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Forum: Platinen Lötlack, Versiegeln usw.: ist das ein ästhetisches Problem?


Autor: Ulf Rolf (roolf)
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Hallo,

meine erste Platine (einseitig, kein SMD) habe ich direkt nach dem Ätzen 
(und Waschen, Trocknen, Bohren) gelötet und gut wars.

Ist das Auftragen von Lötlack, Kolophonium, Plastikspray, Reibesilber, 
Heißluftzinn etc. in erster Linie ein optisch-ästhetisches Gimmick? Oder 
muss ich damit rechnen, dass meine nackte Platine nach 
Tagen/Wochen/Monaten/Jahren den Geist aufgeben wird, weil die 
Kupferbahnen durchgerostet sind oder sonst etwas damit passiert?

Autor: Klaus (Gast)
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Irgendwann sind die durch, das dauert aber. Es sieht einfach hässlich 
aus, wenn das Kupfer oxidiert. Und das tut es bereits nach kurzer Zeit!

Autor: Ralf (Gast)
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Wenn man Lötlack aufsprüht kann man besser löten. Das Lot läuft dann 
leichter und gleichmäßiger. Lötlack ist aber nur begrenzt als Schutz für 
die Leiterbahnen geeignet, zumal man nach dem Löten die 
Flußmittelrückstände abwaschen sollte, damit nach einigen Jahren 
Betriebszeit keine leitfähigen Übergänge zwischen den Leiterbahnaugen 
(da wo normal die dicksten Kolofoniumreste sitzen) entstehen. Und dabei 
geht der Lötlack mit ab. Nur wenn die Platine richtig sauber ist sollte 
man Plastikspray drauf machen. Läst man die Flußmittelreste auf der 
Platine und sprüht sie einfach mit Plastikspray über, dann sieht es auch 
toll aus, aber das mit den "leitfähigen Übergängen" geht dann um so 
schneller.

Autor: schmauchi (Gast)
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Im Prinzip ist es im Hobbybereich nicht notwendig. Durchrosten? Bei 
Lagerung in Essigsäure vielleicht. Leitfähige Übergänge? Nur bei 
Nicht-No-Clean Flussmitteln.
Leitlack ist gut zum Löten, das bringt schon was. Glanzzinn auch. 
Lötstop stoppt halt das Lot, wenn man aber kontrolliert, dass keine 
Brücken da sind, ist es nicht kritisch. Immer eine Frage der speziellen 
Aufgabenstellung.

Autor: faustian (Gast)
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"Irgendwann sind die durch, das dauert aber. Es sieht einfach hässlich
aus, wenn das Kupfer oxidiert. Und das tut es bereits nach kurzer Zeit!"

Wirkt die Oxidschicht nicht wie bei Aluminium versiegelnd?

Also ich hab genug uralte Leiterplatten (60er) gesehen die unlackiert 
und nicht "durch" waren.

"Flußmittelrückstände abwaschen sollte, damit nach einigen Jahren
Betriebszeit keine leitfähigen Übergänge zwischen den Leiterbahnaugen
(da wo normal die dicksten Kolofoniumreste sitzen) entstehen."

Was ist das denn fuer ein Vorgang der das Kolophonium nach Jahren 
leitend macht?

Autor: Stefan B. (stefan) Benutzerseite
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faustian schrieb:

> Was ist das denn fuer ein Vorgang der das Kolophonium nach Jahren
> leitend macht?

Das wird eine allgemeine Oxidation von organischem Material (Kolophonium 
= Harz) sein. Das wird auch noch begünstigt durch Licht. Dabei kommen 
u.a. Peroxidgruppen und Säuregruppen (Carbonsäuregruppen u.a.) raus. 
Ausserdem sind im Kolophonium von Anfang an auch schon Säuren. Zu den 
Säuregruppen etwas Wasser/Luftfeuchte dabei und fertig ist die ätzende 
und leitfähige Schmiere.

Allerdings ist nicht alles Grüne auf dem Kupfer gleich Korrosion durch 
Flussmittelreste. Bei bereits oxidiertem Kupfer vor dem Löten kann es 
bei Verwendung von "Viel hilft viel"-Flussmittel zu einem anderen Effekt 
kommen...
http://www.kester.com/en-US/documentation/GreenCor...

Autor: Ulf Rolf (roolf)
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schmauchi schrieb:
> Leitfähige Übergänge? Nur bei Nicht-No-Clean Flussmitteln.

Hm. Mein Lötzinn hat Flussmittel drin und nennt sich "Elektronik 
Lötdraht L-Sn 60 Pb Cu 2/F-SW 26 DIN 8516 0,5mm". Ist das wohl No-Clean?

Autor: Thilo M. (Gast)
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No-clean ist z.B. F-SW26/DIN EN29454-1 1.1.2/DIN EN61190-1-1 RO L0

Da gibt's jede Menge unterschiede.
Flussmittelseelen sind normalerweise kein No-clean.

Autor: faustian (Gast)
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"F-SW26/DIN EN29454-1 1.1.2/DIN EN61190-1-1 RO L0"

Das wuerde ich jetzt lesen als "stinknormales Kolophonium, mild mit 
Halogenen aktiviert"?

Die ueblichen Handlote sind ja idR F-SW26 als ROM0, ob das da den 
unterschied macht?

Autor: tipppp (Gast)
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@topic: Hab noch nie meine Platinen speziell behandelt. Das Kupfer 
schaut zwar nimmer so schön aus, aber Probleme hatte ich bisher noch 
nie. Solange die Schicht auch nicht abfällt denke ich auch nicht, dass 
das Kupfer drunter weiterrosten wird. Durchrosten ist doch sehr 
unwahrscheinlich.

Das Kupfer der Dachrinnen rostet auch nicht durch. Zumindest kann ich 
mich nicht daran erinnern das jemals gesehen zu haben. und die sind 
ständig Flüssigkeiten ausgesetzt. Ich denke, dass da wirklich sich 
einfach eine Schutzschicht ansetzt. Dünner geworden ist da bisher 
nichts.

ich denke es sollte keine Probleme geben.

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