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Forum: HF, Funk und Felder Linux/Python für Rohde&Schwarz FSH3/6


Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Hallo,

ich bin schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einer Möglichkeit,
einen Spektrumanalysator Rohde&Schwarz FSH3 unter Linux anzusteuern.

Am besten wäre eine Python-Bibliothek, die eventuell auch auf anderen
Betriebssystemen nutzbar wäre.

Gibt es ein entsprechendes Projekt?

Für Linux kann ich bislang nur eine Unterstützung für die Nachfolge-
modelle FSH4/8 finden, und zwar als Labview-Treiber. Leider hat
Rohde&Schwarz auch nicht das Kommunikationsprotokoll auf der
RS232 dokumentiert, um eine Bibliothek mit geringem Aufwand selbst
zu schreiben.

Gruß
Andreas Schweigstill

Autor: A. W. (uracolix)
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Vermutlich ist es PPP,
http://www.google.de/search?btnG=1&pws=0&q=rhode+u...

Für GPIB Karten von National hab ich das mittels SWIG realisiert. Der 
National Treiber ist (war?) allerdings nur für 32 bit Linuxe verfügbar. 
Das ganze geht dann mit den uralten Funktionen ibclr/ibrd/ibwr. Das 
ganze ist
schon seit einigen Jahren im Einsatz.

Für Geräte mit Ethernet-Anschluss (Tek-Scope) war es noch einfacher, 
einfach die Geräte-Kommandos an die Geräte-URL anhängen und mit http 
library schicken.

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Vielen Dank für die Hinweise!

Axel Wachtler schrieb:
> Vermutlich ist es PPP,
> http://www.google.de/search?btnG=1&pws=0&q=rhode+u...

Aha? Dann muss ich mir doch wohl einmal die Kommunikation zwischen
FSHview und FSH3 genauer mit einem seriellen Monitor anschauen.

Leider scheitert das kurzfristig ohnehin daran, dass ich das
Schnittstellenkabel für meinen FSH3 nicht finden kann... Mist. :-/

> Für GPIB Karten von National hab ich das mittels SWIG realisiert. Der
> National Treiber ist (war?) allerdings nur für 32 bit Linuxe verfügbar.
> Das ganze geht dann mit den uralten Funktionen ibclr/ibrd/ibwr. Das
> ganze ist
> schon seit einigen Jahren im Einsatz.

GBIB/IEEE488 gibt es leider nicht bei der Kiste.

> Für Geräte mit Ethernet-Anschluss (Tek-Scope) war es noch einfacher,
> einfach die Geräte-Kommandos an die Geräte-URL anhängen und mit http
> library schicken.

Hat er auch nicht...

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Hallo Andreas

Schaue doch mal in deiner Betriebsanleitung nach ob der FSH3 als Befehle 
den SCPI Befehlssatz benutzt, wie es eigentlich heute alle modernen 
Messgeräte nutzen. Diese SCPI Befehle sind ja unabhängig von der 
benutzen Schnittstelle. Das heist eine RS232 Schnittstelle könnte diese 
Befehle genau so nutzen wie der IEEE488 Bus oder dis LAN Schnittstelle. 
Lediglich das Handshaking ist Schnittstellenspezifisch. So kenne ich es 
wenigstens von meinen Agilent und RS Geräten.

Die SCPI Befehle sollten eigentlich in dem Handbuch des FSH3 beschrieben 
sein. Ohne Kenntnis der Befehle hat man allerdings ganz schlechte 
Karten.

Ralph Berres

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Ralph Berres schrieb:
> Schaue doch mal in deiner Betriebsanleitung nach ob der FSH3 als Befehle
> den SCPI Befehlssatz benutzt,

R&S schweigt sich diesbezüglich völlig aus. Ich habe schon länglich
herumgegoogled, um Informationen zu finden.

> wie es eigentlich heute alle modernen Messgeräte nutzen.

... wie z.B. der FSH4 als Nachfolger des FSH3.

Der FSH4 wird von einem generischen Treiber unterstützt, der auch für
die ganze Palette der aktuellen "großen" Spektrumanalysatoren geeignet
ist. Hierbei verweist R&S auch auf die SCPI-Kompatibilität.

Für den FSH3 werden aber immer nur vorkompilierte Treiber für VISA,
Labview, VEE, VXIpnp unter M$ Windows angeboten.

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Das ist aber wirklich doof, und passt eigentlich nicht zu den 
Geschäftsgebaren der Fa. R&S. Ich würde erst den Support von RS anrufen. 
Vielleicht können die dir helfen. Ansonsten würde ich mal versuchen ob 
die Befehle des Nachfolgers FSH4 auf den FSH3 passen. Es kann natürlich 
sein das der FSH3 tatsächlich noch irgendwelche kryptischen Befehle 
verwendet haben, weil nie angedacht war das Gerät mit einem anderen 
Programm zu steuern, als die von RS angebotene Bediensoftware. Aber es 
würde mich sehr wundern, wenn es so wäre. In so einem Falle hättest du 
ein Problem. Dann bliebe nichts anderes übrig als den gesamten 
Datenverkehr mitzuschreiben, und die Befehle mühselig zu extraieren. Das 
dürfte eine Arbeit für jemanden sein , der Vater und Mutter erschlagen 
hat und die Katze vergewaltigt hat.
Ich hoffe das dir das erspart bleibt.

Ralph Berres

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Ralph Berres schrieb:
> Das ist aber wirklich doof, und passt eigentlich nicht zu den
> Geschäftsgebaren der Fa. R&S.

Das sehe ich ähnlich. Ich kann mir aber vorstellen, dass das ganze
damit zusammenhängt, dass vielleicht die Entwicklung des Rechner-
teils und Kommunikationsprotokolls ausgelagert wurde und hierbei
nicht beachtet, die Industrie- und R&S-Standards einzuhalten. Beim
FSH4 hat man das dann korrigiert.

Vielleicht ist es aber auch Absicht, um nicht mit einem "Billiggerät"
wie dem FSH3 zu sehr in den Bereich der "großen" SA vorzudringen.
Der FSH3 ist/war ja auch eher für den Techniker gedacht, der in der
Gegend herumrennt und Mobilfunk-Basisstationen oder Sender aufbaut
und repariert. Und für diesen Personenkreis ist solch eine Schmal-
spursoftware wie FSHview völlig ausreichend.

> Ich würde erst den Support von RS anrufen.

Ich bin vorhin endlich dazu gekommen, eine E-Mail an den Support
zu schreiben. Vielleicht kann ich mich ja auch dazu auframmen, dessen
Antwort hier inhaltlich wiederzugeben.

> Dann bliebe nichts anderes übrig als den gesamten
> Datenverkehr mitzuschreiben, und die Befehle mühselig zu extraieren. Das
> dürfte eine Arbeit für jemanden sein , der Vater und Mutter erschlagen
> hat und die Katze vergewaltigt hat.
> Ich hoffe das dir das erspart bleibt.

Ich fände es auch ein wenig übertrieben und wenig zielführend, zuerst
meine Eltern zu töten. Die Diskussion mit unseren Nachbarn über den
Grund für die Verstörtheit ihres Katers lässt sich vermutlich auch
nicht sinnvoll für die Entschlüsselung des FSH3-Protokolls verwenden.

Autor: Maik Fox (sabuty) Benutzerseite
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Andreas Schweigstill schrieb:
> Ralph Berres schrieb:
>> Dann bliebe nichts anderes übrig als den gesamten
>> Datenverkehr mitzuschreiben, und die Befehle mühselig zu extraieren. Das
>> dürfte eine Arbeit für jemanden sein , der Vater und Mutter erschlagen
>> hat und die Katze vergewaltigt hat.
>> Ich hoffe das dir das erspart bleibt.
>
> Ich fände es auch ein wenig übertrieben und wenig zielführend, zuerst
> meine Eltern zu töten. Die Diskussion mit unseren Nachbarn über den
> Grund für die Verstörtheit ihres Katers lässt sich vermutlich auch
> nicht sinnvoll für die Entschlüsselung des FSH3-Protokolls verwenden.

ymmd!

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Ich habe mittlerweile eine Antwort von Rohde&Schwarz erhalten. Darin 
wird nur darauf verwiesen, dass der FSH3/6 ein Auslaufmodell sei und man 
deswegen weder Linux-Treiber bereitstellen noch Dritte bei der 
Entwicklung unterstützen wolle. Mir wurde nahegelegt, einen FSH4/8 zu 
kaufen.

Ob dieses neue Geschäftsgebaren damit zusammenhängt, dass seit kurzem 
beide Gründer von R&S aus dem Unternehmen ausgeschieden sind und daher 
jetzt eine ganz andere Unternehmenskultureingeführt wird? Leider 
beobachtet man so etwas ja mit großer Regelmäßigkeit. Teilweise wird das 
sogar ausdrücklich beworben, z.B. bei Zetex. Vor einigen Jahren gab es 
dazu einen Artikel in der Markt&Technik, in der einer der neuen Manager 
sich darüber ausließ, dass mit dem altersbedingten Ausscheiden des 
letzten Unternehmensgründers nun endlich kein einziger Techniker, 
sondern nur noch Kaufleute auf wichtigen Positionen säßen und man 
deswegen auch gleich eine radikale Kürzung des Entwicklungsbudgets 
vorgenommen habe.

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Naja eine radikale Kürzung des Entwicklungsbudgets wird sich 
Rohde&Schwarz nicht leisten können. Sie sind schließlich gleich in 
mehreren Geschäftsbereichen weltweit mit großen Abstand Marktführer. Das 
aufzugeben werden die in der Geschäftsleitung nicht riskieren.

Ralph Berres

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Ich will jetzt für R&S keine Gerüchte streuen, aber genau DAS waren in 
dem Interview mit Zetex die Argumente für die Kürzung. Gerade WEIL 
Zetex technologisch führend wäre, könnte man nicht einsehen, dass so 
viel Geld für die Entwicklung ausgegeben würde.

Vermutlich hat der neue Manager auch recht mit seiner Sichtweise; für 
ein bis drei Jahre hält der technologische Vorsprung noch an, so dass 
man in dieser Zeit wirklich viel Geld sparen kann, aber anschließend 
sitzt man auf veralteten Ladenhütern. Bis dahin hat sich der Manager 
aber eh wieder einen neuen Job gesucht.

Und selbst wenn man nach drei Jahren wieder weiterentwickeln wollte, 
hätte man ein massives Problem damit, die alten Entwickler 
wiederzubekommen. Die dürften nämlich mittlerweile in der Welt verstreut 
sein.

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