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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Reparaturnot: Folienleiter flicken?


Autor: ghaffy (Gast)
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Hallo!

Ich bin neu hier, habe die Suchfunktion benützt, aber leider nichts 
gefunden, was mir jetzt weiterhelfen würde. (Falls dennoch schon ein 
Thread existiert, bitte um den Link).

Mir ist so ein Folienleiter (siehe Bild) gebrochen. Wie könnte man das ? 
Der Leiter verbindet einen Thermodruckkopf (der nicht mehr hergestellt 
wird) mit der Platine. Gibt es da etwa so kleine "Kabelschuhe / 
Kabelverbinder", die man auf die beiden Enden schieben könnte?

Wenn ich das mit Silberlack o.ä. mache, hättet Ihr da ein Tipp für die 
Praxis? Das sind 8 Leiterbahnen auf 5 mm Breite.

Ich bin echt verzweifelt. Es ist ein Navigationsteil von meinem 
Segelboot, und ich Idiot habs beim Wechseln der Li-Batterie ruiniert!

Danke für Eure Hilfe.
Andreas

Autor: El Jefe (bastihh)
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Mhhh du hast in dem Sinne glück, dass es nicht mehr Leiterbahnen auf 
weniger Fläche waren.
Was man versuchen könnte, wäre mit einem Skalpell vorsichtig die 
Leiterbahnen freizulegen und mit Silberleitdrähte und so vorsichtig wie 
möglich zu verlöten..
Anonsten wären 2 kleine Adapterplatinen mit jeweils Folienbuchsen und 
"normalen" Steckverbinder auf der anderern seite ebenfalls ne 
möglichkeit, falls du nicht direkt auf den Folienflächen löten willst.
Grüße

[edit] Segelboot? Dann vermute ich mal Raum Norddeutschland... Wenn du 
aus HH kommen würdest könnte ich es für dich versuchen.

[edit2] wenn nicht anders möglich.: Länge überprügen und evtll alten 
Drucker ausschlachten, daraus  ersetzen... Da sind die Dinger ebenfalls 
verbaut...

[weiteres edit]
zu der Folie selbst mhh irgendwie ist die Idee mit den 2 Adapterplatinen 
wohl nicht so das wahre, bezüglich Beweglichkeit etc.

Autor: ghaffy (Gast)
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Basti,

Danke für die rasche Antwort und  für das Angebot, aber ich bin nicht in 
HH sondern in Wien zuhause. Ist vielleicht ein wenig zu aufwändig. ;-)

Frage noch:
Ich hab einen 30W Lötkolben. Der wird wohl zu heiß sein dafür, oder?

Autor: Stefan Helmert (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)
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Hallo,

man kann den Leiter aufschleifen, dass man an das Metall kommt. Da muss 
man vorsichtig mit Schleifpapier arbeiten, nicht mit einer Maschine, 
sonst schleift man gleich durch. Anschließend klebt man die noch 
isolierte Seite auf ein Trägerplättchen (2-Komponentenkleber) nun kann 
man die elektrische Verbindung wieder herstellen. Da es riskant ist 
daran zu löten (Folie schmilzt), kann man elektrisch leitfähigen Kleber 
verwenden, der hält evtl. besser als Leitsilber. Man klebt mit 2 
Streifen Klebeband alle anderen Pole ab, und bestreicht dann den 
jeweiligen, bis alle fertig sind. Dann noch härten lassen (Anleitung zum 
Kleber beachten: Backofen) und testen.
Wenn alles klappt noch die Seite isolieren, mit normalem 
2-Komponentenkleber.

Autor: El Jefe (bastihh)
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Gute Frage,
wenns ein Regelbarer ist hätte man evtll den hauch einer chance wenn man 
vorsichtig ist, ansonsten würde ich da schwierigekeiten sehen, dass die 
Folie durchschmilzt. Eventuell, müsste man das in den Datenblättern der 
Hersteller dieser Folien nachschauen wie ex mit t°C MAX aussieht, da 
eigentlich solche Folien nicht wirklich fürs Löten geeignet sind sondern 
eher als flexibles Brückenkabel dienen, die dann später 2 Leiterplatten 
mittels dieser Folienbuchsen verbinden.

Grüße

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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ghaffy wrote:
> Basti,
>
> Frage noch:
> Ich hab einen 30W Lötkolben. Der wird wohl zu heiß sein dafür, oder?

Ja. Der taugt zum Braten, aber nicht für derart feine Arbeiten.

Versuchs mal so wie es Dir Stefan beschrieben hat.
Wesentlich ist, dass Du erstmal wieder mechanisch die Sache stabilierst. 
Und zwar so, das der Druckkopf bei Bewegung nicht behindert wird.

hth,
Andrew

Autor: ghaffy (Gast)
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Danke Leute,

für die Hilfe. Da keimt Hoffnung auf. Werde mich jetzt mal auf den Weg 
zum Elektronikhändler machen und mir den Kleber besorgen. Jedenfalls 
werde ich über das Ergebnis berichten.

Gruss
Andreas

Autor: Guido Körber (Gast)
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Auf jeden Fall so machen wie die Igel: GAAAANZ vorsichtig!

Bei solchen Reparaturen hat man typischerweise nur einen Versuch.

Autor: ghaffy (Gast)
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Habe gemacht wie die Igel - GAAAANZ vorsichtig!
Ist mir gegangen wie die Igel - trotzdem gestochen!

Also mein RepVersuch war von einem Misserfolg gekrönt:
Die Epoxid-Schicht, in welche die Leiterbahnen eingebettet sind, war 
derart widerstandsfähig, dass Schaben mit dem Skalpell gar keine Wirkung 
zeigte. Erst das Schleifem mit dem Dremel brachte mich weiter. Letzten 
Endes lagen also die Bahnen frei. Das Löten habe ich nach dem Versuch an 
der ersten Bahn sofort aufgegeben. Entweder waren noch feine Epoxidreste 
am Kupfer oder was weiß ich - jedenfalls wollte die Bahn sich nicht 
löten lassen (und ich bin vor lauter Luft anhalten beinahe erstickt).

Dann ein Versuch mit Leit-Epoxid. Das hat sich unter der Lupe zwar sehr 
schwierig gestaltet, aber irgendwie ging es dann doch. Nach dem 
Aushärten allerdings die traurige Erkenntnis: Eine Bahn ohne Durchgang, 
zwei nebeneinanderliegende mit Kurzschluss. Nach einigen 
Verschlimmbesserungsversuchen habe ich das Projekt als gescheitert 
betrachten müssen: Nach neuerlicher Auftrennung war dann das 
Leiterbahnen-Stück am Druckkopf zu kurz für einen weiteren Versuch (muss 
ja wieder in den Transportmechanismus) .

Ich hab es also versaut.

Die gute Nachricht: noch vor dem Wochenende hab ich vom Importeur 
Nachricht bekommen: Er konnte das Teil auftreiben für ca. 45 EUR 
(weniger als Leit-Epoxid und neuer regelbarer Lötkolben ;-)). Ich warte 
nun und hoffe, dass es tatsächlich passt.

Danke nochmals für die Unterstützung.

Gruss
Andreas

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