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Forum: Platinen Leiterplatten ätzen - so korrekt?


Autor: Ronny Schulz (Gast)
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Hallo ihr Profis,

bald geht es ans angemachte und ich ätze meine erste Fotoleiterplatte.
Ich werde jetzt demnächst die Materialien bestellen. Habe aber noch
Fragen zu der Vorgehensweise.

1. ich drucke mein Layout auf Folie aus

2. lege die Folie auf die Leiterplatte und belichte sie mit meinem
Gesichtsbräuner 4x Philips UVA-Röhren (ca. 90 Sekunden)

3. nehme die Folie ab und bespraye das Ganze mit Positiv 20 von Kontakt
Chemie (Reichelt: 100ml = 5,55 €)

4. lege die Leiterplatte dann in die Entwicklerlösung (Natriumhydroxid)
für ca. 60 Sekunden (Reichelt: 10gr = 0,61 €)

5. spüle die Leiterplatte dann mit klarem Wasser ab und lege sie ins
Ätzmittel (Natriumpersulfat) bis das was ich nicht haben will weggeätzt
ist (Reichelt: 120gr = 2,20 €), alternativ kann ich ja auch
Eisen-III-Chlorid nehmen, was hier noch rumliegt ; dabei bewege ich
natürlich die Leiterplatte ab und an

6. jetzt reinige ich die Leiterplatte mit Wasser und dann mit Spiritus
gründlich und sprühe sie nach dem trocknen mit Lötlack SK10 von Kontakt
Chemie ein (Reichelt: 200ml = 5,10 €)

Ist das so korrekt oder habe ich da einen Fehler drin?
Vielen Dank!

Autor: Michael (Gast)
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Was soll Punkt 3 ?

Das kanst du weglassen.

Autor: Ronny Schulz (Gast)
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Wie jetzt?! Wozu braucht man dann den Fotoresist-Lack. Kann ich einfach
belichten und dann ätzen? Ich wusste ja nicht, dass die Belichtung eine
widerstandsfähige Schicht bildet.

Der Rest ist sonst aber korrekt so?

Autor: conlost (Gast)
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Hallo Ronny,
Punkt 3 ist deshalb überflüssig, weil das besprühen mit
Positiv 20-Lack nach dem belichten nix bringt.
Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. man benutzt Platinen ohne Fotolack Beschichtung,
dann muss man die Platine vor dem belichten mit Fotolack
einsprühen und trocknen lassen.
Das ganze darf auch nicht bei Tageslicht geschehen,
sondern in einem abgedunkelten Raum.

2. man benutzt bereits beschichte Platinen.
Diese sind mit einer Folie beklebt die kein Licht durchläßt.
Vor dem belichten entfernt man diese Folie.

Ich rate zu Punkt zwei, weil das die einfachste und
zuverlässigste Methode ist.

Ansonsten ist Dein Ablauf in Ordnung, nur die Zeiten
musst Du ausprobieren, weil je nach Lampenstärke und
Entfernung die Zeit anders sein kann.

Ich wünsche Dir viel Spass und viel Erfolg bei Deiner
ersten selbstgemachten Platine.

Es grüßt,
Arno

Autor: Ronny Schulz (Gast)
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Vielen Dank!

Ist die Belichtungszeit eigentlich so wichtig? Was passiert denn wenn
ich zu lange belichte oder entwickle? Bei normalen Fotos ist das klar.
Aber bei Platinen gibt es ja nur "weiß oder schwarz".

Bzw. wie stelle ich das überhaupt fest. Es wäre ja ärgerlich, wenn ich
das erst nach der 5 Leiterplatte hinbekomme.

Autor: Andre Adrian (Gast)
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Ich darf hier mal die d.s.e FAQ zitieren:

"Man braucht: Eine Platine, die man in zig 2 x 2 cm kleine Stücke
schneidet, eine Belichtungsvorlage und eine Eieruhr. Man schreibt auf
die Rückseite des 1. Stücks eine 1, legt sie exakt 1 Minute im
Belichter auf die Vorlage, legt sie dann exakt 1 Minute in den korrekt
konzentrierten Entwickler (mit Badbewegung bzw. Pinsel), und wirft sie
dann in das Ätzbad. Die Platine 2 kommt 2 Minuten ins UV-Licht, dann 1
Minute in den Entwickler, dann ins Ätzbad. Platine 3 4 Minuten, Platine
4 satte 8 Minuten, Platine 5 16 Minuten belichten, Platine 6 32
Minuten, aber alle nur 1 Minute in den Entwickler. Je nach dem, welche
Platine am besten geworden ist, probiert man noch einen Mittelwert (3
Minuten oder je nach dem). Da man jedesmal auf die gleiche Art
entwickelt hat, hat man nur einen freien Parameter (Belichtungszeit).
Hätte man versucht, beim Entwicklen das Optimum herauszuholen, wäre die
Probiererei ein Fass ohne Boden. Beim beschriebenen Verfahren muss man
nur nach der besten Platine im Ätzbad suchen und kann sich später sogar
den Ätztest zur Ermittlung der richtigen Entwicklungszeit sparen."

Gruss,

Andre

Autor: Ich (Gast)
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Soviel zur Theorie!

Bei fotobeschichteten Bungard-Platinen(die mit der blauen Folie) hast
Du eine Belichtungzeit von ca. 45-60sec. bei einem Abstand von 5cm
Platine->UV-Röhre zu erwarten (Belichter vorher 2min warm laufen
lassen, dann erst Platine drunter/drauf legen).
Entwickler: 15g auf 1 Liter Wasser,Platine ca.1min entwickeln,
dann unter fließendem Wasser die Platine mit einem Papierhandtuch
abwischen (entfernt noch anhaftenden Lackschleier).
Ätzen: Tüte Eisen-3-Chlorid (Conrad 1,38Euro) in 0,5l auflösen.
Ätzen bis fertig.
Die Lösungen vorher ansetzen, sollte wohl klar sein.

Autor: icke (Gast)
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wenn du belichtest muss ne glasplatte auf die folie damit die angepresst
wird.


mfg icke

Autor: conlost (Gast)
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Hallo,
erwähnen möchte ich noch, dass eine Kristallglasplatte
das UV-Licht besser durchlässt als normales Fensterglas.
Dadurch verkürzt sich die Belichtungszeit erheblich.

Es grüßt,
Arno

Autor: Ronny Schulz (Gast)
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Vielen Dank für die Hinweise. Also wird erst einmal rumexperimentieren
nicht ausbleiben. Daher werde ich dann wohl ein paar Leiterplatten mehr
bestellen müssen.

Das mit dem Glas ist auch ein guter Tipp. Gerade wenn ich wirklich mein
Gesichtsbräuner erstmal verwende. Liegt das auf einem Belichter bzw.
Scanner ist das ja egal, wenn man es an den Rand schiebt.

Autor: conlost (Gast)
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Hallo,
mit einem Gesichtsbräuner geht es sehr gut,
ich benutze auch so ein Teil.

Deinen zweiten Absatz mit dem an den Rand schieben hab ich nicht
verstanden. :-)

Es grüßt,
Arno

Autor: Ronny Schulz (Gast)
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@comlost:
Na wenn ich das auf einen Scanner lege ist das Gewicht, dass es nicht
verrutscht ja gleich die Leiterplatte selbst. Denn dort liegt ja die
Folie unten und nicht oben, weil das Licht von unten kommt.

Wie lange brauchst Du mit dem Gesichtsbräuner. Hauen da die empfohlenen
Zeiten von Bungard hin?

Autor: conlost (Gast)
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Hallo Ronny,
das Gewicht der Leiterplatte könnte etwas zu gering sein, also leg da
noch was zum beschweren drauf, sonst bekommst Du keine saubere
Belichtung.

Du schreibst, das Du das auf den Scanner legst, wo ist denn dann der
Gesichtsbräuner? Ist der im Scanner ?

Die Belichtungszeit musst Du selber testen, denn je nach verwendeter
Ausrüstung und Abstand kann sie länger oder auch kürzer als die
angegebenen 90 Sekunden sein.
Beim verwenden einer normalen Glasplatte eher länger.

Es grüßt,
Arno

Autor: crazy horse (Gast)
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bleibt noch anzumerken, dass die bedruckte Seite der Vorlage auf die
Fotoschicht gelegt werden muss, also gespiegelt ausdrucken.

Autor: Sebastian Wendel (Gast)
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Hallo

Also EisenIIIChlorid arbeitet schneller als Natriumpersulfat und auch
bei Raumtemperatur. Ich habe bisher nur EIIIC verwendet, ein
erheblicher Faktor ist Luft. Habe eine 150 L/h Pumpe, auch bei
niedrigen Temperaturen(habe zuletzt bei mir im Schuppen gemacht ca.
5-10°C hat 25 min gedauert). Habe einfach einen starren PU
Pressluftschlauch mit einer Nadel bearbeitet an einen flexiblen PVC
Schlauch angeschlössen, an die Pumpe und reingehängt, fertig. Wenn du
es bei 40-50°C in einem normalen Topf(Emailbeschichtet) machst, dauert
es vielleicht anderthalb Stunden, keine Ahnung, auf jedenfall im
Vergleich ewig.

Schau mal bei www.bungard.de vorbei.

mfg

S.Wendel

Autor: Ronny Schulz (Gast)
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@conlost:
Der Gesichtsbräuner ist erstmal so wie er ist. Irgendwann wird der
wahrscheinlich ins Scannergehäuse kommen. Aber das mit der
Belichtungszeit habe ich nicht verstanden. Dann mache ich doch einfach
etwas länger. Dann bin ich auf der sicheren Seite oder? Ich meine was
passiert, wenn ich zu lange belichte?

Meine Bestellung ist raus. Also wird das Experiment bald starten. :)
Ich hoffe das wird nicht zu viel Gebastel.

Autor: Steffen (Gast)
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@ Sebastian

Das mit den 1,5h haut aber nicht so recht hin. Mit relativ frisch
angesetzter Lösung dauert es bei Raumtemperatur ca. 30 min ohne
Luftzufuhr. Bei 40..50 Grad ist die Platine in 15min fertig.

@ Ronny

Wenn Du zu öange belichtest, dann sind eben deine Leiterbahnen weg, da
auch mit belichtet. So 100%-ig UV-dicht ist eine gedruckte Vorlage
nie.

Steffen

Autor: Sebastian (Gast)
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Hallo

Vielleicht hatte ich auch was falsch gemacht kann sein, ist auch schon
länger her. Die Zeiten die ich jetzt habe sind jedenfalls ok.

Autor: Kai Markus Tegtmeier (Gast)
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Erwähnt sei noch, daß Bungard in einem Arbeitspapier für ihre Platinen
eine Belichtungszeit von mehr als 4 Minuten in einem Isel-Belichter
(mit 4*8W-Röhren) angibt. Habe diese Belichtungszeit ausprobiert;
funktioniert sehr gut. Bei zu kurzen Belichtungszeiten bleibt nach dem
Ätzen ein Teil des Kupfers stehen, obwohl nach dem Entwickeln alles gut
aussieht.

Gruß
KMT

Autor: Ronny Schulz (Gast)
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Also doch erstmal mit 4 Minuten probieren. Naja aller Anfang ist schwer
...

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