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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Tätigkeit als IT-Systemelektroniker


Autor: Thomas M. (Gast)
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Hallo,

ich habe eine Ausbildung mit sehr guten Ergebnissen als 
IT-Systemelektroniker bei der Telekom gemacht und arbeite seitdem (etwas 
über 2 Jahre) im Service. 1,5 Jahre davon als Servicetechniker beim 
großen "T" und seit über einem halben Jahr in einem kleineren 
Unternehmen, welches sich um TK-Anlagen, Einbruch- und Brandmeldetechnik 
kümmert. Da der Bereich der eigentlich für mich vorgesehen war (Wartung 
und Service) zur Zeit etwas schleppend läuft werde ich jetzt nur noch 
für Monteurarbeiten eingesetzt, also Kabel ziehen und anklemmen. Das 
füllt mich natürlich wenig aus.

Nun ist meine Frage was andere von euch als "IT-Systemelektroniker" so 
machen. Bin ich einfach nur verwöhnt von meiner Tätigkeit im Service? 
Nebenbei mache ich ein Fernstudium in der Richtung Kommunikationstechnik 
und bin der Meinung, dass ich eigentlich einen anderen Aufgabenbereich 
abbekommen sollte. Mein Chef hat mir zwar inzwischen Verantwortungen 
(Bauleitender Monteur) in einem Projekt zugeteilt, aber das bringt mich 
auch nicht wirklich weiter...

Also, was machen die anderen IT-SE's so? :-)

MfG
Thomas

Autor: Franz (Gast)
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Gratuliere "Kollege" zu dem Berufsbild der aussterbenden Gattung KomElo!
Also da fallen mir gleich so viele Herausforderungen mit garantierter 
Erfolgsquote ein: TAL-Einrichtungen bei deinem Ausbildungsbetrieb in 
einer Großstadt wie z.B. Hamburg  FFM  München, da kommst du 
garantiert nicht auf andere Gedanken. Und ab Mittag bist du dann froh, 
doch etwas Ruhe zu haben um dann nach der Pause noch mal die ganzen 
eigenen T-Kunden zu bedienen.
Aber eigentlich müßtest du aus der erst kürzlich zurückliegenden 
Ausbildung und Praxis in dem Bereich daoch die ganze Palette an 
Möglichkeiten kennen.
Eine richtige Alternative wäre dann wohl eher im GK-Bereich oder 
T-Systems.
Oder such dir ein anderes Berufsbild mit besseren Zukunftsaussichten.
Deine Annahme der vorübergehenden Flaute in deinem Bereich wird sich 
bals als Dauerzustand erweisen, wenn du nicht selbst merkst, daß man nur 
an den falschen Ecken verheizt wird.
Es liegt vllt. auch an der Firma, in welcher du jetzt schaffst. Ein 
wenig umsehen in der Branche könnte da schon die Lösung bringen.
Und vergiß niemals, du bist auch unter elektrotechnische Fachkraft 
einzugleidern - soll heißen: Schlitze stemmen und Durchbrüche bohren 
könnten auch noch dazu kommen.
Sieh bloß zu, daß du dort die Kurve noch rechtzeitig bekommst, sonst 
mach dich mit dem Zustand auf Dauer vertraut.

Autor: Franz (Gast)
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Nachträgliche Frage, irgendwie liest man aus deiner berufl. Laufbahn so 
etwas wie bisherige Zufriedenheit bei Big T heraus.
Im Service, also AD mit Kd.-Kontakt immer nur zufriedene Menschen 
erlebt, niemals Stress und Ärger mit dem eigenen System (verbockte 
Aufträge / Termine) = total saure Kd.?
Und dann noch eine bessere Alternative gefunden (kleineres Unternehmen) 
als in der Service GmbH?
Irgendwie schon traumhaft deine derzeitigen Sorgen.
Aber wenn man noch jung ist, wird man gern überall gesehen und 
gebraucht.
Stellt sich nur noch die Frage in welcher Region du arbeitsmäßig zu 
Hause bist?

Autor: Pitschinski (Gast)
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Hi!
Also ich habe im öffentlichen Dienst (bei der Stadt) gelernt, wurde 
danach übernommen und nähere mich jetzt dem Ablauf meines zweiten 
Jahresvertrages hier.
Die Ausbildung war zwar Abwechslungsreich und Vielseitig, aber
derzeit mache ich lediglich Service und Dau Betreuung.
Der Vertrag soll nun nicht verlängert werden (stadt ist pleite) und 
außerdem wollen wir kopmlett Richtung Virtualisierung gehen.
Da hat man sich dann also quasi selbst wegrationalisiert.
Bzw. ist es so das für alle "komplizierten" Aufgaben externe Leute 
herangezogen werden, weil wir sowas ja selber nicht können, oder die 
Verantwortung nicht übernehmen wollen.
Ich denke aber auch, das der Bereich Service stark auf dem absteigenden 
Ast ist, das wird zunehmend zum Niedriglohn Sektor.
Ich denke den richtig fitten (auch web) Programmierern und Admin 
Spezialisten gehört eher die Zukunft.
Den Rest können dann die Elektriker und IT-Assistenten machen...

Autor: Gast3 (Gast)
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>Ich denke den richtig fitten (auch web) Programmierern und Admin
>Spezialisten gehört eher die Zukunft.

Mit Sicherheit nicht! Der gsamte MINT-Bereich ist in Deutschland am 
Sterben. Es gibt keine zukunftsträchtigen Berufe mehr in diesem Bereich. 
Was für die Firmen noch lukrativ ist, wird ausgelagert.

Autor: Thomas M. (Gast)
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@Franz:

Der Job beim Service der Telekom war nicht schlecht, aber zurück würde 
ich auch nicht wollen. Ich hatte damals selbst gekündigt, weil mir die 
tägliche Wegstrecke zu lang war. Und das Geld ist für Einsteiger ja auch 
nich gerade viel. Zu dem kleineren Unternehmen habe ich gewechselt, weil 
es bei mir im Ort ansässig ist und ich eigentlich immer mit dem 
Dienstwagen fahren kann. So bleibt mir unterm Strich mehr Geld übrig, da 
über 4oo,-eur/Monat Spritkosten entfallen. Ansonsten hätte ich mein 
Fernstudium auch nicht antreten können, da dann nochmal über 200km alle 
zwei Wochen dazu gekommen wären.

>Sieh bloß zu, daß du dort die Kurve noch rechtzeitig bekommst, sonst
>mach dich mit dem Zustand auf Dauer vertraut.

So sehe ich das auch.

ps: Arbeitsmäßig bin ich in Berlin/Brandenburg zu Hause.

@Gast3:

Warum bist du der Meinung, dass die MINT Berufe aussterben, wo doch so 
viel dafür geworben wird?

Autor: Franz (Gast)
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@ Pitschinski , dein jetziger Zustand ist der, wenn man immer nur mit 
dem Strom schwimmt, und genau/gerade nur das macht, was die Firma / 
Behörde von einem verlangt. Man wird unflexibel und engstirnig.
Das Resultat siehst du jetz selbst.
Interssant für die ganzen Leser wäre, wo sich so etwas regional 
abspielt!
Dein Ziel sollte Weiterbildung und Qualifikation sein. Auch mal Wechsel 
des Einsatzfeldes um in der Breite etwas dazuzulernen.
0815-Arbeiten kann zudem jeder Angelernte, nur machen die auch mal 
Fehler, und wer löst die dann? Hast du prinzipiell schon richtig 
erkannt.
Da kann man nur hoffen, daß jeder Elektiker und Assitent nur gerade so 
viel leistet, wie er bezahlt bekommt.
Dann sollte auch der Rest der MINT-Leute genügend Arbeit haben, wenn 
nicht jeder versucht über sich, unter Lohndumpingverhältnisse, 
herauszuwachsen.

@ Gast 3 , deine Einschätzung ist ein oberflächlicher Trugschluß.
Wenn wir hier in Europa uns immer weiter abhängig von Billigproduzenten 
aus Fernost machen, wie das schon über Jahre so läuft, wirst du bald 
sehen, wann der große Hammer kommt.
Nämlich dann, wenn dort die gleichen Verhältnisse in Wirtschaft / 
Politik und Wettbewerb entstehen, wie einstmals hier bei uns.
Denn dann werden dort die Weltmarktpreise diktiert, und die werden ganz 
gewaltig anziehen.
Und was meinst du wird dann passsieren?
Ubrigens läßt sich Vor-Ort-Service nicht unbegrenzt auslagern.

@ Thomas M. , dein Glück, daß du bist jetzt eine sehr gute Ausbildung 
und einen passablen Berufseinstieg vorzuweisen hast.
Obwohl du nicht aus der City zu kommen scheinst.
Allerdings solltes ihr drei (Pitschinski / und Gast 3)  mal etwas 
ausführlicher hier in dem Bereich lesen.
Dann solltet ihr auch die Zusammenhänge und Abhängigkeiten erkennen.

Es gibt wohl doch noch Hoffnung auf einen fähigen Nachwuchs!

Autor: Gast3 (Gast)
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>Ubrigens läßt sich Vor-Ort-Service nicht unbegrenzt auslagern.

Korrekt, allerdings lassen sich typische Entwicklungsabteilungen, in 
denen ein großer Teil der Ingenieure/MINT-Absolventen tätig ist, 
problemlos in Billiglohnstaaten auslagern. Das wird bereits jetzt mit 
zunehmender Geschwindigkeit auch getan. Mittel- und langfristig wird in 
Deutschland der komplette Bereich der Entwicklung aussterben. Die 
wenigen übriggebliebenen Ingenieursarbeitsplätze werden außerdem mit 
osteuropäischen Ingenieuren besetzt, die in Deutschland für 25% des 
Gehalts eines deutschen Ingenieurs arbeiten. Die deutschen Ingenieure 
werden aus diesen Gründen keinerlei Chance mehr haben, eine 
Arbeitsstelle zu finden. Die einzige Möglichkeit, die bleiben wird: 
auswandern.

Autor: Gast3 (Gast)
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>Es gibt wohl doch noch Hoffnung auf einen fähigen Nachwuchs!

Der sich dann jedoch keine Hoffnungen auf einen Arbeitsplatz in 
Deutschland machen darf. Warum die Leute das nicht kapieren, und statt 
dessen noch immer die MINT-Studiengänge stürmen, bleibt mir ein Rätsel. 
Man kann doch nicht so blauäugig trotz mannigfaltiger Warnungen und 
Hiobsbotschaften seine Zukunft aufs Spiel setzen.

Autor: D. I. (Gast)
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Gast3 schrieb:

> wenigen übriggebliebenen Ingenieursarbeitsplätze werden außerdem mit
> osteuropäischen Ingenieuren besetzt, die in Deutschland für 25% des
> Gehalts eines deutschen Ingenieurs arbeiten. Die deutschen Ingenieure
> werden aus diesen Gründen keinerlei Chance mehr haben, eine
> Arbeitsstelle zu finden. Die einzige Möglichkeit, die bleiben wird:
> auswandern.

Aha und die leben dann hier auch nur zu 25% der hier üblichen 
Lebenshaltungskosten.

Autor: NT-Ing (Gast)
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Gast3 schrieb:
> Man kann doch nicht so blauäugig trotz mannigfaltiger Warnungen und
> Hiobsbotschaften seine Zukunft aufs Spiel setzen.

Was sollen sie denn sonst anfangen?

In der momentanen Gesellschaft sind nur noch wenige Arbeitsplätze 
vorhanden, egal in welcher Branche. Da ist es fast egal, was man 
studiert.

Für die Fächer, wo immer Leute benötigt werden (Medizin usw.) gibt es 
eine Beschränkung, also muss die Mehrzahl irgendeinen Käse studieren.

Ich würde einfach studieren, was mir Spass macht. Das Finanzielle ist 
doch zweitrangig geworden, es gibt Grundsicherung vom Staat.

Autor: Gast3 (Gast)
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>Ich würde einfach studieren, was mir Spass macht.

Ich würde heute nicht mehr auf die Idee kommen, zu studieren. Und wenn, 
dann Fachwahl rein mit Blick auf Karrieremöglichkeiten und 
Arbeitsplatzsicherheit.
Ich habe Elektronik und Technische Informatik studiert. Das würde ich 
heute niemandem mehr empfehlen. Die Arbeitsbedingungen sind einfach 
grottenschlecht, und in der Firma ist man prinzipiell der letzte Dreck. 
Allerdings muss ich zu meiner Ehrenrettung sagen, dass zu der Zeit, als 
ich mich für das Studienfach entschieden habe (und zwar, weil ich 
bereits mit 10 Jahren Elektronik intensiv als Hobby betrieben habe), 
Ingenieure in unserer Gesellschaft noch angesehen waren und absolut 
zukunftssichere Jobaussichten hatten. Dass Der Ingenieurberuf in 
Deutschland derart verkommt, konnte zu der Zeit niemand wissen. Ich kann 
jungen Leuten heutzutage nur raten, die Finger von MINT-Studienfächern 
zu lassen. Und wenn, dann auf jeden Fall nur Staatsexamen.

>Das Finanzielle ist
>doch zweitrangig geworden, es gibt Grundsicherung vom Staat.

Scherzkeks! Es soll noch Leute geben, die von ihrem Gehalt leben können 
wollen.

Autor: Gast3 (Gast)
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>Was sollen sie denn sonst anfangen?

Einen Lehrberuf in einem nicht verlagerbaren und zukunftssicheren 
Bereich ergreifen!

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