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Forum: HF, Funk und Felder Mikrowellen-Abhörgeräte selber bauen prinzipiell möglich?


Autor: Marcus B. (marcus_b)
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Hallo,

jüngst habe ich mit Überraschung gelesen, dass es für Laser-Abhörgeräte 
auch kompakte DIY-Projekte gibt. Dachte erst, man müsste da ein riesiges 
Ding für 10000 Euro kaufen (schlimm genug dass man das einfach im 
Internet bestellen kann).
Weiß jemand, ob es prinzipiell möglich ist, auch Mikrowellen-Abhörgeräte 
selbst zu basteln? Die Funktionsweise ist mir noch nicht ganz klar, aber 
soweit ich das verstanden habe, wird da Gigahertz-Strahlung ausgesendet, 
die durch Wände geht, aber dann Schwingungen etwa von Kleidung am Körper 
aufnehmen kann und wieder zurück geht. Klingt ziemlich abenteuerlich, 
aber das finde ich ehrlich gesagt bei den Lasern auch.
Also meint ihr, man könnte so etwas weitestgehend tragbar bauen, etwa im 
Rahmen, dass man dann drinnnen durch dünne Wände/Decken hören kann oder 
braucht man sich da (auch theoretisch) keine Sorgen machen?

--
Marcus B.

Autor: hbloed (Gast)
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Meine Mirkowelle kann ich auch tragen

Autor: metrux (Gast)
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Normalerweise ist das "BING" doch so laut das man das noch im 
Nebenzimmer hört, bzw. die laufzeit nicht soo lang das man nicht auch 
eben warten könnte.

Autor: Carsten S. (Gast)
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Hi,

Ich frage mich, wieso willst du deine Mikrowelle abhören?
Plant die ein Verbrechen? Oder befürchtest du Mobbing weil dein Kaffee 
nicht warm wird?

Nee, im Ernst:
Laser-Abhörgeräte die dadurch funktionieren das ein Laserstrahl auf ein 
Fenster gesendet wird, was sich im Rythmus der Schallwellen leicht 
bewegt und so den zurückgespiegelten Strahl reflektiert, sind vom 
Prinzip her sehr einfach. Gerade weil der Strahl ja mehrfach moduliert 
wird, es sowohl zur Amplituden* wie auch Frequenzmodulation kommt.

(*es gibt keine wirkliche amplitudenmodulation, aber da gilt 
"Einfallswinkel=Ausfallswinkel" scheintn es am emfänger diesen effekt zu 
geben. Da die Scheibe sich bewegt verändert sich der einfalswinkel 
leicht und damit der Ausfallswinkel was bedeutet das mal genau der 
mittelpunkt der Fotozelle getroffen wird, mal etwas daneben -wobei 
energie verloren geht-)

Der Aufwand bei den Lasergeräten liegt in der Optik und der sehr 
Rauscharmen Eingangsstufe. Will man dann die minimale Frequenzmodulation 
des Lichtes zurückgewinnen wird es richtig lustig.

Im Laborversuch habe ich es Problemlos hinbekommen den von einem 
Lautsprecher auf eine dünne einscheibige Glaseinfassung in einer 
Zimmertür geworfenen Schall wieder Hörbar zu machen. Aber nur bei hoher 
Lautsärke. Doppelverglasung oder auch nur bei Zimmerlautstärke war 
nichts mehr zu wollen.

Bei der Mikrowellengeschichte wird es noch Lustiger...
Wo du bei der Laseranlage nur eine "normale" Laserdiode zur 
Strahlerzeugung einsetzt, musst du bei der Mikrowellenstrahlung schon 
ein Komplettes GHZ Senderfrontend das auch noch höchstfrequenzstabil 
sein muss aufbauen. Ist alles andere als Trivial. Dann musst du die 
Reflektierte strahlung wieder auffangen und demodulieren. (Am 
einfachtens währe vieleicht Direktmischung mit dem Sendesignal?) Den 
sehr sehr geringen Modulationsgrad musst du mit sehr viel Technik 
kompensieren.

In der Theorie sicher möglich, in der Praxis für einen "normalen" 
Hobbylöter sicher unmöglich. Selbst ein "Experte" mit umfangreicher 
Laborausstattung muss da ettliches an Zeit -und noch viel mehr Geld- 
investieren so das da dann eher der Neukauf in Frage käme!

Davon abgesehen ist die Mikrowellenabhörtechnik in dieser Form zwar 
theoretisch nutzbar, in der Praxis aber nur sehr sehr beschränkt. 
Immerhin muss man einen Strahl durch die Wand schicken, dieser muss im 
Zimmer aber auf eine Reflektierende Oberfläche treffen die aber frei 
genug schwingen können muss um sich im Schalltakt zu bewegen, das ganze 
modulierte Signal muss durch die Wand wieder zurück ohne das es zu viele 
andere Interferenzen im Zimmer gibt. Extrem viele Vorraussetzungen.

Was relativ einfach geht ist das vereinfachte Prinzip:
Man plaziert eine "Passive" Wanze mit Mikrofon in dem Zimmer, im Prinzip 
ein Resonanzkreis. Von aussen wird dann diese Wanze "beschossen" und 
damit angerekt. Nun schwingt diese und es kommt zu einer Reflektion 
eines wesentlich stärker modulierten Signals.
Dieses Prinzip ist uralt und hat aber den Vorteil das die Wanze im 
passiven Zustand kein Signal abgibt und unabhängig ist. Sie kann 
unbegrenzt leben und ist nur detekttierbar solange sie aktiv beschossen 
wird. Dieses Prinzip wurde tatsächlich von den Geheimdiensten 
eingesetzt.

Nachteilig ist das man erst die Wanze in das Zimmer bekommen muss!

Gruß
Carsten

Autor: Detlev T. (detlevt)
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Ich vermute, es gibt einen Zusammenhang zwischen Wellenlänge und 
mechanischer Auslenkung der Fläche durch den Schall. Man muss wohl durch 
die Bewegung eine merkliche Phasenverschiebung des Signals erreichen, um 
es nutzen zu können.

Bei Mikrowellen mit ~10cm Wellenlänge könnte man daher wohl noch nicht 
einmal Hardrock-Bands belauschen. ;-)

Autor: Martin (Gast)
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... es gibt keine wirkliche amplitudenmodulation ...

Wenn ich schreibe, dass ich auf einem Bein stehe - bekomme ich dann die 
Antwort, es gibt keine wirklich auf einem Bein stehenden Leute?

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Die Radar-Bewegungsmelder arbeiten zum Teil im 24 GHz-Band, also 1,25cm 
Wellenlänge. Die Auslenkung einer Membrane ist dagegen immer noch klein, 
wenn es nicht gerade der Basslautsprecher des Nachbarn ist. Das Signal 
könnte man dann mit einem einfachen NF-Verstärker abhören.

Autor: Marcus B. (marcus_b)
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interessant, danke erstmal

Bzgl. der Frequenz habe ich noch

http://www.spybusters.com/Great_Seal_Bug.html
gefunden.
Unten auf der Seite berichtet jemand von einem professionellen Nachbau 
und es wird etwas von 1 bis 3 GHz gesagt, d.h. wohl kein direkter 
Zusammenhang mit der Wellenlänge von Schall. Da fehlt mir aber auch 
leider völlig das Grundlagenwissen (Modulation und diese Sachen).

eigentlich hat Carsten wohl alles beantwortet.
Ich frage trotzdem nochmal, Radar Bewegungsmelder würden also schon mal 
nicht taugen, weil sie nicht "höchstfrequenzstabil" sind? Ansonsten 
funktionieren die ja auch durch dünne Wände und hier schreibt jemand, 
dass er damit immerhin aus einem Meter Entfernung seinen Herzschlag 
detektieren konnte: Beitrag "Radarsensor für Fotokamera"
Abgesehen natürlich vom Unterschied zu einem brauchbaren Audiosignal, 
funktioniert das auch noch durch eine dünne Wand oder gibt es da viel 
Streuung?

Letzte Frage, etwas abschweifend: Irgendwelche Mikrofone und 
Lautsprecher hat ja jeder in seinen Räumlichkeiten. Habe mal gelesen, 
dass man relativ einfach die elektromagnetische Abstrahlung auffangen 
kann. Geht das noch aus ein paar Metern Entfernung plus Wand oder ist da 
auch in jedem Einzelfall speziell aufwändig zu kalibrieren?

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