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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Schrittmotor -> Schrittmotorsteuerung


Autor: Thomas (Gast)
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Hallo,

ich habe hier leider gerade ein Problem meinen Schrittmotor die
richtige Steuerung zu finden. Von der Leistung und der Spannung ist mir
alles klar, nur bin ich mir beim Anschluss nicht ganz sicher. Der
Schrittmotor hat 4 Spulen und 8 Kontakte (Bezeichnungen: 1, 1', 2,
2',3 ,3', 4, 4') also sind von jeder Spule beide Enden
herausgeführt. Die bipolare Steuerung hat die Anschlüsse A+, A-, B+,
B-. Ist es richtig jeweils 2 Spulen des Schrittmotors in Reihe (also
1', 2, 3' und 4) zu schalten, und diese dann auf Masse der Steurung
zu schalten und die übrigen Anschlüsse des Motors an A+, A-, B+ und B-
anzuschließen?

Vielen Dank
Thomas

Autor: inoffizieller WM-Rahul (Gast)
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Ich würde eher sagen, dass du einen bipolaren Schrittmotor hast.

Autor: Thomas (Gast)
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Ich würde mal sagen, man kann den Motor bipolar und unipolar betreiben,
da alle Anschlüsse herausgeführt sind. Das ist aber nicht mein Problem.

Autor: Profi (Gast)
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Zuerst muss Du prüfen, ob das ein 2-phasiger Motor ist.
Das sind mit Abstand die üblichsten und häufigsten.
Dabei sind je 2 Wicklungen bifilar gewickelt. Diese musst du
zusammenschalten.

Ob Du die Spulen parallel oder seriell schaltest, hängt von der
Ansteuerung (Spannung- & Strom-Fähigkeit), Deiner Anwendung (hohe
Geschwindikeit oder hohes Drehmoment erwünscht) und den Spulendaten
ab.

Steht auf dem Motor irgendetwas drauf?
Welche Steuerung willst Du verwenden?

Bitte solche Angaben gleich im 1. Post nennen.

Autor: Reiner (Gast)
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Hallo Thomas,

Denk nicht mal dran irgendwas auf Masse zu legen bei einer bipolaren
Steuerung!

Entweder kann man die Wicklungen
in Serie legen
A+1-----1'2-----2'A-
B+3-----3'4-----4'B-

oder aber parallel legen
A12 1'2'A-
B34 3'4'B-

Was besser ist kann man schlecht sagen. Das hängt von der Höhe der
Betriebsspannung ab, was das Netzteil an Strom liefern kann, welches
Drehmoment man haben will und welche Maximaldrehzahl erreicht werden
soll.

Reiner

Autor: Thomas (Gast)
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Hallo Reiner,


na dann bin ich ja froh dass ich nachgefragt habe. Die Maximaldrehzahl
spielt kaum eine Rolle daher werde ich die Spulen wohl parallel
schalten.


Vielen Dank für deine Hilfe
Thomas

Autor: Thomas (Gast)
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@ Profi:

Tut mir leid ich wusste nicht dass dies entscheidend ist. Leider kann
ich im Datenblatt darüber nichts finden. Es geht um den 34HSX-312 aus
dem angehängten Datenblatt.

Autor: Profi (Gast)
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Hui, ein ganz schöner Brummer:
125mm lang, 3,6kg, 760Ncm bei bipolarer Ansteuerung.

0,5 Ohm pro Spule, 4,0A bei serieller, 8,5A bei paralleler
Ansteuerung.

Aus dem Datenblatt geht nicht hervor, welche Spulen zusammengeschaltet
werden müssen.
Ich habe einen ähnlichen Motor hier, der ist folgendermaßen verschaltet
(die Farben sind eine Art Standard):
Phase A: ge+wsrt   rt+wsge
Phase B: or+wssw   sw+wsor
Wenn richtig verdrahtet, muss sich der Motor (ohne Steuerung) genauso
leicht drehen lassen wie ohne die Verbindungen (Brücken).
Diese Angabe widerspricht der von Rainer (obwohl ich es auch eher so
wie er vermutet hätte).

Wenn Du alle 8 Leitungen zusammenschließt, läßt sich der Motor nur noch
seeehr schwer drehen.

Wenn Dir Drehzahl weniger wichtig ist, würde ich lieber seriell
verdrahten.

Die empfohlene Speisung bei Parallelbetrieb ist übrigens 6A bei 70V
bis  9A bei 120V, bei serieller Beschaltung halbiert sich der Strom und
verdoppelt sich die Spannung.

Interessant ist die Induktivität: bei Parallelschaltung ist sie gleich
der Einzelspule (hier 2,5mH), bei Reihenschaltung ist sie das vierfache
(hier 10mH)! Bei magnetisch gekoppelten Spulen geht die Windungszahl
quadratisch ein!

Autor: Thomas (Gast)
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Hallo,

vielen Dank für deine genau Auskunft. Mir wäre die parallele
Ansteuerung eben wegen der sonst sehr hohen Spannung lieber gewesen.
Ein Netzteil mit 140V/6A zu finden ist nicht ganz so einfach.

Die richtige Verdrahtung lässt sich also nur durch probieren
herausfinden? Eventuell sollte ich vieleich mal bei Hersteller
nachfragen, ob es genauere Informationen gibt.

Wenn ich mich jedoch für die serielle verschaltung entschließe würde
sich dieses Problem ja ohnehin umgehen oder ist auch hierfür die
Verschaltung nicht eindeutig?

Und noch eine Frage: Ich würde unbedingt Microstepping benötigen? Ist
hierfür ebenfalls die serielle Ansteuerung günstiger oder spielt dies
hierfür keine Rolle?

Nochmals vielen Dank

Autor: Reiner (Gast)
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Hallo Thomas,

Dein Datenblatt gibt doch für die Beschaltung genügend Information:

"8 leads provide the choice of uni-polar or bi-polar operation"
Ergo, das ist ein zweiphasiger Motor

Beschaltung (Seite 4)
Wicklung 1: Anfang 1,  Ende 1'
Wicklung 2: Anfang 2', Ende 2

Wicklung 4: Anfang 4,  Ende 4'
Wicklung 3: Anfang 3', Ende 3

Also:
Serienschaltung: (Ende und Anfang jeder Wicklung verbinden)
  1' und 2' verbinden,  4' und 3' verbinden
Phase 1 ist dann 1/2; Phase 2 ist 3/4

Parallelschaltung: (Anfänge verbinden, Enden verbinden)
 1 und 2' verbinden, 1' und 2 verbinden
 4 und 3' verbinden, 4' und 3 verbinden
Phase 1 ist dann die Verbindung 1-2'/1'-2
Phase 2 ist die Verbindung 4-3'/4'-3

Die angegebenen Spannungen brauchst Du natürlich nur wenn Du die volle
Leistung des Motors haben willst.  Deine Schrittmotorsteuerung muß die
hohe Spannung aber auch abkönnen.

Als Netzteil reicht Trafo, Gleichrichter und 1000uF/A.  Ein geregeltes
Netzteil ist nicht erforderlich.

Ob ein Motor für Mikrostepping geeignet ist steht normalerweise im
Datenblatt.  Ich gehe davon aus, daß der Motor das nicht kann, da
Mikrostepping nicht explizit erwähnt wird.

Gruß
Reiner

Gruß
Reiner

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