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Forum: Offtopic Plexiglas polieren


Autor: Paul H. (powl)
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Hi!

Um ein paar Fehler beim Kleben und leichte Kratzer auszubessern habe ich 
versucht Plexiglas stellenweise zu polieren. Das funktioniert auch ganz 
gut. Ich verwende diese Acrylglas Polierpaste 
http://www.axxo-design.de/pic/FD9D88887F.jpg und Autopolierwatte. Leider 
sind die polierten stellen bei passendem Lichteinfall immernoch etwas 
matt, da sind feinste Kratzer im Muster der kreisenden Polierbewegung 
drin. Krigt man das nicht besser hin oder ist Autopolierwatte ungeeignet 
dafür?

lg PoWl

Autor: Florian Rist (Firma: TU Wien) (frist)
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Hallo,
die Paste, die Du verwendest ist gut. Damit sollte man das schon perfekt 
hinbekommen. Wichtig ist aber vorher gründlich alle größeren Krater 
rauszuschleifen. Immer nass schliefen, erst mit 400er, dann 600er, dann 
800er, immer penibel darauf achten, vor dem Wechsel auf eine feinere 
Körnung alles gründlich zu reinigen, auch die Hände und das neue Papier. 
Dann poliere ich mit einem Stück Baumwollgewebe (altes Bettlaken) oder 
gleich nur mit einer Fingerkuppe oder dem Handballen. Es gibt aber auch 
spezielle Poliertücher. Das wichtigste überhaut ist aber Sauberkeit.

Grüße
Flo

Autor: Unbekannter (Gast)
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> Krigt man das nicht besser hin

Geduld und Systematik.

Autor: Gurke (Gast)
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Also, ich steig mit mindestens 600er Papier ein, eher 800er, das Gröbere 
macht nur tiefe Rillen, die du dann mit feineren Papieren nicht 
herausbekommst. Danach direkt irgendein Baumwollgewebe mit ordentlich 
Paste, am besten an der Poliermaschine (wahlweise Akkuschreiber mit 
entsp. Aufsatz) oder halt ein Tuch und dann mit der Hand. Wichtig ist, 
wenn du es mit der Hand machst, mit schnellen kreisförmigen Bewegungen 
zu polieren.

Wenn du es richtig machst, kannst du es später nicht mehr von 
unpolierten Stellen unterscheiden.

Du hattest übrigens Glück, dass du polierbares Acrylglas gekauft hast, 
manches lässt sich nicht polieren und wird bei Versuch matt. Achte beim 
Kauf auf GS (für gegossen) und kaufe nicht XT (für extrudiert).

Viele Grüße

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Mit Zahnpasta ist es auch gut zu polieren. (Nein, das ist kein Scherz)

MfG Paul

Autor: Gast (Gast)
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Den Zahnpaste Tip kenne ich von Telefondisplays.
Zahnpasta ist ja auch Schleifpaste

Autor: Paul H. (powl)
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Gurke wrote:
> Du hattest übrigens Glück, dass du polierbares Acrylglas gekauft hast,
> manches lässt sich nicht polieren und wird bei Versuch matt. Achte beim
> Kauf auf GS (für gegossen) und kaufe nicht XT (für extrudiert).

Ich habe aber Plexiglas XT. Können die feinen Schleifspuren daher 
rühren? Bei entsprechendem Lichteinfall sieht man dass die polierten 
Stellen matt sind, wenn man genau hinschaut kann man feinste Kratzerchen 
im kreisförmigen Poliermuster erkennen.

An die anderen: danke für die Hilfe! Die feinsten Kratzerchen entstehen 
auch wenn ich eine völlig einwandfreihe Stelle poliere, das sind nicht 
die, die vorher schon drin waren. Ich verwende nicht zu wenig 
Polierpaste, also es ist alles mit Paste benetzt, keine freien Stellen, 
nur leichter Anpressdruck so dass ich das meiste an Kraft aufwende um 
die Watte über das Plexiglas zu ziehen/schieben und nicht zum andrücken.

lg PoWl

Autor: Florian Rist (Firma: TU Wien) (frist)
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Hallo

> Die feinsten Kratzerchen entstehen auch wenn ich eine
> völlig einwandfreihe Stelle poliere

Dann liegt's an der Watte. Versuch mal ein sauberes Stück weiches Leder, 
am besten Deinen Daumen.

Grüße
Flo

Autor: Oliver Döring (odbs)
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Wenn du ein richtig gutes Ergebnis erreichen möchtest, brauchst du 
Geduld, einen Hang zur Pedanterie und vor allem das richtige Material.

800er Papier ist viel zu grob, man sollte hochschleifen bis mindestens 
4000er, besser 8000er Körnung. Wechselt man von einer zur nächsten 
Körnung, ist das Werkstück mit viel Wasser zu waschen und das 
Schleifwasser zu wechseln. Sonst nimmt man vom Schleifpapier abgelöste 
Schleifkörner mit und verkratzt das Werkstück wieder.

Als Poliertuch geeignet sind Reinraumtücher. Alles andere, was häufig 
empfohlen wird, wie Klopapier oder Baumwolle, enthält Sand. Ein 
perfektes Ergebnis ist damit unmöglich.

Man braucht eine gute, auf Plexiglas optimierte Polierpaste und 
anschließend ein Finish-Mittel. Das Finish-Mittel enthält Wachs, welches 
die verbleibenden Mikrokratzer auffüllt und für eine spiegelglatte 
Oberfläche sorgt.

Wer nicht mit der Hand schleifen und polieren will, kann auch eine 
Winkelbohrmaschine mit Polieraufsatz benutzen. Dabei muß man aber extrem 
aufpassen: Der Polieraufsatz darf für nichts anderes verwendet werden, 
die Drehzahl muß stimmen, die Reibungswärme darf nicht zu groß werden 
und außerdem darf das Werkstück keine Kanten oder Ausschnitte haben, in 
die der Polieraufsatz einhaken könnte.

Hier gibt es eine ausführliche Anleitung:
http://www.acrylglasprofi.de/Reparaturanleitung.pdf

Und im Shop gibt es (nach unten scrollen) ein kleines Set, das alles 
enthält:

http://www.acrylglasprofi.de/index.htm

Autor: Paul H. (powl)
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Also zu den Kratzern muss ich sagen, die habe ich bisher immer 
rausbekommen indem ich mit 400er grob vorgeschliffen und dann mit 1200er 
nachgeschliffen hab. Das poliermittel macht alles glatt. Nur die 
mikrofeinen kratzerchen die noch vom Poliermittel kommen sind 
dringeblieben.

Das mit dem Wachs, naja.. meinetwegen füllt es die Kratzerchen auf aber 
das Wachs wird doch irgendwann auch wieder herauskommen bzw sich 
abnutzen.

Mit welchen haushaltsüblichen tüchern (die man im drogeriemarkt bekommt) 
könnte ich den nächsten versuch starten?

lg PoWl

Autor: Oliver Döring (odbs)
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Natürlich wird die Oberfläche mit der Zeit wieder schlechter. Die 
wenigsten Menschen polieren zum Beispiel ihre Autos. Schon nach wenigen 
Monaten hat jeder Neuwagen diese kreisförmigen Mikrokratzer, besonders 
auffällig bei dunklen Farben. Plexisglas ist chemisch ähnlich wie 
Autolack aufgebaut.

Wenn man dauerhaft eine supertolle Oberfläche haben möchte, muß man 
entweder jeglichen Umwelteinfluß fernhalten oder in regelmäßigen 
Abständen neu finishen.

Oder: "Echtes" Glas verwenden, das hat eine harte Oberfläche.

Lies dir die verlinkte Anleitung durch, da steht alles wissenswerte 
drin.

Autor: AC/DC (Gast)
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Man kann Plexiglas gut mit einer Textilscheibe (eingespannt in ner
Bohrmaschine mit geringer Drehzahl) und entsprechender Polierpaste
polieren, auch wenn noch leichte Kratzer vorhanden sind.
Das Zeug gibt meines Wissens nur im Fachhandel. Hab selbst welche davon.

Autor: Paul H. (powl)
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D.h. diese mikrofeinen Kratzer, genau diese die man auf einem Autolack 
auch rund um die Spiegelung der Sonne bei Sonnenschein sieht, kriegt man 
niemals mehr ganz raus? Was ist wenn man die Oberfläche kurzzeitig mit 
dem Heißluftföhn bearbeitet oder so irgendwas? Die Oberfläche mit 
Wachsen aufzufüllen halte ich für nicht wirklich ideal, höchstens für 
eben das beste was möglich ist.

Autor: Florian Rist (Firma: TU Wien) (frist)
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Hallo Paul Hamacher

> Was ist wenn man die Oberfläche kurzzeitig mit
> dem Heißluftföhn bearbeitet oder so irgendwas?

Heißluftföhn klappt bei Plexi nicht, aber Flammpolieren kann man schon 
versuchen. Das wird aber mit einer Knallgasflamme gemacht (rußfrei) und 
die hat man eher selten griffbereit.

Ansonsten gäbe es noch Lösungsmittelpolieren, das macht man bei 
Acrylglas  mit verdampften Dichlormethan. Das kann man durch aus auch 
mal improvisiert versuchen, man braucht nur einen dichten Behälter an 
den man einen Schlauch anschließt. Im Behälter verdampft man 
Dichlormethan, z.B. in dem man ihn in ein Wasserbad stellt und mit dem 
Schlauch leite man den Damp zum Werkstück. Gesund ist das aber 
wahrscheinlich nicht...

Grüße
Flo

Autor: Gurke (Gast)
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Ich denke es kann durchaus am XT Acryl liegen. Mit gutem GS Acryl reicht 
für höchste Designmodell ansprüche bei uns die Politur mit billigster 
Autolackpoliturpaste aus dem Baumarkt und einer Baumwollpolierscheibe an 
der Bohrmaschine. Schlechtes Acryl bekommst du auch nicht mit dem 
feinsten Schleifpapier und der besten Paste hin, zumindest nicht in 
einem Kosten/Nutzen Maß (vor allem zeitlich), dass irgendwo sinnvoll 
ist.

Autor: Paul H. (powl)
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Ok, dann probiere ich es nochmal mit einem anderen Poliertuch und ganz 
ganz zart, wenns dann nicht funktioniert.. pech, leider hat der Baumarkt 
nur Plexiglas XT.

Lässt sich mit Polystyrol eigentlich besser umgehen? Kleben und 
Polieren? Das gibts nämlich als große Platten ebenfalls im Baumarkt, 
zuschneiden kann ich selbst und sie sind günstiger.

lg PoWl

Autor: Gurke (Gast)
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Also ich arbeite lieber mit Acryl, das lässt sich besser polieren.

Ich möchte dir den Versandhandel Modulor (oder das Fachgeschäft, wenn du 
Berliner bist) ans Herz legen, dort gibt es eigentlich alles was man so 
brauchen kann.

Insbesondere der Katalog ist eine super Geschichte, dort gibt es zu 
jedem Material das die Verkaufen eine Übersicht, Verarbeitungstipps und 
typische Anwendungsgebiete. Den alten Katalog konnte man noch als 
komplette PDF von deren Seite herunterladen, den aktuellen habe ich 
nicht gefunden. Aber da hilft ja deine freundliche Suchmaschine 
vielleicht weiter.
Der Link: http://www.modulor.de/

PS: Man kann auch anrufen/hingehen und sich beraten lassen, die sind da 
sehr hilfsbereit.

Autor: Gurke (Gast)
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Hm, kann meinen Beitrag leider nicht editieren, aber Modulor hat jetzt 
auch ne Menge Informative Inhalte auf der Produktseite im Netz, für 
Kunststoffe im Allgemeinen z.B. das hier: 
http://www.modulor.de/shop/oxid.php/sid/0c5c970fa7...

(Oben auf "Allgemeine... " klicken)

Autor: AC/DC (Gast)
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@Paul

Plexiglas polieren (GS odet XT) geht am besten wie ich das beschrieben 
habe.
Zufällig habe ich bei Ebay so eine Schwabbelscheibe gesehen und gleich 
an diesen Thread gedacht.
Die Scheibe mit einer Aufnahme in eine Bohrmaschine (am besten eine 
Ständerbohrmaschine) einspannen. Dann etwas Polierpaste von der Scheibe
abpolieren lassen und dann solange das Plexglas auf die Scheibe
drücken bis sich der gewünschte Oberflächeneffekt einstellt.
Kratzer kriegste damit garantiert raus, auch von der Schnittkante.

Ebay-Artikel Nr. 320318089257

Ebay-Artikel Nr. 180296618873

Hab das mal bei einem Industriefeinmechanikermeister gelernt.

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