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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Warum Deutsche gern in Amiland studieren

Autor: Rufus, das dicke Ei (Gast)
Datum: 31.07.2006 10:11

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,41...

Auch als Superdumpfbratze bekommt man nämlich an US-Eliteunis einen
Abschluß.

Achja, Bush hat in Harvard und Yale studiert...


Also, auf nach Amerika!
Autor: Thomas (Gast)
Datum: 31.07.2006 12:26

Hallo Rufus,

höre ich denn da ein wenig Neid??? Du kannst doch nicht qualifizierte
deutsche Studenten mit den amerikanischen Sportstudenten vergleichen.
Hast du mal versucht dich für ein Auslandssemester in den USA zu
bewerben?
Ich selbst habe an der im Artikel erwähnten Oklahoma State 2 Semester
studiert und habe dabei ganz andere Erfahrungen gemacht. Richtig ist,
dass der Sport an diesen Unis einen extrem hohen Stellenwert hat. Das
kann man auch nicht nachvollziehen wenn man es nicht selbst gesehen
hat. Bei einem Football oder Basketball Spiel ist der ganze Campus in
die Farben der Uni gehüllt. Jeder identifiziert sich mit der Uni. Es
sind je nach Uni ca. 100.000 Leute zus. auf dem Campus. Alleine in die
Stadien gehen bis zu 85.000 Leute und der Rest genießt das Barbeque und
wir reden hier von Uni Sport. Vergleich das mal einem Bayern Heimspiel
in der Allianz Arena. Richtig ist auch dass beim es Sport um einen
Haufen Geld geht, damit natürlich auch Tür und Tor für die
geschilderten Zustände geöffnet werden.
ABER:
Die Bedingungen speziell für E-technik, Informatik und Machinenbau an
den amerikanischen Unis sind einfach traumhaft. Alle nahmhaften
Hersteller stellen ihr Equipement zur Verfügung. Man kann absolut aus
dem Vollen schöpfen. Das praktische Studium ist einfach klasse. Die
Amis müssen ja auch sehr tief in die Tasche greifen um zu studieren, da
kann man auch schon was erwarten.
Fazit:
Der Klüngel an den amerikanischen Uni kann auch bei uns in Deutschland
stattfinden, das habe ich auch selbst erlebt. Du glaubst garnicht wie
lange man sich in Deutschland durchschummeln kann, mit oder ohne
Beziehungen, bis es endgültig nicht mehr geht.
Für Deutsche Studenten sind die Vorraussetzungen einfach super in den
USA wenn sie durch einen Austausch nichts bezahlen müssen kann man die
Zeit einfach nur geniesen. Und durch Deutsche Gründlichkeit und die
immer noch sehr gute theoretische Ausbildung an Deutschen Unis ist man
den meisten amerikanischen Powerpoint Ingenieuren immer noch vorraus.

Grüße Thomas
Autor: Rufus, das dicke Ei (Gast)
Datum: 31.07.2006 21:44

Ich war ein Jahr drüben (Physik).
Allerdings bevor dort ein menschenverachtendes und folterndes Regime
die Macht übernommen hatte.
Und schwer war es nicht. Allerdings war es trotz Stipendium nicht ganz
umsonst.

Aber:
"Die Amis müssen ja auch sehr tief in die Tasche greifen um zu
studieren, da kann man auch schon was erwarten."

Genau das ist das Problem. Bildung und Abschlüsse sind zu Waren
verkommen. Bezahle ich viel, erhalte ich viel. Punktum. Leistung wird
da leider zur Nebensache...
Autor: mr.chip (Gast)
Datum: 01.08.2006 01:52

Ist es nicht so, dass es ein sehr grosses Gefälle zwischen den Unis
gibt - Elite-Unis wie das MIT oder Berkeley, die dann wirklich zur
absoluten Weltelite gehören und im Gegensatz dazu irgendwelche 4.Klass
Unis, die man dann vergessen kann... Eine amerikanische
Austausschülerin meinte jedenfalls, die öffentlichen Schulen in den USA
seine 'ein Witz'.

Noch zu den sogenannten 'Elite-Stipendien': Ich denke, es ist schon
lange kein Geheimnis mehr, dass die meisten (einst renommierten)
sogenannten Elite- bzw. Privatschulen zu einem guten Teil dazu dienen,
Leuten einen intellektuell zu hoch angesetzten Abschluss zu verpassen -
gegen das entsprechende Kleingeld, versteht sich.
Autor: Simi (Gast)
Datum: 20.11.2006 16:01

Ich war im Rahmen meines Doktorats vier Monate lang am MIT. Ich habe da
zwar im Wesentlichen nur ein Labor (Microfluids Lab) gesehen - aber was
ich gesehen habe, hat mich mehr als erschreckt!!

MEIN persönliches Fazit: Das "durchschnittliche" akademische Niveau der
ETH ist um WELTEN höher als das am MIT. Und wenn's um Pragmatismus -
eine Eigenschaft, die bei den Amis immer so hoch gelobt wird - geht,
sieht's noch schlimmer aus.

Glaubt mir, ich war und bin nicht voreingenommen. Ich freute mich extrem
darauf, die absolute Welt-Spitzen-Uni mal von innen zu sehen.

Mit obigem "Durchschnittlich" meine ich folgendes:
Meiner Meinung nach gibt es am MIT zwei Sorten von Studenten. Und es mag
jetzt sehr zynisch klingen, ich pointiere es auch absichtlich ein
bisschen übertrieben, obwohl es sich mit meinen Beobachtungen zu 100%
deckt:

Gruppe 1 = Amis
Gruppe 2 = Ausländer (Deutsche, Inder, Fernost (unterschiedliche Länder)
u.a.

Eigenschaften der Gruppe 2:
-SEHR gute Wissenschaftler. Sie arbeiteten an Projekten, die mich
wirklich in Staunen versetzten.
-Finanziert durch Stipendien, welche wiederum hauptsächlich von der
US-Army getragen wurden.

Eigenschaften der Gruppe 1:
Sie spechen leidlich gut Englisch. :-)
Sie arbeiten an Projekten, die schlicht ein WITZ sind!! Ohne eingebildet
zu klingen: Mir wurde am ersten Tag eine Doktorarbeit mit dem
Ami-typischen Enthusiasmus gezeigt, und am nächsten Tag stellte ich dem
Doktorand einige (Suggestiv-)Fragen, die ihn (nach einem Jahr Arbeit)
dazu bewegten, sein Projekt einen Monat später einzustellen, weil er
erkannte, dass das absoluter Blödsinn ist.

Eine Studentin, die ich betreute (El.Tech, "very VERRYYYYY good, no...
really EXCELLENT student of mine, 5. Semester) sollte mit einem OpAmp
einen Differenzverstärker aufbauen. Nein, nichts Spezielles! Nichts mit
0.00001ppm Offset oder wasweissich.... NUR eine SIMPLE
Diff-Verstärker-Schaltung. Oder war's noch was mit Filter? ....
Jedenfalls SIMPEL. Und nach eigenen Angaben hatte sie schon viele
einschlägige Vorlesungen besucht.
Ich sah sie volle 3 Tage lang nicht mehr. Und als sie wieder auftauchte,
hatte sie etwa 10kg Bücher unterm Arm. "I did some research about
it".....


Wie gesagt, ich bemühe mich, nicht ZU zynisch zu klingen - das MIT macht
wirklich auch gute Sachen - und nicht alle Amis sind steindämlich...


Aber was ich gesehen habe beweist für mich, dass es als Amerikaner mit
Geld SEHR SERH leicht ist, an IRGENDEINER Uni, auch am MIT, 'nen
Abschluss zu machen. Und dass ein MIT-Studium weder technisch noch
akademisch qualitativ auch nur annähernd an das der ETH (Ich kenne halt
nur die ETH, wird auch für viele deutsche Unis gelten) rankommt.

Ich persönlich habe in den letzten Jahren meinen Respekt vor Doktores
und Schicki-Micki-Unis GEWALTIG verloren. :-)

Gruss
Simi
Autor: Axel (Gast)
Datum: 20.11.2006 17:13

Vom meinem Jahr USA habe ich mitgenommen, dass man da wirklich was
lernen kann, wenn man will. Die Lehrer/Professoren sind engagierter, die
Ausstattung wesentlich besser.

Aber wer nichts lernen will, muss nicht.

Gruss
Axel
Autor: Simi (Gast)
Datum: 20.11.2006 17:37

Hm.... was die Ausstattung betrifft, war ich ehrlich gesagt eingedenk
des klingenden Namens MIT auch nicht soooooo begeistert.

Naja, vielleicht bin ich von der ETH auch ein bisschen verwöhnt... :-)


Dass die Profs dort sehr engagiert sind, das hat schon was. Aber
irgendwie kommt mir ihr überschwänglicher Enthusiasmus auch ein bisschen
schräg rein.

Was man in den USA aber wirklich SEHR gut lernen kann, ist REDEN. Ich
meine damit nicht Englisch lernen, sondern seine Arbeit in ein gutes
Licht zu reden.

Und das meine ich nicht mal negativ. Das ist leider etwas, das wir
Schweizer viel zu wenig beherrschen - auch verglichen z.B. mit den
Deutschen. Wir können nicht schwätze.

Aber wie gesagt - um ein Stipendium zu kriegen für eine Arbeit in einer
guten Ami-Uni, muss man es wohl ziemlich drauf haben, denn wenn sie
schon keine Kohle sehen, dann wollen sie doch wenigstens eine
Ruf-Politur bekommen. Und wenn man unter diesem Aspekt - statt Geldesel
Wissensesel - angestellt wird, dann ist man wohl recht gefordert.
Aber das betrifft ARBEITEN an den Unis. Bezüglich Studium weiss ich
nicht viel - nur, dass ich vom Bildungsniveau der Studenten wirklich
enttäuscht bin.
Autor: unbekannt (Gast)
Datum: 20.11.2006 17:48

Ich habe mir ein Semester in den USA gegönnt, die US-Uni musste mir ein
Stipendium zahlen damit ich das Visum bekomme während ich in
Niedersachsen schon beinahe Studiengebühren zahlen sollte. War ein
Praxissemester an einer Uni.

Fazit: je nach Bundestaat Lebenshaltungskosten für Stipendium (NY war
Jahr 2000 $1550 netto/Monat) und klingt wichtig im Lebenslauf. Und ganz
nebenbei habe ich mir meine 2-Jährige Berufsausbildung zum
techn.Assi.Informatik (lach) als 'Bachelor Informatics' anerkennen
lassen :) - Als Dipl.Ing.Elektro macht sich der gratis Bachelor nicht
schlecht in der Embedded Welt ;)
Autor: Simi (Gast)
Datum: 20.11.2006 17:49

Nachtrag:

Doch, das stimmt wohl wirklich. In der Schweiz (und wohl auch in
Deutschland) sind die Studenten auf sich allein gestellt. Den Prof sieht
man immer nur von der Ferne, kommuniziert wird allenfalls mit den
Assistenten.

In Amerika nehmen sich die Profs wirklich ihrer Studenten an. Wenn man
'ne Frage hat, dann ist er immer als Ansprechperson da.

Diese Erfahrung habe ich zwar nicht persönlich gemacht, weil ich als
Student nie drüben war, aber das ist, was ich beobachten konnte, und was
mir auch immer wieder von Kollegen bestätigt wird.
Autor: Simi (Gast)
Datum: 20.11.2006 18:03

Bezüglich der Finanzierung (Immense Studiengebühren an Eliteunis,
Stipendien,...) und den (finanziellen) Mitteln einer Uni habe ich jetzt
gerade mal eine Überschlagsrechnung gemacht, deren Resultat mich recht
erstaunt!

Ich weiss, dass die Studiengebühren am MIT sehr sehr hoch sind. WIE
hoch, weiss ich nicht mehr. Und wie viel Geld von der Armee in deren
Forschung fliesst, weiss ich noch weniger (aber auch, dass es 'ne Menge
ist).
Also nahm es mich doch einmmal wunder, wieviel Mittel denn bei uns
vorhanden sind... und ich denke, so schlecht sieht das ja gar nicht aus!
Ich musste nicht FAST, sondern TATSÄCHLICH Studiengebühren zahlen.
Nämlich 550 Franken (ca. 350 Euro) pro Semester.

... Und wenn man die Forschung mal ausser acht lässt, dann buttern der
Staat und die Industrie noch etwa 40'000 Franken - also etwa 25'000 Euro
drauf!!!

25'000 Euro PRO SEMESTER und PRO STUDENT!!! Mit diesem Budget kann man
doch einiges anfangen! Und da muss eine private Uni wie das MIT schon
SEHR schickimicki sein, um da mitzuhalten! (wird das MIT vermutlich
schon schaffen, aber viel mehr Geld werden auch die nicht haben/in Form
von Studiengebühren kriegen).

Ich denke, in Deutschen Unis wird das ähnlich sein...
Autor: Klaus (Gast)
Datum: 20.11.2006 18:39

Ich kann es absolut nicht bestätigen, daß amerikanische Unis besser
ausgestatt sind, als die deutschen! Und selbst wenn, heisst dies nicht,
daß man dort mehr lernt. Ebenfalls kann ich nicht nachvollziehen, daß an
deutschen Unis die Profs nicht ambitioniert seien. Für meine Uni kann
ich das dementieren: Wir hatten gute Ausstattung und gute lehrwillige
Profs! Mit den Amis nehme ich es jederzeit auf - auch wenn die noch so
viele geschenkte bachelors haben.
Autor: Axel (Gast)
Datum: 20.11.2006 22:38

"Aber irgendwie kommt mir ihr überschwänglicher Enthusiasmus auch ein
bisschen schräg rein."

Wieso ?

Ich gebe allerdings zu, dass meine Erfahrungen schon reichlich veraltet
sind. Bin immerhin schon seit 15 Jahren mit dem Studium fertig.

Da war allerdings der Unterschied krass. Wobei man allerdings in
Deutschland auch deutlich zwischen Vordiplom und Hauptdiplom
unterscheiden musste.

Allerdings gebe ich zu, dass ich es später mit meiner Ing. Ausbildung im
Nationenvergleich mit jedem anderen aufnehmen konnte. Oder anders
geschrieben: Im Schnitt gab es bei Amerikanern oder Japanern keine
besseren Ingenieure als bei uns.

Allerdings bleiben bei einer Durchfallquote in Deutschland von um die
50% natürlich auch nur die Besten übrig. Ob so eine Durchfallquote
allerdings für die Qualität der Lehre spricht, darf man wohl bezweifeln.

Gruss
Axel
Autor: Simi (Gast)
Datum: 21.11.2006 00:01

Wieso?

Naja... Enthusiasmus ist ja 'ne feine Sache. Aber ich finde es manchmal
wirklich ermüdend, wie toll und weltbewegend alles in Amerika ist. Und
dass da prinzipiell jeder als der beste Ingenjeur oder Student oder was
weiss ich vorgestellt wird.... und man dann einfach davon ausgehen muss,
dass das alles eh geheuchelt ist...
Und wenn sie von ihren Projekten sprechen, dann hat man das Gefühl, man
spreche mit dem nächstjährigen Nobelpreisträger - bis man mal ein
bisschen genauer erfragt, WAS GENAU sie eigentlich wirklich
herausgefunden oder erfunden haben...
Aber das ist vielleicht auch schlicht ein Kalibrierungsproblem. Wir
Europäer sind halt auf europäischen Enthusiasmus und europäisches Mass
an Selbstpräsentation getrimmt. Wenn ein Ami einem Ami zuhört, dann
versteht er wohl "absolutely magnificant!" als "des basst scho...." ;-)
Autor: tom (Gast)
Datum: 21.11.2006 07:33

Hi,

@Simi:

Das mit der Kalibrierung könnte schon stimmen. Ich war zwar noch nicht
in den USA (... ob se misch reilasse ... ;-) ), habe aber mitunter viel
mit den Ergebnissen der Arbeit aus einigen, auch großen international
bekannten Konzernen, zu tun.

Zweifellos gibt es Amerikaner, die wirklich schwer gut sind. Und
zweifellos gibt es ebend auch die ... nun ja, die weniger gut sind. ;-)
(was sich ebendso auch von Deutschen sagen läßt!)

Da gibt es diesen altbekannten Programmiererwitz, nachdem Software, die
hier in D mal gerade als im Alpha-Stadium oder Proof-of-concept-Phase
gesehen werden, dort bereits als Release 2.0 verkauft werden! :-)

Einfach: andere Länder, andere Begriffe für Graduierungen. Japaner z.B.
kommen uns Europäern als SEHR höflich vor, jedoch hat diese Höflichkeit
fein akzentuierte Abstufungen, die uns nur nicht auffallen, der Japaner
ist's gewöhnt. So könnte ein "very good" durchaus der deutschen
Bedeutung von "na ja, grad so durchgekommen" entsprechen, bildlich
gesprochen. (ich weiß nicht, ob das zufällig tatsächlich passen könnte!)

Jedes Volk hat da so seine eigenen Ausdrucksmöglichkeiten, die sich
jedoch a) nicht wörtlich übersetzen lassen und b) auch nicht in
Fremdsprachenkursen gelehrt werden.

Schönen Tag noch,
Thomas
Autor: pet (Gast)
Datum: 21.11.2006 09:36

@Simi

Kannst du dies Projekte auch etwas genauer beschreiben, bzw. beim Namen
nennen.
- Würde mich brennend interessieren

>Und wenn sie von ihren Projekten sprechen, dann hat man das Gefühl, man
>spreche mit dem nächstjährigen Nobelpreisträger - bis man mal ein
Autor: Simi (Gast)
Datum: 21.11.2006 15:19

Hm..... also mit dem von Dir zitierten Satz habe ich nichts spezielles
gemeint. Sondern mehr allgemeine Eindrücke.

Aber das Projekt, das ich weiter oben konkret erwähnte, das ist
folgendes: Hm... Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht ins Plaudern
komme... :-)

Ein "fluidic computer". Also ein Computer, der statt mit elektrischen
Signalen mit Fluid (Flüssigkeit oder Gas) arbeitet.

Einige Aspekte von ven Arbeiten in diesem Labor sind wirklich
faszinierend! Ganz grob gesagt nehmen sie einen Silizium-Wafer (dass er
aus Silizium besteht ist ihnen jedoch völlig egal, nur ist das das
günstigste extrem planare Substrat, das man kriegen kann) und bringen
mit "Standard" entwicklungstechniken eine Struktur drauf. Also Photolack
drauf, belichten, entwickeln.
Dann wird der Wafer mit Silikon übergossen. Der härtet aus, und wenn man
ihn dann abzieht, sind die Strukturen im Silikonblock.
Zwei solche Blöcke übereinander, mit einer dünnen Trennwand dazwischen -
fertig.
Und zwar so:

Stellt Euch z.B. ein GAL vor. Da gibts doch dieses - ja eben, dieses
"Logic array". In Silikon heisst dies nun: Untere Struktur: Leitungen
von oben nach unten, obere Struktur: Leitungen von links nach rechts.
Da, wo im GAL die Logikzellen rangeknüpft würden, verdicken sie die
oberen Leitungen. Wenn das ganze nun unter Druck gesetzt wird, dann wird
bei diesen dickeren Stellen die untere Struktur abgedrückt.
So kann man beliebige Minterme und durch "Veroderung" hinten somit
beliebige KOMBINATORISCHE Verknüpfungen erstellen.

Das ist aber schon der erste Hasser an der Sache: Feedback ist nicht
möglich, weil es immer 'nen grösseren Druck braucht, um 'nen kleineren
abzuklemmen. Zumindest bei diesem Aufbau. Also keine sequenzielle Logik

Kleine Anekdote am Rand: Das tool, mit dem sie die Masken erstellen
nennt sich Microsoft Excel. JA. Ihr habt mich richtig verstanden. Mit
Excel erstellen sie die MASKEN. Die GEOMETRIEN. Excel ist das, was im
Chip-Design die Cadence-Tools wären. Als ich das sah, pinkelte ich mir
fast in die Hose! DAS ist aber mal WIRKLICH geiler Pragmatismus! Hut
ab!!! :-)
Wie das ganze funktioniert, darauf gehe ich jetzt nicht näher ein. Mit
Zellen einfärben, Copy-Paste und was weiss ich...

Schön und gut. Sie haben auch einige Schaltungen hingekriegt (einfache
74xx-Bauteile nachgebaut), die wirklich funktionierten.

Ich war nun aber von diesem Enthusiasmus zwar schon ein bisschen
angesteckt. Ich war wirklich fasziniert! Bin's auch heute noch! Aber
dennoch stellte ich eine furchtbar unpassende Frage: "Und wozu das?"

Natürlich kamen mir ganze Powerpoint-Präsentationen voll mit Anworten
entgegengeflogen. Angefangen von umweltfreundlich, weil es ja nur
Silikon und nicht das hochgiftige und seltene Silizium ist :-), über
NEMP-Sicherheit, der Möglichkeit, dreidimensionale Strukturen aufzubauen
und somit höhere Integrationsmöglichkeiten zu haben, bis hin zur
Tatsache, dass ja der Informationsträger gleichzeitig das Kühlmedium sei
und somit - zusammen mit der dreidimensionalen Struktur (ich hatte
inzwischen zu bedenken gegeben, dass das mit Silizium genau so möglich
sei - nur eben... Kühlung....) wiederum die Möglichkeit einer beliebig
hohen Integrationsdichte böte.

Ich fragte dann mal, was denn realistische Werte für die Druck- und
Volumendifferenzen seien, die beim Schalten eines solchen Transistors
entstehen. Was so UNGEFÄHR zu erwarten sei. In ferner Zukunft. Wenn die
Technologie so richtig ausgereift sei.
Ich weiss nicht mehr, was er mir daraufhin sagte. Nur, dass ich die Zahl
dann mal mit Faktor 100'000'000 multiplizierte (Anz. Transistoren auf
'nem Chip), dann mit Faktor 1'000'000'000 (1 GHz), dann hintendran einen
grosszügig kleinen Faktor, weil man ja laminare Strömug und lauter sehr
schon elastisches Zeugs hat.... und kam zum Schluss dass man einen
Pentium mit einem mittleren Kraftwerk speisen müsste.

Ach ja, und was mich gleich am ersten Tag extrem "faszinierte", war, als
dieser Fluiddynamik-Doktorand mir seinen Prototyp einer
"Micro-Peristaltic-Pump" zeigte.
Das Prinzip war wie folgt: Mit oben erwähnter Gitter-Struktur wurde eine
Peristaltik Pumpe gebaut, wobei drei Leitungen mit "Drehstrom"... Hm...
"Drehdruck" betrieben wurden. Unter diesen Leitungen ging ein Haufen von
Leitungen orthogonal durch. Also gabs viele viele parallele Leitungen,
die ganz ganz wenig Flüssigkeit (hier nicht Gas) transportierten.
Und nun, erklärte mir der Doktorand, werden diese vielen parallelen
Leitungen zu einer dünnen Leitung vereinigt und verjüngt. Und da ja die
gesamte Flüssigkeit da durch muss, kriege er einen immens hohen Druck!
"But for any reason it doesn't seem to work. I have to check that".
Ich war total verdutzt... wusste nicht recht, ob ich jetzt etwas so
richtig überhaupt nicht verstanden habe im Physikunterricht der
Mittelschule.... und fasste mir schliesslich ein Herz, in der Angst,
gleich ausgelacht zu werden.
"Naja..... Hm.... aber...... öh...... müsste dann nicht JEDE einzelne
Leitung den vollen Druck aufbringen? Das kriegst Du mit diesen schwachen
Primärdrücken doch nie hin, oder? Das fliesst Dir doch vorzu wieder
zurück, sobald sich ein minimaler Druck aufbaut......" (duck....)
"................ Hm................... well........... That's a good
point...."

Wäre doch 'ne schöne Welt! Nimm eine Spannungsquelle mit 5 Volt. Dann
hänge 1000 Widerstände mit je 1kOhm parallel dran. Durch jeden fliessen
5mA. Dann Löte am anderen Ende noch einen 1kOhm-Widerstand dran. Und
dann PASS AUF! JA NICHT ANFASSEN!!! Denn 1000*5mA = 5A! Und das durch
1kOhm, das gibt 5000 Volt!!!! Das ist gefährlich, also bitte nur mit
äusserster Vorsicht nachbauen!!! ;-)

Pragmatismus ist 'ne gute Sache... aber manchmal denke ich wirklich, die
denken einfach überhaupt nicht nach. Auch der Professor hat sich die
simpelsten Plausibilitätsüberlegungen erspart und einfach seinen
Doktoranden mal drauflos experimentieren lassen! Und das nenne ich dann
nicht mehr Forschung, sondern Bastelei.

Gruss
Simi

Tja - eben. Pragmatismus ist 'ne feine Sache. Aber ein BISSCHEN
überlegen sollte man schon.
Autor: Revoluzer (Gast)
Datum: 21.11.2006 15:38

Fluidic? Gibts das immer noch? Ende der 60-Jahre kamen die erste
NOR,AND,OR-Bausteine auf den Markt. Von einer großen Verbreitung hab ich
nie was gehört.
Allerdings, ein Fluidic-Flip-Flop war so groß wie eine
Zigarettenschachtel.
Autor: Simi (Gast)
Datum: 21.11.2006 15:44

Ja, stimmt. Aber damals hat man das ganze in "macro" aufgebaut, also
nicht mit "Microfluids", wenn ich mich recht entsinne.

Oooook, ich geb's ja zu, in den 60ern flog ich noch mit den Mücken rum,
das war definitiv "ante-simi". ERINNERN tu ich mich da an gar nichts
mehr! :-) Aber ich habe auch davon gehört.
Autor: Theo (Gast)
Datum: 04.01.2007 04:55

Ich habe Eure Texte nun mal ganz gelesen und da schneiden die Amis in
Sachen Wissenschafts-Überfliegern nun garnicht gut ab. Und jetzt
verstehe ich auch warum ein mir bekannter Physiker einmal zuerst lachte
und dann schimpfte über amerikanische Forschung und deren Methoden.

Aber nun zur Frage, die ich gerne beantwortet haben will:

Wie haben die es geschafft uns im 2. Weltkrieg zu erledigen, wenn sie so
wie beschrieben technologisch unterlegen waren ?

Mein mitte der 90er verstorbener Opa war in Frankreich dabei und meinte
ein Wehrmachtspanzer konnte es mit 4 Panzern aus der Amiproduktion
aufnehmen, weil er 4x schneller nachladen und feuern konnte als auch
geländegängiger war. Das selbe erlebten wir in den 80-ern mit dem
Leopard-2 und dem Ami-Pendant.

Ein weiterer Beweis ist Wernher von Braun, ohne den die nicht mal in die
Stratosphäre gekommen wären geschweige denn zum Mond, was ich allerdings
immer noch nicht glaube, denn Hubble hat eine stark an ein
Elektronenmikroskop kommende Auflösung mit der man 15.000 Lichtjahre ins
All sehen kann. Wenn nun ein schnöder Satelit eine Streichholzschachtel
aus 400 Km Höhe mit lesbarem Schriftzug fotografieren kann, sollte man
mit Hubble eine 2500 mal grössere Fäche der Landeplattform auf dem Mond
erkennen können oder ?

Ich sage das aus einem bestimmten Grund:

Die Engländer hatten den Harrier (Senkrechtstarter) in den frühen 60-ern
entwickelt und die Amis haben es nicht gerallt die Düsen so
auszutarieren und es nachzubauen. Bei der Mondfähre aber waren genau
solche Steuereigenschaften gefragt, die sogar besser sein mussten als
beim Harrier. Sorry und dann noch die öffentlich propagierte Hüpflandung
der Fähre mit starren Beinen......Witz komm raus......quasi genauso wie
bei einem Stein den man über einen Teich hüpfen lässt, peinlich nur das
der Mond keine Tümpel hat.......

Ich habe eher das Gefühl das die Amis wegen des in den 50-ern verlorenen
Koreakrieges eine riesige Rezession hatten und auf diese Weise in den
60-ern Steuergelder locker machen wollten um genau diesen Sachverhalt zu
vertuschen, denn Nachkontrollieren konnte das ja letztlich keiner zu der
Zeit. Immerhin waren an dem Spektakulum über 10.000 Firmen der Amis
beteiligt.

Ein weiterer Witz ist, das Spaceshuttle. Sagte man den Russen in den
80-ern doch nach, sie hätten die Buranfähre 1:1 abgekupfert, in dem ein
deutscher Hacker der sich später angeblich selbst in Benzin verbrannte
die Pläne aus dem Nasa-Computer gestohlen hätte. Offensichtlich hatte
der arme Hacker dann das wesentlich bessere Konzept der Buran und die
doppelte Nutzlast des Russenvogels samt der Trägerrakete Energija gleich
mitgeklaut oder ? Zufälle gibts ?

Ähhhhhh ???
Wieso baut MBB eigentlich die wesentlichen Komponennten der Triebwerke
für das Shuttle und warum haben die Amis so einen Riesentertz gemacht
als man von hier an Saddam feuerfeste Salatschüsseln vertickte, die sich
später als verbesserte Triebwerke für seine Scutraketen herausstellten ?

Da stelle ich mir noch ne Frage:

General-Electric baut in München ein riesiges Forschungszentrum in dem
fast nur deutsche Wissenschaftler arbeiten. Auf die Frage des Warums,
meinte so ein BWL-Quatschaffe der Firma, die deutschen Wissenschaftler
seien billiger als die amerikanischen, was wohl nur stimmt wenn man die
Lohnnebenkosten nicht einrechnet, sonst ist es wohl eher umgekehrt. Aber
was ist denn der wirkliche Grund ?

Als der 2. Weltkrieg hier zu ende war stahlen die Amis 50.000 Tonnen
Papier (fünfzig-tausend!) Alles technische Beschreibungen Patente wobei
sogar der damals beste Kondensator der Welt bei war. Daher kommen auch
diese sog. Dictionarys für Fachkunde (Maschinenbau/E-Technik), die die
Amis nach dem Krieg in Windeseile auflegten um die deutschen
wissenschaftlichen Ausdrücke zu kapieren. Und seit den 70-ern meinen
diverse Idioten insbesondere in Firmen, das ein Amilandaufenthalt im
Studium was tolles sei, deswegen damit der "dumme" Deutsche es auch
richtig macht was die Meister aller Klassen (?) da so vor machen. Der
wahre Grund ist das man intuitive Fähigkeiten nicht stehlen kann, was
das General Electric Beispiel zeigt. Und diese andressierte Masche man
müsse das ja auch in Englisch wissen, dient nur dazu, denen die fertige
Arbeit mundgerecht zu servieren, nicht aber um was intuitives und
positives daraus zu lernen, denn schliesslich kann man heute aufgrund
der geopolitischen Lage keine 50.000 Tonnen Papier an Patenten und
Erfindungen mehr klauen!

Ein weiteres Konzept hierzulande entwickelt:

Schwenkdüsen für einen optimalen Luftkampf.....kaum war die Idee raus
hatten die Amis das der Tornado hat's bis heute nicht........

Wenn man nach Hamburg sieht verseht man warum HIER ein Fusionsreaktor
gebaut wird, denn es dürfte nicht so easy sein ein Magnetfeld aus
partiellen DGL'n zu berechnen in dem das Plasma auf Kurs gehalten wird.

Zumschluss noch ein Geheimnis der Prozessoren:

Ein Bonner Mathematiker war es der sie kreierte, gemeint der HP-PA-Risc
und der IBM-Power-Prozessor, und beide rechneten allen anderen aus dem
Hause Intel und AMD davon, bevor letztgenannte auch DualCore bauten.

Von dem Mann ist übrigens bekannt das er einer der wenigen Weltweiten
Spezialisten in der 3-dimensionalen Optimierung von Chips ist. Und er
hatte auch schonmal 2 Manager von HP und IBM hochkannt rausgeworfen als
sie ihn für die jeweiligen Firmen mit hohem Honorar kaufen wollten.

Auch hier wieder, innovative Denke kann man nicht klauen....

Auf die Frage, warum denn hier nix Großes gebaut wird, alla Saturnrakete
etc. Atom-Uboote, nuklear betriebene Fregatten etc. Dann seht euch mal
die diktierten Auflagen aus dem Nachlass des 2. Weltkrigs an, dann
klingelt es vieleicht.

Jeder der meint was zu können, sollte sich überlegen, ober er dieses
Können diesem Menschen verachtenden Regime in Amiland zur verfügung
stellt..........

Theo

Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 04.01.2007 15:45

"Auf die Frage, warum denn hier nix Großes gebaut wird, alla
Saturnrakete
etc. Atom-Uboote, nuklear betriebene Fregatten etc. Dann seht euch mal
die diktierten Auflagen aus dem Nachlass des 2. Weltkrigs an, dann
klingelt es vieleicht.

Jeder der meint was zu können, sollte sich überlegen, ober er dieses
Können diesem Menschen verachtenden Regime in Amiland zur verfügung
stellt.........."

Naja... das hört sich jetzt ein bisschen zynisch an - reden wir mal alle
von Glück (entschuldigt bitte, ich will niemanden vor den Kopf stossen,
aber so ist es nun mal), dass die Amis, d.h. die Alliierten Euch damals
niedergetreten haben. Und dass es danach Auflagen gab, ist eigentlich
ganz verständlich.

Über Amerikas Aussenpolitik lässt sich aber natürlich endlos
diskutieren... das ist eine Sache für sich.

Warum im Amiland so grosse Dinge entstehen? Einerseits sind die USA
gross. Des Weiteren habe sie schon einen Hang zum Extremen. Das ist
sicherlich auch durch den kalten Krieg mitgeprägt. Wenn man in einen
Durchschnittshaushalt in Amerika schaut, dann hinkt der dem in Europa um
ein Jahrzeht hinterher.
Die Amis sehen Fortschritt als Prestigeträger, das kommt vor dem
praktischen Nutzen, scheint mir. Deswegen wird Spitzentechnologie
finanziert, gefördert, importiert, geklaut. Und dann sehr sehr laut
damit geblufft. Europäer sind da viel "gelassener" und verkaufen sich
halt nicht so toll. Wir sind froh, wenn wir uns was Gutes haben tun
können.

Übrigens nationalstolz an ist die Schweiz mit Abstand das Land mit der
höchsten Dichte an Nobelpreisträgern! Von wegen Käse und Geld! :-D

Autor: Ex-Praktikant (Gast)
Datum: 04.01.2007 16:53

"Jeder der meint was zu können, sollte sich überlegen, ober er dieses
Können diesem Menschen verachtenden Regime in Amiland zur verfügung
stellt.........."

Das hätte man mal dem W.v.Braun und Otto Hahn sagen sollen.
Autor: Marcus (Gast)
Datum: 04.01.2007 17:03

Damals saß für viele das zu verachtende Regime hier.
Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 04.01.2007 17:23

Naja... aus heutiger Sicht hoffentlich für ALLE...

(leider nicht)
Autor: fieser Scheitel (Gast)
Datum: 04.01.2007 22:43

@Theo
Opas toller Wehrmachtspanzer war auch meist doppelt so schwer, um ein
vielfaches teurer und zusätzlich noch ziemlich unzuverlässig.
Toller Vergleich...

Den restlichen Beispielen dürfte eine ähnlich "gründliche" Recherche
vorausgegangen sein.
Autor: Theo (Gast)
Datum: 05.01.2007 00:29

@Simi

Ich denke mal die Schweiz hat eine ähnlich Etwicklung hinter sich
gebracht wie wir, denn bei uns war es Luther (Abeit ist das höchste Gut)
woraus Hitler dann "Arbeit macht frei" baute, allerdings der Luther der
Schweiz hieß Zwingli, kurioser Name aber daher auch eine ähnliche Denke.

Weiter spielen Bodenschätze eine Rolle. Die Schweiz hat keine, und wir
haben nicht einmal genug Steinkohle um uns selbst zu versorgen,
geschweige denn Öl oder Gas.

Die Engländer die genauso wenig hatten auf der Insel haben früher deren
Kolonien ausgebeutet, die Deutschen konnten das nicht. So was macht
erfinderisch und daher wahrscheinlich diese Grundeinstellung.

Appropos ETH- Zürich ?

Ich erinne mich an Prof. Heidi Blazert FH-Dortmund, wie die uns das Buch
von Max Vetter "Aufbau innerbetrieblicher Informationssysteme"
(ETH-Zürich) in Stereo einhämmerte.

Problem dabei war nicht Vetters Niveau, aber das schweizer Deutsch,
wobei ich immer ein Wörterbuch dabei haben musste, was mich satt Zeit
kostete.

Des wegen blenden die uns auch immer Untertitel ein, wenn in der Schweiz
deutsch sprechende Leute interviewt werden. Ich sag mal 60% versteht man
eigentlich sofort aber der Rest ist problematisch.

Was die Nobelpreisträger betrifft könnte man das auch für Millionäre und
Milliardäre sagen. Was mich aber wundert ist warum die Schweizer keine
eigene Automarke haben jasogar die Holländer haben DAFF.

Ich meine die Schweizer haben "astreine" Feinmechanik (Uhren) und die
Taschenmesser will auch jeder haben, wenn sie nicht so teuer wären.
Wieso klappt das dann nicht bei Autos, denn bei Lokomotiven hab ich ja
gesehen das es geht.


Theo

Autor: Wilfried Nesensohn (zoice)
Datum: 05.01.2007 01:59

Theo, ich verstehe zwar nicht wie du von "Warum Deutsche gern in Amiland
studieren" auf angeblich nicht vorhandene Schweizer Automarken kommst
und dann noch ueber Taschenmesser und Uhren plauderst, aber streng dich
doch bei deinen Recherchen bitte ein wenig an.

Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Automobilmarken zaehle ich
ganze 34 Automobilmarken die zumindest teilweise in der Schweiz
beheimatet sind. Keine grossen Konzerne, wohl war (Warum das so ist,
laesst sich sicher plausibel erklaeren), aber da gibts durchaus sehr
interessante Fahrzeuge die auch in freier Wildbahn zu bewundern sind.

Ein guter Teil deiner Aeusserungen beinhalten leider nur lose
zusammengestoepselte Verschwoerungstheorien und Stammtischmeinungen;
Lustig durchzulesen, aber das wars dann auch schon.

Frag mich nicht warum ich das nun schreiben musste, wahrscheinlich ist
dies eine natuerliche Reaktion auf monatelanges Lesen deiner Texte,
vorausgesetzt du bist auch wirklich der, der gerne Silber trinkt.

Mit freundlichen Gruessen
Autor: Theo (Gast)
Datum: 05.01.2007 04:54

>Theo, ich verstehe zwar nicht wie du von "Warum Deutsche gern in Amiland
>studieren" auf angeblich nicht vorhandene Schweizer Automarken kommst
>und dann noch ueber Taschenmesser und Uhren plauderst, aber streng dich
>doch bei deinen Recherchen bitte ein wenig an.

Beides sind qualitativ hochwertige Erzeugnisse, die man eben nicht so
mal eben um die Ecke nachbauen kann.....aber ich denke mal du hast den
Kontext nicht verstanden ?

>Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Automobilmarken zaehle ich
>ganze 34 Automobilmarken die zumindest teilweise in der Schweiz
>beheimatet sind. Keine grossen Konzerne, wohl war (Warum das so ist,
>laesst sich sicher plausibel erklaeren), aber da gibts durchaus sehr
>interessante Fahrzeuge die auch in freier Wildbahn zu bewundern sind.

Ich meinte keine Exoten aus irgend welchen Tuninghäusern etc. oder
irgend welche "Erlkönige" sondern Fließbandautos wie Golf, Mercedes oder
Renault!

>Ein guter Teil deiner Aeusserungen beinhalten leider nur lose
>zusammengestoepselte Verschwoerungstheorien und Stammtischmeinungen;
>Lustig durchzulesen, aber das wars dann auch schon.

Ist Geschmackssache, ich weis jedenfalls das ich mit etwaigen Recherchen
besser gefahren bin als der Mainstream. Um ein Beispiel zu nennen, man
hatte sich hier auch über die Bücher des Forschungsarztes Dr.med.Nieper
lustig gemacht. Ich hab davon mal einiges ausprobiert und alles was ich
auch anstellte hat immer geklappt.....sollte nur nen Beispiel sein.

Jedenfalls gehörte ich noch vor 10 Jahren auch mal zu den Dummen die dem
Mainstream glauben. Nach gewissen Lebenserfahrungen nicht mehr.......

>Frag mich nicht warum ich das nun schreiben musste, wahrscheinlich ist
>dies eine natuerliche Reaktion auf monatelanges Lesen deiner Texte,
>vorausgesetzt du bist auch wirklich der, der gerne Silber trinkt.

Da du ja gerne wikipedia referenzierst, dann lies mal hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kolloidales_Silber

Gastritis und Silber...klingt lustig, allerdings soll es in diesem
Kontext wohl eher als Desinfektionsmittel dienen anstatt als
Protonenblocker wie man im Text vermuten könnte.

Das man so was natürlich weder in der Wikipedia geschweige denn bei den
kassierenden Pharmas lesen kann dürfte klar sein.....

Aber ne Frage hab ich noch:

Warum sind gewisse Dinge so wie sie sind, so z.B. 10 Mio reale(!!)
Arbeitslose, obwohl es Lösungen gibt, ich erinnere an Wörgl, oder das
Steuersystem Estland.

Mann kann das auf alle möglichen Themen ausweiten, frage nur warum
passiert nichts, wenn es erfolgreiche und erprobte Lösungen gibt, die
schon teilweise Jahre oder Jahrzehnte bekannt sind ?

Darüber würde ich mal nachdenken, ich hab's getan.........

Und wenn hier schon Leute gelöscht werden die bein nem Adressenschieber
wie Fe....a schlechte Erfahrungen gemacht haben spricht das doch schon
für sich oder ?

>Mit freundlichen Gruessen

ebenfalls

Theo
Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 05.01.2007 10:04

Warum wir keine eigene Automarke haben? Hm... Kann ich Dir auch nicht
sagen... Aber eine Gegenfrage kann ich Dir stellen: Warum sollten wir?
Oder: Warum baut Ihr denn keine guten Uhren? Oder guten Käse?
Was ist an einer eigenen Automarke so sexy? Ich fahre einen Toyota, und
wenn die Japaner das so gut hinkriegen - warum sollte ich eine eigene
Firma gründen oder Saurer wieder auferstehen lassen?


"Arbeit macht frei", "Jedem das Seine".... Parolen, mit denen die Nazis
ihr Regime und seine Vorgehensweisen rechtfertigen wollten. Worauf sich
diese perversen "Kulturgebilde" stützten, ob das nun Nietsche, oder
Luther oder was weiss ich ist, ist sicherlich nicht unwichtig - aber zu
sagen, dass die Schweizer die selbe Entwicklung durchgemacht haben wie
die Deutschen - mit Verweis auf Zwingli - das halte ich doch für ein
bisschen vermessen. Ich will weder die Deutschen schlecht- noch die
Schweizer gutreden. Aber die Tatsache, dass DAMALS Deutschland ein
Regime hatte, das an Menschenverachtun in der Geschichte unübertroffen
war, liegt wohl auf der Hand.
Wir Schweizer hatten einfach insofern Glück, dass wir es geschafft
haben, uns diesem Sog weitgehend zu entziehen (inmitten der beiden
Achsenmächte, notabene).

Vielleicht habe ich Dich aber ganz falsch verstanden.

Das mit dem Schweizerdeutsch verstehe ich auch nicht ganz - ist das
einfach eine Anekdote um der Unterhaltung Willen oder willst Du damit
was sagen? Ja, richtig, wir sprechen hier Schweizerdeutsch. Das ist wohl
schon eher eine eigenständige (wenn auch nur gesprochene) Sprache als
ein Dialekt - resp. eine Vielzahl davon. Natürlich braucht Ihr da
Untertitel. Bei einem Interview mit einem Portugiesen braucht Ihr die ja
wohl auch.
Falls Du damit den Vorwurf machen willst, dass 40% der Schweizer sich
nicht die Mühe machen, Hochdeutsch zu reden, kann ich nur erwidern, dass
das in Deutschland nicht anders ist. Von Euch reden auch nur wenige
wirklich HOCHdeutsch. Sondern Dialekt. Auch, wenn 'ne Kamera davorsteht.
Nur mache ich das nicht zum Vorwurf, ist ja klar, man redet, wie einem
der Schnabel gewachsen ist.

Wenn Du schon die ETH als Beispiel heranziehst: Ich hab da studiert. Die
Professoren, die HOCHdeutsch gesprochen haben, waren die Schweizer. Die
Deutschen und Österreicher haben IHREN Dialekt gesprochen. Mich störte
das freilich nicht.

Dann noch die (spitze?) Bemerkung bezüglich unseres Reichtums im
merkwürdigen Vergleich mit den Nobelpreisen. Dazu nur: Warum sollten wir
Autos bauen? Offensichtlich kriegen wir mit anderen Produkten und
Dienstleistungen besseren Wohlstand hin? ;-)

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle aber doch noch sagen, dass ich
mit der Politik in der Schweiz bei weitem nicht so uneingeschränkt
einverstanden bin, wie diese Antwort vielleicht den Anschein machte.

Lieber Gruss
Simi

Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite
Datum: 05.01.2007 18:48

> Aber die Tatsache, dass DAMALS Deutschland ein
> Regime hatte, das an Menschenverachtun in der Geschichte unübertroffen
> war

Nun ja, ohne irgendwas schönreden zu wollen, solche Aussagen sind etwas
unüberlegt. Es gab in der Geschichte viele Herrscher die in der selben
Klasse gespielt haben: Nero, Dschingis Khan, Stalin, um nur mal ein paar
zu nennen. Und sicherlich unzählige mehr von denen die Geschichte gar
nichts weiß. Und auch heute gibt es die, schaut man sich z.B. mal an was
im Sudan passiert. Die meisten können es nach Zahlen nicht mit Hitler
aufnehmen, aber das ändert nichts daran dass sie genauso
menschenverachtend handeln.
Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 05.01.2007 18:53

Hast recht. Ehrlich gesagt, habe ich gleich, als ich beim nochmaligen
Durchlesen gleich gedacht, dass ich das nicht so hätte formulieren
sollen resp. "Unübertroffen" durch ein anderes Wort hätte ersetzen
sollen. Aber eigentlich steht ja auch nicht zur Debatte, ob es damals,
zuvor oder danach noch "Bösere" gab oder gibt.
Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 05.01.2007 18:54

Ups - das hätte ich auch nochmals durchlesen sollen ;-)
Autor: <O>^^<O> (Gast)
Datum: 06.01.2007 04:06

>Das mit dem Schweizerdeutsch verstehe ich auch nicht ganz - ist das
>einfach eine Anekdote um der Unterhaltung Willen oder willst Du damit
>was sagen? Ja, richtig, wir sprechen hier Schweizerdeutsch. Das ist wohl
>schon eher eine eigenständige (wenn auch nur gesprochene) Sprache als
>ein Dialekt - resp. eine Vielzahl davon. Natürlich braucht Ihr da
>Untertitel. Bei einem Interview mit einem Portugiesen braucht Ihr die ja
>wohl auch.

Du musst Ihm vergeben, in Westdeutschland z.B. glaubt man fest daran die
Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, hier wird im Umkehrschluss auch
das richtigererereerre Deutsch gesprochen.
Autor: Onkel Alfred (Gast)
Datum: 06.01.2007 04:39

Die Deutschen haben unter den Detuschsprachigen halt die Mehrheit, damit
definiert sich das "richtige" Deutsch über die Masse, auch wenn es
innerhalb Deutschlands mehr Sprachdialokte exisiteren, als in der
Schweiz :-)

Das Hochdeutsch, das ja als Standard gilt, hat ja so seine Macken: Das
Wort Ei wird z.B. als "ai" gesprochen, während dies eigentlich nur bei
dem Wort "Mais" oder "Main" korrekt wäre.

Richtig sprechen hier nur die Bayern, die Östereicher und die Schwaben,
die tatsächlich ein "e-i" sprechen, auch wenn es teilweis eher ein "ä-i"
ist.

Hat schonmal jemand hingehört, wenn einer aus dem Wiener Umland das Wort
Euro ausspricht?  Der sagt tatsächlich "ä-u-ro", während der
Hochdeutsche "o-i-ro" sagt, also ein "oi" wo ein "eu" steht.
Autor: volltroll.de (Gast)
Datum: 06.01.2007 06:30

ist main() nicht aber englisch ? ;)
Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 06.01.2007 08:33

Ui, da kommen Erinnerungen auf....

Aber eigentlich wird "ei" ja korrekt weder als "ei", noch als "ai",
sondern als "ae" gesprochen. Zumindest laut meinem einstigen
Deutschlehrer. Ich erinnere mich sogar noch an den Übungstext...

Maen Maester fraet aen raezend Waeb, er maent es sae aen Zaetvertraeb.
Ae, klaene Maed, laecht aelt die Zaet! Sein Fraen könnt aenst aene Paen,
aen Laed Dir saen.... Irgendwie so ging der... und wir mussten ihn
zigtausend... pardon, zigtAOsend mal lesen! Zum AU, das als AO
gesprochen wird, gab's auch noch so'nen Text - aber den erspare ich
Euch. :-) (Wie ging das nochmals mit dem Mäschendroodzäün? ;-)

Mann, was kamen wir uns dämlich vor! :-D

Allerding muss ich zugeben, dass die Schweizer beim Hochdeutsch Reden
dazu tendieren, solche Diphthonge wie ei, au etc. zu "hart" zu
formulieren. Ich denke, das macht zur Hauptsache den Charakter des
"Schweizer-Hochdeutschen" (was ja von vielen Deutschen für
Schweizerdeutsch gehalten wird) aus.

Ui, der Thread driftet davon.
Autor: <O>^^<O> (Gast)
Datum: 06.01.2007 14:02

Die Angelsachsen beschweren sich auch immer über die unsaubere
Aussprache der Nordamerikaner/Australier/Neuseeländer. Wobei ich sagen
muss, dass dieses Oxford-Englisch für mich verständlicher ist wie der
middle Texas Slang. Sprachen verändern sich eben dynamisch mit der Zeit.
Übrigens verstehe ich Schwitzerdütsch ganz gut, muss allerdings genau
hinhören. Und wer es nicht verstehen will, der kommt halt mit solchen
Kommentaren ^^
Autor: auch ein bär (Gast)
Datum: 06.01.2007 16:12

Meinegüte was hapt ihr für Probleme mit Eiern :)
Bei uns wird das in fast jedem Dorf (Mittelbayern) ein wenig anders
Ausgesprochen. So weis man gleich wo jemand herkommt.
das gleuche gilt auch für au, o und teilweise Wortendungen usw.

Sind halt wider die Preißen die sich über sowas aufregen :)
Autor: auch ein bär (Gast)
Datum: 06.01.2007 16:12

Sollte natülich habt heißen im ersten Satz
Autor: auch ein bär (Gast)
Datum: 06.01.2007 16:13

scheiß rechtschreibung
Autor: Alfred (Gast)
Datum: 06.01.2007 21:02

Jo, das Oxford-English ist absolut gut zu verstehen - klingt fast ein
wenig deutsch!
Autor: <O>^^<O> (Gast)
Datum: 06.01.2007 22:54

Als Preusse hab ich damit eigentlich kein Problem. Auch spreche ich mit
Absicht Berliner Dialekt. Die Schweiz b.z.w. Östereich sind die einzigen
Orte  in denen ich Hochdeutsch spreche, die verstehen meinen Dialekt
halt nicht so gut. Ein Schweizer Freund findet wiederum die
Küstendialekte a la Käptain Blaubär total geil. Und im Preussenlande
werden diese hohlen Comedyshows, in denen ständig Sachsen
Sprachversarscht werden, nicht produziert.
Autor: Theo (Gast)
Datum: 26.09.2008 11:43

Ich habe an einer UNI im NRW studiert. Ich finde unsere UNI gar nicht
schlecht vergleich mit andere Welt-berühmte UNIs. Was hier fehlt ist nur
ein schönes Wetter.
Autor: Ingenieur (Gast)
Datum: 29.09.2008 15:46

>Jo, das Oxford-English ist absolut gut zu verstehen - klingt fast ein
>wenig deutsch!

Das liegt daran, daß früher starke Beziehungen zwischen dem englischen
Adel / Königshaus und dem Hause Hannover bestanden und in beiden
Kulturen versucht wurde, sich vom Pöbel sprachlich zu distanzieren. Die
äusserste sich einerseits in der sehr spitzen und artikulierten
Aussprache und andererseits in der Einstreuung französischer Wörter
(hier allerdings mehr, als in England).

Da die Herrscherriege jeweils aus Oxford/London bzw. Hannover
angesiedelt war, haben sich deren Sprachdialekte als lokale Hochsprachen
etabliert, wasn manchen Niedersachsan dazü verführt, sich als was
edleres anzusehen, weil er ein "gutes Deutsch" spricht, was aber
effektiv nur ein Zufall ist.

In England ist es inzwischen so, daß das eigentliche Oxford-English nur
noch vom Königshaus, den Adligen und in offiziellen Bereichen, wie den
Gerichten gesprochen wird. Das tatsächliche English in der Region
Oxfordshire und London nähert sich eher wieder einem Alltagsenglish,
währned das Oxforenglish als "snobbish" gilt.

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