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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Analog Oszilloskop für Digitale Signale ?


Autor: Gast (Gast)
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hallo.

ich brauche ein privates oszilloskop und bin zu dem entschluss gekommen 
ein analoges zu kaufen, da gute digitale sehr teuer sind oder eine zu 
geringe speichertiefe besitzen, aber ich wollte nicht mehr als 600e 
ausgeben und für meine privatzwecke scheint das hameg 303-6 geeignet zu 
sein. zumindest was analoge schaltungen angeht.
meine frage bezieht sich auf digitale schaltungen, da ich damit zu hause 
mehr zu tun habe. inwieweit sind analoge oszilloskope dazu geeignet 
digitale protokolle und nicht periodische signale auszuwerten ? bzw 
signal ketten die immer wieder auftreten. bei digitalspeicher 
oszilloskopen kann man ja was "aufnehmen" und dann darstellen bzw das 
bild einfrieren. (z.b. signale von einem µC) eignen sich analoge 
oszilloskope für soetwas überhaupt oder nur bestimmte? muss ich auf ein 
bestimmtes feature achten?

Autor: A. K. (prx)
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Gast schrieb:

> geringe speichertiefe besitzen, aber ich wollte nicht mehr als 600e
> ausgeben

In dem Budget ist beispielweise das Rigol 1052 drin.

> mehr zu tun habe. inwieweit sind analoge oszilloskope dazu geeignet
> digitale protokolle und nicht periodische signale auszuwerten ?

Für nicht periodische Signale sind sie nicht geeignet.

Autor: Gast (Gast)
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ich hab zwar schon gesucht, aber es erst jetzt gefunden. was ich suche 
scheint die "hold funktion" von analog oszilloskopen zu sein und diese 
besitzt das hameg 303-6.


trotzdem bleibt die frage inwieweit sich stochastische (also quasi nicht 
triggerbare) digitale signale mit analogen oszilloskopen auswerten 
lassen.

Autor: A. K. (prx)
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Es gab vor langer Zeit mal analoge Scopes mit Bildspeicherröhre. Von 
diesen heute sicherlich seltenen Dingern abgesehen kann kein analoges 
Scope ein Bild speichern. Egal was auf den Tasten draufsteht.

Analoge Scope sind super für periodische Signale, darin besser als 
digitale, jedenfalls solche der bezahlbaren Kategorie. Aber für 
nichtperiodische Signale taugen sie nicht.

Autor: Auch Gast (Gast)
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Ich kenne das HAMEG 303-6 zwar nicht, aber die Funktion bei analogen 
Oszilloskopen hießt "HOLD OFF" und ist zum Einstellen der Trigger 
Todzeit.
Für 600€ sollte aber was digitales zu finden sein.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Gast (Gast)

>ein analoges zu kaufen, da gute digitale sehr teuer sind oder eine zu
>geringe speichertiefe besitzen, aber ich wollte nicht mehr als 600e

Die Speichertiefe des Anlogscopes ist erst recht "gering".

>ausgeben und für meine privatzwecke scheint das hameg 303-6 geeignet zu
>sein. zumindest was analoge schaltungen angeht.

>meine frage bezieht sich auf digitale schaltungen, da ich damit zu hause
>mehr zu tun habe. inwieweit sind analoge oszilloskope dazu geeignet
>digitale protokolle und nicht periodische signale auszuwerten ?

Zu 99% gar nicht. Vergiss das Analogscope und kauf dir für das Geld ein 
Digitaloszi der Einsteigerklasse oder ein gutes Gebrauchtes.

MfG
Falk

Autor: Gast (Gast)
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ok klingt einleuchtend...

welche könnt ihr außer dem rigol empfehlen?
ich finde das Voltcraft Plus DSO-4042 sieht ziemlich gut aus.

vergleicht mal bei www.conrad.de diese beiden (einfach artikelnummer 
links eingeben):
Voltcraft Plus DSO-4042:
122402 - 62
RIGOL DS1052E:
122422 - 62


welches würden die profis unter euch bevorzugen ?

Autor: Tobi (Gast)
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@Gast,

vergiss den Schrott von Voltcraft und Rigol.
Kauf dir ein gebrauchtes analog Scope, z.B. den 303-6 für kleines Geld. 
Vom Rest kaufst du dir einen Logicanalyzer für die digitalen Signale.

Gruss,
Tobi

Autor: xxx (Gast)
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Schau mal hier, das o.a. Rigol für € 499,-

http://www.progshop.com/versand/oszilloskope/low-c...

Für den"c-Preis" ist fast das 1102 drin ;-D

Autor: Potz-Blitz (Gast)
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> welches würden die profis unter euch bevorzugen ?

Für Profis ist Voltcraft und Rigol eine Beleidigung!

Autor: A. K. (prx)
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Für Profis sind alle DSOs die man für 600€ kriegt beleidigend. Allein 
schon weil das falsche Label draufsteht. Da muss mindestens ein 
anerkannter Name wie Agilent draufstehen (auf dem Rigol).

Autor: Gast (Gast)
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ja kann ich mir denken. in der uni haben wir auch teile mit denen könnte 
man vermutlich zum mond fliegen, aber zu hause muss ich leider auf dem 
boden bleiben. welches würdest ihr als midclass model empfehlen?

Autor: A. K. (prx)
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Nun sind wir im üblichen Fahrwasser und ich kann dir wärmstens die zig 
(hunderte?) Threads empfehlen, in denen die gleiche Frage betrachtet, 
zerpflückt, zerstritten und beerdigt wurde. Einschliesslich Andrew, der 
wenn er nicht grad auf Urlaub ist garantiert wieder mit seinen 
gebrauchten Tektronixen kommt.

Autor: Jens (Gast)
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Das Voltcraft-DSO wird von GW Instek hergestellt, heißt dort GDS-1042 
und kostet z.B. bei Farnell knapp 400 € netto.

Noch ein kleiner Tipp. Die angegebene Bandbreite ist immer die 
Analogbandbreite. Die Digitalbandbreite beträgt nur ca. 10% der 
Analogbandbreite. Um ein digitales 4MHz-Signal sauber darzustellen, sind 
40MHz nötig. Ansonsten werden die Signale zunehmend "runder".

Autor: gast (Gast)
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Nicht schlecht sind die Tectronix TDSxxxx.

http://www.datatec.de/shop/artikelpdf/tds1001b_d.pdf

Starten bei ca. 800 nach oben offen

Gut ist Spitzenwerterfassung, Triggern auf Glitches und Zoom.

Autor: Gast (Gast)
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also 800 ist definitiv zu viel.

wei0 zufällig jemand wo der unterschied zwischen dem Rigol DS1102E und 
Rigol DS1052E ist? finde da keine unterschiede außer 100e im preis und 
100mhz statt 40mhz bandbreite. kann die bandbreite soviel ausmachen?

Autor: A. K. (prx)
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Gast schrieb:

> wei0 zufällig jemand wo der unterschied zwischen dem Rigol DS1102E und
> Rigol DS1052E ist? finde da keine unterschiede außer 100e im preis und
> 100mhz statt 40mhz bandbreite. kann die bandbreite soviel ausmachen?

Kann sie: Der Gewinn für den Hersteller unterscheidet sich erheblich.

Technisch habe ich freilich den (unbelegten) Verdacht, dass der 
Unterschied nur in Software oder allenfalls ein bischen anders 
dimensioniertem Hühnerfutter besteht.

PS: Wie der Name schon sagt hat das 1052E 50MHz Bandbreite, nicht 40MHz.

Autor: yalu (Gast)
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Zu den Rigols:

So schlecht, wie der Firmensitz (China) vermuten lässt, sind die Rigols
gar nicht. Das denken nur die Profis, weil sie noch nie damit gearbeitet
haben, sondern von ihren betuchten Arbeitgebern mit High-End-Teks,
-LeCroys und -Agilents verwöhnt werden, von denen du den Preis gar nicht
wissen willst.

Vergleicht man aber ein Rigol mit einem Tek derselben Klasse (TDS2xxx),
wird man feststellen, dass das Rigol günstiger ist, mehr Speicher und
ein besseres Display hat. Evtl. hat auch das Tek außer dem Namen ein
paar Vorteile, diese sind aber nicht so offensichtlich.

Vergleicht man ein Rigol hingegen mit einem LeCroy derselben Klasse,
wird man feststellen, das es diese Klasse dort gar nicht gibt. Da muss
man schon eine oder zwei Stufen höher einsteigen.

Vergleicht man ein Rigol schließlich mit einem Agilent derselben Klasse,
wird man feststellen, dass man es hier ebenfalls mit einem Rigol zu tun
hat, das nur etwas getarnt wurde und nicht einmal mehr ganz auf dem
Stand der Technik ist.

Zum Vergleich analog <-> digital:

Es ist ein Irrglaube, dass analoge Signale fast immer periodisch und
digitale fast immer aperiodisch sind.

Bei einem analogen Regler wirst du mit dem Analogoszi nicht viel messen
können. Auch ein Audioverstärker ist an sich nichts periodisches. Er
liefert nur deswegen ein mit dem Analogoszi messbares Signal, weil man
einen "Trick" anwendet und ihn entgegen seiner eigentlichen Bestimmung
nicht mit Musik, sondern einem periodischen Eingangssignal speist.

Das geht aber in vielen Fällen auch bei Digitalschaltungen. Besonders
einfach sind periodische Verhältnisse zu erreichen, wenn etwas
programmierbares (Mikrocontroller oder PC) Bestandteil der Schaltung
ist. So kann man bspw. eine serielle Schnittstelle ganz leicht auf ihre
Funktion testen, indem man per Software in regelmäßigen Zeitabständen
das gleiche Byte sendet. Hat das Analogoszi eine Delay-Funktion, kann
man bei einer periodisch gesendeten Folge von mehreren unteschiedlichen
Bytes auch das letzte noch in voller Bildschirmgröße in Augenschein
nehmen oder die gesamte Bytefolge vergrößert auf dem Bildschirm
durchscrollen. Noch komfortabler geht dies, wenn das Oszi eine zweite
Zeitbasis hat¹.

Das Analogoszi ist allerdings an seinem Ende angelangt, wenn man selten
auftretende Ereignisse, wie bspw. eine Spannungsspitze, die maximal alle
10s oder noch seltener auftritt, erfassen möchte. Das Speicheroszi wird
zu diesem Zweck einmal scharf gemacht, und einige Zeit später kann man
sich die Spitze in Ruhe anschauen.

Mit dem Analogoszi kann man aber viel leichter kleine Unregelmäßigkeiten
im Signal, bspw. Übernahmeverzerrungen eines Audioverstärkers erkennen,
da das angezeigte Kurve frei von Quantisierungsfehlern (Treppeneffekt)
und weitgehend frei von Rauschen ist. Dadurch stechen einem solche
Unregelmäßigkeiten sofort ins Aufge. Auf dem Digitaloszi geht dies oft
nur, wenn man das Signal durch Drehen an der Zeitbasis und dem
Y-Verstärker entsprechend vergrößert darstellt. Dazu muss man aber erst
einmal wissen, an welcher Stelle des Signals man die Unregelmäßigkeit
suchen muss.

Bei den Analogoszis war der Fortschritt in den letzten 10 bis 20 Jahren
im Gegensatz zu den Digitalen nicht sehr groß, weswegen ein nicht allszu
ausgelutschtes gebrauchtes Gerät praktisch so gut wie ein neues ist.
Weil aber alle "bäh" zu analog sagen, bekommt man die Dinger oft zu
Spottpreisen nachgeschmissen.

Fazit:

Wenn du also hauptsächlich Digitalelektronik machst, würde ich ein neues
Rigol nehmen (wenn das Geld reicht, eins mit 100+ MHz), sonst ein
gebrauchtes analoges, wenn möglich mit zweiter Zeitbasis.

——————————————
¹) M.W. hat das HM303-6 leider keinen Delay, geschweige denn eine zweite
Zeitbasis. Ich könnte mich aber auch irren.

Autor: Christoph Z. (rayelec)
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Das GDS-1102 von Instek gibts z.Zt. bei meinem Lieblingshändler in den 
USA für sage und schreibe $550! (Farnell €845)
Verarbeitung und Display sind hervorragend, der "Look-and-Feel" ist den 
Tektronix TDS20xx abgeschaut.

...ach ja, der Händler heisst Tequipment. Ich hab' meinen LeCroy Wavejet 
von dort. War nicht billig, aber trotz Versand, Zoll und MWSt. ca. €800 
günstiger als in der Schweiz.

mfG
rayelec

Autor: Analog-Scoper (Gast)
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Für Dein Budget kriegste locker ein analoges Speicherscope, damit 
kannste dann

> nicht periodische signale auszuwerten ?

Für den Einstieg sicher ausreichend: ein solides Gebrauchtes.
25MHz ist auch ein Wert, mit dme man als Einsteiger erstmal etliche Zeit 
aus kommt.

Sowas z.B.
http://www.quoka.de/modellbau-hobby/elektronik/cat...

Oder sowas wenn es doc hlieber ein Digitalspeicher sein soll:

http://www.quoka.de/modellbau-hobby/elektronik/cat...


Na dann, viel Erfolg!

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