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Forum: Platinen Protel Autorouter - wie züchtigt man ihn?

Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 14.12.2006 17:06

Hallo zusammen!

Aus Zeitmangel habe ich vor, das erste Mal in meinem Leben den Protel
99SE Autorouter zu verwenden... und er bringt mich zur Verzweiflung!

Es handelt sich um ein ganz simples 8051er Controllerboard. Ein
Testsystem aus dem Jahre 1753 oder so :-P an dem ich möglichst nichts
mehr verändern will ausser dem grottenschlechten und dementsprechend
Rauschen generierendem Layout. Primär gehts darum, von zwei Lagen auf
vier Lagen zu gehen. Power und Ground auf die Zwischenlagen.

Ok. Ich bin mal so weit, dass ich Protel sagen konnte, dass die
Zwischenlagen VCC und GND sein sollen (Zwischenfrage nebenbei: Sind
"Split planes" möglich?). Und Protel routet dann auch brav alles, was
VCC und GND ist, auf die entsprechenden Lagen. Nur soll er das bei den
ICs nicht!! Denn die sollen ja über die Stützkondensatoren versorgt
werden!
Also IC -> Stützkondensator -> Plane

Ich bin ein ganz cleverer Typ, sagte ich mir, routete diese Dinge von
Hand und platzierte die Vias auf die Planes. Und habe ihm gesagt, er
soll Bestehendes in Ruhe lassen. Davon liess sich Protel aber ganz und
gar nicht beeindrucken und setzte dennoch Vias neben alle
Versorgungspads!!

Wie treibt man dem solchen Müll aus? Es MUSS ja schliesslich eine
Möglichkeit geben, da sonst der Autorouter ein reiner Werbegag wäre!

Gruss und danke schon mal für Eure Hilfe!
Simi
Autor: oryx (Gast)
Datum: 14.12.2006 19:56

Hallo Simon,

ich mach mir da garnicht so viele Gedanken.

Bei normalen 74xx ICs mit der doch etwas unglücklichen Anordnung der
Betriebsspannung bei Pin 8 und Pin 16 ist es ja unmöglich, den
Kondensator ordentlich zu plazieren. Also lege ich ihn an Pin 16 oder
Pin 8 und lasse den Autorouter machen. Bei einer 4-Lagen Leiterplatte
ist die Anbindung an VCC und GND bei gebohrten Anschlüssen immer super
und bei SMDs halt über die Vias gut.
Die Kondensatoren sollen ja die Betriebsspannung stützen und nicht die
Pins.

Wenn du ICs mit den Versorgungsanschlüssen an zwei nebeneinander
liegenden Pins hast, solltest Du den Kondensator direkt daneben legen.
Dann macht Protel auch (meistens) eine Leiterbahn von den Pins zu dem
Kondensator.

Meine 4-Lagenplatinen waren jedenfalls aus EMV-Sicht wesentlich besser
als die 2 Lagenplatinen.

Oryx
Autor: Simon Huwyler (simi)
Datum: 14.12.2006 20:17

Das mit den Pins 8 und 16 hat schon was - weiss eigentlich irgendwer,
wie man auf die hirnrissige Idee gekommen ist, die so anzuordnen? Ich
denke, man hat da zielsicher aus allen möglichen Permutationen genau die
schlechteste herausgesucht und als "Standard" definiert!

Eigentlich gebe ich Dir recht - bis auf den letzten Satz des ersten
Absatzes. Es wäre schon besser, wenn das ganze über einen
Stützkondensator gehen würde. Besser als fest auf die Planes zu nageln.
So kann man eigentlich den Stützkondi auch gleich weglassen.
Ausserdem: Wenn das IC an Pin14 Saft aus dem Stützi zieht, dann sollte
der auch wieder in den Stützi zurückfliessen, und zwar möglichst nicht
über die Plane. Nur eben, wie Du sagtest - bei dieser
Diametral-Anordnung ist das wirklich nicht so leicht...

... ich werde es also seufzend hinnehmen, dass man a) mit Protel und b)
mit 74ern nicht so layouten kann, wie man sollte. (Mann... nochmals:
Waren das damals Vollidioten, die diese Anordnung wählten, oder wurden
Stützkondensatoren erst später "erfunden"/waren nicht nötig?????????)

Aber besser als ein Zweilagenprint - naja und vor allem DIESER
Zweilagenprint wird's allemal! :-D

Vielen Dank für die Antwort!
Autor: Peter (Gast)
Datum: 16.12.2006 14:25

Der Protel Autorouter bringt schon bei nicht so vollen Platinen keine
bruachbaren Ergebnisse. Es werden zuviele Schleifen gelegt, und die
Optimierung funktioniert nicht, es sieht auch grauenhaft aus. Ich
empfehle den Specctra Router, dafür gibts auch ein Protel Interface.
Autor: Christoph H. (Gast)
Datum: 16.12.2006 15:58

Hallo Leute,

ich arbeite seit 6Jahren Hauptberuflich als PCB-Designer mit PADS von
Mentor Graphic. Dieser Autorouter bringt es auch nicht, wir denken gar
nicht daran ein Board mit dem Autorouter zu routen.

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde die ein Computer noch nicht lösen
kann. Kreativität, flexibles Denken, Erfahrung sind nicht gerade
Attribute die zum Maschienen passen. Warum soll also ein Autorouter dann
funktionieren?

Mein Tip: Die Energie die ihr ins Lösen der Autorouterprobleme steckt
währe sinnvoller verwendet indem ihr die PCBs „von Hand routet“. Beim
ersten mal ist das noch schwer, beim zweiten mal habt ihr den Autorouter
schon vergessen.
Autor: Marc989 (Gast)
Datum: 18.12.2006 16:59

HI,

wenn man mit der Hand routet kann man weningstens auf EMV gerechtes
routen achten, was der Autorouter nie macht. (Sternförmige
Verdrahtung.... Lastverteilung....)
Die Sache mit den Planes ist absolut Ok. SplitPlanes lassen sich auch
machen, find ich aber nicht so brauchbar, da jede Unterbrechung wieder
Störungen verursachen kann. Beim Vdd Anschluss immer Reihenfolge
beachten, das heisst: Duko--C--Pad(+), Nicht anders. Damit der Strom
über den Anschluß des Kondensators fließen muss. Bei GND iss es ja egal.

Marc989

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