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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Anfänger Fragen zum STM32F10X


Autor: Björn Cassens (bjoernc) Benutzerseite
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Hallo,
derzeit bin ich dabei mich in die Welt des STM32F10X einzuarbeiten. 
Jedoch habe ich noch ein paar Fragen die ich gern erstmal kurz loswerden 
möchte, da ich da so ein paar Kleinigkeiten (die aber einen sehr großen 
Effekt haben könnten) nicht so ganz verstanden habe.
Die STMs kommen ja mit einem Bootloader in einem eigenem 
Speicherbereich.

1.) Meine Frage ist daher, ist dieser Bereich vor überschreiben 
geschützt?
Wenn nein, was muss gemacht werden um diesen Bereich vor einem 
versehentlichen überschreiben zu schützen, höchst wahrscheinlich im 
Linkerscript oder?

2.) Startup-Code und Linkerscript muss ich der Makefile angeben oder ist 
dieser schon in der stm-lib irgendwie schon integriert? (Siehe Bemerkung 
zum Punkt 4)
(Zur Info, ich war nicht zu faul google zu bemühen nur habe ich nun 
schon zig verschiedene Linkerscripte u. Makefiles gesehen und kann 
leider nicht beurteilen ob diese nun für mich geeignet sind oder nicht. 
Soweit ich es mitbekommen habe liegt das an den STM-Lib Version bei 
einigen Versionen ist der Startup-Code in C-Realisiert worden - wenn ich 
mich irre bitte korrigieren)

3.) Hat jemand Erfahrungen mit dem Hitex Com-Stick gemacht? Wenn ja, 
eignet sich dieser zum Einstieg? Wenn nein, kann mir jemand ein Board 
empfehlen? Sollte jedoch auf jedenfall ein STM32F107CL sein wegen 
Ethernet & Co.

4.) Laut dem Hitex insiders guide gibt es zwei verschiedene STM 
Versionen die Acces-Line und die Performance line. Die Frage die sich 
mir da gerade stellt, beziehen sich diese Einschränkungen auf die 
STM-Lib oder sind das Einschränkungen seitens der Hardware? Wenn es 
Einschränkungen seitens der Hardware sind, woran erkenne ich den 
Unterschied ob es sich nun um die Acces-Line oder die Performance-Line 
handelt?

Für eure Bemühungen danke ich im Voraus.

Autor: Lukas Simma (lsimma)
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Hallo Björn,

ich bin selber auch erst seit ein paar Wochen mit dem stm32 unterwegs.

Zu 1) Bootloader
Der Bootloader liegt im System Memory Bereich und nicht im User Flash 
Bereich.
Application Node AN2606:
The bootloader is stored in the internal boot ROM memory (system memory) 
of STM32 devices. It is programmed by ST during production.
Somit ist der Bootloader im ROM und nicht im Flash somit nicht 
überschreibbar.

Zu 2) Linkerscript
Kann ich Dir nicht beantworten denn ich verwende derzeit den IAR 
KickStart bzw. hab auch etwas mit dem Atollic TrueStudio (verwendet den 
gcc) gespielt. Beide sind für DAUs "wie mich ;-)" nutzbar ohne am Linker 
und Makefile zu drehen.

Welchen Toolchain verwendest Du ?

Zu 3) Starterboard
Ich hab mir zum Start das stm3210c-eval Board besorgt. Ja es kostet 
etwas Geld jedoch hatte es die Schnittstellen die ich brauchte zum 
loslegen.
Alle TIM1 Motorcontroller-Pins rausgeführt und CAN Bus. USB, Ethernet 
und Touchpanel am µC wollte ich zum Test auch haben.

Zu 4) stm32 linien
Dieses Bild hilft evt. etwas
http://www.st.com/mcu/inchtml-pages-stm32.html

Wenn Du Ethernet braucht dann ist die stm32f107er Linie, die Connect 
Line, sinnvoll diese hat die Ethernet MAC Peripherie integriert und USB 
Host/OTG Peripherie.

Die Performance Line (stm32f103er) hat große Variation in RAM/Flash und 
gute Peripherie jedoch hat diese kein Ethernet. USB ist vorhanden, 
jedoch kein USB Host/OTG. Die USB und der CAN Bus teilen sich den 
dedizierten Buffer RAM. Somit kann nicht zeitgleich CAN und USB 
verwendet werden sondern nur versetzt (CAN aus, USB ein und umgekehrt).

zu Lib)
Achtung die STM32F10xxx firmware library (FWLib) ist alt. Diese wurde 
durch die TM32F10xxx standard peripheral library (StdPeriph_Lib) 
ersetzt.
[Ja der neue Name "Standard Peripherial Library" ist sehr sperrig]

Der Vorteil dieser Lib ist dass von ARM Seite aus versucht wird ein 
Standard für den Zugriff auf Cortex µC Peripherie auszuarbeiten. Der 
Zugriff auf die Cortex eigene Peripherie ist standardisiert.
Die CMSIS ist in der stm32 StdPeriph_Lib enthalten.

stm32 StdPeriph_Lib: File STM32F10x_StdPeriph_Lib in 
http://www.st.com/mcu/familiesdocs-110.html
Mehr zur CMSIS auf http://www.onarm.com/download/download395.asp

Wichtige Dokus:
Für STM32F10x_StdPeriph_Lib: stm32f10x_stdperiph_lib_um.chm
Zum Programmieren: das stm32 Referencemanual "RM0008"
Je nach Linie das Data- und Erratasheet: "STM32F105/107xx"

Die Standard Peripherial Library versteckt im wesentlichen die 
Unterschiede der einzelnen Linien so weit es eben die Hardware zulässt. 
Meinen Code hab ich so geschrieben dass ich nur ein paar #defines vor 
dem Compilieren umstellen  muss...
  USE_STDPERIPH_DRIVER und STM32F10X_HD
  USE_STDPERIPH_DRIVER und STM32F10X_CL + USE_STM3210C_EVAL

Dann läuft es auf dem Kundenboard mit stm32f103 oder auf dem Testboard 
mit stm32f107.

Bei eigenen Boards ist etwas Vorsicht beim Clock und beim PLL walten zu 
lassen, hier sind der 107er und der 103er etwas unterschiedlich. Wenn 
jedoch der Quartz passt dann deckt die Standard Peripherial Library die 
Unterschiede zu. Am 103er Kundenboard ist daher ein 8MHz Quartz, mit PLL 
läuft der Core intern auf 72MHz. Am 107er Testboard ist ein 25MHz Quartz 
auch bei diesem läuft intern die Core mit 72MHz über den PLL.
In dieser Konstellation kann die Standard Peripherial Library die 
Unterschiede ausgleichen. Bei anderen Quartzes braucht es dann einen 
Eingriff in die Library.

Siehe system_stm23f10x.c Zeile 64
   4. The System clock configuration functions provided within this file 
assume that:
        - For Low and Medium density Value line devices an external 8MHz 
crystal
          is used to drive the System clock.
        - For Low, Medium and High density devices an external 8MHz 
crystal is
          used to drive the System clock.
        - For Connectivity line devices an external 25MHz crystal is 
used to drive
          the System clock.
     If you are using different crystal you have to adapt those 
functions accordingly.

Beste Grüße,
Lukas

Autor: BjoernC (Gast)
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super danke für deine Ausführliche Beschreibung. Was ich eigentlich als 
IDE benutzen wollte wäre eclipse + YAGARTO.

Derzeit wühle ich mich durch einige Linkerscripts durch und versuche nun 
ein passendes Linkerscript daraus zu bilden. Ich persönlich habe mich 
nun doch für den STM32F103VCT6 entschieden. Für die spätere 
Ethernet-Verbindung benutz ich dann später ein Ethernet-PHY der eine 
SPI-Schnittstelle besitzt - zwar unschön das ich diesen Klimmzug mache 
aber dennoch ok.

Als Eval Plattform werde ich nun den primer2 benutzen um die ersten 
Gehversuche zu unternehmen und bestimmte Dinge zu testen, um dann 
möglichst schnell auf das eigentliche Projekt umzuschwenken.

Das mit der Lib, habe ich bisher auch noch nicht mitbekommen, hatte mir 
die std_periph lib von der Homepage runtergeladen - danke für den Tipp, 
also werde ich dann zusehen das ich die neuere Lib herunter lade und 
dann teste.

Aber kannst du mir den unterschied zwischen dem USB-OTG und dem normalen 
USB kurz erklären? Denn der unterschied ist mir derzeit noch nicht ganz 
klar...

mfG Björn

Autor: Lukas Simma (lsimma)
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Hallo Björn

hier stehts gut und kurz beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Universal_Serial_Bus#...

Ein 103er kann Client sein. Der 105er und 107er kann auch Host sein.

Beste Grüße,
Lukas

Autor: BjoernC (Gast)
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ahh alles klar dank dir ;)

Autor: BjoernC (Gast)
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ähm eine Frage hätte ich da noch, höchst wahrscheinlich überseh ich das 
ständig in den Datenblättern gibt es irgendwo eine Auflistung der 
interrupt-Vectoren - das wäre recht schnike für unbenutzte Interrupts 
die ich dann im Linkerscript dann definiert zu der adress 0 springen 
lasse einige habe ich ja schon quasi entdeckt nur eine komplette 
Auflistung wäre schön ;).

Autor: Axel (Gast)
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in der Firmwarelib von ST findet sich irgendwo eine Datei stm32f10x_it.c 
IIRC. Da stehen sie drin. Alternativ findet sich im Startupcode 
üblicherweise die Tabelle.

Gruß, Axel

Autor: BjoernC (Gast)
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hmm kk danke habs gefunden... wie ich schon geschrieben habe, anfänger 
fragen ;)

Autor: Axel (Gast)
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Read the source, Luke. ;)

Autor: BjoernC (Gast)
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xD, naja schon dennoch brauch ich ab und zu ein paar stubser in die 
richtige Richtung aber darauf wäre ich ehrlich gesagt nicht gekommen im 
startupcode nachzuschauen weil die startupcodes die ich kenne sind recht 
cryptisch...

Autor: Lukas Simma (lsimma)
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Hallo Bjoern,

habe heute versucht mir den toolchain von codesourcery g++ lite mit 
eclipse einzurichten. Compilieren geht jedoch beim linkerscript und 
startupscrip komme ich nicht weiter.

Hast Du eine funktionierende Kombination gefunden ? Kannst mir diese 
bitte verraten ?

Danke,
Lukas

Autor: BjoernC (Gast)
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also benutzt du bei eclipse ein makefile projekt oder benutzt du selbst 
geschriebene makefiles?
Ich benutz den wizzard der hier im Forum diskutiert wurde. Dabei lasse 
ich mir von eclipse eine makefile erstellen, die dann für die 
compilierung
benutzt wird.
Dadurch kann man schön nachvollziehen was der compiler überhaupt macht. 
Bei mir fehlt derzeit noch die angabe des start-up codes und des 
linkerscripts in den compile-flags, nur habe ich bei eclipse noch nichts 
gefunden wo ich dann die Copmpilerflags setzen kann...
Aber da es eine ganz normale makefile ist sollte das funktionieren. Es 
fehlt halt "nur" noch das -T linkerscrip.ld.
Sofern du eine Lösung gefunden hast, wäre ich dir sehr dankbar, sobald 
ich dann was gefunden habe sage ich dir natürlich umgehend bescheid.

Autor: BjoernC (Gast)
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Angehängte Dateien:

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also wo ich das nun einstellen kann habe ich mittlerweile herausgefunden 
- augen auf beim eierlauf würde ich mal sagen ;)
für den fall das ich dich richtig verstanden habe und du das 
linkerscript nicht eingebunden bekommst habe ich einfach mal ein 
Screenshot von den erforderlichen Einstellungen gemacht.
Wenn ich dich nun falsch verstanden habe naja denn sag ich schonmal 
sorry - nur denke ich wird es bei dir anders aussehen wenn du das 
eclipse-plugin nicht hast.

Du findest das plugin hier:
http://www.sourceforge.net/projects/gnuarmeclipse

und den entsprechenden Beitrag hier im Forum:
Beitrag "GNUARM Eclipse Plugin"

Autor: Lukas Simma (lsimma)
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Hallo Bjoern,

ja das abgebildete Eclipse Plugin hab ich auch installiert und habs 
damit probiert.

War mir fehlt ist ein für einen stm32f10x funktionierendes Linkerscript 
und einen dazu passenden Startup-Code. Die beiden aus der stm32 std. 
peripherie library für den attollic hab ich probiert, die werden auch 
genutzt jedoch passt das noch nicht, die _start passt dann aber der 
linker findet dann eine _init funktion nicht...

Schade dass ST Mikroelectronic diese beiden Files für einen OpenSource 
gcc nicht bereitstellt.

Muss mich wohl zuerst in die Syntax vom Linkerscript und Startupcode 
einlesen.

Besten Dank,
Lukas

Autor: BjoernC (Gast)
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Also an einem Linkerscript bin ich derzeit dabei eines zu schreiben. 
Jedoch für ein STM32F103VCT6 wenn du damit etwas anfangen könntest dann 
kann ich es gern hochladen - ist bisher aber nicht fertig und vor allem 
nicht getestet.
Für dich gibt es schon Linkerscripts die für dein Evalboard passen 
müssten, und zwar in der std_peripheral lib im Rootverzeichnis musst du 
folgendem Pfad folgen:
STM32F10x_StdPeriph_Lib_V3.3.0\Project\STM32F10x_StdPeriph_Template\True 
STUDIO\STM3210C-EVAL
Die Linkerscripts haben dann den Dateinamen:
stm32_flash.ld

Aber vorsicht, nicht linkerscripts mit anderen Projekten Mischen der 
grund ist nämlich folgender einige setzen die unbenutzten Interrupt 
handler definiert zu null, so dass ein Reset durchgeführt. Andere machen 
dies gar nicht und wiederum andere machen das in irgendeiner *.h Datei. 
Wenn du anfängst verschiedene Beipiele zu mischen kann es sein das es 
sich dann beißt und dann ein definierter IRQ vielleicht doch einen reset 
zur Folge hat. Im angenehmsten Falle gibt es einen error vom Compiler ;)

Autor: BjoernC (Gast)
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also noch kurz was, zum Thema linkerscript gibts eine echt gute Seite, 
die das Thema Linkerscript sehr gut erklärt wie ich finde:
http://sourceware.org/binutils/docs/ld/MEMORY.html#MEMORY

Autor: Markus Müller (mmvisual)
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Kleine Anmerkung meinerseits...
Ihr kennst sicher schon den Artikel STM32

Hier gibt es ein Demo-Projekt "Chan's-FAT..." von MT.
Drin ist alles damit man mit OpenOCD / Eclipse usw. debuggen kann.
Hier: http://www.mikrocontroller.net/articles/STM32#Demo-Projekte

Mir hat es damals sehr geholfen.

Autor: BjoernC (Gast)
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ja den Artikel kenn ich, wie gesagt ich hangel mich derzeit durch einige 
Linkerscripts durch... aber es wird ;)
Danke für den Tipp.

Autor: Lukas Simma (lsimma)
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Hallo Markus, Hallo Bjoern,

ich hab mich jetzt durch die Doku zum Linkerscript durchgearbeitet ... 
schwer verdauliche Kost. Zugleich versuche ich das Linkerscript und den 
Startupcode aus "ChaN's FAT-Module with STM32 SPI" mit Hilfe der Doku zu 
verstehen.

Es sind viele Symbol-Namen bzw. Section-Namen enthalten welche 
vermutlich vom gcc Compiler (und den Libs) vorgegeben werden zb. 
.gnu.linkonce.t.* .init_array .ctors.* .ARM.exidx* usw. usw.
Wo finde ich Infos welche dieser Namen zb. der codesourcery g++ lite 
(und seine libraries) verwendet ?

Im Linkerscript wird in der Section .rodata zb. _preinit_array_start 
zwei mal zugewiesen.
  __preinit_array_start = .;
und ein paar Zeilen weiter
  PROVIDE_HIDDEN (__preinit_array_start = .);
Wieso erfolgt die Zuweisung 2x ?

Benötigt es unterschiedliche Linkerscripts für reines "C" Programm und 
für "C++" Programme oder kann es immer dasselbe Linkerscript sein ?

Kann mir wer bitte den Ablauf von SECTION { ... } >RAM AT>FLASH 
erklären.
Das copy ist ja im startupcode drin das verwendet die Symbole von 
_sdata, _edata, _sidata. Mir ist nicht klar wann und wie im Linkerscript 
der Wechsel von FLASH zur RAM Adresse vollzogen wird.

Besten Dank,
Lukas

Autor: Lukas Simma (Gast)
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Hallo Markus, Hallo Bjoern,

ich hab mich jetzt durch die Doku zum Linkerscript durchgearbeitet ... 
schwer verdauliche Kost. Zugleich versuche ich das Linkerscript und den 
Startupcode aus "ChaN's FAT-Module with STM32 SPI" mit Hilfe der Doku zu 
verstehen.

Es sind viele Symbol-Namen bzw. Section-Namen enthalten welche 
vermutlich vom gcc Compiler (und den Libs) vorgegeben werden zb. 
.gnu.linkonce.t.* .init_array .ctors.* .ARM.exidx* usw. usw.
Wo finde ich Infos welche dieser Namen zb. der codesourcery g++ lite 
(und seine libraries) verwendet ?

Im Linkerscript wird in der Section .rodata zb. _preinit_array_start 
zwei mal zugewiesen.
  __preinit_array_start = .;
und ein paar Zeilen weiter
  PROVIDE_HIDDEN (__preinit_array_start = .);
Wieso erfolgt die Zuweisung 2x ?

Benötigt es unterschiedliche Linkerscripts für reines "C" Programm und 
für "C++" Programme oder kann es immer dasselbe Linkerscript sein ?

Kann mir wer bitte den Ablauf von SECTION { ... } >RAM AT>FLASH 
erklären.
Das copy ist ja im startupcode drin das verwendet die Symbole von 
_sdata, _edata, _sidata. Mir ist nicht klar wann und wie im Linkerscript 
der Wechsel von FLASH zur RAM Adresse vollzogen wird.

Besten Dank,
Lukas

Autor: Happy Hippo (Gast)
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>Kann mir wer bitte den Ablauf von SECTION { ... } >RAM AT>FLASH
>erklären.

Das ld.pdf in arm-2010q1/share/doc/arm-arm-none-eabi/pdf/?

Section 3.6.1

HTH.

Autor: Lukas Simma (lsimma)
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Danke,

ich hab gestern bei Kapitel 3.6.8 den Lesestoff auf die Seite gelegt und 
auf 3.6.8.2 ist erklärt wie die Loadadresse LMA im Flash und 
Virtualadresse VMA im RAM zustande kommen.

Danke für den Hinweis auf die PDFs im share Ordner. Diese hab ich beim 
Intallieren gar nicht mitbekommen. Im getting started pdf steht im 
Kapitel 5 wie das zusammenhängt mit dem CS3 (Codesourcery Common Startup 
Code Serquence)

Mercy
Lukas

Autor: Björn Cassens (bjoernc) Benutzerseite
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Also um deine Frage zu beantworten für C und C++, du kannst alles in 
einem Linkerscript unterbekommen dafür gibt es die sectionen .ctors und 
.dtors die ins RAM gehören also als Beispiel:
PS: Ein ... bedeutet hier das ich bestimmte Bereiche ausgelassen habe, 
es sich also nicht um den location pointer handelt.
MEMORY
{
   RAM (rw) : ORIGIN = 0x200..., LENGTH = 64K
}

...

SECTIONS{
        . =  0x200...
...
         
  .ctors :
  {
    PROVIDE(__ctors_start__ = .);
    KEEP(*(SORT(.ctors.*)))
    KEEP(*(.ctors))
    PROVIDE(__ctors_end__ = .);
  } >RAM
  .dtors :
  {
    PROVIDE(__dtors_start__ = .); 
    KEEP(*(SORT(.dtors.*)))
    KEEP(*(.dtors))
    PROVIDE(__dtors_end__ = .);
  } >RAM

...

Autor: Markus Müller (mmvisual)
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Ich nutze so die LD Datei:

- Bootloader anderer Speicherbereich als die App.
- In der App muss ich kein _attribute_ angeben, die kennt der 
Compiller schon. Man sieht auch in der MAP Datei (Compillerschalter des 
Linkers) was zu welchem Block gelinkt wurde.
/*SEARCH_DIR(C:/WinARM/CodeSourcery/lib/gcc/arm-none-eabi/4.2.3/thumb);*/

MEMORY
{
  ramboot (rwx) : ORIGIN = 0x20000000, LENGTH = 0x200
  ram (rwx) : ORIGIN = 0x20000200, LENGTH = 0x4800
  romboot (rx) : ORIGIN = 0x00000000, LENGTH = 8K
  rom (rx) : ORIGIN = 0x00002000, LENGTH = 119K
}
SECTIONS
  {
  .  = 0x0;          /* From 0x00000000 */
    .vectors : {
    *(.vectors)        /* Interrupt Vector */
    *(.boot)           /* Boot-ROM Code */
    *(.boottbl)        /* Boot-ROM Code-Tabellen (Const Werte) */
    } >romboot
  .  = 0x2000;       /* From 0x00001800 */
    .text : {
    *(.appvectors)     /* Interrupt der Applikation */
    *(.text)           /* Program code */
    *(.rodata)         /* Read only data */
    *(.rodata.str1.4)
    _etext = .;
    } >rom
    
    .  = 0x20000000;   /* From 0x20000000 */      
    .bootdata : {
    *(.bootdata)       /* Data memory bootloader */
    } >ramboot         /* Keine Initialisierung mit 0 */ 
    
    .  = 0x20000200;   /* From 0x20000200 */      
    .data : {
    _data = .;
    *(.data)           /* Data memory */
    *(.eh_frame)
    _edata = .;
    } >ram AT > rom 
    
    .bss : {
    _bss = .;
    *(.bss)            /* Zero-filled run time allocate data memory */
    _ebss = .;
    } >ram AT > rom
 }  
/*========== end of file ==========*/

Im Code muss ich dann für alle Routinen und Variablen den Bereich für 
den Bootloader angeben:
//*******************************************************************************
// Definition Flash-Bereich für Programm
#define __boot      __attribute__ ((section(".boot")))
// Definition Flash-Bereich für Flash-Daten (nach Programm)
#define __boottbl    __attribute__ ((section(".boottbl")))
// Definition RAM-Bereich
#define __bootdata    __attribute__ ((section(".bootdata")))

u8  __bootdata FW_ForceHW;

void __boot FW_Main(void)
{}

Autor: Björn Cassens (bjoernc) Benutzerseite
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Markus danke für dein Script, aber was ich grad nicht so recht verstehe 
ist, warum der Bootloader in der definition mit drin ist... ich dachte 
der wird über den Boot-Pins konfiguriert oder versehe ich mich da? Oder 
ist das ein eigener Bootloader wenn ja, ich dachte der wird ab Werk 
mitgeliefert und ich muss mir da keine sorgen drum machen oder doch?

Autor: Markus Müller (mmvisual)
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Ich hab mir einen eigenen Bootloader geschrieben. Der ist sogar im 
gleichen Quellcode untergebracht. Damit sich die Speicherbereiche nicht 
überlappen musste ich das aufteilen.
Denn wenn mein Bootloader aktiv ist, kann der den gesammten Flash 
(ausser der des Bootloader-Bereichs) löschen und der Bootloader darf 
deshalb daraus keinen Code anspringen.

Ich habe einen für USB und einen für RS232 geschrieben. Ich könnte den 
auch auf CAN oder andere Schnittstellen umbiegen. War eine nette 
Erfahrung.
Der USB Bootloader war ziemlich kniffelig, denn ich musste aus der APP 
(über USB Befehl) in den Bootloader springen und der musste die 
USB-Initialisierung aus der App übernehmen.
Dazu kam, dass ich den gesammten USB-Code aus der FW-Lib umkopieren 
musste, so dass der 2x vorhanden war, einmal im Bootloader-Bereich und 
einmal im App-Bereich. Denn der App-Bereich darf auch keinen Code vom 
Bootloader anspringen.
Also ein Quellcode mit zwei Applikationen drin...

Autor: Björn Cassens (bjoernc) Benutzerseite
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Also der Bootloader selbst hört sich sehr interessant an, via CAN brauch 
ich eigentlich nicht, sofern ich darf würde ich mir aber gern später ein 
paar Anregungen für meine spätere RTOS portierung. Aber je mehr ich 
darüber nachdenke, ein selbst gestrickter Bootloader macht doch mehr 
sinn als ich zuerst dachte fällt dann bei dir das umgestecke der 
Bootjumper dann weg?

Autor: Markus Müller (mmvisual)
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Alles fällt weg. Die PC-Software (selbst geschrieben) ist ja über USB 
mit dem Board verbunden. Da macht es auch Sinn ein FW-Update über das 
gleiche Programm zu machen. Mann kann einem Kunde ja schlecht sagen er 
soll daoch bitte das Gerät aufschrauben, Jumper setzen und ein Programm 
von einem anderen Hersteller benutzen.

Andere Boards werden dann nur über den vorhandenen RS232-Stecker 
geupdatet. Dazu veranlasst dann meie PC-Update-Software einen Sprung in 
den Bootloader, mit Versionsanzeige von Applikation und Bootloader.

Autor: BjoernC (Gast)
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Hmm also interesse habe ich schon an dem Bootloader, also wenn das für 
dich ok wäre würde ich den gern für meine Haussteuerung / RTOS 
verwenden, aber auch nur wenn es für dich ok wäre.
mfG

Autor: Markus Müller (mmvisual)
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Ich hab ein PN geschrieben.

Als OS hab ich keines verwendet, ich mache die Programmierung immer so, 
dass alle Programmteile aus dem Main-Loop nacheinander aufgerufen 
werden.
So werden dann die Tasks für IIC, Seriell, CAN, AD-Wandler uvm. 
aufgerufen.
Die einzelnen Tasks haben jeweils eine eigenständige Schrittkette für 
den korrekten Ablauf.
Sobald ein Task irgend wie warten muss, dann wird sofort raus 
gesprungen, so dass die CPU über den Main-Loop die anderen Tasks 
bedienen kann.
Wenn der wieder in den wartenden Task kommt, dann springt er an die 
Position der Schrittkette und sieht ob das Warten zu Ende ist und weiter 
gemacht werden kann oder nicht.

Der Vorteil:
- Kein Code-Overhead durch Betriebssystem
- Man weiß genau was wie funktioniert und wann welcher Task dran kommt
- Alle Proßesse laufen Asynchron zueinander, also wenn ein anderer Task 
eine IIC-Abfrage startet, so wird der "Warten" (raus springen) bis der 
IIC-Task die Meldung bringt "Daten OK".
- Ein zyklischer Aufruf kann auch selbst gemacht werden, indem z.B. das 
Sekunden-Timer-Puls-Bit abgefragt wird (das auch für genau einen 
Main-Loop-Task gesetzt ist und alle Tasks bekommen den mit)
- Ich hab einen Zyklus-Zahler drin, der die Main-Loop Zyklen je Sekunde 
zählt, wenn der abrupt viel weniger Zyklen macht, dann weiß ich, dass 
ich eine Ausführungs-Bremse eingebaut habe.
- Wenn ein Task "Hängt" weil eine Bedingung niemals erfüllt wird, so 
laufen alle anderen garantiert weiter.
- Der Watch-Dog braucht auch nur im Main-Loop bedient werden und wenn 
der anschlägt weiß man genau, dass das System buggy ist.

Einen Nachteil meiner Struktur hab ich bisher nicht gefunden, ausser 
dass man etwas mehr Gehirnschmalz für die "No-Wait" Programmierung 
benötigt.

Autor: Björn Cassens (bjoernc) Benutzerseite
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gut n Endlosloop bekommst du schon hin ^^ sobald du nur eine for, 
dowhile, while schleife drin hast (falsche Bedingungen, HW-Defekt oä. 
vorrausgesetzt)
Bei einem richtigen scheduler hast du den Vorteil das du definitiv 
keinen Hänger hinbekommst, anders sieht es aber bei tasks die sich 
selbst unterbrechen können zB. prioritäten gesteuert sofern keine 
deadlock erkennung eingebastelt wurde. Natürlich hat sowas seinen Preis, 
aber dafür wird man damit belohnt das man dann wieder weniger 
Gehirnschmalz rein setzen muss nachdem ein Scheduler u. das Framework 
einwandfrei funktioniert ^^
Aber ok sind zwei Ansichten und ich denke mal beide Methoden, haben ihre 
vor und nachteile, kommt halt auf den Anwendungsfall an.

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