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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf In Österreich fehlen 50.000 Softwarespezialisten


Autor: Hansi (Gast)
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und nach dieser Veröffentlichung sind es sogar 85.000!

http://www.berufsstart.de/karrieretips/bewerben/Be...

Bei den gut 8Mio Einwohnern wären das eine Quote von 1%!

Szimmt das?

Autor: Karl heinz Buchegger (kbucheg)
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Der Artikel ist schon etwas älter.
So hoch ist die Zahl nun auch wieder nicht (denke ich
mal). Nicht zuletzt dank der 'HTL'-s

HTL (Höhrer Technische Lehranstalt) ist eine Schulform, die
es so nur in Österreich gibt. Nach der Unterstufe Gymnasium
oder nach der 4. Klasse Hauptschule (in Österreich beginnt die
Klassenzählung nach der Grundschule wieder mit 1) kann man
auf eine HTL wechseln. Diese dauert dann 5 Jahre und endet
mit der Matura (== Abitur). Spezielles Charakteristikum einer
HTL ist, dass sie auf ein spezielles techn. Gebiet ausgerichtet
ist. In einer HTL hat man neben der Theorie in diesem Gebiet
auch jede Menge Werkstätten und Laborstunden, in denen das
theoretisch Gelernte auch in der Praxis erprobt wird.
Der Lehrkörper setzt sich dabei in den technischen Fächern
oft aus Leuten aus der Industrie zusammen, sodass man hier
normalerweise keinen faden Stoff vorgebetet bekommt. Oft
geben diese auch gerne Anekdoten oder vrokomnisse aus der
eigenen Berufspraxis von sich.

Eine HTL hat 2 Vorteile:
Zum einen hat man nach dem Matura-Abschluss einen
Beruf erlernt. Nach 3 Jahren berufseinschlägiger Praxis
ist man berechtigt den Titel: "Ingenieur" zu führen.
Zum anderen gilt die HTL-Matura wie jede andere Matura
in Österreich und berechtigt somit zum uneingeschränkten
Besuch einer Hochschule bzw. Universität.
HTL Abgänger sind normalerweise am Arbeitsmarkt sehr
gefragt.

HTL's gibt es für viele Bereiche: Elektronik, Maschinenbau,
Fahrzeugtechnik, Flugzeugbau und was weis ich noch alles.
Meine HTL hies "Höhere technische Lehranstalt für chemische
Betriebstechnik", ich bin also eigentlich gelernter Chemiker,
auch wenn ich schon seit 25 Jahren in keinem Labor mehr war :-)

Und unter anderem gibt es auch HTL's, die sich auf Informatik
und Informationstechnologien spezialisiert haben. Seit einigen
Jahren überschwemmen deren Absolventen den Markt.

O-Ton einer Bewerbungs-Rückmeldung, die ich letztes Frühjahr
hatte: "Um des Göd des se woin, kaun i ma 2 HTLer hoin"

("Mit ihren Gehaltsvorstellungen könnte ich 2 HTL Abgänger
  beschäftigen")

Also: Jobs gibts durchaus, aber das Land in dem Milch und
Honig fliest ist es sicher nicht mehr.

Autor: Chef (Gast)
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Das kommt meiner Frage zuvor, wie (schnell) man in Ö zum Titel ING 
kommt! Aber wie ist es um die Wertigkeit bestellt? Womit kann man den im 
Deutschen vergleichen ?

Wenn ich richtig rechne, kommt der dann auf insgesamt (Unterstufe Gym=2) 
+ 4 + 5 = 11 Jahre. Das wäre etwa mittlere Reife mit Schwerpunkt Technik 
und anschließend 2 Jahre prakt. Ausbildung, für die man in D nicht mal 
den Gesellenbrief erhält. (???)

Auch von der theoretischen Ausbildung ist das knapp bemeseen. Wieviel 
macht der noch an Unterricht, wenn er nebenher werkelt? Kann man ein 
gutes Drittel praktisches Arbeiten Rechnen ?

Während der Deutsche noch weitere 6 Jahre Abi macht, hätte der Ö-ING 
also 5 Jahre, davon 2 Praktische und 3 Schulische. Von den 3 
Theoriejahren muss er mindestens 2 Drittel anteilig Technik machen, denn 
auch der Abiturient kommt in den 7 Jahren auf 2J Technikanteil (Physik, 
Mathe und anderes). Es wäre also nur ein statistisches Jahr über, in dem 
er andere Dinge lernt, als Technik, wie z.B. Geografie, Geschichte, 
Ethik, Fremdsprachen und Kunst. Dem stehen aber 5 Jahre beim 
Abiturienten gegenüber!

Damit wäre so ein HTLer nur ein reiner Entwicklungsroboter, oder?

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Chef wrote:
> Das kommt meiner Frage zuvor, wie (schnell) man in Ö zum Titel ING
> kommt! Aber wie ist es um die Wertigkeit bestellt? Womit kann man den im
> Deutschen vergleichen ?

Da gibt es glaub ich nichts vergleichbares.
Ein HTL-Ing ist unter einem Ing-FH angesiedelt.

> Wenn ich richtig rechne, kommt der dann auf insgesamt (Unterstufe Gym=2)
> + 4 + 5 = 11 Jahre.

Ich weiss jetzt nicht wie du gerechnet hast.
Normalerweise kommt man mit 14 in die HTL und ist mit 19 fertig.

> Das wäre etwa mittlere Reife mit Schwerpunkt Technik
> und anschließend 2 Jahre prakt. Ausbildung, für die man in D nicht mal
> den Gesellenbrief erhält. (???)

3 Jahre prakt. Ausbildung.

>
> Auch von der theoretischen Ausbildung ist das knapp bemeseen.

Nicht wirklich.
Der Sinn der Sache sind ja nicht Leute die in die Forschung
gehen, sondern ausgebildete Leute, die in einen Betrieb in
die Produktion einsteigen. Wer mehr will, dem steht nach der HTL
immer noch Uni, FH offen.

> Wieviel
> macht der noch an Unterricht, wenn er nebenher werkelt? Kann man ein
> gutes Drittel praktisches Arbeiten Rechnen ?

Ist über die Jahre unterschiedlich.
In mein Wochenstundenplan von 42 Stunden waren mindestens 1
Labornachmittag drinnen, in 2 Jahren warens auch schon mal 2
bzw. 3 Labornachmittage. Die waren immer recht praktisch, denn
wie sagte. Prof. Luschinsky so schön: Mit einem Tropfen Buttersäure
am Revers kriegt man immer einen Platz in der Strassenbahn.

>
> Während der Deutsche noch weitere 6 Jahre Abi macht, hätte der Ö-ING
> also 5 Jahre, davon 2 Praktische und 3 Schulische. Von den 3
> Theoriejahren muss er mindestens 2 Drittel anteilig Technik machen, denn
> auch der Abiturient kommt in den 7 Jahren auf 2J Technikanteil (Physik,
> Mathe und anderes). Es wäre also nur ein statistisches Jahr über, in dem
> er andere Dinge lernt, als Technik, wie z.B. Geografie, Geschichte,
> Ethik, Fremdsprachen und Kunst. Dem stehen aber 5 Jahre beim
> Abiturienten gegenüber!
>
> Damit wäre so ein HTLer nur ein reiner Entwicklungsroboter, oder?

Würde ich so nicht sagen. Aber du hast natürlich recht. Irgendetwas
muss auf der Strecke bleiben. Deutsch ist obligatorisch, wenn es
auch nicht so eng gesehen wird, wie auf einem Gym. Englisch war
bei mir ein Klacks. Da kam ich mit meinen mitgebrachten Englisch-
Kenntnissen aus dem Gym schön über die Runden. Geo, Geschichte
etc. gibts die ersten 2 Jahre und dann ist Schluss. Mathe ist
klar, da musst du auf einer technischen Schule durch. Aber wir
hatten genauso Buchhaltung, wirtschaftliche Bildung etc.

Und dann kommen natürlich die fachspezifischen Fächer. Die nehmen
den Löwenanteil ein. Logisch.

Entwicklungsroboter kann man so wirklich nicht sagen. Mit dem
Ing. sind auch Verpflichtungen und Übernahme von Verantwortung
verknüpft. Nach den 3 Praxisjahren wird schon erwartet, dass
ein Ing auch mal den Kopf hinhält.

Autor: Teilzeitösterreicher (Gast)
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>mindestens 1 Labornachmittag drinnen

Ich hatte stinknormales Abi, habe aber an 2 Wochentagen an Physik- und 
Informatik-AGs teilgenommen - ganz unplanmäßig. Mit 14 war ich dann 
soweit, daß ich selber eine gemacht habe, für die Leher, damit die auch 
ein bischen Assembler mitkriegen.

Autor: aaa (Gast)
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Damit wäre so ein HTLer nur ein reiner Entwicklungsroboter, oder?

nicht im geringsten!

ich habe die htl vor kurzem in elektronik abgeschlossen und muss sagen 
dass ich mich nüsse auskenne. außer vielleicht die grundlegendsten 
sachen. da mich das aber wirklich interessiert versuche ich gerade mir 
das selber beizubringen jedoch fehlt mir dazu die zeit momentan.

in der htl macht man auch sehr wenig praktische sachen es geht schon 
eher in die theorie über.

bei mir fast egal welches technische fach, habe ich nur irgendwas 
berechnet nie wurde mal gelernt eine richtige schaltung zu entwickeln.

muss aber auch sagen hängt immer vom prof und schule ab.

ps. lehrlinge bzw. gesellen sind am anfang den htlern weit voraus

Autor: Gast (Gast)
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Vergiss das mal gleich mit der Theorie an der Uni einerseits und der 
Praxis bei den Azubis und den HTL und FH etc :

ALLE SCHULISCHEN LEHRFORMEN BRINGEN THEORIE. LABORE SIND EBENFALLS 
THEORETISCHES GEBASTEL!

Praxis ist das, was Du im Zusammenspiel mit Kollegen, Vorgesetzen, 
Kunden an Tätigkeiten und Projketen betreibst.

Autor: Christian Schoch (kriki)
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Zwar gleich wie aaa hab ich auch eine HTL mit Elektronik hinter mir.
Aber: Bei uns war der Schwerpunkt doch auch in Richtung 
Schaltungsentwicklung und Leiterplattendesign.

Mittlerweile bin schon seit ein paar Jahren auf der Uni ... aber Praxis 
hatten wir bislang nicht wirklich was. Und der Unterschied zwischen den 
HTLs mit gleichem Elektronik-Schwerpunkt ist schon gewaltig. Da gab es 
Leute, die nicht mal ein Oszi ordentlich bedienen konnten.

Zur Information:

Homepage meiner HTL:
http://www.htl-rankweil.at/indexnt.html

Stundenübersicht gibts hier:
http://www.htl-rankweil.at/elektronik/stundhoehere.html

Autor: aaa (Gast)
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da finde ichs richtig schade dass ich nicht auch so eine htl erwischen 
konnte.

was habt ihr in der schaltungsentwicklung gemacht und in welchem jahr 
und welches fach

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