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Forum: Platinen Einfache Möglichkeit zur eigenen Platine gesucht


Autor: Christian Hunke (thunder2002) Benutzerseite
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Moin,

es tut mir leid wenn diese Fragen schon mehrmals vorgekommen sein 
sollten, aber vor lauten Begrifflichkeiten und meinem Unwissen kann ich 
keine Vollständige Lösung zum Herstellen von Platinen zusammen bekommen. 
Ich lese immer was von Belichtern und Ätzgerät etc.

Ich suche kurzum im idealfall etwas um einfach nicht unbedingt SMD 
taugliche Platinen herzustellen. Am Besten ohne Ätzmittel, ich habe da 
viel Respekt vor und kenne mich ;) das geht "ins Auge". Bitte ratet mir 
nicht gleich zu einem Produzenten der fertige Platinen herstellt, diese 
sind mir einfach viel zu teuer, außer jemand bietet doppelseitig, mit 
Bohrungen, Lötstoplack im Eurokarten-Format für < 10€ für 1 Stück 
Abnahme ;) Ich weiss nicht welche Wege es alles gibt und welche wie 
einfach und wie günstig sind.

Einen LED-Belichter wie ich ihn hier schon x-mal gesehen hab krieg ich 
sicherlich gebaut, aber solch ein Ätzbad schreckt mich sehr ab, das ist 
für mich ein KO-Kriterium, 1. Anschaffungskosten 2. extrem hohes 
Verschütt-oder-Schlimmeres-Risiko. Welche Möglichkeiten gibt es denn 
sonst noch außer Kupfer mit dem Schraubenzieher von der Platine zu 
kratzen? ^^ Ich würde wahrscheinlich "öfters" Platinen herstellen 
wollen, sagen wir 1-2x/Woche.

MfG Chris

Autor: Gast (Gast)
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Also schaumer mal:

- Muttis Bügeleisen
- Muttis Einmachglas
- Wasser

Die drei Sache sollte eigentlich jeder daheim haben.

Hinzu kommen von Reichelt/Conrad etc.:

- Kupferplatinen
- Natriumpersulfat

insg. < 10 Euro ohne Versand.

Dann brauchst Du noch einen Laser-Drucker.

Das war's. Wo ist das Problem?

Achso, verschütten. Also noch eine Tüte Latexhandschuhe kaufen.

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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Christian Hunke (thunder2002) wrote:

> Einen LED-Belichter wie ich ihn hier schon x-mal gesehen hab krieg ich
> sicherlich gebaut, aber solch ein Ätzbad schreckt mich sehr ab, das ist
> für mich ein KO-Kriterium, 1. Anschaffungskosten 2. extrem hohes
> Verschütt-oder-Schlimmeres-Risiko. Welche Möglichkeiten gibt es denn
> sonst noch außer Kupfer mit dem Schraubenzieher von der Platine zu
> kratzen? ^^ Ich würde wahrscheinlich "öfters" Platinen herstellen
> wollen, sagen wir 1-2x/Woche.

Hallo Christian, 1 bis 2 Platinen jede Woche (und im Schnitt) ist schon 
recht viel wenn sie jedesmal unterschiedlich im Layout sind, da wirst du 
nach meiner Einschätzung nicht ums Selberätzen herum kommen. Zumal wenn 
dir (was ich gut nachvollziehen kann) die Dienstleister zu teuer sind. 
Warum fängst du so kompliziert an? Für das einfache Belichten genügt am 
Anfang auch eine x-beliebige möglichst helle Lichtquelle. z.B. ein 
billiger Halogen-Baustrahler für wenige Euro aus dem Baumarkt. Ein 
Röhrenbelichter ist ebenfalls preiswert und schnell beschafft, dank 
e-bucht. Ätzen lässt es sich sehr sauber mit Natriumpersulfat. Dazu 
genügt am Anfang ein geeignetes Gefäß, wo die Platine hinein passt 
(kleiner Tipp, schau mal bei Ikea, da findest du preiswerte passende 
Gefäße). Dazu ein Heizstab und schon kann es losgehen (spare dir die 
Luftsprudelei, es geht auch ohne). Such dir ein kleines Eckchen im 
Badezimmer auf dem Boden. Ein paar Kunststoffschalen und etwas 
Natriumhydroxid aus der Apotheke für die Entwicklung (alternativ fertige 
Entwicklertütchen für den Anfang z.B. vom Conrad). Je kleiner du die 
angesetzten Mengen hältst, desto weniger kannst du verschütten ;).

Alternativ bleiben sonst nur die fertigen Streifenplatinen für die 
Relisierung der eigenen Schaltung oder die Fädeltechnik. Ersteres sieht 
nie so gut aus, macht auch Arbeit (Leiterbahnen durchtrennen etc.) und 
man macht mehr Fehler beim Aufbau und letzteres ist auch keine 
Dauerlösung und zudem recht teuer.

Fang einfach mal an mit dem Platinen ätzen und du wirst sehen, ist alles 
halb so wild, macht Spaß und erweitert die eigenen Möglichkeiten (zumal 
wenn man dann zunehmend SMD-Bauteile hinzunimmt).

Viel Glück!

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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Denkbar wäre natürlich auch noch eine Freiluftverdrahtung der eigenen 
Schaltung, da gibt es sehr kunstvoll erscheinende Objekte. :)

(aber ernsthaft würde ich sowas nicht in Erwägung ziehen)

Autor: Klaus Wachtler (mfgkw)
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Wieso nicht? Bei Einzelstücken muß man sich für eine schöne 
Lochrasterplatine nicht schämen.
Wenn sie nicht schön ist, kommt ein Gehäuse rum.

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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Klaus Wachtler (mfgkw) wrote:

> Wieso nicht? Bei Einzelstücken muß man sich für eine schöne
> Lochrasterplatine nicht schämen.
> Wenn sie nicht schön ist, kommt ein Gehäuse rum.

Jo klar, kann man schon machen. Für schnelle Platinen hab ich auch gerne 
mal Lochraster (statt Streifenraster) verwendet. Ich dachte auch gerade 
mehr an Freiluftverdrahtung ganz ohne Platine. ;)

Autor: Klaus Wachtler (mfgkw)
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Geht natürlich auch :-)

Aber mechanisch vertrauenswürdiger erscheint mir eine
Lochrasterplatine, zudem ist da meistens der Aufwand doch kleiner, 
spätestens wenn man doch etwas ändern muß.

Aber wie dem auch sei: der Kunde ist König.
Wenn er Schönheit bezahlt, kann er sie bekommen. Wenn eine
schöne Platine vom Fertiger mehr Geld kostet, relativiert sich
der Wunsch meistens schnell wieder.
Wer nur ein Einzelstück in quick and dirty bezahlen mag, kann
nicht eine serienreife Platine verlangen.

Autor: Yi Q. (Firma: TechnoServe GmbH, Karlsruhe) (tsq)
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Wäre 80 EUR für ein Stück Platine im Europaformat (160 x 100 mm) 
inklusiv Versand ein bessere Lösung für Sie? Es ist unser spezielles 
Angebot exklusiv füe Siei:-)

Autor: Ralf (Gast)
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> Wäre 80 EUR für ein Stück Platine im Europaformat (160 x 100 mm)
> inklusiv Versand ein bessere Lösung für Sie?
Es gibt Anbieter, die machen zwei identische Europakarten für etwa 
49€, zzgl. Versand.

Ralf

Autor: AndreB (Gast)
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Moin,
da fällt mir gleich wieder die Lösung mit Salzsäure und 
Wasserstoffperoxid ein. Das Taugt zusammen mit einer weiteren 
Flüssigkeit auch noch für andere Experimente,(hoffentlich hört der 
Staatsschutz nicht zu). Das ist natürlich definitiv nicht ungefährlich, 
aber eine extrem billige Methode. Hab das mal auprobiert und es 
funktioniert super. Allerdings sollte man sich vorher schonmal Gedanken 
zur Entsorgung machen.
http://www.hobbyelektronik.de/theorie/berichte/aet...

Autor: Platinenschwenker .. (platinenschwenker)
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AndreB schrieb:
> Moin,
> da fällt mir gleich wieder die Lösung mit Salzsäure und
> Wasserstoffperoxid ein. ..

Da würde ich jetzt aus dem Eingangstext ableiten, das kommt wohl für ihn 
eher nicht in Frage. ;)

Autor: faustian (Gast)
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Naja, da wäre wohl, wie schon durch die Blume angesprochen, 
Tonertransfer eher anzuraten als Belichten ...

Natriumpersulfat greift nicht wirklich die Haut an - solange Du die 
Brühe nicht säufst oder darin badest, evtl Schutzbrille/Schutzhandschuhe 
benutzt, das Zeug danach nicht in den Ausguss kippst ( 1. das Zeug 
zerfrisst schliesslich Metall - Eisen noch viel effektiver als Kupfer, 
auch wenn die Lösung verbraucht ist!, 2. ist es sehr schädlich in der 
Kanalisation), keine teure Kleidung damit versaust (es bleicht!), und 
NICHT den Ansatz (neu oder verbraucht ist egal) in luftdichten Behältern 
verwahrst (es gast Sauerstoff aus und kann Überdruck verursachen), kann 
nicht viel passieren.

Sogesehen reicht jedes Gefäss aus Glas oder den meisten Plastikarten, 
nur zum Beheizen muss man sich etwas kreatives einfallen lassen (siehe 
eine Million Threads hier dazu)

Von Säure/Peroxid und vergleichbarem lassen hier auch viele die Finger. 
Da kann wirklich viel Unheil mit passieren; wenn man das Gemisch mit 
einer anderen Chemikalie, die man bei der Leiterplattenherstellung gerne 
verwendet, versehentlich kontaminiert kann das katastrophale Folgen 
haben. Was ich genau meine wissen hier genug Leute, und auch warum ich 
es nicht genauer beschreibe.

Fuer den Handaufbau ohne gedruckte Platine gibt es eine Menge Techniken
ausser Freiverdrahtung, zB eben Streifenraster/Lochraster/Fädeltechnik, 
diverse Manhattan-Varianten, Lötleisten...

Ausserdem gibt es auch noch das Fräsen - aber die Ausrüstung ist eher 
teurer, und das Ergebnis sieht nicht gut aus.

Es haben auch schon Leute mit schlichter Salzlauge und Elektrolyse 
geätzt - aber das gibt keine guten Ergebnisse und ist in Wirklichkeit 
nicht ungefährlich da Knallgas und Chlor freigesetzt werden.

Autor: Oliver (Gast)
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>außer jemand bietet doppelseitig, mit
>Bohrungen, Lötstoplack im Eurokarten-Format für < 10€ für 1 Stück
>Abnahme

Dafür kannst du die aber auch nicht selber machen. Lötstopplack geht 
schnmal gar nicht dafür, und auch Bohrer kosten Geld und Zeit (du willst 
ja kine SMD). Und mal eben ein paar hundert Löcher passgenau in eine 
Platine von Hand bohren macht dazu noch überhaupt keinen Spaß.

SMD hat schon seinen Vorteile. Es muß ja nicht gleich 0402 sein.

Oder lass die Dinger doch bei den "üblichen Verdächtige" herstellen, 
Bilex, Olimex, platinenbelichter, usw.

Oliver

Autor: Hein Blöd (Gast)
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Für Prototypen bestelle ich unter folgendem Link:

http://www.pcb-pool.com/ppde/index.html

Best regards

Hein Blöd

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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Hein Blöd schrieb:
> Für Prototypen bestelle ich unter folgendem Link:
>
> http://www.pcb-pool.com/ppde/index.html

Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Autor: Sebastian Hepp (sebihepp)
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Ich hätte da auch mal eine Frage.

Gibt es ein Mittel mit dem ich ohne Bewegung bei Zimmertemperatur
Platinen ätzen kann?

Autor: faustian (Gast)
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Eisen-III-Chlorid.

Autor: MaWin (Gast)
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Och Chris,

was soll es denn noch alles ein?

Nicht teuer soll es sein,
auch die Apparate sollen nicht teuer sein,
aber das billige Ätzen soll es auch nicht sein.

Die Jugend heute ist aber ein Jammer.

Dein Problem ist die Frage nach Doppelseitig und durchkontaktiert.

Durchkontaktieren kann man auch zu hause, aber nur auf die aufwändige 
Art in dem man kleine Drähte durchsteckt oder so.

Sobald man also was durchkontaktiertes haben will, greifen viele Leute 
zu dem professionellen Angeboten.

Bei einseitigen Platinen gibt es viele Angebote für wenig Geld,
http://www.platinenbelichter.de/html/preise.html
http://www.mikes-elektronikseite.de/
http://www.anttronic.de/pcb/

Das spart dir Geld für die Geräte, keine Säure im Haus, und kommt an 
deine 10 EUR dran.

Aber irgendwie ahne ich es schon, auch damit kann man es dir nicht recht 
machen.

Ein LPKF üebersteigt wieder dein Taschengeld. Es ist ein Jammer, aber 
die Welt will dir einfach nicht die Luxusvilla zum Hundehüttenpreis 
hinstellen.

Autor: Schwups.... (Gast)
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@Christian Hunke

Notfalls würde ich mal bei einem Leiterplattenhersteller
in deiner Nähe anrufen ob die auf Grund von Gerberdaten
eine Leiterplatte ohne Bohrungen oder weiteren Maßnahmen
ätzen können. Wer nicht fragt kann nur verlieren.

Autor: Stefan B. (stefan) Benutzerseite
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Christian Hunke schrieb:

> Welche Möglichkeiten gibt es denn
> sonst noch außer Kupfer mit dem Schraubenzieher von der Platine zu
> kratzen?

Man kann einen Dremel oder Proxxon o.ä. nehmen. Das nennt sich dann 
Freihandfräsen
http://www.mikrocontroller.net/articles/Platinen_F...

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