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Forum: Platinen Gehäuse bauen lassen - Praxistipps Preise ?

Autor: Chris (Gast)
Datum: 17.06.2009 18:17

Huhu,

ich könnte mir vorstellen in halbwegs naher Zukunft mal ein Gehäuse für
ein eigenes Produkt zu benötigen. Das ganze muss natürlich hochwertig
wirken, stabil sein und sollte trotzdem möglichst preiswert bleiben.
Fertige Gehäuse sowie Profilsysteme möchte ich mal außen vor lassen, es
sei denn, jemand würde mir ganz klar unbedingt dazu raten.

Wer hat mit Planung, Konstruktion, Preisen schon einmal zu tun gehabt.

Das Gehäuse soll einem Pultgehäuse ähneln, wo von oben gesehen
Bedien/Anzeigeelemente sichtbar sind. Rückseitig sind verschiedene
Ausschnitte für Anschlüsse vorzusehen. Beschriftungen müssen natürlich
auch sein. Eine "Frontplatte", die vorne und hinten mit etwas Rundung
abgekantet wird, Bodenplatte mit Seitenteilen aus einem Stück gekantet.

Zunächst mal die grobe Vorstellung:

-> Teile mit Ausschnitten herstellen lassen
-> Abkanten
-> Versiegeln
-> Siebdruck

Dazu ein paar Gedanken:

Teile aus Stahlblech oder Alu ? Denke Stahlblech ist günstiger und bei
geringeren Stärken stabiler.
Welche Bearbeitungsart? Fräsen wird wohl zu teuer sein, wie sieht es mit
Laser- oder Wasserstrahlschneiden aus ? Auch interessant ist dabei, wie
die Schnittkante dann aussieht. Ist Nachbearbeitung notwendig ?
Wie kann man sich das preislich vorstellen?
Einrichtungskosten + Preis pro m abhängig vom Material. Fallen so
Einrichtungskosten bei jedem Auftrag an oder, wenn es sich um die selben
Teile handelt, nur einmalig ?

Beim Versiegeln lassen dachte ich an Pulverlack. Preiswert und stabil -
oder nicht ? Wie sieht das mit Siebdruck darauf aus, da die Oberfläche
ja nicht ganz so extrem glatt wird wie bei 2k-Lack oder beim Eloxieren
(Alu).

Was mir noch nicht ganz klar ist, wäre, wie Platinenhalter an der
Fronplatte angebracht werden, um die Platine mit jener zu verschrauben,
ohne, dass man die Schrauben von aussen sieht. Bieten sich da gute
Industrieklebstoffe an oder muss das der Gehäusefertiger machen (z.B.
pressen oder sowas.)

Für Beispiele von Prototypenfertigung bis hin zu Kleinserien aus der
Praxis mit den damit verbundenen Kosten wäre ich dankbar.

Chris
Autor: Kest (Gast)
Datum: 17.06.2009 18:24

Nur so als Beispiel:
http://www.schaeffer-ag.de/de/neuigkeiten/home.html


Grüße,
Kest
Autor: Chris (Gast)
Datum: 17.06.2009 18:35

Hallo Kest,

ich denke die ganze Zeit schon daran:"Bitte nicht gleich als erste
Antwort ein Link zu Schaeffer"  :)

Ist mir selbstverständlich bekannt, aber einfach nicht interessant.
Soweit ich weiß FRÄSEN jene in ELOXIERTES ALUMINIUM und GRAVIEREN sowie
FÜLLEN die Beschriftung. Es passt also gar nichts, davon abgesehen
empfinde ich die Firma als zu teuer. Sicher, man hat die herkömmlichen
Einrichtungskosten nicht, diese dürften aber schon bei ein paar Gehäusen
nicht mehr so in´s Gewicht fallen.
Autor: Bernd Funk (Gast)
Datum: 17.06.2009 20:02

Hallo Chris,

Bei uns gibt es Laserbetriebe die ganze Baugruppen fertigen.
( Gibt es eigentlich überall )

Ein solches Gehäuse ließe sich problemlos aus Edelstahl
fertigen, mit allen Ausschnitten und sogar Laserbeschriftet.
( Hochglanzpoliert oder feinmattes Blech )
Keine Lackierung mehr erforderlich!

Die Hauptkosten fallen beim ersten mal an. Wenn du dann noch
100 Stück brauchst, sollte das recht preiswert nachzufertigen
sein.

Also mach mal eine gescheite Skizze und frag solche Firmen
an.
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 17.06.2009 20:11
Angehängte Dateien:

Chris schrieb:
> Für Beispiele von Prototypenfertigung bis hin zu Kleinserien aus der
> Praxis mit den damit verbundenen Kosten wäre ich dankbar.

Ich kann da jetzt nur mal etwas anführen das ich entworfen habe und
fertigen lassen möchte.
Ist nen relativ kleines Gehäuse aus 2mm und 0,5mm Blech, soll mit mit
allen arbeiten (Lasern, Kanten, Gewindeschneiden) im Rohzustand knapp
110 Euro für 16 Stück kosten.
Ich habe mir schonmal Teile Lasern lassen und bin damit sehr zufrieden,
die Toleranzen sind ok und die Schnitte sind schön sauber und alle Teile
wahren Maßhaltig.

Was die Oberflächenbeschichtung angeht kann ich dir leider nicht helfen,
das ist bei mir alles roh und unbehandelt.
Ich denke drüber nach die o.g. Serie verzinken zu lassen, bei mir kommt
es nicht sonderlich auf die Optik an ;-)
Sonst würd ich vielleicht zu Glasperl/Standstrahlen und Lackieren Raten,
es gibt sehr harte Lacke die Super auf Metall haften.

Mfg,
Peter
Autor: Chris (Gast)
Datum: 17.06.2009 20:28

Hi,

>Ein solches Gehäuse ließe sich problemlos aus Edelstahl
>fertigen, mit allen Ausschnitten und sogar Laserbeschriftet.

Das ist auch kein schlechter Gedanke, auch wenn Edelstahl selber soch
recht teuer ist. Leider stört mich daran, dass man im Design kaum
variabel ist, außerdem habe ich so meine Bedenken, was die Optik von
Edelstahl nach dem Anfassen angeht. Man kennt das ja von neumodischen
Dunstabzugshauben, Kühlschränken etc. - einfach grauenvoll, die Spuren,
die man durch Anfassen hinterlässt :)
Bei einem Gerät mit Bedienelementen ganz und gar nicht vorteilhaft.
Vielleicht gilt das aber auch nicht für jede Legierung - müsste ich
anfragen.

>Ich kann da jetzt nur mal etwas anführen das ich entworfen habe und
>fertigen lassen möchte.
>Ist nen relativ kleines Gehäuse aus 2mm und 0,5mm Blech, soll mit mit
>allen arbeiten (Lasern, Kanten, Gewindeschneiden) im Rohzustand knapp
>110 Euro für 16 Stück kosten.
>Ich habe mir schonmal Teile Lasern lassen und bin damit sehr zufrieden,
>die Toleranzen sind ok und die Schnitte sind schön sauber und alle Teile
>wahren Maßhaltig.

Ja, das klingt doch soweit gut. Waren bei den 116,- Euro die
Einrichtungskosten schon mit drin ? Was ist zu der Kantenqualität zu
sagen, kann man die unbearbeitet für Gehäuse benutzen (dürfen ja nicht
zu scharf sein)?
An Pulverlackierung dachte ich, weil das, denke ich, bei vielen
komerziellen Lösungen so gemacht wird: einfach säubern(wahrscheinlich
auch strahlen),  mit geladenem Pulver beschichten, einbrennen, fertig.
Das Equipment kann man prinzipiell auch selber recht preiswert erwerben,
aber mit modernen Anlagen mit Pulverrückgewinnung etc. ist das eben
schon wieder was Anderes und nichts mehr für den Bastelkeller :)
Autor: MaWin (Gast)
Datum: 17.06.2009 20:30

Muss es denn Blech sein, kein Kunststoff ?

Bei Kunststoff gäbe es 2 Möglichkeiten:

In ein eigentlich fertiges Gehäuse nur Ausschnitte machen lassen, mit
Frontplatte bekleben und fertig. Da jeder Ausschnitt 1 Minute Arbeit
kostet, kann man 1 EUR ansetzen.

Oder eine Spritzgrussform herstellen lassen in der das meiste schon
vorgeformt ist. Die Form kostet, wenn man 4 Gewindebuchsen zum
zuschrauben und nicht bloss Schnapper oder Schneidgewinde haben will, so
6000 EUR wenn man 'produktionsgerecht' plant und keine
Hinterschneidungen hat, das Plastikteil je nach Gewicht so 1-3 EUR.

Bei Stahlblech wäre es natürlich am preiswertesten, wenn das gestanzt
werden kann, aber da brauchst du auch die Stanzform. Stahl macht em
ehesten Sinn, wenn das Gehäuse eine gewisse Grösse überschreitet.
Autor: Chris (Gast)
Datum: 17.06.2009 20:35

Hallo Mawin,

bei Spritzgussformen und Stanzen reden wir aber schon eher von
Großserien-Stückzahlen.

Wenn Kunststoff ginge würde ich mir eine kleine Portalfräse zulegen oder
bauen, das schafft die allemal und im Bedarfsfall kann man schneller
nicht nachproduzieren. Frontplattenoptik dann von der nächsten Druckerei
mit Digitaldrucker, da gibt es wohl schöne, dicke auch selbstklebende
Folien.

Aber nein, Kunststoff ist nicht interessant. Es wirkt einfach zu billig
und würde meiner Einschätzung nach in dem Fall schlechter von
potentiellen Kunden aufgenommen werden.
Autor: Kest (Gast)
Datum: 17.06.2009 20:59

Ok, das mit Schäffer kann ich verstehen.

Ob die zu teuer sind? Klar... aber mir war jetzt nicht ganz klar,
wieviele Du bauen möchtest. Bei 10 Stück bezahlst Du vielleicht 100,-
/St(Gtößenordnung) dafür. Wenn Du 100 Stück bauen lässt, sind die Preise
ganz anders. Wichtig ist, dass man überhaupt ein Muster bauen lässt,
damit kann man dann zu anderen gehen und die gibt es genug!

Darf ich mal fragen, was Du Dir für ein Gehäuse an Kosten vorstellst?
Und bei welchen Stückzahlen?
Wenn es edel aussehen soll, dann wird es nähmlich schnell seht teuer.
Wenn dann das Gehäuse 300,- kostet und die Innereien nur 20,- dann kann
man es auch schlecht verkaufen :-/

Grüße,
Kest
Autor: Bernd Funk (Gast)
Datum: 17.06.2009 21:11

Ich würde bei den geringen Stückzahlen bei Laserblechen bleiben.
Das Material ( Edelstahl, Stahl roh, oder Stahl verzinkt)
ist vom Preis eher unerheblich.

Edelstahlbleche, besonders wenn sie rauh geschliffen sind, sehen
meist ziemlich fleckig aus. Ist der Schliff aber sehr fein,
man spricht dann von einer gebürsteten Oberfläche ( Korn 400 ),
werden diese Bleche wesentlich pflegeleichter.

Auch polierte Bleche sind nicht so empfindlich.
Man kann das ganz gut beim Besteck sehen.

Ein Gehäuse könnte natürlich auch Pulverbeschichtet werden.
Hier muss man allerdings darauf achten, daß diese Schicht
recht dick ist, und alle Ausschnitte ein Übermaß haben müssen.

Alternativ bietet sich eine Nasslackierung mit 2K Lack an.
Fast alle Handys sind so lackiert und das hält doch recht lang.
( Das kann der geübte Heimwerker auch selbst machen )
Autor: Bernd Funk (Gast)
Datum: 17.06.2009 21:39

Und jetzt noch ein Vorschlag vom Designer.

Grundgehäuse aus poliertem Edelstahl, gelasert wegen der vielen
Auschnitte.

Deckplatte aus Laminat ( Resopal, Abetlaminati oder ähnliches ).

Da gibt es wirklich tolle Oberflächen, die unglaublich robust
sind. Viele Sorten sind auch speziell dazu geeignet, Schriften
einzugravieren.

Das machen dann der Schildermacher auf der Cnc- Fräse.

So ein Gehäuse mit mattschwarzer Oberfläche  (oder Wurzelholz?)
und roter Beschriftung auf poliertem Grundkörper könnte doch
schon was sein.
Autor: peterguy (Gast)
Datum: 17.06.2009 21:45

Finde das Thema recht interessant!
Ich habe für mein Projekt spaßeshalber mal ein Gehäuse bestehend aus 6
Aluplatten (gefräst bei Schäffler) durchgerechnet.
Junge Junge, in der Summe komme ich auf 90,-€ pro Gehäuse... Klar wird
das bei steigenden Stückzahlen günstiger, aber selbst 50,-€ finde ich
noch recht happig.

Stahlblech und Kunststoff wären für mich auch keine Alternative, es
sollte schon eloxiertes Aluminium sein. Hat jemand Tips oder
Erfahrungswerte, wie man die Kosten senken kann und wie Teuer eine
Kleinserie ungefähr kommt. Gehäuseabmessungen: ca. 100x20x50mm,
1 Blech mit eingefrästem Logo,
1 Blech mit Gravur und Vorder+Rückseite bearbeitet,
1 Blech Vorderseite bearbeitet
3 Bleche ohne Bearbeitung, nur Zuschnitt

Viele Grüße,
Peter
Autor: Chris (Gast)
Datum: 17.06.2009 22:40

Hallo,

@Kest
Ja, für irgend einen Vorprototypen kann das schon hinkommen, dass sich
Schaeffer da eignet. Andererseits: wenn ich nur schauen will, ob alles
passt, lasse ich mir das vom Hobbyisten auf einer CNC in Kunststoff
fräsen.

Ansonsten dürfen es dann gerne ein paar mehr Gehäuse als 10 Stück
werden, auch wenn ich genaue Zahlen nicht nennen kann. Aber etwas
zwischen 30 und 100 vielleicht auf das erste Jahr gesehen.

Da ist dann die Frage, ob man den Prototypen vor Serie nicht genau da
fertigen lässt, wo auch die Serie gefertigt werden soll. Es könnten ja
so kleine Faktoren wie die im Folgenden Beitrag von Bernd angesprochene
Schichtdicke des Pulverlacks eine Rolle spielen. Ist mit einer Variante
von Schaeffer eloxiert etc. so nicht zu überprüfen.

Schön wäre es gewesen bei 50 Gehäusen in etwa der Größe eines halben
Mousepads mit Allem nicht mehr als 15,- Euro / Stck. zu zahlen
(meinetwegen auch ohne Einrichtung der Schneideanlage / des Siebs)

Natürlich kann man beliebig Spinnen und viel Geld in hochwertige Gehäuse
stecken. 3-Dimenionale Formen gefräst aus Alu-Vollmaterial nur mal als
Beipiel ...
Hier geht es nur darum, dass Metall an sich schon wertiger als
Kunststoff wirkt.

@Bernd
Weisst du zufällig, ob man Edelstahl auch gut und günstig invers
beschriften kann. Also ungelaserte Schrift in gelasertem Rahmen mit
Hintergrund. Das dürfte leider den Preis in die Höhe treiben - oder
nicht ?

Ansonsten hast du mit den 2k-Lacken nicht unrecht, hatte irgendwie ganz
verworfen, dass diese im industriellen Bereich noch eingesetzt werden
dürfen. Bei KFZ-Neulackierungen sind sie ja meines Wissens nach
inzwischen verboten.

Das mit deinen Designvorschlägen geht ja schon ganz grob in die
Richtung, dass das Gehäuse teurer werden könnte als die Elektronik.
Wurzelholzoptik ist aber auch nicht gefordert. Optimal wäre es einfach
dunkel und elegant gehalten, vielleicht anthrazit mit Metalliceffekt,
Bedienelemente durch helleren Hintergrund in Gruppen zusammengefasst
(nicht in diesem Fall), gut ablesbares, elegantes Schriftbild, Skalen
etc.
Wenn es wirklich bei späteren Projekten mal um High End-Design geht kann
ich mir durchaus auch etwas mit Holz vorstellen, dann aber z.B. die
Seitenteile aus einem Edelholz.

OK, wie designe ich ein super edles Gehäuse ist aber wie gesagt ein
anderes Thema :)

@peterguy
Das klingt nach recht viel Aufwand und es scheint so, als ob du um das
Fräsen nicht herum kommst. Schaeffer scheint da ziehmlich starr in der
Preisgestaltung, am Besten mal mit einem CAD-Programm umsetzen und in
verschiedenen Firmen anfragen. Realisieren können dürften das ja sehr
viele Firmen, CNC-Fräsen sind verbreitet.
Alternativ, solange es um Einzelstücke geht, mal bei CNC-Ecke.de
angefragt, ob dir ein Hobbyist mit vernünftiger Portalfräse das machen
will.
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 17.06.2009 23:46

Chris schrieb:
> Ja, das klingt doch soweit gut. Waren bei den 116,- Euro die
> Einrichtungskosten schon mit drin ?

Jap, war das komplett Angebot.

> Was ist zu der Kantenqualität zu sagen, kann man die unbearbeitet
> für Gehäuse benutzen (dürfen ja nicht zu scharf sein)?

Scharf sind sie nicht was allerdings prozessbedingt vorhanden ist sind
die Oxidreste an den Schnittkanten. Der Laser brennt ja das Material
weg.
Ich hatte probehalber mal zwei Teile auf Stoß verklebt dabei habe ich
dann festgestellt das diese Reste auf den Kanten Abgehen, nach dem
Wackeln an den Teilen waren sie wieder auseinander und die "schwarze"
Schicht war auf dem Kleber des anderen Stückes verblieben und das
abgebrochene war "blank".
Das lässt sich aber schnell mit nem Stück Schleifpapier entfernen.
Wenn es optisch ansprechend sein soll müssen die Blechteile ja eh
nachbehandelt werden.
Du könntest auch Edelstahl nehmen, das ist halt nur deutlich teurer.

Hier kannst dir das grob anschaun, bessere Bilder hab ich leider nicht:
http://www.shiosai.de/gallery/view_album.php?set_a...

Nicht über meine Schweißkünste lustig machen,
falsche Elektroden, Billiges Gerät und fehlendes Fachwissen ;-)

Mfg,
Peter
Autor: Fragender (Gast)
Datum: 18.06.2009 00:03

>Scharf sind sie nicht was allerdings prozessbedingt vorhanden ist sind
>die Oxidreste an den Schnittkanten.
>...
>Wenn es optisch ansprechend sein soll müssen die Blechteile ja eh
>nachbehandelt werden.

Habe ja schon die Vermutung angestellt, dass die Teile vor dem
Pulverbeschiten etc. gestrahlt werden könnten. Sollte einfach am
schnellsten gehen, wenn man einige Ausschnitte hat und nicht mal schnell
mit dem Schleifbock gerade drüber kann.
Oder weiß jemand Genaueres ?

>Nicht über meine Schweißkünste lustig machen,
>falsche Elektroden, Billiges Gerät und fehlendes Fachwissen ;-)

Ähm - ja - Dünnblech mit Elektroschweißgerät ist so oder so so eine
Sache ... könnte das auch nicht :)
Autor: Elox (Gast)
Datum: 18.06.2009 00:20

Wenn es wirklich edel sein soll:

zuerst alle Öffnungen stanzen/lasern lassen und dann mehrfarbig
eloxieren: kratzfest, erhaben, lösemittelfest, kein Abblättern und von
der Optik her nicht zu toppen.
Autor: Harzer (Gast)
Datum: 18.06.2009 08:31

Hallo,

nochmal zum Thema Kunststoff.

Es muss nicht immer eine Spritzgießform sein. Vakuumgießen ist auch ne
gängige Lösung.

> Aber nein, Kunststoff ist nicht interessant. Es wirkt einfach zu billig...

Hängt immer vom Harz und den Füllstoffen ab. Bei hochwertigen
Kunststoffgehäusen mit Metall Optik muss man schon genau hinsehen um zu
erkennen, dass es nicht aus Metall besteht...
Autor: Oliver Dippel (unixconf)
Datum: 18.06.2009 09:03

Hi,
was würde eigentlich ein 3D-Druck kosten ???
So als Hand-Modell  Einzelstück  Kunststoff

Danke
 Olli

PS: finde es auch schlimm das meist das Gehäuse das Teuerste und
Aufwendigste ist ;(
Autor: Alexander Schmidt (esko) Benutzerseite
Datum: 18.06.2009 10:37

Peter F. schrieb:
> Ist nen relativ kleines Gehäuse aus 2mm und 0,5mm Blech, soll mit mit
> allen arbeiten (Lasern, Kanten, Gewindeschneiden) im Rohzustand knapp
> 110 Euro für 16 Stück kosten.
>> Waren bei den 116,- Euro die Einrichtungskosten schon mit drin ?
> Jap, war das komplett Angebot.

Sind die 110€ pro Stück oder Gesamtkosten?
Autor: Bogumil (Gast)
Datum: 18.06.2009 13:06

Vielleicht mit Tiefziehen, habe mal mit einer Firma zu tun gehabt die
mit diesem Verfahren ganze Flugzeugtoilletten baut.

Die Formen kosten im Verhältnis zu Spritzguss sehr wenig, man ist aber
eingeschränkt.

Eine befreundetet Firma lässt ihre Gehäuse im Sandguß herstellen, recht
günstig und erdbebensicher.
Autor: Chris (Gast)
Datum: 18.06.2009 15:32

Hallo

>zuerst alle Öffnungen stanzen/lasern lassen und dann mehrfarbig
>eloxieren: kratzfest, erhaben, lösemittelfest, kein Abblättern und von
>der Optik her nicht zu toppen.

Klingt teuer - ist es das ?. Du meinst also auch Beschriftung, Skalen
etc. eloxieren? Wie wird denn selektiv eloxiert? Einfach durch Abdecken,
kann man sich da so eine Art Tonertransferverfahren oder etwas mit
Fotolacken vorstellen?

>Es muss nicht immer eine Spritzgießform sein. Vakuumgießen ist auch ne
>gängige Lösung.

Ist bekannt, aber auch wieder mit dementsprechend mehr Aufwand verbunden
und deutlich teurer pro Stück. Die Formen sind ja nur für sehr begrenzte
Stückzahlen einsetzbar., weiterhin braucht der Prozess seine Zeit.
Preislich, kann man sich vorstellen, ist die Differenz zu Metall nicht
groß, vielleicht nicht vorhanden.

>Bei hochwertigen Kunststoffgehäusen mit Metall Optik muss man schon genau
>hinsehen um zu erkennen, dass es nicht aus Metall besteht...

Hinsehen: kann sein, nur bedient man ein Gerät oder stellt es von A nach
B fällt es auf. Ich selber sage ja nicht, dass es keine hochwertige
Kunsttoffe gibt, die gegenüber Metallen nicht Punkten könnten. Irgendwie
spielt da aber auch noch eine psychische Komponente mit.
Nehmen wir mal ein Handy als nicht ganz passendes Beispiel, was macht
den wertigeren Eindruck: Kunststoff- oder Aluminiumgehäuse ?

Aus Kostensicht betrachtet dürften für Kleinserien Kunststoffgehäuse
auch nicht im Vorteil sein. Extra Hergestellte sowieso nicht, aber auch
selbst Fertige wollen mindestens noch gefräst und bedruckt werden.

>was würde eigentlich ein 3D-Druck kosten ???
>So als Hand-Modell  Einzelstück  Kunststoff

Als Einzelstück zum Testen der Passgenauigkeit insbesondere bei
komplizierteren Formen: OK
Ansonsten wohl materialtechnisch ungeeignet und viel zu teuer.

>Sind die 110€ pro Stück oder Gesamtkosten?

Er sagte, es waren Gesamtkosten für 16 Gehäuse

>Vielleicht mit Tiefziehen, habe mal mit einer Firma zu tun gehabt die
>mit diesem Verfahren ganze Flugzeugtoilletten baut.
>Die Formen kosten im Verhältnis zu Spritzguss sehr wenig, man ist aber
>eingeschränkt.

Kann man sich auf jeden Fall aus Interesse mal anschauen, auch wenn es
hier wieder mal um Kunsttoff geht.
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 18.06.2009 16:18

Oliver Dippel schrieb:
> was würde eigentlich ein 3D-Druck kosten ???
> So als Hand-Modell  Einzelstück  Kunststoff

Es war wahnsinnig Teuer, ich meine 75 Euro sollte ein Bekannter für ein
Muster Zahle oder noch mehr. Dabei hat es sich nur um nen 100x60x10mm
großes Stück gehandelt.
Nach dem Lackieren schaut es aber relativ gut aus und ist auch ziehmlich
stabil.

> PS: finde es auch schlimm das meist das Gehäuse das Teuerste und
> Aufwendigste ist ;(

Sehe ich gerad nicht so. Bei der Anlage die ich gerad baue ist die
Elektronik das aufwändigste, danach die Software, dann kommt lange
garnichts und dann die Mechanik ;-)

Mfg,
Peter
Autor: Chris (Gast)
Datum: 18.06.2009 17:01

Hallo,

@Peter F.
einfach mal so aus Neugier, ich habe mich schon gefragt, was das werden
soll:
kannst du verraten an was du da gerade baust ?

Ansonsten glaube ich eventuell eine wahrscheinlich relativ preiswerte
(müsste Zeichnung erstellt und angefragt werden), optisch sehr
ansprechende sowie hochwertige Idee für so ein kleines Desktopgehäuse
gefunden zu haben:

- Sandwichbauweise aus Edelstahl und Acrylglas
- Boden und Deckplatte aus gelasertem und laserberschriftetem Edelstahl,
Endbearbeitung des Edelstahls müsste man sich nochmal anschauen, was es
für Möglichkeiten gibt, damit es nicht zu sehr spiegelt und damit es
keine Fingerabdrücke gibt
- Rahmen bzw. Abstandshalter gefräst aus 20mm Acrylglas XT, Ecken rund,
Einlass für Edelstahlplatten (welche etwa 4mm kleiner sein sollen, als
der Acrylglasrahmen), Kanten angefast
- Beschriftung der rückseitigen Anschlüsse über einfache Folie aus dem
Digitaldrucker, eingeklebt in eine Vertiefung im Acrylglas
- unter Umständen noch leichte Beleuchtung von innen durch das Acrylglas
(was für ein Designerstück :) )

Na, klingt das gut oder klingt das gut ?

Das Ganze hat ja doch noch eine Weile Zeit (denke eben frühe Planung
kann Ärger und Stress ersparen), vielleicht gibt es bis dahin noch eine
eigene kleine CNC-Portalfräse, die zumindest die Arbeiten am Acrylglas
abdecken könnte. Auch für weitere Prototypen, Bearbeitung von Alu-und
Kunststoff-Fertiggehäusen und vielem mehr bestimmt keine schlechte
Investition.

Für weitere Vorschläge bin ich und bestimmt auch Andere hier gerne
offen.
Autor: Bernd Funk (Gast)
Datum: 18.06.2009 19:34

Das klingt gut.
Muster bauen.
Viel Erfolg!
Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
Datum: 18.06.2009 19:50

Seriegehäuse nehmen und später von einem (örtlichen) Betrieb verarbeiten
und veredeln lassen.

Der ganz große Vorteil dabei ist, dass man in der Prototypenphase
einfach mit Originalgehäusen aus der Serie arbeitet. Man will die
Bedienelemente neu anordnen? Kein Problem, altes Prototypen-Gehäuse
wegwerfen, ein frisches aus der Serie bohren/fräsen, zusammenbauen,
Beschriftung wenn's sein muss mit wasserfestem Edding, fertig. Gehäuse
passt nicht mehr oder gefällt nicht mehr? Ein paar andere Seriengehäuse
bestellen, umbauen, sehen wie es aussieht.

In der Phase braucht man keine tolle Oberfläche oder Beschriftung. Für
den Preis eines maßgeschneiderten Prototypen kann man x Seriengehäuse
verheizen bis man zufrieden ist. Dann kann man daran denken, sich für
einen weiteren Prototypen ein Exemplar des Gehäuses veredeln zu lassen.
Autor: Bernd Funk (Gast)
Datum: 18.06.2009 20:55

Ich habe mal unter "Laserbeschriften" gesucht, da gibt es
eine Menge Firmen , die auf ihren Webseiten Musterbeispiele
zeigen.
Da kommt man auf gute Ideen für eigene Gehäuse.
Autor: frankman (Gast)
Datum: 18.06.2009 21:13

wir lassen bei "BLECH MIT SYSTEM" ganze Gehäuse nach Zeichnung fertigen.
Edelstahl, mit aufgeschweissten Bolzen, gelasert, gekantet, lakiert.
Einfach mal googeln..

Die sind verhältnismäßig preiswert aber liefern sehr gute Qualität.
Autor: Chris (Gast)
Datum: 18.06.2009 21:52

>Ich habe mal unter "Laserbeschriften" gesucht, da gibt es
>eine Menge Firmen , die auf ihren Webseiten Musterbeispiele
>zeigen.
>Da kommt man auf gute Ideen für eigene Gehäuse.

Vor Allem zu der Erkenntnis, dass lasergraviertes eloxiertes Aluminium
auch einen gewissen Charme hat.
Das fäll mir auch wieder eine nicht beantwortete Frage ein:
wie funktioniert das mit dem seltiven eloxieren ?

>wir lassen bei "BLECH MIT SYSTEM" ganze Gehäuse nach Zeichnung fertigen.
>Edelstahl, mit aufgeschweissten Bolzen, gelasert, gekantet, lakiert.
>Einfach mal googeln..
>Die sind verhältnismäßig preiswert aber liefern sehr gute Qualität.

Bleibt im Hinterkopf, auch wenn die schon fast etwas groß für
Kleinserien zu sein scheinen -> in Folge teuer ?
Immerhin ist damit auf Umwegen die Frage beantwortet, wie
Platinenhalterungen an Metall angebracht werde. Bolzenschweißen war mir
nämlich neu. Man lernt nie aus ...
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 18.06.2009 23:18

Chris schrieb:
> @Peter F.
> einfach mal so aus Neugier, ich habe mich schon gefragt, was das werden
> soll: kannst du verraten an was du da gerade baust ?

Drehbare Stahlziele für den Schießsport mit Treffererkennung,
Steuergerät mit Funkfernbedienung/Grafikdisplay und die Module werden
per normalem CAT5 Kabel angeschlossen. Nene paar Infos findest auf
meiner Website ;-)

> Na, klingt das gut oder klingt das gut ?

Hört sich gut an, ich würd nur die Beleuchtung weglassen, das macht heut
jeder ;-)

> Das Ganze hat ja doch noch eine Weile Zeit (denke eben frühe Planung
> kann Ärger und Stress ersparen)

Ich hab da gut erfahrungen mit CAD gemacht, war für mich neu, bis jetzt
bin ich immer lieber in die Werkstatt gegangen und hab proof of concept
Modelle gebastelt. Oder aus Pappe und Papier.
CAD hat da weniger den Spaßfaktor aber zumindest ich finde da viele
möglichekeiten etwas besser zu machen und auszuprobieren.

So hab ich viele dinge rausgefunden die mir sonst nieh aufgefallen
währen.
Das Problem ist aber ein brauchbares CAD Programm zu finden ich hatte
schon aufgegeben etwas brauchbares für Leute ohne Ahnung zu finden bis
ich "Google Sketchup" gefunden habe.
Einfach zu bedienen und mit ein paar Tricks und um die Ecke denken kann
man damit 1A Gehäuse Entwerfen ohne vorher 2 Jahre zu studieren wie man
nen "echtes" CAD Programm bedient das man für wenig geld oder als
Freeware/OSS bekommt.

Mfg,
Peter
Autor: Elox (Gast)
Datum: 19.06.2009 07:54

Hi Chris,

> wie funktioniert das mit dem selektiven eloxieren ?

Per Farbpaste. Es wird z.B. ein passender Stempel gemacht (kostet nicht
viel) und der dann auf ein mehrfarbiges Stempelkissen mit speziellen
Pasten gedrückt. Das Stempelkissen lässt sich wie ein Baukastensystem
auf vielen kleinen Kissen zusammensetzen, so dass man praktisch jeden
Wunsch erfüllen kann. Natürlich kann man die auch Airbrushen,
siebdrucken, Tampondrucken usw.

Korrektur: "Erhaben" oben war natürlich Blödsinn ... es sollte heissen:
"nicht erhaben" oder "absolut plan" :-)

Das Ergebnis ist natürlich nicht zu toppen 8-)
Autor: Elox (Gast)
Datum: 19.06.2009 07:56

Ach so:

nach Trocknung der Pasten lassen sich diese per Tauchfärbung überfärben,
so dass z.B. rote Schrift auf schwarz kein Problem ist.
Autor: Frank Esselbach (Firma: Q3) (qualidat)
Datum: 19.06.2009 08:33

Ich möchte mal Etwas zum Thema "Design" für Geräte in industrieller oder
Arbeitsumgebung sagen.

Ich kann nachvollziehen, dass man selber als "Schöpfer" eines Gerätes
möchte, dass es toll aussieht und irgendwie hervorsticht. Aber am Ende
ist das Gerät Bestandteil einer Umgebung und eines unter Vielen, in der
sich die Bediener dann tagtäglich aufhalten und das Gerät benutzen
müssen.

Wenn sich hier dann lauter Geräte versammeln, von denen die Entwickler
wollten, dass jedes toll aussieht und hervorsticht ... das macht nur
noch krank.

Industriedesign ist keine Modemesse, da sollten höhere und weiter
gefasste Grundsätze gelten - nur mal so als Denkanstoß ...

Frank
Autor: Elox (Gast)
Datum: 19.06.2009 08:46

Ist sicherlich richtig.

Entscheidend ist aber, was der Kunde will (nicht alle Kunden kommen aus
der Industrie) - und Chris' Kunden erwarten offensichtlich ein
qualitativ hochwertiges Gehäuse.

Es gibt halt Bereiche, da spielt das Äußere eine sehr wichtige Rolle,
die weit über das Funktionale (Kratz- und Lösemittelfestigkeit)
hinausgeht.
Autor: Chris (Gast)
Datum: 19.06.2009 09:47

Hallo,

@ Frank Esselbach
für den industriellen Bereich gebe ich dir durchaus recht. Wie Elox aber
schon richtig erkannt hat, geht es hierbei nicht um die Art Geräte, an
die du vielleicht gedacht hast.

Es gibt auch noch Bereiche auch ausserhalb der Handy- und MP3-Player
Massenconsumerware, wo Geräte gerne ein gewisses Sexappeal (ja ja ich
weiß, mit der offiziellen Definition hat das nichts zu tun) haben
dürfen.

Man bekommt da schon mit, dass über Designunfälle in diversen Foren auch
schon mal gelästert wird. Und bei den ersten Eindrücken bei neuen
Geräten fällt nicht selten so ein Spruch wie "schön robustes
Metallgehäuse" oder "naja - Plaste eben".
Autor: Bernd Funk (Gast)
Datum: 19.06.2009 18:52

Chris hat schon recht, es gibt durchaus Bereiche, bei denen
der optische Eindruck der Geräte eine sehr große Rolle
spielt.

Firmen wie B&O ,Loewe, etc. verkaufen ihre Geräte doch
eigentlich nur über das Gehäusedesign.

Es kann doch kein Fehler sein, Eigenentwicklungen auch
möglichst gut zu verpacken.

Und selbst wenn das Gehäuse 100,-€ mehr kostet, aber 140,-€
mehr für die Kiste zu kriegen sind, so kann das eigentlich
kein Fehler sein.
Autor: Bernd Funk (Gast)
Datum: 19.06.2009 19:00

Aber Halt!
Nicht jeder Elektroniker ist auch Designer.
Manchmal könnte auch professionelle Beratung ganz nützlich
sein.
" Das Auge isst mit "
Autor: MaWin (Gast)
Datum: 20.06.2009 01:00

> Schön wäre es gewesen bei 50 Gehäusen in etwa der Größe eines halben
> Mousepads mit Allem nicht mehr als 15,- Euro / Stck. zu zahlen

Vergiss es.

Schon solche fertigen Kunststoffgehäuse sind in deiner geringen
Stückzahl teurer:

http://www.conrad.de/goto.php?artikel=541354
http://www.conrad.de/goto.php?artikel=522620

Aber auch Handys galten als edler Schmuck, sobald Balda.de deren
Plastikschalen bunt lackiert hat, auch gern in anthrazit mit
Metalliceffekt. Dass leichte Plastikgehäuse mit schweren Tasten gern
wegrutschen, kann man ja mit einem Stück eingebautem Eisen beheben.

> > Sind die 116€ pro Stück oder Gesamtkosten?

> Er sagte, es waren Gesamtkosten für 16 Gehäuse

Er sagte es so deutlich nicht, und ich wäre mir da nicht so sicher ob du
seinen Satz richtig interpretierst.
Autor: Chris (Gast)
Datum: 20.06.2009 01:40

>>> Sind die 116€ pro Stück oder Gesamtkosten?
>> Er sagte, es waren Gesamtkosten für 16 Gehäuse
>Er sagte es so deutlich nicht, und ich wäre mir da nicht so sicher ob du
>seinen Satz richtig interpretierst.

Das kommt schon hin. Kennst du diese CNC-Fräsen-Projekt für den
Hobbybereich, dass aus gelaserten Stahlteilen besteht und
zusammengeklebt wird. Bei beachtlicher Größe und jeder Menge Teile aus
nicht zu vergessen etwas dickerem Stahl konnte man das ganze je nach
Betrieb glaube ich schon für rund 200,- Euro lasern lassen.

Oder schau dir mal beipielhaft die Preise für Wasserstrahlschneiden an:
http://www.finck-metallbau.de/wasser.htm
Dabei sind das nur grobe Richtpreise, das kann wohl auch noch deutlich
günstiger werden. Ich gehe davon aus, dass Laserschneiden noch
preiswerter ist

>> Schön wäre es gewesen bei 50 Gehäusen in etwa der Größe eines halben
>> Mousepads mit Allem nicht mehr als 15,- Euro / Stck. zu zahlen

>Vergiss es.
>Schon solche fertigen Kunststoffgehäuse sind in deiner geringen
>Stückzahl teurer:
>http://www.conrad.de/goto.php?artikel=541354
>http://www.conrad.de/goto.php?artikel=522620

Gut, wenn es nun denn doch teurer werden würde kann man erst recht zum
hochwertigeren, eigenen Gehäuse greifen. Mal zum Vergleich des
Arbeitsaufwandes und der Rohmaterialkosten (ohne Details wie
Gewindebolzen etc.)

Fertiglösung:

-Gehäuse: 15,- Euro / Stk, sagen wir mit Rabatten vom richtigen Händler
oder Vertrieb 500,- Euro für 50 Stück
-Fräsen (mit enormem Aufwand, jedes Teil muss einzeln aufgespannt
werden)
-Lackieren (günstiges Pulverlackverfahren nicht möglich bei Kunststoff)
-Siebdruck

Oben vorgeschlagene Lösung in Sandwichbauweise:

Edelstahlblech, poliert für 50 Gehäuse: ca. 70,- Euro
Acrylglas XT für 50 Gehäuse: ca. 90,- Euro
Edelstahl lasern und lasergravieren, wahrscheinlich am Stück in einer
Maschine: Blech einlegen, Programm starten, fertig
Plexiglasteile aus einer Platte fräsen in CNC-Fräse mit Vakuumtisch: Nur
Vakuumflies drunter, aufspannen, fräsen (Industriefräsen gehen mit recht
hohen Schnittgeschwindigkeiten durch Acrylglas wie durch Butter,
deutlich günstiger wie Metall zu fräsen)

Was wird wohl preiswerter sein ?
Autor: Sachich Nich (dude) Benutzerseite
Datum: 20.06.2009 08:35

@ Chris: Ich erinner mich an die Fraese, hast du einen Link dazu?
Autor: Chris (Gast)
Datum: 20.06.2009 12:29

>@ Chris: Ich erinner mich an die Fraese, hast du einen Link dazu?

Leider gerade nicht. Es war mal was mit eine "Zoltar", kann sein, dass
das der Vorgänger war. Einfach mal danach suchen ...
Autor: Arc Net (arc)
Datum: 21.06.2009 14:18

Sollte man sich zumindest mal angesehen haben, wenn man was eigenes
machen will. Ab einem Stück, alle gängigen Materialien (div. Metalle,
div. Kunststoffe), Guß, CNC, Spritzguß, Tiefziehen etc., Finish von
Polieren über Pulverbeschichten und Eloxieren bis hin zum Vergolden.

http://www.emachineshop.com/
Autor: Chris (Gast)
Datum: 24.06.2009 21:26

Zwischenzeitlich wollte ich mich mal preislich ein bisschen orientieren.

Leider, so kam es einem vor, ist die Aukunftsfreudigkeit der Firmen
allein schon dem Tonfall nach zu urteilen, begrenzt, solange man kein
konkretes Angebot anfordert. Das hatte ich jedoch auch nicht anders
erwartet, es sind eben Metallbauer :)

Neben Material- und Einrichtungskosten fallen dort, wo ich das
Laserschneiden angefragt habe, Minutenpreise von 3 Euro an (grober
Richtpreis ohne Angabe von Mengen). Indirekt ist das auch ein Preis pro
Schnittlänge abhängig vom Material, ich bekam nämlich zusätzlich die
Auskunft, dass der Laser mit 5000mm/min durch 1mm Edelstahl fährt.

Nicht schlecht, da kommt man sich ja richtig blöd vor, wenn man da mit
einem <50m-Auftrag kommen würde. Meine aber auch, dass man das so
pauschal mit der Schnittgeschwindigkeit nicht sagen kann, hatte mal
irgendwo aufgeschnappt, dass gewisse kleine Formen / Radien oder was
weiß ich länger benötigen, weil die Laserleitung heruntergefahren werden
muss. Ist bei Ausschnitten für Bedienelemente wahrscheinlich der Fall.

Beendet war das Gespräch allerdings schon nach der Frage zur
Oberflächenbehandlung des Edelstahls, denn man sagte mir, es wäre nicht
möglich, Edelstahl so zu behandeln, dass man keine hässlichen
Fingerabdrücke hinterlässt. Ausnahme sei natürlich das Lackieren, aber
wozu dann Edekstahl. Es galt also, die Idee noch einmal zu überdenken.

Alternativ käme als Frontplatte insbesondere bei Geräten kleinerer
Abmessungen natürlich noch Aluminium in Frage. Zudem sieht anthrazit
oder schwarz eloxiertes, zuvor gebürstetes Aluminium mit Lasergravur
(Alu Naturfarben) auch sehr edel aus.
Habe leider auf die kleine Enttäuschung hin versäumt zu fragen, ob auf
deren Laser auch Aluminium geschnitten wird (lasergraviert ja sowieso).
Es ist ja wohl so, dass viele nicht gerne Alu mit ihrem Laser schneiden,
da es nicht ganz unproblemtisch ist.
Erst per Wasserstrahl, dann per Laser würde allerdings wahrschinlich die
Kosten in die Höhe treiben, denn zum Gravieren müsste ja jedes Werkstück
dann einzeln eingelegt oder zumindest der Laser darauf eingestellt
werden.
Insgesamt ist es bei Alu fraglich, in welcher Reihenfolge die Schritte
sinnvollerweise durchgeführt werden, denn mehr Arbeit fällt allemal an.

Das beste wird wohl sein, noch einmal nachzufragen oder gar beizeiten
mit Zeichnung ein angebot erstellen zu lassen.

Oder war es gar eine Fehlinformation, dass man Edelstahl nicht
entsprechend oberflächenbehandeln kann (ausgenommen Klarlack)?
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 24.06.2009 21:46

Chris schrieb:
> Oder war es gar eine Fehlinformation, dass man Edelstahl nicht
> entsprechend oberflächenbehandeln kann (ausgenommen Klarlack)?

Wenn ich zu meiner Spühlmaschine hingehe und dort mit dem Finger drauf
patsche sehe ich keinen Fingerabdruck, die ist aber auch schon gut
abgewetzt...
Auf der quasi noch nagelneuen Hülle meines Handys sehe ich aber auch
keine Fingerspuren soweit ich das erkennen kann. Wenn ich die
Oberflächen beschreiben sollt müsst ich wohl zu beiden "gebürstet"
sagen.

Wo ich mir auch ziehmlich sicher bei bin ist das Glasperlgestrahlte
Edelstahloberflächen auch sehr unempfindlich sind was Fingerpatscher
angeht. Wichtig ist nur das derjenige der Glasperlstrahlt weiss was er
tut, nicht zuviel, nicht zuwenig druck. Sonst schauts schnell aus wie
Sandgestrahlt.

Mfg,
Peter
Autor: MaWin (Gast)
Datum: 26.06.2009 13:23

> Oder war es gar eine Fehlinformation, dass man Edelstahl nicht
> entsprechend oberflächenbehandeln kann (ausgenommen Klarlack)?

Es gibt einen Edelküchenhersteller, der damit wirbt, dass man auf seinen
Edelstahloberflächen keine Fingerabdrücke sehen würde, leider ist mir
der Name entfallen. Es geht also wohl, eventuell durch Lack, aber ist
was besonderes.

Alu-Laserschnitte sehen immer etwas rauh aus "vulkanisch aufgescholzen"
ich hab hier so 1cm dicke Aluplatten mit Ausschnitten. Im Loch egal, an
einer Aussenkante merkwürdig. Auf (schwarz) eloxiertem Alu sieht man
Fingerabdrücke übrigens genau so wie auf Edelstahl.

Gehäuse überteuerter Produkte sind übrigens oft deswegen aus Blech (oder
sonstigen merkwürdigen Konstruktionen wie Holz oder aus dem vollen
Plxeiglas gefräst), nicht weil Blech (oder Holz oder Acryl) edel wäre,
sondern weil die auf Grund des hohen Preises erwarteten geringen
Stückzahlen den Hersteller aus Geiz ode finanzieller Unzulänglichkeit
davor zurückschrecken lassen, eine Spritzgussform herzustellen, und er
dann die in der Summe trotzdem teurere Variante der Blechbiegerei wählt,
denn die Kosten trägt ja der Kunde, da muss man nicht nachrechnen.

Jeder Chinese geht sebstverständlich das Kostenrisiko einer
Spritzgussform ein (oder Alu-Stranggussdüse), damit er ein perfektes
Gehäuse bekommt, weil er weiß, daß man Kunden nicht mit Blechbiegeramsch
kommen kann, nicht mal Kunden mit geringen Ansprüchen. Die Verpackung
ist wichtig, weiß man in China.
Autor: Der Merlin (Gast)
Datum: 29.06.2009 01:09

hallo chris

hätte da evtl. einen vorschlag, was die oberflächenempfindlichkeit
angeht.
schreib mir mal, dann kann ich dir mal ein muster zukommen lassen.

merlin63(ät)web.de

gruß
Autor: Chris (Gast)
Datum: 29.06.2009 02:30

>Jeder Chinese geht sebstverständlich das Kostenrisiko einer
>Spritzgussform ein (oder Alu-Stranggussdüse), damit er ein perfektes
>Gehäuse bekommt, weil er weiß, daß man Kunden nicht mit Blechbiegeramsch
>kommen kann, nicht mal Kunden mit geringen Ansprüchen. Die Verpackung
>ist wichtig, weiß man in China.

Ach ja?

Deine Haltung zu dem Thema in allen Ehren, aber nehmen wir
beispielsweise mal irgend ein Steuerpult aus der, im weitesten Sinne,
Unterhaltungselektronik: z.B. DMX-Steuerpulte, DJ- oder
Musiker-Mischpult ...

Also ich würde da keine "Plastekrücke" vor mir stehen haben wollen.

Man mache mal den Test und schaue sich bei den Geräten in seiner
Umgebung um und überlege, welches bestehend aus Metall einfach
hochwertiger wirken würde. Ich brauche nur den Blink zu senken und komme
gleich darauf, dass eine Tastatur, deren Gehäuse aus in Form gebrachtem,
gebürsteten und dunkel eloxierten Aluminium bestehen würde, absolut
"verschärft" wäre.

Aber in China weiss man es ja besser, dass die Leute alle auf
Kunststoffgehäuse abfahren :)

>hallo chris
>hätte da evtl. einen vorschlag, was die oberflächenempfindlichkeit
>angeht.
>schreib mir mal, dann kann ich dir mal ein muster zukommen lassen.

Hallo Merlin63,

hast du mit der ganzen Sache gewerblich/beruflich zu tun oder würdest du
deinen Vorschlag auch in aller Öffentlichkeit preisgeben, damit jeder
etwas davon hat.
Wenn du das nicht willst ist das natürlich zu respektieren, dann werde
ich dir mal eine Mail schreiben.
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 29.06.2009 02:47

Chris schrieb:
> welches bestehend aus Metall einfach
> hochwertiger wirken würde. Ich brauche nur den Blink zu senken und komme
> gleich darauf, dass eine Tastatur, deren Gehäuse aus in Form gebrachtem,
> gebürsteten und dunkel eloxierten Aluminium bestehen würde, absolut
> "verschärft" wäre.

Das kann aber auch nur wer sagen der kein IBM Model-M vor sich stehen
hat...

> hast du mit der ganzen Sache gewerblich/beruflich zu tun oder würdest du
> deinen Vorschlag auch in aller Öffentlichkeit preisgeben, damit jeder
> etwas davon hat.
> Wenn du das nicht willst ist das natürlich zu respektieren, dann werde
> ich dir mal eine Mail schreiben.

Da würde ich mir auch anschließen, rück mal mit der Sprache raus wie du
das machst oder schreib mir bitte ne PM!

Wobei ich ja, wie oben schon gesagt, irgendwie nicht so sehr das Problem
sehe oder vielleicht ist meine Handy schale ja schon irgendwie behandelt
oder man sieht es nicht... ;^^

Mfg,
Peter
Autor: Der Merlin (Gast)
Datum: 29.06.2009 03:17

Hallo

ich habe beruflich mit laser zu tun....und zwar im gerätebau.
ich weis nur zu gut, wie schnell man in diesem forum angefeindet wird,
wenn man nur mal helfen will.
also nicht böse sein, wenn ich das mit chris über mail abkläre.
vieleicht entspricht ja meine materialvorstellung auch nicht seinem
geschmack.

gruß
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 19.09.2009 01:59
Angehängte Dateien:

Hallo!
Falls wen interessiert wie sehr die 3D Zeichnung dann an das Original
kommt.
Die großen Löcher sin nur für das Teststück, damit man sieht wie drinnen
alles passt wenn der Deckel drauf ist ;-)

Mfg,
Peter
Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
Datum: 20.09.2009 04:29

Ich finde das Thema verschärft interessant.

Es geht hier zwar meist um Elektonikbauelemente, aber ist nicht das
Gehäuse eine viel interessantere Baustelle? Und stellt der
Normalo-Bastler und Kleinunternehmer nicht immer fest, daß es keine
wirklich passenden Gehäuse auf dem Markt gibt? Klar, die Zielsetzung des
Einzelnen ist auch immer sowas von unterschiedlich, daß man es einfach
nicht allen recht machen kann und die Gehäusehersteller machen auf
Masse. Also muß man es selbst entwerfen, wenns nicht gerade ein
'Pultgehäuse' sein soll!

Mal so ein paar Punkte von mir:
1. Materialarten: Anfassen, sehen, Elastizität und Bruchfestigkeit,
Biokompatibilität, Umweltschutz, Störstrahlung usw. Für eine gute
Übersicht gibt es nette Infos bei www.modulor.de Ein Mitarbeiter von
denen scheint ein Chemiker zu sein und hat sehr gute Texte zu den
Eigenschaften im Katalog verfaßt. Ansehen! Wer ein paar Euros
verschmerzen kann, die haben eine schöne Musterkiste für 30 Euronen.
2. In den Großsupermarkt gehen und ab in die Küchenbretterabteilung.
Dort gibt es Holz-, Glas- und vor allem Kunststoffbretter
3. Patchhändchen sieht man z.B. auf marmorierten PP überhaupt nicht.
Eine eloxierte Aluplatte mit Plastikspray überzogen, ist auch nicht
schlecht.
4. Ich will es nochmals explizit erwähnen: Holz gibt es auch in zig
Varianten
5. Vergußmassen. Gibt es als PUR teilelastisch. Finde ich nur relativ
teuer. Aber vielleicht in einer Kombination im Sandwich interessant.
6. Sandwich-Bauweise. Kann man diverse Materialen verwenden. Kleben,
Kunststoffschweißen, mit Schrauben gegenkontern
7. Bedruckbarkeit und Fräsen möglich? Wasserfestigkeit?
8. Für draußen verwendbar? Also frostsicher, UV-beständig, erweicht
nicht in der Sonne?

Mich ärgert immer das Brechen diverser Gehäuse, wenn sie runterfallen.
Die Fernbedienung ist DAS klassische Beispiel. Von daher finde ich
9. die Bruchfestigkeit extrem wichtig.


So, das als Anregung.

Gruß -
Abdul
Autor: Sachich Nich (dude) Benutzerseite
Datum: 20.09.2009 04:41

Abdul K. schrieb:

> 4. Ich will es nochmals explizit erwähnen: Holz gibt es auch in zig
> Varianten

Einer der schoensten Werkstoffe wie ich finde :)
Autor: Chris (Gast)
Datum: 20.09.2009 16:20

>> 4. Ich will es nochmals explizit erwähnen: Holz gibt es auch in zig
>> Varianten

>Einer der schoensten Werkstoffe wie ich finde :)

Richtig, für Frontplatten allerdings nicht so geeignet. Den Rahmen oder
die Seitenteile aus entsprechendem Holz (kein Imitat, kein Standard ala
Nadelhölzer, Buche, Eiche) finde ich persönlich sehr schön, trifft aber
nicht jedermanns Geschmack.
Autor: Peter F. (piet)
Datum: 21.09.2009 03:06

Chris schrieb:
>>> 4. Ich will es nochmals explizit erwähnen: Holz gibt es auch in zig
>>> Varianten
>
>>Einer der schoensten Werkstoffe wie ich finde :)

So ist es!

> Richtig, für Frontplatten allerdings nicht so geeignet. Den Rahmen oder
> die Seitenteile aus entsprechendem Holz (kein Imitat, kein Standard ala
> Nadelhölzer, Buche, Eiche) finde ich persönlich sehr schön, trifft aber
> nicht jedermanns Geschmack.

Ich kann mir durchaus vorstellen stabilisiertes Holz für ein Frontpanel
zu benutzen. Ich weiss jetzt aber nicht ob man Platten so gut
verarbeiten kann aber ich denk das sollt möglich sein.
Eigentlich ne Nette Idee, muss ich mal nachforschen ob das geht.
Belastbar genug ist es jedenfalls.

Ich werd mir jetzt wohl ein Gehäuse für nen Handgerät selber bauen
müssen, gibt nix fertiges das meinen Vorstellungen entspricht, das wird
sicher ein abenteuer, ein aufregendes und spannendes! ;^^
Aber erstmal muss die elektronik fertig werden :-/

Mfg,
Peter
Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
Datum: 21.09.2009 20:01

Warum sollte Holz nicht für Frontplatten geeignet sein?
Jetzt das noch mit Wasserglas behandeln...

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