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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik SE555: Hersteller TI anderes Verhalten als ST


Autor: Martin M. (rst)
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Hallo,

wir haben in einer Schaltung einen SE555D zur Erzeugung einer Frequenz. 
Der Bestücker hat aufgrund von Lieferschwierigkeiten den Hersteller 
geändert. Die Frequenz ist bei dem neuen Ersatztyp anders:

Frequenz gemäß Formel im Datenblatt: 255 kHz
Originalteil von Texas Instruments:  240 kHz
Ersatztyp von ST:                    185 kHz

Die Frage ist, warum sich der Ersatztyp von ST deutlich anders verhält. 
Im Datenblatt habe ich keine wesentlichen Unterschiede gefunden. An was 
kann das liegen?

Wenn man die IC´s quertauscht (ST gegen Texas Instruments) ist die 
Frequenz OK.

Gruß
Martin

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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Was verlangst du von einem 10-Cent-Teil? Wenn du kleinere Toleranzen 
brauchst, dann musst du was anderes nehmen.

Autor: Martin M. (rst)
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@Bürovorsteher:
laut Datenblatt ist die Toleranz des IC mit 1,5% angegeben. Dies erklärt 
nicht die großen Unterschiede der beiden IC´s zueinander.



Gruß
Martin

Autor: anonymous (Gast)
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Im Datenblatt ist eine die Tolleranz der Referenzschaltung (Ohne die 
Diode) gegeben.

Autor: Martin M. (rst)
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für was ist die Diode Q506 eigentlich gut?
Ich habe die Schaltung nicht selbst entworfen und den externen 
Entwickler kann ich gerade nicht fragen...

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Martin.

> Wenn man die IC´s quertauscht (ST gegen Texas Instruments) ist die
> Frequenz OK.

Dann verhalten sie sich auch gleich, im Rahmen ihrer Toleranz.

> Die Frequenz ist bei dem neuen Ersatztyp anders:
>
> Frequenz gemäß Formel im Datenblatt: 255 kHz
> Originalteil von Texas Instruments:  240 kHz
> Ersatztyp von ST:                    185 kHz
>

Erfahrungsgemäß halten die meisten 555s ihre Toleranzen Ein.
Der Unterschied ist ZU groß. Der Hersteller hat noch was anderes 
geändert.

Entweder er hat sich irgendwo komplett im Wert verhauen, oder aber 
andere Bauteile haben zu große Toleranzen.

Beste Kandidaten dafür sind die Kondensatoren.
Die Toleranzen von Widwerständen sind meistens klein.

Hast Du irgendeine Trickschaltung mit Dioden? Dioden haben auch 
erhebliche Toleranzen und Temperaturgang.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus

http://www.dl0dg.de

Autor: Jens G. (jensig)
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Diese 1,5% Initial Accuracy geben doch nur an, wie stabil der 555 die 
Frequenz hält, nicht wie sehr er vom errechneten Ideal abweicht.
Wenn Ihr die Abweichung von der Rechnung berechnen wollt, müsst Ihr die 
Toleranzen des internen Spannungsteilers (3x5kOhm) verrechnen, die 
ziemlich groß sein kann (Trigger und Threshold Voltage). Denn dieser 
bestimmt ja die Umschaltpunkte, damit die Frequenz. Im Worst case kommt 
man dann schon mal auf rund 20% Abweichung vom Ideal, wenn beide 
Spannungen die größte Differenz voneinander haben (Hysterese). Messe 
doch mal die Hysterese, die idealerweise 1/3 der Ub haben sollte. 
Vielleicht sinds eher 2/5 oder so.

Autor: MaWin (Gast)
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> laut Datenblatt ist die Toleranz des IC mit 1,5% angegeben.

Nein.

Die Toleranz der Frequenz ist die Toleranz der THRES und TRIG Level, und 
die liegt bei +/-6% bzw. +/-4% beim SE555 schon wesentlich genauer als 
beim NE555  mit +/-12% und +/-10% (und auch noch der DIS 
Sättigungsspannung).

ABER: Eure Abweichung ist grösser. Miss mal die Schwellspannungen nach 
und reklamier den Chip ggf.

Nur später ist die Frequenz um 1.5% genau bei Temperatur und 
Spannungsschwankungen.

Autor: Jens G. (jensig)
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achja - bei 250kHz werden die 555 ohnehin ungenauer (langsamer), weil 
die Umschaltpunkte doch mit einiger Verzögerung (100-200ns) erst erkannt 
werden, was zu einem zusätzlichen Fehler zu niedrigeren Frequenzen 
führt. Und 2x100ns=200ns bei 4µs Periodendauer ist schon spürbar (5% 
zusätzlich)

Autor: Besserwisser (Gast)
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Früher hat es mal verschiedene NE555 gegeben.
Der eine hatte CMOS Schwellen, der andere TTL-Schwellen und der Dritte 
gar Automotiv-Schwellen. Gib mal die genauen Typbezeichnungen an, damit 
man im Datenblatt sie Schwellspannungen kontrollieren kann, ob die 
gleich sind.
Evtl. Eingangsströme kontrollieren.

Autor: Jens G. (jensig)
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Die Toleranz des internen Spannungsteilers geht aber nicht linear in die 
Toleranz der Frequenz ein. Wir haben schließlich keine Dreieckfrequenz 
dort, sondern einfache RC-Kondensatorladekurven (e-Funktion). Und im 
Bereich der Umschaltpunkte ist die Kurve schon relativ flach. 
Möglicherweise flacher als 1 (Anstieg). Also könnte sich eine Toleranz x 
des Spannungsteilers mit mehr als x auf die Frequenz auswirken.

Autor: Jens G. (jensig)
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@  Besserwisser (Gast)

>Früher hat es mal verschiedene NE555 gegeben.
>Der eine hatte CMOS Schwellen, der andere TTL-Schwellen und der Dritte
>gar Automotiv-Schwellen. Gib mal die genauen Typbezeichnungen an, damit

Wozu soll das gut sein ? Ich kenne nur 555 mit 1/3 und 2/3 Schwelle.

Autor: Peter Dannegger (peda)
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250kHz ist schon recht heftig, da kommen die internen Delays zum Tragen.
Über 100kHz stimmen die Formeln nicht mehr.

Zwischen den Herstellern gibt es auch deutliche Unterschiede bezüglich 
der oberen Grenzfrequenz.

Und die CMOS verhalten sich auch anders als die TTL.
CMOC kann volle VCC am Ausgang liefern, rauchen aber leider auch sehr 
gerne ab.


Peter

Autor: Martin M. (rst)
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Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich bin nun 2 Tage nicht in 
der Firma und übergebe die Sache an einen Kollegen. Zudem noch per Email 
an den externen Entwickler.

Gruß
Martin

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