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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Seltsamer Spannungsüberschlag im Netzteil


Autor: Kupfer Michi (Gast)
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Ich hatte gerade einen mir unerklärlichen Spannungsüberschlag im 
Netzteil  eines älterern HP Messinstruments.

Der Überschlag fand zwischen zwei Siebelkos statt.
Die betreffende Stelle ist auf ca. 1cm verrust und verbindet am einen 
Ende die -65V eines Siebelkoanschlusses und am anderen Ende die GND 
Leitung sowie die Becherhülle (ebenfalls GND) eines anderen Elkos (ELKO 
Aussenhülle und GND Leitung liegen dicht übereinander).

Leider kann ich kein Photo machen.

Die -65V sind an der Stelle überall mindesten 5-6mm von den möglichen 
Einschalgstellen entfernt, sollte also nichts überschlagen.

Noch mysteriöser - sowohl die GND Leitung ist mit Lötstoplack isoliert 
als auch der Becherelko hat eine Schutzhülle und beide sind zwar verrust 
haben aber soweit ich sehen kann keine Verletzung - sollten also 
isoliert sein.

Wie kann denn da ein Überschlag stattfinden. Am ehesten vielleicht noch 
dass der Lötstop am Rande nicht ganz deckend ist.

Auf der Platine ist sonst kein Staub zu sehen, liegt auch abseits vom 
Lüfterstrom, so dass aus dieser Richtung sich keine Brücke gebildet 
haben könnte/sollte, zumal -65V nun wirklich nicht viel ist´, oder?

Bleibt noch dass irgend ein Tierchen da rumgekrochen ist. Aber das muss 
es ganz schön zerpulvert haben, denn es sind keinerlei Reste zu 
endecken, nur die ca 1cm lange Russtrecke.

Das Gerät läuft einwandfrei und alle Spannungen im Netzteil stimmen.
Die beteiligten Elkos haben ihre Nennkapazität.

Nur würde ich halt gern Verstehen was da passiert ist.

Ist euch ähnliches schon mal untergekommen?

Autor: Klaus Wachtler (mfgkw)
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ein Stück Faser einer Litze oder sonst was leitfähiges unterwegs 
gewesen?

Autor: Thimo (Gast)
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Vielleicht eine Merkwürdige Erdungsgeschichte oder der gleichen?
Letztemal hab ich nen LCD-Display zerfetzt.
1000 mal auf und abgebaut endlich fertig, ,letzte Schraube vom Gehäuse
festgezogen und Display im Arsch.
Aufgeschraubt - diverse Leiterbahnen abgeraucht..schaltung an sich
funktioniert aber... .

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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Nein, nüscht zu entdecken.

Kein kabel in der Nähe und die Platine ist nach über 35Jahren immer noch 
blitz blank, nicht der geringste Anflug von Staub.

Es ist die Platinenunterseite und gegenüber ist das Blech der 
Gehäuseunterseite ohne irgendwelche Öffnungen. Es sollte also nichts auf 
die Stelle fallen können.

Das ist es ja, was ich nicht verstehen kann.

Autor: APW (Gast)
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Sowas ähnlich Seltsames hatte ich auch mal. Bei mit hats aus einem 
PC-Netzteil rausgeknallt. Durch die Reflektion an der Zimmerwand konnte 
ich auch sehen, dass es ordentlich gefunkt hat. PC ist abgestürzt, hat 
aber sofort neu gebootet und ist weitergelaufen, als ob nichts gewesen 
wäre.

Das NT hab ich aufgemacht und untersucht, was soll ich sagen - nicht die 
geringste Spur eines Schadens, keine kaputten Bauteile, keine 
Brandspuren.

Ich frage mich, ob das event. eine vagabundierende Lotkugel gewesen sein 
könnte. Solche Lotkugeln habe ich schon öfters in geöffneten Geräten 
gefunden. Die klebten da durch Flussmittelreste mehr oder weniger fest 
an der Platine.

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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Zwar kein Photo, nur ein Scan aus dem Manual.

Die Schmauchspur zieht sich von der Befestigungsschraube des einen Elkos 
unter den anderen Elko. Dort liegt eine GND Leitung bzw. natürlich die 
isoliert auf GND liegende Hülle des zweiten Elkos. Beides ist 
angeschmaucht.

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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>Ich frage mich, ob das event. eine vagabundierende Lotkugel gewesen sein
könnte.

... eigentlich nur dann wenn sie grösser als 5mm ist (die Strecke musste 
überbrückt werden) und wenn sie aus Antigravitationsmaterial ist 
(hängend über Kopf).

(ich schwöre auch, dass ich in dem Moment nicht mit Schrot auf die 
Katzen in Nachbars Garten geschossen hab ;-)  ).

Autor: Ich (Gast)
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Ruß bedeutet i.A. es ist was verbrannt. Da an den BE nichts zu finden 
ist, wurde aus einer A- vllt. eine Grillmeise gemacht.

Autor: Peter Roth (gelb)
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NTCs der Einschaltstrombegrenzung können beim Einschalten explodieren 
und Teile ihres Körpers verlieren. Das abgesprengte Stück kann irgendwo 
anders im Gerät Schaden anrichten.

Da der NTC selbst aus homogenem Material besteht, macht das Fehlen eines 
Teils nicht viel aus, und das Gerät funktioniert weiterhin.

Grüße, Peter

Autor: Schwups... (Gast)
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Wenn sowas passiert liegt das zu hoher Wahrscheinlichkeit an
Dreck der eine schwach leitende Verbindung geschaffen hat.
Dabei ist Hitze entstanden und hat das Epoxyd verkohlen lassen.
Und da Kohle ein relativ guter Leiter ist, verstärkt sich
der Defekt dann noch. Interessant ist das solch ein Effekt meist
nur bei höheren Spannungen einer hochohmiger Spannungsquelle auftritt.
Bei einer niederohmigen Quelle würde mit einem Knall der Dreck
verdampft und würde erstmal keine Probleme mehr machen.
Ansonsten kann es zu solchen Effekten kommen.

Irrtum vorbehalten.

Autor: Stefan M. (celmascant)
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APW schrieb:
> Sowas ähnlich Seltsames hatte ich auch mal. Bei mit hats aus einem
> PC-Netzteil rausgeknallt. Durch die Reflektion an der Zimmerwand konnte
> ich auch sehen, dass es ordentlich gefunkt hat. PC ist abgestürzt, hat
> aber sofort neu gebootet und ist weitergelaufen, als ob nichts gewesen
> wäre.
>
> Das NT hab ich aufgemacht und untersucht, was soll ich sagen - nicht die
> geringste Spur eines Schadens, keine kaputten Bauteile, keine
> Brandspuren.
>
> Ich frage mich, ob das event. eine vagabundierende Lotkugel gewesen sein
> könnte. Solche Lotkugeln habe ich schon öfters in geöffneten Geräten
> gefunden. Die klebten da durch Flussmittelreste mehr oder weniger fest
> an der Platine.

Sowas hatte ich schon mehrmals: Kalte Lötstelle! Mit blosem Auge sehr 
schwer zu erkennen, aber wenn man mit einer Lupe schaut oder die 
Bauteile bewegt, sieht man es. Nachlöten und gut ist.
Unser EDV-Mensch schmeisst jede Woche 4-8 Netzteile weg, weil sie nicht 
mehr gehen. Bis jetzt war bei jedem von mir untersuchten NT eine kalte 
Lötstelle!
Jeweils nach dem nachlöten dieser war alles wieder i.O.

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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So, das Rätsel ist gelöst und wie in jedem Krimi war der Mörder am Ende 
dann doch der Kondensator.

Aber nicht der der russgeschwärzt belämmert in der Gegend rumstand, 
sondern der kleine Knilch links oben gegenüber der Schraube.

Erst als ich ihn ganz ausgebaut habe, erkannte man mit der Lupe ein 
klitzekleines Loch, durch dass er den Russ ausgeblasen hat.

Am Kondensator selbst war sonst nichts zu erkennen, kein Siff, kein 
ausgedrücktes Gummi und die Nennkapazität hat auch noch gestimmt!

Der Strahl muss so fein fokusiert gewesen sein, so dass er erst als er 
auf die 2cm gegenüberliegende Schraube traf, Spuren in der Landschaft 
hinterlies und es so  aussah als wäre dort irgend etwas verkohlt.

... Sachen gibts.

Autor: Paul Baumann (Gast)
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@Kupfer Michi
Deine Beschreibung ist wunderschön! :-))
Ich bin auch aus diesem Holz und auch bei mir sitzen "Knilche" und
ähnliche "Kollegen" auf den Platinen.

MfG Paul

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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Freut mich, dass es dich freut.

Aber Knilch ist noch viel zu harmlos für diese fiese Möppe:
Zuerst Mist bauen und es dann anderen in die Schuhe schieben und 
obendrein noch so tun als könnte man selbst kein Wässerchen trüben.

Wenn ich mir Messgeräte dieser Epoche von HP und Tektronix von innen 
anschaue bin ich immer wieder beeindruckt vom hohen Mass an durchdachter 
elektrischer und mechanischer Detailversessenheit der 
Entwicklungsingenieure. Immer wieder ein wahrer Augenschmaus.

Kein Wunder, dass man damals ein Jahresgehalt für solche Kunstwerke 
abdrücken musste.

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