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Forum: Offtopic Notebook-Akku defekt - Zellen noch ok?!


Autor: Markus F. (5volt) Benutzerseite
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Hallo,
ich hatte noch einen defekten Notebook-Akku rumliegen.
Mit defekt meine ich, dass das Notebook damit noch ca. 20 Minuten lief.
Ich hatte schon vor Jahren einen Ersatzakku gekauft, und so lag der 
defekte Akku lange herum.

Heute habe ich ihn mal geöffnet.
Drin stecken 8 Li-Ion Zellen der bekannten Baugröße 18650, je 2 parallel 
und von diesen Parallelschaltungen 4 in Reihe.
3 der 2er-Packs hatten noch über 2,8 Volt Spannung. Einer war aber 
tiefentladen, auf ca. 1,3 Volt.

Ich habe diesen tiefentladenen Akku trotzdem nochmal an ein Ladegerät 
(ELV ALC 5000 mobile) gehängt und mit 4,1V geladen. Zulässig sind sogar 
4,2V.
Der Akku ist scheinbar recht unbeschädigt. Allerdings fiel der Ladestrom 
nach weniger als 1000mAh reingeladerer Kapazität deutlich ab. Bis die 
Ladung dann aber beendet wurde, kam der Akku dann aber doch noch auf so 
3700mAh reingeladene Kapazität.

Ich habe ihn dann mal testweise entladen, mit 2,2 Ampere (der Akku hat 
4,4Ah angegebene Kapazität).
Mich wunderte sehr, dass dieser Akku ca. 3Ah hatte. Und das, obwohl er 
stark tiefentladen war und nur mit 4,1V geladen war.
Mit 4,2V hat der bestimmt 3,3...3,5Ah und damit immerhin noch über 75% 
seiner Nennkapazität von 4,4Ah.

Ein nicht tiefentladerer 2er-Pack brachte es sogar auf 3,5Ah, auch bei 
4,1V Ladespannung. Bei 4,2V dürfte er also fast 4Ah erreichen.


Da stellt sich nur eine Frage: Warum war der Akku im Notebook so schnell 
leer? So schlecht sind die Zellen ja wirklich noch nicht.

Vielleicht kann der Balancer der Lade-Elektronik ja den 
Kapazitätsunterschied zwischen den Zellen nicht mehr ausgleichen und 
schaltet daher sehr schnell ab.

Für Bastel-Zwecke sind diese Akku-Zellen aber noch prima brauchbar. Am 
besten natürlich mit einer Schutzschaltung (gibt's z.B. bei ELV), damit 
es bei Kurzschluss nicht gleich zu Überhitzung/Brand/Explosion kommt.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Ich habe mir letztens mal 5 gleiche alte Akkupacks ersteigert, um
die Zellen daraus zu verwerten.  Fazit: 2 der 5 Packs laufen völlig
i. O., deren Zellen habe ich nun parallel als neuen Pack benutzt.
2 weitere Packs haben zwar Kapazität, bringen aber keinen Strom
mehr, d. h. bei der angedachten Belastung (20 A für die gesamte
neue Batterie) brechen sie zu weit ein.  Für die Versorgung mit
geringeren Strömen würden sie sich dagegen durchaus noch eignen.
Der fünfte Pack schließlich ließ sich zwar auch laden, aber nur
drei der vier Doppelzellen haben die Ladung auch gehalten, die
vierte war nach wenigen Tagen wieder entladen.  Möglicherweise ist
dein Fall ja auch sowas.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Eine Zelle der Reihenschaltung ist immer das schwächste Glied in der 
Kette. Im Neuzustand noch alles gleich, bekommen die Zellen im Laufe des 
Lebens immer größer werdende Unterschiede zueinander, bis eines Tages 
die am schwächsten gewordene Zelle streikt.

Bei verbrauchten Autobatterien, ist mir seit Urzeiten bekannt, daß da 
immer nur 1 von 6 Zellen defekt ist. Das kann man auch sehr leicht 
feststellen, denn es ist diejenige, die übermäßig gast.

Etwas über das Alterungsverhalten gemischter Reihen-/Parallelschaltungen 
zu erfahren, wäre da mal ganz interessant.

Autor: Warren Spector (jcdenton)
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ihr seid vögel. sobald mir nen akku spanisch vorkommt, fliegt er in die 
tonne. ich nutze nur zellen, deren zustand und vergangenheit ich kenne 
... :-| zudem die teile ja jetz echt nich so teuer sind, und relativ 
lange halten bei entsprechender behandlung...

18650 lifepo4 mit 1100mAh und hochstromtauglichkeit kriegt man schon für 
5-6€ pro zelle. (A123 systems)

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Warren Spector schrieb:
> 18650 lifepo4 mit 1100mAh und hochstromtauglichkeit kriegt man schon für
> 5-6€ pro zelle.

Naja.  Ich glaube, ich habe damals was wie EUR 20 bezahlt für
40 Zellen je 2 Ah (nominal 2,2 Ah, aber das schaffen sie nicht mehr
ganz).  Von diesen waren immerhin 16 Stück voll nutzbar, das macht
dann etwa 1,50 pro Zelle, und das bei doppelt so viel Kapazität wie
deine LiFePos -- davon abgesehen, dass von den anderen 24 Zellen ja
immer noch 22 mehr oder minder gut nutzbar sind.

Autor: Warren Spector (jcdenton)
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naja, unterschiedliche auffassungen. ich würd sowas nichmal meiner 
freundin in vibrator einbauen :D

Autor: Markus F. (5volt) Benutzerseite
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Li-Ion Akkus kann man aber auch nicht direkt mit LiFePo vergleichen.

LiFePo-Akkus haben weniger Spannung und eine geringere Energiedichte, 
dafür sind sie aber sicherheitstechnisch viel besser.
Während Li-Ion oder LiPo-Akkus ja bei falscher Behandlung (insbesondere 
Überladung) heftig explodieren können, sind LiFePo-Akkus da angeblich 
ähnlich sicher wie NiCd oder NiMH-Zellen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Da ich aber nicht vor hatte, die Dinger mittels falscher Behandlung
zur Explosion zu bringen, war mir die Energiedichte der Teile hier
wichtiger.  Schließlich ist das eine Funkgerätebatterie, und ich
möchte möglichst wenig schleppen müssen.  Sonst hätte ich ja gleich
beim Bleiakku bleiben können, den ich zuvor benutzt hatte.

Die Batterie hat schon einen "Fieldday" hinter sich, und sie ist
dabei noch nicht leer geworden (nicht einmal ansatzweise).  Die
Bleiakkus früher haben meist nur die "halbe Schicht" gehalten, was
allerdings auch mit daran liegt, dass ein belasteter Bleiakku in
der Kapazität ziemlich schnell einbricht, während das bei LiIon
nicht der Fall ist.

Autor: Thilo M. (Gast)
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Warren Spector schrieb:
> naja, unterschiedliche auffassungen. ich würd sowas nichmal meiner
> freundin in vibrator einbauen :D

Da hätt' ich kein Problem mit.
Das Ding liegt eh' unbenutzt in der Schublade ...
:-))

Autor: Hans Meier (bauzi)
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Meine Erfahrung: LiIon-Akkus, die zu tief entladen worden sind, die man 
dann gut auflädt, und dann gute Kapazität zeigen, haben übermäßige 
Selbstentladung! ...

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Daß die schwächsten Akkuzellen in Reihenschaltung nach gewissem 
Lebensalter bis zur Minimalentladung des Gesamt-Akkus auch invers gepolt 
werden, ist doch aber eine alte Weißheit?

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Hans Meier schrieb:
> Meine Erfahrung: LiIon-Akkus, die zu tief entladen worden sind, die man
> dann gut auflädt, und dann gute Kapazität zeigen, haben übermäßige
> Selbstentladung! ...

Wie schon geschrieben, von 40 Zellen, die ich erworben habe, waren
damit gerade mal 2 geplagt.

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