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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Vortrag bei Assessment-Center


Autor: Stephan G. (Gast)
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Ich bin zu einem Assessment-Center eingeladen, bei dem wohl u.a. ein 
Vortrag zu halten ist. Themen können z.B. sein:
- Gentechnik pro/contra
- Kernenergie pro/contra
- blablabla pro/contra

Wie sollte so ein Vortrag aussehen ?

Möglichkeit 1:
Erläutern von ca. 3 pro-Argumenten, anschließend vorstellen von 3 
contra-Argumenten, abschließend Fazit mit begründeter Stellungnahme zu 
pro oder contra

Möglichkeit 2:
von vornherein deutlich machen, daß man z.B. pro vertritt, Argument 1 
für pro erläutern und klarmachen warum zugehöriges Contra-Argument nicht 
zutrifft, das ganze für Argument 2, Argument 3 usw. fortführen. 
Abschließend Zusammenfassung mit Fazit und Stellungnahme

Zuerst favorisierte ich Möglichkeit 1, aber bei näherer Betrachtung 
erscheint mir die reine Aufzählung der pro- und contra-Argumente etwas 
mau. Bei Möglichkeit 2 hingegen bin ich mir nicht sicher, ob es so gut 
ist, von Anfang an eine eindeutige (voreingenommene?) Linie zu fahren.
(diese ganzen pro/contra-Themen sind so umstritten, daß die reine 
sachliche Gegenüberstellung von Argumenten zu keinem eindeutigen Fazit 
führen wird. Sowas kenne ich als Ingenieur gar nicht, in der Studien- 
und Diplomarbeit konnte/mußte ich genau begründen, warum wann welcher 
Schritt unternommen wurde und wie dieser zur Zielerreichung führte).

Autor: Dr. Wolfram Draht (Gast)
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Ich war einmal in einem Assessment-Center. Ich hatte schon einen 
Arbeitsvertrag unterschrieben und habe aus purer Neugier mitgemacht. Von 
zehn Leuten wurden fünf ausgewählt. Ich wollte nicht und man wollte auch 
mich nicht; laut Stellenanzeige haben die einen Entwickler gesucht, aber 
im Assessment-Center ging's plötzlich ums verkaufen. Was ich seltsam 
finde, ist, welche Leute man eingestellt hat. Da war eine Dame, von der 
jeder gesagt hat: Die ist toll, die ist kompetent. Die wurde nicht 
genommen, sodass es mich fast schmeichelt, von denen kein Angebot 
bekommen zu haben. Übrigens war es bei der Firma ein kompliment, wenn 
man "homogen" war. Gute Nacht.

Die Firma zahlt trotz der 5000 MA weltweit eher mau.

Autor: R. Freitag (rfr)
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Was die Leute in einer solchen Veranstaltung testen wollen, ist, wie du 
dich in Auseinandersetzung verhälst. Es gilt hier generell: du musst 
einen gescheiten Standpunkt finden und diesen vertreten, und massgebend 
für deinen Erfolg ist hier die Art und Weise, wie du mit Sprache 
umgehst.

Du willst überzeugen, also diskutiere mit der ersten Strategie und 
sammle durch überlegte Wortwahl, eine gescheite Argumentationslinie und 
den Verzicht auf Gestammel und überlange Sätze Punkte.

Merke: In der freien Rede ist es sehr ungeschickt, Sätze mit mehr als 15 
Worten zu verwenden. Ausserdem müssen die Sätze vollständig und von den 
Bezügen her richtig aufgebaut sein.

Vermeide Formeln und Fremdworte.

Gruss

Robert

Autor: MaWin (Gast)
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Trfft für den Vortrag nicht, aber die Spielchen:

Immer auf Teamwork machen, alle einbeziehen und auch
für den Schwächsten Aufgaben finden.

Selbst wenn der Laden der übelste Schinder ist,
in dem LowPerformer abgemahnt und rausgeworfen werden,
selbst wenn die Firmenpolitik lautet, wer nicht
aufsteigt fliegt raus,
sehen es Assesmentcenter gern, wenn man beim Team
nicht einfach den hinderlich Langsamsten stehen lässt.

Sie wollen also schon, daß man lügt, wenn die Wahrheit
dem Image der Firma schaden würde.

Autor: frage (Gast)
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> Ich bin zu einem Assessment-Center eingeladen, bei dem wohl u.a. ein
> Vortrag zu halten ist.

Darf ich fragen, warum Du dir diesen Bullshit antust? Findest keinen 
vernünftigen Arbeitgeber?

Autor: Stephan G. (Gast)
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Ich bin zwar ebenfalls kein Freund von Assessment-Center, aber mit der 
Einstellung werde ich nicht weiterkommen...
Hat noch jemand ernsthafte Ratschläge ?

Autor: Dicker Brocken (Gast)
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frage schrieb:
> Darf ich fragen, warum Du dir diesen Bullshit antust? Findest keinen
> vernünftigen Arbeitgeber?

Das liegt wohl am Fachkräftemangel. ;)
Jedes größere (Dax)-Unternehmen macht Assessment-Center-Spielchen auch 
bei Ingenieuren. Die Flut an möglichen Kandidaten ist auch nach sehr 
harten Filternkriterien bei den Bewerbungsunterlagen immer noch so groß, 
dass man mit Vorstellungsgeprächen alleine beim Feinfiltern zeitlich 
nicht zurecht kommt.
Und wer stellt heute noch ein? Richtig, hauptsächlich nur noch die 
"Großen" während der Mittelstand nur noch finanziell vor sich hin kotzt 
- Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Autor: Klaus2 (Gast)
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Es zählt der Gesamteindruck, nicht der eine Vortrag. Und wer sich 
vorbereiten MUSS, fällt da hoffentlich eh durch - zumindest wenn es um 
einen wirklich guten Arbeitsplatz geht. Locker hingehen,  charmant & 
intelligent auftreten, fertig. 2 Tage AC -> Top Job - BTDT.

Klaus.

Autor: Dr. Wolfram Draht (Gast)
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Klaus2 schrieb:
> 2 Tage AC -> Top Job

Vergiss es. Diese Implikation gibt es nicht. Bei der Firma, in der ich 
zum Assessinationcenter eingeladen war, hat dann am Ende Leute mit 
Gehältern unter(!) 30000 Euro eingestellt.

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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Dr. Wolfram Draht schrieb:
> Vergiss es. Diese Implikation gibt es nicht. Bei der Firma, in der ich
> zum Assessinationcenter eingeladen war, hat dann am Ende Leute mit
> Gehältern unter(!) 30000 Euro eingestellt.

Und dafür macht man sich die ganze Mühe mit dem Assessment Center? Das 
durchzuführen kostet die Firma ja auch Geld...

Autor: ...... (Gast)
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andere Kostenstelle ....

Autor: staman (Gast)
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Solche Kindergartenspiele gabs doch schon mal in den 90er Jahren. War 
schon damals was für angehende Staubsaugervertreter (heute sagt man 
Vertriebsingenieur dazu). Zweck war, die auszusortieren, die von 
irgendwas eine Ahnung haben, weil man denen nicht so leicht eine 
Gehirnwäsche verpassen kann.
Also bleib einfach zuhause, wenn du Ingenieur bist.

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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...... schrieb:
> andere Kostenstelle ....

...gleiche Firma.

Autor: Gastino G. (gastino)
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Mark Brandis schrieb:
> ...... schrieb:
>> andere Kostenstelle ....
>
> ...gleiche Firma.

"Linke Tasche - rechte Tasche"-Spielchen sind in großen Firmen sehr 
beliebt. Davon leben viele "Sparprogramme" in Firmen zu einem guten 
Teil.

Zu solchen Assessment-Center-Kindergarten-Spinnereien würde ich völlig 
unvorbereitet gehen, wenn ich mir so was überhaupt antun würde. Wenn es 
nicht klappt, wäre die Bude vermutlich sowieso nicht die beste Wahl 
gewesen...

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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Gastino G. schrieb:
> "Linke Tasche - rechte Tasche"-Spielchen sind in großen Firmen sehr
> beliebt. Davon leben viele "Sparprogramme" in Firmen zu einem guten
> Teil.

Und der hauptamtliche Gesamtcontroller der Firma sagt bei sowas nicht 
"Stoppt den Unsinn"? ;-)

Autor: egberto (Gast)
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Der sitzt dann schon so weit oben, das er nur noch Strategische Dinge im 
Auge hat.....

Bei uns haben sie auf diese Tour den Umstieg zu SAP "billig gerechnet" - 
scheint noch keiner gemerkt zu haben, wie teuer der Scheiß in der 
Unterhaltung ist.

Autor: Chris D. (Gast)
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Hehe, kenn ich :-)

"Soll es Ihr Unternehmen voranbringen oder darf es von SAP sein?

Chris D.

Autor: _Patrick_ (Gast)
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Als klienes Drehbuch für eine kurze Rede wurde mir mal folgendes 
beigebracht:


* Beginnen Sie mit einem einleitenden Satz, nennen Sie das Thema.

* Nennen Sie dann zuerst die Pro-Argumente (Was gibt es Positives zum 
Thema zu sagen?).

* Nennen Sie danach die Kontra- Argumente (Negatives).

* Bewerten Sie die Argumente in Ihrem Sinne (Welche Argumente überwiegen 
– Pro oder Kontra?).

* Formulieren Sie schließlich das Ergebnis (Was ist Ihre Botschaft?).


Besonders den letzten Punkt solltest du nicht weg lassen!

Autor: MaWin (Gast)
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> Und der hauptamtliche Gesamtcontroller der Firma sagt bei sowas nicht
"Stoppt den Unsinn"? ;-)

Im Gegenteil, solche Umbuchungen gehen auf seine Kappe.

Da werden Zeitarbeiter eingestellt, weil deren Kosten nicht auf die 
Kostenstelle "Lohn" gehen, es darf dann ruhig doppelt so teuer sein,

da werden Pensionsverpflichtungen in Subfirmen ausgelagert, und man 
wundert sich dann warum die Firma kein Eigenkapital mehr hat sondern das 
teuer bei den Banken leihen muss,

all die tollen Umbuchungen, zu denen uns die neoliberalen Schweinehälse 
anhalten wollen, bringen keinen cent ein, aber an den geschummelten 
Ergebnissen wollen sie sich mit Boni beteiligen.

Was meinst du, warum die Wirtschaft so ruiniert ist?

Autor: oszi40 (Gast)
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@MaWin: Du hast den Unterschied zwischen Eigentümer und Manager schön 
beleuchtet. Der Eigentümer muß mit seiner Firma überleben.

Der Sinn eines AC ist: Leute aussuchen. Ob die Methoden dazu geeignet 
sind, sollte sich der Veranstalter fragen.

Als Teilnehmer sollte man den Spaß mitmachen und wissen, daß manche 
Fragen mit Absicht schwer gemacht werden, um eine Auswahl zu 
ermöglichen.

Autor: Dr. Wolfram Draht (Gast)
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MaWin schrieb:
> all die tollen Umbuchungen, zu denen uns die neoliberalen Schweinehälse
> anhalten wollen, bringen keinen cent ein, aber an den geschummelten
> Ergebnissen wollen sie sich mit Boni beteiligen.

Unsinn! Was hat denn der Neoliberlismus, eine volkswirtschaftliche 
Lehre, mit solchem innterbetrieblichen Unsinn zu tun? Nichts. Im 
Gegenteil: Es ist Teil der neoliberalen Staatskritik, dass dieser 
Umbuchungstricks anwendet. Und Großkonzerne funktionieren fast wie der 
Staat.

Autor: Stephan G. (Gast)
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Besten Dank, besonders an Patrick.

Autor: uaah! (Gast)
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Ich war auch mal bei einem AC. Der Personaler, der da uns prüfte, meinte 
vor dem AC zu uns wir sollten alles vergessen was wir im studium uns 
angeignet hätten, speziell die Höhere Mathematik sollten wir vergessen. 
Er war der Meinung, dass die Mathematik der 7.Klasse (Grundrechenarten, 
Prozentrechnung) vollkommend ausreichend für das Beruflseben währe.

Autor: Arne (Gast)
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uaah! schrieb:
> Der Personaler, (...)
> Er war der Meinung, dass die Mathematik der 7.Klasse (Grundrechenarten,
> Prozentrechnung) vollkommend ausreichend für das Beruflseben währe.

In seinem Job schon. Der mathematische Tellerrand ist da ja nicht so 
fern.

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