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Forum: Digitale Signalverarbeitung / DSP Übertragungsverfahren mit Symbolübersprechen


Autor: interessierter Leser (Gast)
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Hallo,

mich würde interessieren ob es Übertragungsverfahren mit bewusstem, 
tolerierten Symbolübersprechen gibt.

MfG
ein interessierter Leser

Autor: Georg A. (Gast)
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GMSK? Und in der Praxis eigentlich alle PSKs/QAMs. Durch den 
Symbolwechsel wird die Bandbreite ja deutlich grösser, also muss man 
filtern. Das produziert aber zwangsweise ISI, wobei man das beim 
Empfänger (weil man ja die Filtereigenschaften kennt) wieder etwas 
rausrechnen kann. Ist jedenfalls ganz lustig, wenn ohne das Rausrechnen 
ein Konstellationspunkt wieder ein kleines Konstellationsdiagramm ist, 
das wiederum ein... ;)

Naja, dann gibts noch OFDM. Das toleriert alles, was ins Guardintervall 
fällt. "Bewusst" ist das nicht, eher zwangsweise, weil die Sache mit 
adaptiven Filtern/Equalizern irgendwann ziemlich anstrengend wird, wenn 
man realen Mehrfachempfang überstehen will.

"Bewusst" gibt es das AFAIK eigentlich nur beim CIFDM vom Herrn Bartels, 
da werden die Symbolwechsel hexagonal in die Zeit/Frequenzmatrix 
gequetscht.

Autor: Gerrit Buhe (gbuhe)
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Hallo,

grundsätzlich versucht man natürlich, die Symbolinterferenzen zu 
vermeiden. Aus diesem Grund soll die sogenannte erste Nyquistbedingung 
eingehalten werden, nach der im Abtastzeitpunkt eines Symbols, bzw. 
Pulses, die Energie der anderen Pulse genau Null ist. Dies kann man 
durch Verwendung von Nyquist-Roll-Off-Filtern (RRC - Root Raised Cosine 
Filter) zur Pulsformung erreichen. Entgegen der Aussage oben werden die 
meisten PSK- und QAM-Systeme tatsächlich mit solchen 
Inter-Symbol-Interferenz(ISI)-freihen RRC-Filtern realisiert (das 
GMSK-Bsp. stimmt aber). Die trotzdem auftretenden ISI auf der 
Empfangsseite kommen durch die Kanalverzerrungen und werden je nach 
System durch Kanalschätzung und Kanalentzerrung wieder verringert.

Diese RRC-Pulsformung macht das Spektrum je nach Roll-Off-Faktor schön 
schmal, allerdings ergibt sich ein Amplitudenmodulations(AM)-Anteil, der 
eine erhöhte Linearität der Signalverarbeitung erfordert. Insbesondere 
Sendeendstufen werden bei hohen Linearitätsanforderungen aber sehr 
Leistungs-ineffizient (der Rest auch, aber das fällt meist nicht so ins 
Gewicht).

Aus diesem Grund versucht man, diesem AM-Anteil durch geschickte 
Pulsformung gering zu halten. Dabei geht man schon mal Kompromisse bzgl. 
dieser ersten Nyquistbedingung ein. Entweder man lebt dann mit der 
erhöhten SNR(Signal to Noise Ratio)-Anforderung im Empfänger, oder 
versucht sie zu entzerren.

Deine Frage ist also mit 'Ja' zu beantworten. Es gibt Systemdesigns die 
bewußtes Symbolübersprechen vorsehen, um eine geringere Bandbreite bei 
möglichst auch noch geringem AM-Anteil (Leistungseffizienz) zu 
ermöglichen. Es handelt sich also um bewußte Kompromisse, die über alles 
betrachtet einen Vorteil ergeben.

Viele Grüße!

Gerrit, DL9GFA

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