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Forum: Platinen Grundlagen zur Herstellung von Kupferplatinen


Autor: kami (Gast)
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Hi

Ich habe mir vor kurzem so ein Set zur Herstellung von eigenen
Leiterplatinen gekauft.
Aber leider hilft mir die Kurzbeschreibung nicht so recht weiter. Also
ich möchte gerne mir eine doppelseitig kupferbeschichtete Platine
herstellen als Chemikalie soll Natriumpersulfat nach angabe des
Herstellers benutzt werden. Nun meine Fragen:

Kann ich damit wirklich eine vernünftige Platine erstellen?
Muss das Wasser warm sein oder geht das auch bei Zimmertemperatur?
Was kann ich mit der Lösung machen wenn ich die Platine geätzt habe?
Aufheben(wenn wie am besten?) , Wegmeißen, wieder verwenden (Wie oft?)
?
In der Beschreibung steht drin das man seine Schaltung mit Edding auf
die Platine malen soll, meine Schaltung ist aber etwas komplexer und
kommt aus dem Drucker wie kann ich das vernünftig auf die Platine
bringen?
Sollte ich Hautkontakt komplett vermeiden also Gummihandschuhe tragen?
oder reicht vernünftiges Hände waschen?



Mfg

Kami

Autor: Patrick (Gast)
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Autor: Michael (ein anderer) (Gast)
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Den Hautkontakt vermeidest Du am besten...

Erstens ist Natriumpersulfat eine Säure. Die frist sich durch Deine
dünne Haut durch (zwar langsam, aber sie kommt durch).

Zweitens ist Natriumpersulfat Allergieauslösend. D.h. wenn Du zu oft
mit dem Zeug in Berührung kommst, kann das hässliche Allergien
auslösen. Auch nicht so toll.

Entsorgen tust das bitte bei der Problemmüllsammelstelle, und nicht in
den Ausguss. Schliesslich ist nach dem Ätzen Kupfer im Natriumpersulfat
gelöst. Kupferionen sind hoch giftig.

Lagern kannst Du die Natriumpersulfat-Säure am besten in
Kunststoffflaschen. Allerdings musst Du aufpassen: Natriumpersulfat
gast aus. D.h. wenn die Flasche zu dicht ist und/oder Du sie nie
entlüftest, platzt sie irgendwann.

Um von einem Ausdruck zur fertigen Platine zu kommen, brauchst Du auch
noch ein Belichtungsgerät (UV-Licht), Fotopositiv beschichtete
Platinen, und Entwickler (Natriumhydroxid, eine starke Lauge, ätzt Haut
deutlich schneller, nicht ganz ungefährlich).

Gummihandschuhe, Arbeitskittel und Schutzbrille sind beim Umgang mit
Chemikalien grundsätzlich pflicht.

Fehlende Schutzbrille ist extrem, grob fahrlässig, fehlende Handschuhe
mittel fahrlässig. Fehlender Arbeitskittel, naja, hast dann eben
versaute Klamotten.

Nach Chemie-Tätigkeiten werden die Hände grundsätzlich gut gewaschen.
Vor den Chemie-Tätigkeiten ist eine Hautschutzcreme nicht so verkehrt.
Die kann bei einer Unachtsamkeit schon einiges rausreissen.

Dämpfe, vor allem des Entwicklers (Natriumhydroxid), nicht einatmen, da
es Dir sonst die Lungen anätzt. Ziemlich ungesund. Wenn Du Deinen Kopf
zu viel über den Entwickler gehalten hast, freut sich Deine Haut
hinterher über eine pflegende Hautcreme.

Wenn Du einen Belichter benutzt, nicht unnötig in das UV-Licht schauen.
UV-Licht macht Sonnenbrand und schlimmeres. Sollte bekannt sein.

Wie Du siehst, alles nicht so "harmlos", zwar auch nicht wirklich
gefährlich, wenn man ordentlich und gewissenhaft ist, aber eben kein
Kinderspielzeug.

Autor: Markus (Gast)
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Wahnsinn,

[Scherzmodus on]
eigentlich müsste ich schon lange blind, blanke fingerknochen und nackt
durch die Gegend laufen...
[Scherzmodus off]

Nee im Ernst,

prinzipiell hast schon recht, aber du solltest es ihm nicht gleich
vergällen!

Gruss, Markus

Autor: Heinz Tomato (Gast)
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>Muss das Wasser warm sein oder geht das auch bei Zimmertemperatur?


Bin selbst noch noob auf dem Gebiet, aber zum Thema Temperatur habe ich
schon folgende Erfahrung gemacht:

1. Entwickler: Egal
2. Ätzen: hohe Temperatur, sonst geht nix.

Wobei ich die Säure natürlich nicht in den Ofen stecken will und auch
keinen Tauchsieder habe; folgendes hat sehr gut geklappt:
Ätzlösung in Kunststoffschale. Diese dann in ein Waschbecken legen,
welches mit heissem Wasser aus dem Wasserkocher gefüllt ist.

Autor: Michael (ein anderer) (Gast)
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@Markus:

Wenn jemand frägt, ob man ohne Handschuhe in's Ätzbad fassen kann,
dann drängt sich mir der Verdacht auf, dass der Fragende nicht wirklich
weiss, was er da tut. Denn dass man in Chemikalien, egal ob Säure, Lauge
oder Neutral, nicht baden geht, sollte logisch sein.


@Heinz Tomato:

Entwickler: Raumtemperatur, ca. 20°C.

Natriumpersulfat: 40°C bis 50°C. Über 50°C kristalisiert es aus, unter
40°C ist es ziemlich wirkungslos.

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