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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Einstieg in die Elektronik/Microcontroller


Autor: H. G. (thankyoufordancing)
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Hallo zusammen!

Der Gedanke mich praxisnah mit Microcontrollern auseinanderzusetzen 
fasziniert mich schon seit geraumer Zeit. Nun habe ich beschlossen, die 
Sache in die Realität umzusetzen und möchte zunächst dieses Forum 
nutzen, um mir weiteren Rat einzuholen. Im Blickfeld habe ich konkret 
die AVR-Controller von Atmel.

Allerdings bringe ich auf dem Gebiet der Elektronik nicht gerade 
fundierte Grundkenntnisse mit ;-) Vor etlichen Jahren habe ich mich 
bereits mit Elektronik beschäftigt, jedoch beschränkte sich dies 
hauptsächlich auf den Nachbau fertiger Schaltungen. Dabei habe ich auch 
erfolgreich Platinen belichtet und geätzt. Bis auf einen Lötkolben ist 
davon jedoch nichts mehr vorhanden. Ich muss also mit meiner kompletten 
Ausrüstung nochmal bei Null anfangen :-)
Durch mein Studiums und durch einen Nebenjob habe ich Erfahrungen in 
"hardwarenaher" Programmierung (u.a. auch von RISC-Prozessoren) 
gesammelt.

Mit ist natürlich bewusst, dass ich mir die nötigen 
Elektronik-Grundkenntnisse auf irgendeine Weise aneignen muss. Daher 
habe ich mir bereits die folgenden Bücher besorgt:
- Meister, Heinz: Elektronik (Band 1): Elektrotechnische Grundlagen, 
Vogel-Fachbuch
- Beuth, Klaus: Elektronik (Band 2): Bauelemente, Vogel-Fachbuch
- Schmitt, Günter: Mikrocomputertechnik mit Controllern der Atmel 
AVR-RISC-Familie, Oldenbourg

Könnt ihr mir an dieser Stelle evtl. noch das ein oder andere Buch ans 
Herz legen, welches mir die nötigen Grundlagen vermitteln kann?

Nachdem ich mich hier durchgearbeitet habe steht die Anschaffung 
weiterer Ausrüstung auf dem Programm. Für konkrete 
Anschaffungsvorschläge wäre ich an dieser Stelle sehr dankbar. Ich denke 
da insbesondere an ein vernünftiges Netzgerät und an ein Multimeter.
Was für ein Multimeter würdet ihr mir empfehlen? Oder ist es in der 
Digitaltechnik auch sinnvoll eher den PC als Messgerät zu verwenden, da 
sich so sicherlich Signalverläufe besser auswerten lassen (Stichwort: 
Debugging)? Falls ja, welche Hardware/Software wäre hier für den 
Einstieg geeignet?

Als weiteres benötige ich natürlich auch ein Programmiergerät. Hier habe 
ich mal das STK500 ins Auge gefasst. Wie sind eure Erfahrungen mit 
diesem Gerät?

Zu Beginn würde ich natürlich eher einfache Schaltungen aufbauen wollen. 
Zum Beispiel: Taster drücken, LED beginnt zu blinken. Taster nochmal 
drücken, LED hört auf zu blinken usw.

Würdet ihr mir für solche Anwendungen die Entwicklung auf einem 
Breadboard empfehlen? Falls ja, hat jemand von euch Erfahrungen mit den 
Boards von http://www.csd-electronics.de/ gemacht (z.B. dem "Exp-Board 
2390 Kontakte")?

Persönlich bin ich eher der Ansicht lieber etwas mehr Geld für Qualität 
auszugeben anstatt stets das Günstigste zu kaufen. Das Budget sollte 
jedoch 300 bis 400 Euro zu Beginn nicht überschreiten.

Vielen Dank vorab für eure Antworten! :-)


Viele Grüße, Hendrik

Autor: Jean Player (fubu1000)
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> Könnt ihr mir an dieser Stelle evtl. noch das ein oder andere Buch ans
> Herz legen, welches mir die nötigen Grundlagen vermitteln kann?

JA : http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR-Tutorial
und : http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR-GCC-Tutorial


> Nachdem ich mich hier durchgearbeitet habe steht die Anschaffung
> weiterer Ausrüstung auf dem Programm. Für konkrete
> Anschaffungsvorschläge wäre ich an dieser Stelle sehr dankbar. Ich denke
> da insbesondere an ein vernünftiges Netzgerät und an ein Multimeter.
> Was für ein Multimeter würdet ihr mir empfehlen? Oder ist es in der
> Digitaltechnik auch sinnvoll eher den PC als Messgerät zu verwenden, da
> sich so sicherlich Signalverläufe besser auswerten lassen (Stichwort:
> Debugging)? Falls ja, welche Hardware/Software wäre hier für den
> Einstieg geeignet?

Also ich benutze persönlich nen billig Multimeter und Netzteile. Zum 
debuggen LCDs, EEprom oder LEDs.


> Als weiteres benötige ich natürlich auch ein Programmiergerät. Hier habe
> ich mal das STK500 ins Auge gefasst. Wie sind eure Erfahrungen mit
> diesem Gerät?

STK500 ist gut. Habe ich zwar selber nit im besitzt, aber ist 
"Idiotensicher"(nit böse gemeint). Also wenn du das Geld hast kauf es 
ruhig.


> Zu Beginn würde ich natürlich eher einfache Schaltungen aufbauen wollen.
> Zum Beispiel: Taster drücken, LED beginnt zu blinken. Taster nochmal
> drücken, LED hört auf zu blinken usw.

STK500 hat alles onboard!


> Würdet ihr mir für solche Anwendungen die Entwicklung auf einem
> Breadboard empfehlen? Falls ja, hat jemand von euch Erfahrungen mit den
> Boards von http://www.csd-electronics.de/ gemacht (z.B. dem "Exp-Board
> 2390 Kontakte")?

Kenn ich alles nit. Aber hol dir einfach nen paar Lochraster-Platinen 
und die µC und die nötige Peripherie und gut ist.


> Persönlich bin ich eher der Ansicht lieber etwas mehr Geld für Qualität
> auszugeben anstatt stets das Günstigste zu kaufen. Das Budget sollte
> jedoch 300 bis 400 Euro zu Beginn nicht überschreiten.


Schau dir einfach mal die Tutorials an und kauf das Zeug dazu, was das 
STK500 nit onboard hat. Falls ein bestimmtes Projekt dir vorstrebt, 
schreib einfach was dir vorschwebt und dir wird geholfen.


Gruß und guten moin.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Hendrik Gries wrote:
> Hallo zusammen!

Hi Hendrik,

> Der Gedanke mich praxisnah mit Microcontrollern auseinanderzusetzen
> fasziniert mich schon seit geraumer Zeit. Nun habe ich beschlossen, die
> Sache in die Realität umzusetzen und möchte zunächst dieses Forum
> nutzen, um mir weiteren Rat einzuholen. Im Blickfeld habe ich konkret
> die AVR-Controller von Atmel.

Schonmal keine schlechte Wahl. Eine aktive Gemeinschaft um den AVR hast 
Du mit dieser Seite ja schon gefunden.

> Mit ist natürlich bewusst, dass ich mir die nötigen
> Elektronik-Grundkenntnisse auf irgendeine Weise aneignen muss. Daher
> habe ich mir bereits die folgenden Bücher besorgt:
> - Meister, Heinz: Elektronik (Band 1): Elektrotechnische Grundlagen,
> Vogel-Fachbuch
> - Beuth, Klaus: Elektronik (Band 2): Bauelemente, Vogel-Fachbuch
> - Schmitt, Günter: Mikrocomputertechnik mit Controllern der Atmel
> AVR-RISC-Familie, Oldenbourg
>
> Könnt ihr mir an dieser Stelle evtl. noch das ein oder andere Buch ans
> Herz legen, welches mir die nötigen Grundlagen vermitteln kann?

Ich kenn jetzt nur das AVR-Buch. Ich muss allerdings sagen dass es 
gerade bei Elektronik schwer ist, (wenige) Buecher zu finden, die das 
Gebiet gut abdecken. Naja das ist wohl bei jeder Wissenschaft so. Ich 
habe auch hier aus dem Forum viel gelernt. Schau Dir vor allem mal die 
Artikel an und lies alte Beitraege hier. Das kann schon viel helfen. 
Ansonsten sind Buecher natuerlich nicht schlecht. The Art of Electronics 
ist auch gut, ist nur etwas teuer (~70EUR) und es gibt einen Kurs dazu 
(Student Manual).

> Nachdem ich mich hier durchgearbeitet habe steht die Anschaffung
> weiterer Ausrüstung auf dem Programm. Für konkrete
> Anschaffungsvorschläge wäre ich an dieser Stelle sehr dankbar. Ich denke
> da insbesondere an ein vernünftiges Netzgerät und an ein Multimeter.

Dann hol Dir eines, womit Du auch den Strom regeln kannst. Fuer beides 
zusammen wirst Du bei etwa 200-250EUR liegen.

> Was für ein Multimeter würdet ihr mir empfehlen? Oder ist es in der
> Digitaltechnik auch sinnvoll eher den PC als Messgerät zu verwenden, da
> sich so sicherlich Signalverläufe besser auswerten lassen (Stichwort:
> Debugging)? Falls ja, welche Hardware/Software wäre hier für den
> Einstieg geeignet?

Ich glaube Du hast Multimeter und Oszi verwechselt. Fuer Deinen 
genannten Preisrahmen von 400EUR wird das nicht drinnen sein.

> Als weiteres benötige ich natürlich auch ein Programmiergerät. Hier habe
> ich mal das STK500 ins Auge gefasst. Wie sind eure Erfahrungen mit
> diesem Gerät?

Gute Wahl. Damit hast ein rudimentaeres Experimentierboard, ISP- und 
HV-Programmer fuer die AVRs.

> Zu Beginn würde ich natürlich eher einfache Schaltungen aufbauen wollen.
> Zum Beispiel: Taster drücken, LED beginnt zu blinken. Taster nochmal
> drücken, LED hört auf zu blinken usw.
>
> Würdet ihr mir für solche Anwendungen die Entwicklung auf einem
> Breadboard empfehlen? Falls ja, hat jemand von euch Erfahrungen mit den
> Boards von http://www.csd-electronics.de/ gemacht (z.B. dem "Exp-Board
> 2390 Kontakte")?

Gibt sich alles nicht viel... aber wahrscheinlich besser als das vom 
Reichelt. Schau einfach auf den Preis ;)

> Persönlich bin ich eher der Ansicht lieber etwas mehr Geld für Qualität
> auszugeben anstatt stets das Günstigste zu kaufen. Das Budget sollte
> jedoch 300 bis 400 Euro zu Beginn nicht überschreiten.

Hehe... naja ;) Das koenntest fuer Dein Multimeter alleine ausgeben. 
Elektronik is leider nen teueres Hobby.

> Vielen Dank vorab für eure Antworten! :-)
>
>
> Viele Grüße, Hendrik

Joa dann noch viel Spass.
Michael

Autor: Peter Diener (Gast)
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Hallo,

als Multimeter kann ich aus persönlicher Erfahrung die erste Serie vom 
Fluke 87 sehr empfehlen. Das wird leider nicht mehr gebaut und ist 
deshalb eigentlich nur noch - dafür aber auch nicht so teuer - bei ebay 
erhältlich. Das 87 hat einige Vorteile, die man erst zu schätzen lernt, 
wenn man es selbst benutzt hat, das erkennt man leider nicht aus 
Datenblättern. Der Durchgangstest ist z.B. extrem schnell, wenn man eine 
Verbindung auf einer Leiterkarte sucht, braucht man mit der Messspitzte 
nuch schnell über alle Pins streichen und hat die gesuchte Verbindung 
sofort (An alle, die mir jetzt erzählen wollen, ihr Messgerät kann das 
auch: Ihr hattet wohl noch kein 87 - probiert das mal im Vergleich aus). 
Ich kenn jedenfalls kein anderes - auch keins von Fluke - bei dem das 
besser funktioniert. Ein normaler 9V Block hält in diesem Messgerät 500 
Stunden, das findet man sonst auch nur selten. Dann ist es extrem 
robust, Fallenlassen aus 1 Meter auf Beton hält es normal einfach aus. 
Netzspannung im Ohmmessbereich anlegen - hält es aus. Netzspannung im 
Strommessbereich anlegen zerstört nur die Sicherung und nicht das Gerät, 
findet man auch selten. Die Bargraphanzeihe ist ebenfalls genial. Kurz 
um, an einem Fluke 87 hast du lang Freude und es kann alles was du von 
einem Multimeter brauchst.

Das Thema Oszi wurde auch schon angesprochen. Wenn du wirklich 
vernünftig an einer Mikrocontrollerschaltung messen möchtest, kommst du 
um ein Speicheroszilloskop nicht herum. Ich persönlich arbeite mit einem 
Tektronix TDS320, das war damals extrem teuer, man bekommt es aber 
mittlerweile ab und zu bei ebay günstig. Es gibt natürlich breits viel 
modernere Geräte, aber das TDS320 hat eigentlich alles was man braucht. 
Du brauchst als Anfänger jahrelang kein Farbdisplay, FFT, 50000 
Punkte-Speicher oder die anderen Features, die die modernen Teks haben. 
Was ich dir nicht empfehlen würde, sind moderne Geräte, die in deine 
Preisvorstellung fallen, dafür bekommt man nichts vernünftiges. Man kann 
zwar schon damit arbeiten, aber man braucht mehr Zeit für das Messgerät 
als für die Schaltung, was dann nicht viel Freude macht. Kauf dir besser 
ein altes Gerät günstig gebraucht, das damals richtig teuer war, dann 
kannst du sicher sein, dass dir das Gerät bei deinem Hobby wirklich 
hilfreich ist und du dich nicht drüber ärgern musst.
Wir haben uns privat auch mal ein Velleman USB-Skope für etwa 400 Euro 
gekauft. Das Gerät ist wirklich minderwertig. Jetzt steht es nur noch im 
Schrank und wird nicht benutzt, es hat zwar einige Funktionen mehr als 
das alte Tek aber keine funktioniert richtig zuverlässig und nur darauf 
kommts an. Wenn ich mich auf eine Messung nicht verlassen kann, kann ich 
sie mir auch sparen. Das TDS 320 bekommt man heute günstiger und es ist 
trotzdem viel besser.

Mit einem STK-500 bist du gut beraten.
Zum Netzteil kann ich nur sagen: Netzteile kann man nie genug haben. Die 
wenigsten Schaltungen kommen mit einer einzigen Versorgungsspannung aus. 
Trotzdem reicht es dir für den Anfang, wenn du dir ein Gerät kaufst. 
Hier gilt das gleiche, wie bei den Oszis, besser gebraucht und günstig 
als neu und billig. Empfehlen kann ich alle Geräte von Agilent/HP sowie 
von Keithley oder Rohde und Schwarz. Natürlich darf man diese Geräte 
nicht neu kaufen, sonst wird man arm, aber gebraucht liegen sie durchaus 
in der Preisklasse, wofür man neu wirklich nur Schrott bekommt. Wichtige 
Eigenschaften von einem guten Netzteil sind Kurzschlussfestigkeit, 
HF-Festigkeit, genaue Potentiomenter (10 Gang) zur Spannungseinstellung, 
wenig Ausgangskapazität, eine schnelle, einstellbare Strombegrenzung 
sowie gut ablesbare (nach Möglichkeit selbstleuchtende) Digitalanzeigen 
für Strom und Spannung. Ich selbst habe auch Geräte von Voltcraft, man 
kann schon damit arbeiten, aber es ist kein Vergleich zu einem der oben 
genannten Hersteller. Die Knöpfe sind unpräzise, die Spannung nicht 
stabil, die Geräte sind nicht HF fest, manche brennen ab, wenn man sie 
länger kurzschließt, obwohl in der Werbung das Gegenteil behauptet wird, 
alles eben Eigenschaften, die man im Laden nicht erkennen würde. Wenn 
ich mit Kollegen, die jahrelang nichts anderes eingesetzt haben und auch 
nichts anderes kennen, an meinen Geräten arbeite, kommen immer wieder 
diverse Warnungen an mich, was ich alles besser lassen sollte, weil es 
die Netzgeräte beschädigen könnte. Darauf sag ich immer nur: Das hält es 
aus.

Ansonsten noch viel Erfolg bei den Basteleien und einen guten Rutsch ins 
neue Jahr.

Viele Grüße,

Peter

Autor: Olaf (Gast)
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> Könnt ihr mir an dieser Stelle evtl. noch das ein oder andere Buch ans
> Herz legen, welches mir die nötigen Grundlagen vermitteln kann?

Ich kenne die von dir genannten Buecher nicht, daher kann ich nicht
sagen ob da was doppelt ist, aber wenn man in der Etechnik und
auch in diesem Diskussionsbrett etwas beobachten kann so ist das
ein eklatanter Mangel an Grundlagen im Bereich Analogtechnik.

Die muessen aber vorhanden sein damit du weisst warum dein Controller
ein Abblockkondensator braucht, oder wie man den Transistor am Ausgang
beschaltet oder auswaehlt.
Ein sehr gutes Buch in diesem Zusammenhang ist:

The ARt of Elektronics von Horowitz & Hill.

Das Buch ist zwar English, hat aber den Vorteil das es sehr locker 
geschrieben ist. Im Gegensatz zu vielen deutschen Fachbuechern macht es 
auch Spass es zu lesen.


> Ich denke da insbesondere an ein vernünftiges Netzgerät und an ein
> Multimeter. Was für ein Multimeter würdet ihr mir empfehlen?

Eigentlich relativ unkritisch. Fuer die meisten Dinge wuerde sogar eines
fuer 10Euro ausreichen. Trotzdem wuerde ich deutlich mehr ausgeben um
eine gute mechanische Verarbeitungsqualitaet zu bekommen.

Wert legen wuerde ich auf einen Strommessbereich von mindestens 10A. 
Viele kleine Multimeter koennen nur 200mA oder 2A.

Ausserdem ist es unverzichtbar auch Kapazitaeten messen zu koennen. Zum 
einen weil auf SMD-Kondensatoren nichts draufsteht, zum anderen weil 
Elkos mit zu den am haeufigsten defekten Bauteilen gehoeren.

Wegmscheissen wuerde ich aber die mitgelieferten Messkabel und da was 
besseres kaufen oder selber machen. Was da mitgeliefert wird ist
oftmals nur das nackte Grauen. (Innenwiderstand und nicht Spitz genug)

Ansonsten gib nicht zuviel Geld fuer ein Multimeter aus und spar es 
lieber fuer ein Oszi. Das ist zehnmal wichtiger.

Als Netzteil sollte eigentlich alles mit 2x0-30V und 2A ausreichen.

> Oder ist es in der Digitaltechnik auch sinnvoll eher den PC als
> Messgerät zu verwenden,

Das ist meistens die schlechteste Loesung. Zu meinen nervt es wenn das
Messgeraet immer booten muss, zum anderen braucht man einen PC auch oft
als Programmiergeraet oder er ist ein Teil der Hardware die man da
entwickelt.

> Würdet ihr mir für solche Anwendungen die Entwicklung auf einem
> Breadboard empfehlen?

Solche Boards sind gelegentlich praktisch, sie haben aber auch ihre
Schwaechen. Ich wuerde mir vielleicht ein kleineres holen, aber die
Sache nicht ueberbewerten. Es ist wichtiger das du lernst mit
SwitcherCAD/Spice umzugehen.

Olaf

Autor: Иван S. (ivan)
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Peter Diener wrote:
> Netzspannung im  Strommessbereich anlegen zerstört nur die Sicherung und
> nicht das Gerät, findet man auch selten.

Nichts für ungut, aber die Sicherung im Strommeßbereich ist eigentlich 
Standard. Selbst mein älteres Mastech, damals um ungefähr 10 EUR 
erstanden, hat eine.

Olaf wrote:
> Eigentlich relativ unkritisch. Fuer die meisten Dinge wuerde sogar eines
> fuer 10Euro ausreichen. Trotzdem wuerde ich deutlich mehr ausgeben um
> eine gute mechanische Verarbeitungsqualitaet zu bekommen. [...]
> Ausserdem ist es unverzichtbar auch Kapazitaeten messen zu koennen.

Ja, eine C-Meteringfunktion ist nicht schlecht. Inzwischen habe ich ein 
günstiges (nicht billiges) DVM9912 von Velleman. Ich habe den Autorange 
schätzen gelernt.

Peter Diener wrote:
> An einem Fluke 87 hast du lang Freude und es kann alles was du von
> einem Multimeter brauchst.

Ein Fluke ist sicher keine schlechte Wahl, leider bezahlt man auch 
einiges für die Marke an sich. Ein Metrawatt/Metrahit von Gossen wäre 
mein persönlicher Favorit, wenn ich ein wirklich professionelles 
Multimeter brauchen würde.

Olaf wrote:
> Ansonsten gib nicht zuviel Geld fuer ein Multimeter aus und spar es
> lieber fuer ein Oszi. Das ist zehnmal wichtiger.

Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen.

Peter Diener wrote:
> Das Thema Oszi wurde auch schon angesprochen. Wenn du wirklich
> vernünftig an einer Mikrocontrollerschaltung messen möchtest, kommst du
> um ein Speicheroszilloskop nicht herum.

Blieben noch 2 Alternativen: Ein Kombiscope (Analog mit Digitalteil) 
oder ein Analogscope und zusätzlich einen Logic Analyzer (Stichwort: 
mini-la). Früher oder später wird der Wunsch nach einem LA sowiso 
kommen, ich habe zwar ein Kombiscope, aber die Möglichkeit simultan 
einige parallele Signale zu vergleichen wäre schon fein.

> Ich persönlich arbeite mit einem Tektronix TDS320, das war damals extrem
> teuer, man bekommt es aber  mittlerweile ab und zu bei ebay günstig.

Ein solides, brauchbares Gerät. Von der Bandbreite kann ich es mit 
meinem Philips PM3305 natuerlich nicht mit Dir aufnehmen, trotzdem würde 
ich nicht tauschen wollen. Habe mein Gerät übrigens hier erstanden, dem 
EGay traue ich nicht so recht.

> Was ich dir nicht empfehlen würde, sind moderne Geräte, die in deine
> Preisvorstellung fallen, dafür bekommt man nichts vernünftiges.

Vollständige Zustimmung meinerseits.

> Kauf dir besser ein altes Gerät günstig gebraucht, das damals richtig
> teuer war, dann  kannst du sicher sein, dass dir das Gerät bei deinem
> Hobby wirklich hilfreich ist und du dich nicht drüber ärgern musst.

Stimmt, ein solides Gebrauchtgerät ist bestimmt die beste Wahl in Sachen 
Oszilloskop. Ein Neugerät kann man in einigen Jahren immer noch kaufen, 
falls man bereit ist, dann genug Geld zu investieren.

> Wir haben uns privat auch mal ein Velleman USB-Skope für etwa 400 Euro
> gekauft. Das Gerät ist wirklich minderwertig.

Das liegt nicht an Velleman. Die USB-Scopes sind (Achtung, mein 
Vorurteil) generell alle mies. Ich denke selbst wenn Tec, Agilent oder 
LeCroy welche bauen würden, wären jene nicht wesentlich besser.

Olaf:
>> Oder ist es in der Digitaltechnik auch sinnvoll eher den PC als
>> Messgerät zu verwenden,
> Das ist meistens die schlechteste Loesung.

Olaf bringt es auf den Punkt, dem ist nichts hinzuzufügen.

Peter:
> Zum Netzteil kann ich nur sagen: Netzteile kann man nie genug haben.
> Hier gilt das gleiche, wie bei den Oszis, besser gebraucht und günstig
> als neu und billig. Empfehlen kann ich alle Geräte von Agilent/HP sowie
> von Keithley oder Rohde und Schwarz.

Thurlby Thandar Instruments wäre meiner Meinung nach noch eine Erwähnung 
wert. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen machen dürfen. Oft sind 
jedoch auch die Geräte der günstigen Mitbewerber nicht schlecht.

> Wichtige Eigenschaften von einem guten Netzteil sind
> Kurzschlussfestigkeit [...], genaue Potentiomenter [...], einstellbare
> Strombegrenzung

Peter, dies sind doch die Grundvoraussetzungen für ein Labornetzteil. Du 
schockierst mich, wenn Du damit andeuten möchtest, daß nicht 
kurzschlußfeste Geräte im Umlauf sind oder solche ohne einstellbarer 
Strombegrenzung. Oder Schrott mit Potis aus dem 
Industrieausschuß-Sortimentsbeutel. Bin ich wirklich so verwöhnt?

Ich dachte immer, erst bei den von dir genannten Punkten HF-Festigkeit, 
Regelgeschwindigkeit und Ausgangskapazität würde sich die Spreu vom 
Weizen trennen.

> sowie gut ablesbare (nach Möglichkeit selbstleuchtende) Digitalanzeigen

Ja, das ist ein sinnvolles "Feature". Was ich noch anmerken möchte:
Ein Zweikanalgerät kann manchmal sinnvoll sein.

Olaf:
> The ARt of Elektronics von Horowitz & Hill.
> Das Buch ist zwar English, hat aber den Vorteil das es sehr locker
> geschrieben ist. Im Gegensatz zu vielen deutschen Fachbuechern macht es
> auch Spass es zu lesen.

Darüber kann ich mit dir streiten, Olaf. Ich persönlich mag das Buch 
nicht, ich bin aber auch nicht unbedingt ein Fan des (Oxymoron?) 
Amerikanischen Humors. Ausserdem hatte ich sehr oft den Eindruck, die 
Autoren würden zu sehr ausschweifen und vermutlich überhaupt nicht mehr 
zum Punkt kommen. Das hat mich wirklich oft genervt bei der Lektüre 
dieses Buchs. Einmal konnte ich den Blick auf eine Übersetzung werden, 
deren Zielsprache vermutlich Deutsch gewesen sein soll: Dort wurde doch 
tatsächlich (in einem Elektronikbuch!) "silicon" mit "Silikon" übersetzt 
und Strom und Spannung wurden willkürlich eingesetzt (eine Spannung von 
5A, ein Strom von 0,7V).
Total unbrauchbar also, da es, mutmaßlicher Weise, wohl nicht bei diesen 
offensichtlichen Fehlern geblieben ist.

LG, Iwan

Autor: H. G. (thankyoufordancing)
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Hallo!

Vielen Dank für eure Tipps! Besonders den zum Gebrauchtkauf :-) Ihr habt 
mir schon ein großes Stück weitergeholfen!

Was die Bücher angeht, so werde ich mir das ein oder andere noch 
ausleihen und schauen, welches mir am ehesten zusagt.

Im Anschluss daran werde ich mir nähere Gedanken machen, was ich mir 
konkret für ein Netzteil und Multimeter zulege um dann erstmal auf 
Breadboard oder Lochraster ein paar einfache Grundschaltungen 
aufzubauen.

Danach würde ich mir dann das STK500 zulegen und mich an einfache 
Schaltungen mit einem Controller heranwagen. Ich denke mal, dass ich zu 
Beginn auch noch relativ gut ohne Oszilloskop leben kann. Falls es mir 
dann irgendwann als notwendig erscheint, kann ich mich ja immer noch 
nach einem guten Gebrauchten umschauen :-)

Also, vielen Dank nochmal und feiert gut ins neue Jahr! :-)


Viele Grüße, Hendrik

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