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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Wie gehts nach Erfolg weiter ?

Autor: Normalo (Gast)
Datum: 03.07.2009 08:29

Hallo

wie geht es denn jetzt weiter? Wir (Großunternehmen
Elektronikentwicklung) haben in der letzten Zeit ein sehr großes Projekt
(ich bin der Projektverantwortliche) sehr erfolgreich abgewickelt.

Erwartet hatte ich schon, dass man das (und insbesondere auch mich) in
der Chefetage auch so sieht. Jetzt höre ich aber aus zuverlässiger
Quelle dass das als Glück und "nicht mein Verdienst" angesehen wird.

Ich glaubte schon dass ich mich mit diesem Projekterfolg (der
nachweisbar ist - keine Einbildung meinerseits) für eine jetzt neu zu
besetzende Stelle qualifiziert habe und habe das auch an entsprechender
Stelle positioniert...

Man kann sich denken was jetzt kommt: Man sieht mich dort allerdings
nicht. Ohne Fürsprecher wird das aber nichts ...

Was würdet Ihr tun? Den Erfolg "das Momentum" mitnehmen und die Firma
wechseln ? Innerhalb der Firma (ist groß genug) in einen anderen Bereich
wechseln ? Garnichts machen und so weiter werkeln wie bisher ?


Peter
Autor: Rudi Rüssel (Gast)
Datum: 03.07.2009 08:36

nimms mir nicht übel, aber als projektverantwortlicher solltest du doch
gelernt haben kommunikativ zu sein.
deswegen geh einfach auf deine vorgesetzten zu und sprich sie energisch
mit den entsprechenden argumenten an.
falls sie darauf nicht anspringen sollten, dann hast du wohl in letzter
zeit irgendeinen bock geschossen oder das abgewickelte projekt war wohl
für sie doch nicht so wichtig(was du eben anders siehst).
Autor: bissig (Gast)
Datum: 03.07.2009 08:37

Als Projekt"verantwortlicher" hast du an dem Großprojekt ja gar nichts
gemacht... die ganzen Soldaten, ehh Entwickler haben den Erfolg
eingefahren. Sehen sie wenigestens so mit hoher Wahrscheinlichkeit.
Komischerweise wird keinem der Erfolg zugesprochen... Groschen gefallen?
Und was erwartest du eigenltich? Nen neuen Parkplatz? Das mag alles
recht zynisch wirken, aber diese Ordnung in den ganz großen, tollen
Unternehmen find ich seit Jahren befremdlich.
Autor: Axel (Gast)
Datum: 03.07.2009 09:42

Ist mir auch schon passiert. Der Kunde war top zufieden und hat gleich
eine ganze Reihe Folgeaufträge plaziert. Nachher stellte sich aber
heraus, dass ein Intimus des Chefs im Projektteam war, der alle meine
Handlungen schön negativ kommentiert an diesen weitergeleitet hatte.

Der hat dann das nächste Projekt mit dem Kunden abgewickelt und voll in
die Grütze gefahren mit der Konsequenz, dass der Kunde auf immer
abgesprungen ist.

Ich habe dann erst innerhalb der Firma gewechselt und bin dann gegangen.

Als ich gekündigt habe, hat er mir übrigends eine nicht unerhebliche
Summe fürs Bleiben geboten. War dann aber zu spät, ich war mental durch
mit dem Thema.

Letztlich muss man wohl feststellen, dass es sich nicht alleine
auszahlt, ein Projekt gut zu bearbeiten, man sollte einen nicht
unerheblichen Teil der Zeit für die kontinuierliche Präsentation beim
Management reservieren. Und immer drauf achten, dass auf allen
Dokumenten etc. die man erstellt, der eigene Name gross und prägnant zu
erkennen ist.

Gruss
Axel
Autor: Jo (Gast)
Datum: 03.07.2009 12:04

Merksatz: Tue gutes und sprich darüber.
Autor: Frank L. (hermastersvoice)
Datum: 03.07.2009 12:29

und als Steigerung: Tue Gutes und sorg dafür dass man darüber spricht...
Autor: Stefan Helmert (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)
Datum: 03.07.2009 12:32

Oder: Tue Schlechtes und sorge dafür, dass andere es gut finden ;)
Autor: OH (Gast)
Datum: 03.07.2009 12:37

@Axel
Genau so mache ich das in der neuen Firma jetzt auch.
Sich präsentieren wo es nur geht, aber ohne Schleimerei.
Auf jedes Papierchen was ich verfasse und wenn es nur 3 Sätze sind,
kommt der Name und das Datum drauf. Dann angewöhnen alles
aufzuschreiben. Also nicht nur gute Dokumente zu erstellen, sondern auch
mal eine Zusammenfassung von Besprechungen schreiben. Wer war dabei und
hat was gesagt und was ist beschlossen worden. Viele wissen nämlich nach
ein paar Tagen von nichts mehr. Was meinst du wie gut das kommt wenn ich
mich irgendwo rechtfertigen muss und dann erkläre: Am 5.4.2007 hat Hr.
xyz in der Besprechung mit Hr. abc dies und das festgelegt. Wenn man mit
handfesten Belegen kommt, geben die meisten in der Diskussion auf.
Manche sind so frech und kopieren einfach meine geistigen Ergüsse aus
meinen Emails (techn. Erklärungen) und verbreiten sie weiter, wobei das
dann als deren Leistung angesehen wird. Dazu habe ich noch keine Lösung
gefunden. Vielleicht nur noch pdf verschicken? Kann mich da mal jemand
beraten?
Autor: Delete Me (skywalker)
Datum: 03.07.2009 13:27

OH schrieb:
> Manche sind so frech und kopieren einfach meine geistigen Ergüsse aus
> meinen Emails (techn. Erklärungen) und verbreiten sie weiter, wobei das
> dann als deren Leistung angesehen wird. Dazu habe ich noch keine Lösung
> gefunden. Vielleicht nur noch pdf verschicken? Kann mich da mal jemand
> beraten?

PDF alleine reicht da nicht. Mit OpenOffice lassen sich beispielsweise
unverschlüsselte PDF-Dateien bearbeiten. Zwar nur rudimentär, aber zum
Entfernen oder Austauschen eines Namens reichts allemal.
Du müsstest also versuchen eine verschlüsselte PDF-Datei zu erstellen,
am besten mit Passwort usw.
Ansonsten kannst du nur versuchen so wenig wie möglich per Mail zu
schicken.
Autor: Axel (Gast)
Datum: 03.07.2009 14:32

>Manche sind so frech und kopieren einfach meine geistigen Ergüsse aus
>meinen Emails (techn. Erklärungen) und verbreiten sie weiter, wobei das
>dann als deren Leistung angesehen wird.

Da kann man nur gleich die halbe Firma auf cc setzen.

Dann weiss auch jeder, was man getan hat.

Gruss
Axel
Autor: König Artus (Gast)
Datum: 03.07.2009 22:27

Leute und Projektleiter, nu bleibt mal aufm Teppich!

Wo kommen wir von der Geschäftsleitung den hin, wenn nach gelungener
Beendigung eines Projektes immer eine neue Beförderung stehen muß?

Ein Aufstieg auf der Karriereleiter setzt auch Kontinuität voraus, und
zwar über Jahre.
Und wenn dann eine Sprosse auf der Leiter frei ist, wird vielleicht
befördert.
Autor: Nörgler (Gast)
Datum: 03.07.2009 23:46

> Als Projekt"verantwortlicher" hast du an dem Großprojekt ja gar
> nichts gemacht... die ganzen Soldaten, ehh Entwickler haben
> den Erfolg eingefahren.

Genau, oft genug sind es die Entwickler, die die unsinnigen
Entscheidungen des Projektlieters korrigieren!
Autor: Offtopic-Labberer (Gast)
Datum: 03.07.2009 23:52

Zum Breitschlagen der eigenen Leistungen habe ich ein eigenes Blog auf
dem Firmen internen LAN, wo ich minutioes meine Taten beschreibe. Und
natuerlich bei jeder Gelegenheit auf das Blog hinweise.
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum: 03.07.2009 23:54

@  Nörgler (Gast)

>Genau, oft genug sind es die Entwickler, die die unsinnigen
>Entscheidungen des Projektlieters korrigieren!

ausbaden müssen, wenn sie nicht die Kurve gekriegt haben . . .
Autor: EIn neuer Gast (Gast)
Datum: 04.07.2009 00:04

> Genau, oft genug sind es die Entwickler, die die unsinnigen
> Entscheidungen des Projektlieters korrigieren!

Bei manchen Implementierungsdetails ist es sogar die unabgestimmte
Entscheidung, die überhaupt erst zu einem Nutzbaren Resultat führt ;)

Wenn der Ungehorsam gut geht, ist es Verdienst des Projektleiters,
ansonsten fliegt man weil man net Teamfähig ist ;)
Autor: Daniel Duesentrieb (daniel1976d)
Datum: 04.07.2009 00:40

Ich versteh deine Aufregung auch nicht... Du hast "nur" deinen Job als
Projektleiter gemacht... OK, du warst erfolgreich aber man hat dir
diesen Auftrag gegeben weil man der Meinung war das du es schaffst...
Autor: MaWin (Gast)
Datum: 04.07.2009 01:11

> wie geht es denn jetzt weiter?

Gar nicht ?

Du hast ein Projekt beendet. Schön. Dafür wurdest du bezahlt, die Schuld
ist abgegolten.

Vielleicht bekommst du mal ein neues Projekt, vielleicht wird dieses
erfolgreich sein, vielleicht wird dieses auch scheitern.

In der Zwischenzeit wird die Firma überlegen, welche Verwendung sie für
dich hat, und du kannst überlegen, ob dir eine andere Firma besser
gefällt.

So ist das Arbeitsleben.

Wenn du mehr Kontrolle willst, mach deine eigene Firma.
Autor: K. B. (Gast)
Datum: 04.07.2009 15:31

Ich habe erfolgreich mein letztes Bastelprojekt abgeschlossen - wie geht
es nun weiter? Ich möchte jetzt Oberbastler werden.
Autor: Fuzzy (Gast)
Datum: 04.07.2009 15:46

Such dir nen schönen Staatsbetrieb.
Da kannst du nix tun, wirst aber genauso bezahlt.
Autor: jl (Gast)
Datum: 04.07.2009 16:03

um gesehen zu werden muss man das project ersteinmal soweit schlecht
machen dass es alle erfahren. Dann ist man der Retter aus der Not und
wird beachtet.

projekt 100% linear gut abgearbeitet -> kein Gehör
projekt fast in den Sand fahren und status melden, dann gerade noch
schaffen -> beachtung vom management da sie vom projekt notiz genommen
haben.

nur so geht es. Und regelmässig projektstatus erstellen und verteilen.
Autor: Daniel Duesentrieb (daniel1976d)
Datum: 05.07.2009 00:36

Das ist auch eine gute Idee von jl und funktioniert wirklich... Hatte
sowas mal, Vorgaenger hat es an die Wand gefahren und ich musste es
uebernehmen... Schlecht war nur das ich noch all die schlechten
Nachrichten ueberbringen musste, aber danach ging es dann vorran...

Immerhin habe ich waehrenddessen die drei groessten Teilhaber der Firma
kennengelernt ... :) immerhin hat sich der Aktienkurs der Firma nach
Bekanntgabe das wir den Job bekommen verdoppelt...

Man kennt mich heute noch in dieser Firma... aber beruflich hat es mich
nicht weitergebracht, OK hatte spaeter ein Bonus und Aktienoptionen...
Autor: fachfremder (Gast)
Datum: 05.07.2009 12:35

nun , es muß ja nicht gleich eine Beförderung anstehen,
aber wenn ich mich so umschaue bzw was mir zugetragen
wird , läufts eher auf ein Ausnutzersystem hinaus:

- an die Wand gefahrenes Projekt gerettet- da wird gleich
  die Abteilung reduziert und vorallem die Macher wie
  auch immer kaltgestellt.

- "Management" realisiert nicht, das sie eigentlich überhaupt
  nichts zum Erfolg beigetragen haben , daß heißt gewisse
  Kennzahlen hätten sich auch dann verbessert, wenn absens....

- bzgl Daniel. Sicherlich ließe es sich nicht vermeiden ,daß
  Du denen vorgestellt wurdest - aber neben der heutzutage
  dadurch gegebenen Arbeitsplazusicherheit  biste halt das,
  was man als "Nützlicher Idiot" bezeichnen könnte.

Sicherlich hat MaWin recht im gewissen Sinne, aber wenn gute
Arbeit als "selbstverständlich" gesehen wird , so gut wie
keine positive Response/ Feedback mehr kommuniziert wird

ja es schon seit langem zu konstatieren ist, daß solche
Leistung garnicht gut ankommr bei den zB "Personalbüros"...

also man sich an Alter oder Suchsuchzeit etc "aufgeilt", anstatt
nach dem zu beurteilen, was wichtig ( für die Firma) ist...

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