. Kein Senden vorgesehen, macht auch keinen 
Sinn.

Gruß
Thomas

Autor: Otto (Gast)
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> soll auch auf Dauer nur dazu dienen, drei
> Informationen abzugreifen.

und die liegen nicht auch am OBD2 an ?

Otto

Autor: Thomas P. (topla)
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Otto wrote:
> und die liegen nicht auch am OBD2 an ?

Nein, E34 hat nix OBD2.

Gruß
Thomas

Autor: Otto (Gast)
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welches Baujahr ist es denn - wenn das Fahrzeug CAN hat, so hat es mit 
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch OBD2.

Wenn Du Deinen Sniffer hier aufsteckst, ist es nicht ganz so riskant.

Es gibt für "OBD2" fertige Geräte, welche Dir beliebige Werte anzeigen 
können (www.scangauge.de) oder auch bestimmte Werte umsetzen können (z. 
B. Geschwindigkeit).

Um einen Eigenbau hinreichend zu testen, benötigst Du mindestens einen 
Generator und einen Empfänger oder ein professionelles Tool (z. B. 
CANoe).

Erst wenn Dein Eigenbau hier alle Tests erfüllt, würde ich damit an Dein 
Fahrzeug gehen - und da hast Du immer noch ein Restrisiko.

Sich direkt zwischen die SG zu hängen kann die tollsten Effekte 
hervorrufen - diese möchtest Du aber bestimmt nicht live erleben.

Gruss Otto

Autor: Otto (Gast)
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Sieh mal in dieser Liste nach:

http://www.blafusel.de/misc/obd2_scanned.php

Otto

Autor: Thomas P. (topla)
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Otto wrote:
> welches Baujahr ist es denn - wenn das Fahrzeug CAN hat, so hat es mit
> an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch OBD2.

Ist ein BJ 1996, ich habe so ziemlich alle Webseiten dazu durch, auch 
der direkte Kontakt zu BMW(-Mitarbeitern) bringt keine weiteren 
Erkenntnisse.
OBD2 ist definitiv nicht im E34, leider.

> Um einen Eigenbau hinreichend zu testen, benötigst Du mindestens einen
> Generator und einen Empfänger oder ein professionelles Tool (z. B.
> CANoe).
>
> Erst wenn Dein Eigenbau hier alle Tests erfüllt, würde ich damit an Dein
> Fahrzeug gehen - und da hast Du immer noch ein Restrisiko.

Leider fehlt mir auf den CAN-Schiene die Erfahrung. Vielleicht ist meine 
Frage  deshalb etwas dämlich, aber: Was kann man durch reines Mithören 
denn für Effekte hervorrufen? Ich habe da wirklich keine Vorstellung. 
Sollte der Treiber im Empfangsmodus die Kommunikation lahmlegen, geht 
halt nix mehr - wobei mir unklar ist, wie das technisch gehen soll. Gibt 
es einen Zustand, der den Datenaustausch nur temporär stört, kommt es zu 
einem Gewitter an Fehlerspeichereinträgen und das Ganze geht ins 
Notprogramm, genauso, als wenn ich die Verbindung manuell unterbreche. 
Kaputt geht nix, warum auch. Das Ganze ist ja kein Eingriff in ein 
Steuergerät sondern das Abhören der Kommunikation zweier Steuergeräte.

> Sich direkt zwischen die SG zu hängen kann die tollsten Effekte
> hervorrufen - diese möchtest Du aber bestimmt nicht live erleben.

Mit direkt Dazwischenhängen meinte ich die Topologie des CAN-Busses, der 
Treiber zum Mithören sitzt dann elektrisch mitten im Bus, die 
Steuergeräte bleiben an den Enden und das Problem der Terminierung ist 
vom Tisch.


Gruß
Thomas

Autor: Otto (Gast)
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Hauptsächlich ist das grösste Risiko beim "Sniffen" die EMV - speziell 
natürlich Einstrahlung. Eingestrahlte Transienten können übertragene 
Botschaften verfälschen.

Stelle Dir einen Defekt vor, der das Getriebe in den Rückwärtsgang 
schalten würde und nur noch auf das Signal "V < 5 km/h" wartet.....

Ein weiteres Risiko besteht darin, wie das Verhalten Deiner Schaltung 
ist, wenn diese ausfällt. Der von Dir ausgesuchte MCP2551 stört den CAN 
im ausgeschalteten Zustand nicht.

Du musst also einschätzen können, wann die SG ordnungsgemäß arbeiten und 
wann nicht.

Stelle Dir das Herausfinden der von Dir benötigten Informationen auch 
nicht so einfach vor.

Zunächst müsstest Du feststellen, welche ID auf dem Bus sind und was 
ihre Bedeutung ist - Du würdest Dir also ein kleines Monitorprogramm 
schreiben, dass den Inhalt der gefundenen ID anzeigt - im Stillstand des 
Fahrzeuges kein Problem - aber während der Fahrt ?

Kaufe oder baue Dir ein Tool, dass es ermöglicht ein Log einer Fahrt auf 
dem Notebook aufzuzeichnen und analysiere die Daten dann.

Gruss Otto

Autor: Thomas P. (topla)
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Otto wrote:
> Hauptsächlich ist das grösste Risiko beim "Sniffen" die EMV - speziell
> natürlich Einstrahlung. Eingestrahlte Transienten können übertragene
> Botschaften verfälschen.

In diesem Falle hoffe doch auf die Fehlererkennung des CAN-Busses...

> Stelle Dir einen Defekt vor, der das Getriebe in den Rückwärtsgang
> schalten würde und nur noch auf das Signal "V < 5 km/h" wartet.....

Keine Gefahr, so etwas wird darüber nicht gesteuert.

> Ein weiteres Risiko besteht darin, wie das Verhalten Deiner Schaltung
> ist, wenn diese ausfällt. Der von Dir ausgesuchte MCP2551 stört den CAN
> im ausgeschalteten Zustand nicht.

Genau deshalb habe ich den (u.a.) gewählt, bin aber überzeugt, andere 
ICs verhalten sich genauso, sonst machen die ja kaum Sinn.

> Du musst also einschätzen können, wann die SG ordnungsgemäß arbeiten und
> wann nicht.

Ja, kann ich. Kommunikationsfehler sind erkennbar und das interne 
Arbeiten der Steuergeräte beeinflusse ich nicht.

> Stelle Dir das Herausfinden der von Dir benötigten Informationen auch
> nicht so einfach vor.

Ist wahrscheinlich wirklich sehr aufwendig, da ich wirklich nichts über 
den Telegrammaufbau weiß. Die benötigten Informationen sollten sich aber 
schon im Stand gewinnen lassen, bis auf eine. Aber erst mal Daten 
sammeln, dann kann ich mich immer noch von der Hoffnungslosigkeit des 
Vorhabens überzeugen (lassen).

> Zunächst müsstest Du feststellen, welche ID auf dem Bus sind und was
> ihre Bedeutung ist - Du würdest Dir also ein kleines Monitorprogramm
> schreiben, dass den Inhalt der gefundenen ID anzeigt - im Stillstand des
> Fahrzeuges kein Problem - aber während der Fahrt ?

Programm ist schon fertig.

> Kaufe oder baue Dir ein Tool, dass es ermöglicht ein Log einer Fahrt auf
> dem Notebook aufzuzeichnen und analysiere die Daten dann.

Genau so wird es werden, finde ich die gesuchten Informationen heraus, 
ist es prima; finde ich sie nicht heraus, dreht sich die Welt auch 
weiter. Zumindest scheint mein Ansatz nicht so weit daneben zu sein.

Danke für die Hilfe.

Gruß
Thomas

Autor: Otto (Gast)
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> Programm ist schon fertig.

auf welchem Controller ?

Otto

Autor: Thomas P. (topla)
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AT90CAN128, ist aber nicht von mir sondern Soft- und Hardware 
(angepasst) von hier:
http://www.kreatives-chaos.com/artikel/can-debugger

Gruß
Thomas

Autor: M. Beffa (m_beffa)
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Ich kann nur sagen dass der Freund eines Freundes mal versucht hat die 
ganze Sache mitzuhören.

Elektronisch ist der, wie ich hörte, ziemlich bewandert. Trotzdem hat 
sich irgendwas gleich beim ersten Verbinden seiner Schaltung und dem 
Auto verabschiedet, so dass der Wagen in die Werkstatt musste...

Möchte dich auf keinen Fall von deinem Vorhaben abhalten, ich möchte nur 
zu bedenken geben, dass es ziemlich dämlich ist, ohne genaues Wissen und 
konkrete Pläne an einem komplexen elektronischen System irgendwas zu 
ändern...

z.B. hab ich mir bei meinem Polo auch nen Kill-Switch für di Zündung und 
einen LED-Leuchttaster für den Starter eingebaut. Nur hatte ich die 
Pläne wie alles angeschlossen ist, welche Ströme fliessen etc etc...

Autor: Steffen (Gast)
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Es wird ja immer wieder vor Eingriffen auf den CAN im Fahrzeug gewarnt. 
Ich frage mich, ob es vielleicht über einen hochohmigen Spannungsfolger 
direkt am "Kabel" und da hinter Transceiver und Controller möglich ist, 
den Bus "gefahrlos" abzugreifen?

Gibt es mit solch einem Ansatz bereits Erfahrungen?

Steffen.

Autor: Thomas P. (topla)
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Marco Beffa wrote:
> Elektronisch ist der, wie ich hörte, ziemlich bewandert. Trotzdem hat
> sich irgendwas gleich beim ersten Verbinden seiner Schaltung und dem
> Auto verabschiedet, so dass der Wagen in die Werkstatt musste...

Interessant wäre mal, was sich da verabschiedet hat und warum. Im 
Nachgang sollte soetwas schon zu klären sein. Ansonsten gebe ich nicht 
viel auf solche "Erfahrungen", auch wenn ich die Warnung schon 
registriert habe.

> Möchte dich auf keinen Fall von deinem Vorhaben abhalten, ich möchte nur
> zu bedenken geben, dass es ziemlich dämlich ist, ohne genaues Wissen und
> konkrete Pläne an einem komplexen elektronischen System irgendwas zu
> ändern...

Abhalten wirst Du mich davon auch nicht. Mit konkreten Unterlagen wäre 
mir das Unternehmen auch wesentlich sicherer, aber genau die gibt es 
eben nicht für mich. Und wie schon oben geschrieben, ich will an diesem 
System nichts ändern, nur etwas mithören - fertig.


Gruß
Thomas

Autor: Thomas P. (topla)
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Steffen wrote:
> Es wird ja immer wieder vor Eingriffen auf den CAN im Fahrzeug gewarnt.

Ja, genau das liest man immer wieder. Wobei meiner Meinung nach fein 
unterschieden werden sollte, ob ein Eingriff ein Senden auf den CAN-Bus 
ist, dessen Folgen mangels Unterlagen und Erfahrungen weder bekannt noch 
abschätzbar sind, oder ob nur ein Aufklemmen und Mithören mit 
hardwareseitig unterdrückter Sendemöglichkeit gemeint ist. Im ersten 
Fall stimme ich zu, dass das erstens kreuzgefährlich und zweitens selten 
dämlich in Bezug auf die möglichen Ergebnisse sein kann.

> Ich frage mich, ob es vielleicht über einen hochohmigen Spannungsfolger
> direkt am "Kabel" und da hinter Transceiver und Controller möglich ist,
> den Bus "gefahrlos" abzugreifen?

Ich stelle mir hier die Frage, ob es an einem CAN-Bus etwas Geeigneteres 
geben kann, als einen genau auf diese Art von Bus zugeschnittenen 
Controller bzw. Treiber-IC. Was soll technisch passieren, wenn ein 
zusätzlicher Busteilnehmer die Daten mithört? Kann keiner auch nur 
ansatzweise nachvollziehbar aufzeigen. Wenn das Konstrukt eines 
CAN-Busses im Fahrzeug derart wackelig ist, dass eine zusätzliche Last 
bei zwei vorhandenen Teilnehmern am Bus den Motor zum Explodieren oder 
das Getriebe zum Rückwärtsdrehen bei Vmax bringen können soll, würde man 
täglich davon Lesen können und der CAN-Bus wäre in Fahrzeugen schon 
lange Geschichte. Ich habe mit diesem Bus noch keine Erfahrungen, aber 
diese Art des Sniffens ist und war bei RS485 schon immer üblich, ohne 
dass da grauenhafte Sachen passiert sind. Da der CAN-Bus ja immer als 
fehlertolerant und sicher gelobt wird, kann und mag ich mir nicht 
vorstellen, dass das so eine anfällige technische Lösung sein soll. Die 
Erfahrung mit RS485 sagt mir auch, dass um die Abschlußwiderstände 
oftmals viel zu viel Theater gemacht wird, solange Geschwindigkeit und 
Ausdehnung nicht am oberen Ende der Spezifikation liegen. Deshalb hier 
meine Frage nach dem Verhalten des CAN-Busses. Offensichtlich scheint 
der wesentlich anfälliger als RS485 zu sein. Ich werde mir erstmal zwei 
Steuergeräte auf den Tisch packen und zusehen, dass ich den CAN-Bus 
dazwischen in die Gänge bekomme.
Weiß jemand, wie sich die eingesetzten Geschwindigkeiten auf CAN-Bussen 
über die Jahre in der Kfz-Technik entwickelt haben? Ist zum Jahr 1994 
schon mit 1MBit zu rechnen?

Gruß
Thomas

Autor: crazy horse (Gast)
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bin ganz deiner Meinung. Und erhobene Zeigefinger wird es immer geben.
Das Ding ist robust, Störungen können zwar zum Verfälschen der 
Informationen führen, diese werden aber erkannt. Falls wichig, kann sie 
neu angefordert werden, wenn nicht ganz so wichtig, wartet der Empfänger 
eben damit, bis wieder eine gültige kommt. Genau das ist ja auch die 
Grundidee in der störverseuchten Umgebung.
Und noch was aus der Praxis: wir haben mal einen 500kBit-Bus über eine 
ca. 10m lange Klingelleitung (war nichts anderes da :-) als Stichleitung 
gekoppelt (Ersatz eines Fensterhebers, wollte im Fahrzeug nicht 
funktionieren, Verdacht auf falsches Ersatzteil/Baureihe), kein Problem 
mit dem Bus.
Mach das ruhig. Solange du nichts sendest, passiert gar nichts.
Selbst eigene zus. Informationen drüber schicken ist problemlos möglich, 
solange du die verwendeten IDs kennst und diese meidest, auch schon 
gemacht. Kritisch wird sowas erst, wenn der Bus an der Kapazitätsgrenze 
werkelt, davon ist nicht auszugehen. Niedrige Priorität der eigenen 
Botschaften und geringe Wiederholraten, fertig.

Autor: Peter Pan (Gast)
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Das BMW dir keine Antworten geben kann liegt an dem mangelnden 
Fachwissen der Mitarbeiter. Ein Freund hat vor kurzem eine Weiterbildung 
von VW besucht Thema CAN Bus. Da mich das auch interessiert hat habe ich 
mal seine Unterlagen durchgeblättert und Fragen gestellt.

Der CAN Bus steuert alles in modernen Autos. es gibt den Comfortbus und 
das Motormanagment. und die Kabel müsen verdrillt sein.

Das War schon fast alles was ich ihm entlocken konnte. Protokollaufbau 
Fehlanzeige. Wichtig ist nur noch wo schließe ich das Gerät an und wenn 
nen Fehler da ist dann wird in ein Handbuch geguckt Fehler 000123 
Steuerteil xyz tauschen schlägt zur not auch das Gerät vor. Daher auch 
die hohen Preise, das Gerät wird einfach getauscht.

Da die Garantie erlischt wenn man die kabel kappt um seinen sniffer 
dazwischenzuschalten. daher sagen sie das darf man nicht. PUNKT

Und die Entwickler sitzen ja nicht bei der BMW Niederlassung und die 
Dürfen bestimmt nix sagen wie das Funktioniert.

Meine Lieblingsgeschichte bei VW ist:

Bei einem Freund funktionierte der Fensterheber immer mal nicht nur dann 
wieder wenn er die Zündung ausgemacht hat und wieder eingeschaltet.

Fehler wurde mit einem Softwareupdate im Fensterheber behoben ;) nach 
ca. 3 Wochen herumärgern mit dem VW Service.


Gruß P.Pan

Autor: Thomas P. (topla)
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@ crazy horse:

Prima, mal praktische Erfahrungen, die sich mit meiner Einschätzung 
decken. Ich werde es mal vorsichtig angehen lassen.


Peter Pan wrote:
> Da die Garantie erlischt wenn man die kabel kappt um seinen sniffer
> dazwischenzuschalten. daher sagen sie das darf man nicht. PUNKT

Ja, aber bei einem 12 Jahre alten Fahrzeug ist mir der Begriff Garantie 
schon sowieso sehr ungeläufig.... Ich würde es außerdem schon sauber mit 
den originalen Steckern lösen.

> Und die Entwickler sitzen ja nicht bei der BMW Niederlassung und die
> Dürfen bestimmt nix sagen wie das Funktioniert.

Ich habe direkt bei BMW München angefragt. OT: "Diese Informationen sind 
Interna und nicht für die Weitergabe bestimmt." Die können schon und 
wissen auch genau das, was mich interessiert, wollen aber nicht. 
Persönliche Kontakte nach München habe ich leider nicht, aber inzwischen 
die Vermutung, dass an diesen Stellen in der Elektronik nur zugekauftes 
Zeug werkelt und das Knowhow friedlich beim Zulieferer schlummert.
Zur NL habe ich sehr gute Kontakte und die wissen und haben wirklich nix 
zum Thema - das gehört nicht zum Wissen für die Instandhaltung (lt. BMW 
München).


Gruß
Thomas

Autor: Thomas P. (topla)
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So, mal der Vollständigkeit halber:
Habe die Verbindung zwischen den beiden Steuergeräten im 
Steuergerätekasten des Fahrzeugs gekappt und dort eine weitere Leitung 
ins Fahrzeuginnere angebunden. Ohne Abschlußwiderstand war problemloser 
Betrieb möglich (keine Fehler). Danach den Sniffer angeschlossen, auch 
keine Probleme; danach den Sniffer eingeschaltet, ebenfalls problemlos. 
Alle Telegramme identifiziert und entschlüsselt - ich bin zufrieden.

Gruß und nochmals Danke für alle guten Ratschläge
Thomas

Autor: C. H. (_ch_)
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Thomas P. wrote:
> Alle Telegramme identifiziert und entschlüsselt - ich bin zufrieden.
Respekt!
Wie lange hast du dafür gebraucht?

Autor: Thomas P. (topla)
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Reine Arbeitszeit werden so ca. 60-70h gewesen sein, dabei aber ein 
großer Anteil für Aufbau der Versuchshardware im Keller, Studium der 
Schaltpläne, Aufbau des Sniffers und Anzapfen des Fahrzeugs. Da bekannt 
war, welche Informationen über den Bus laufen, konnte mit dem Sniffer 
sehr effektiv gearbeitet werden.

Thomas

Autor: peterguy (Gast)
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mhm, da ich gerade an etwas ähnlichem entwickle, würde mich 
interessieren, was du mit den gesnifften Daten anfängst. Schickst du die 
an einen PC oder stellst du die auf einenm Display dar?

Hast du die Botschaftsinhalte zu Fuß entschlüsselt oder bist du doch 
noch an ein CANdb file gekommen?

Autor: Thomas P. (topla)
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Ganz vordergründig hat mich lediglich interessiert, die tatsächtlich vom 
Automatikgetriebe geschaltete Fahrstufe und den Zustand der 
Wandlerüberbrückungskupplung für ein Steptronik-Projekt in die 
fahrzeugeigene Anzeige im Tacho zu bekommen. Der Rest ist quasi 
"Abfallprodukt", mal sehen, ob da noch etwas draus entstehen kann.
Nein, Unterlagen habe ich keine bekommen, die ganze Auswertung ist "zu 
Fuß" mit viel Überlegen und Nachdenken erfolgt.

Thomas

Autor: peterguy (Gast)
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Ja, die Signalpositionen und -skalierungen manuell zu ermitteln ist 
nicht gerade einfach.

In 60-70 Stunden hättest du den Wagen übrigens auch auf Schaltgetriebe 
umrüsten können, da kann man die Schaltstufe dann auch direkt ablesen ;)

Autor: Thomas P. (topla)
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Eine Umrüstung wäre wohl in dieser Zeit möglich, dazu kommen dann aber 
die Zeit und der Aufwand für die Beschaffung der Teile bzw. eines 
Spenderfahrzeugs, die so gut wie nicht gebraucht in annehmbaren Zustand 
erhältlich sind. In einem Bruchteil der Zeit wäre es auch möglich, ein 
entsprechendes Fahrzeug zu erwerben. Da ich aber faul bin und liebend 
gerne in 90% der Fälle schalten lasse, wäre das Ganze dann wieder 
kontraproduktiv... ;-))

Thomas

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