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Forum: Platinen Lötstopplaminat komische Ergebnisse


Autor: Gero K. (techniker123)
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Hallo,

ich habe die letzten Tage mal mit Dynamask (Lötstopplaminat) angefangen.
Da ich vorhabe komplizierte Platinen herzustellen, wollte ich die 
Zuschnittreste mal auf einfache Platinen ausprobieren.
Nun beim ersten versuch habe ich erstmal Platinenreste genommen. Zum 
Glück.. denn mir war das Laminat beim Laminieren geschmolzen.
Daher habe ich eine niedrigere Temperatur gewählt.

Mein erster richtiger Versuch:
http://www.directupload.net/file/u/7692/J883rg2L_jpg.htm
Nun, es lies sich zwar gut löten aber an manchen Stellen sieht es 
komisch aus:
http://www.directupload.net/file/u/7692/px33zVKg_jpg.htm
Übrigens hatte ich die Mindestzeit Polymerisation vergessen. Nur 5 min.

Daher startete ich einen 2. Versuch, da ich genug Platinen von dieser 
Sorte habe.
http://www.directupload.net/file/u/7692/DhHPS7qM_jpg.htm
Sah aber eher nach Hammerschlaglack aus...
(Aber war trotzdem gut lötbar.)
Im Gegenlicht:
http://www.directupload.net/file/u/7692/S7nnvwUd_jpg.htm
Da sieht man eine Menge aufgeplatzter Luftblasen und eine ganz raue 
Oberfläche.

Daher Versuch 3:
http://www.directupload.net/file/u/7692/ItZYluR3_jpg.htm
Sieht schon ganz gut aus, aber es gibt trotzdem ein paar Stellen an 
denen die Luftblasen beim Laminieren irgendwie geschmolzen sind. OK, den 
Film hat es mir um 1mm verschoben aber bei einer so groben Platine ist 
das egal.
Angemerkt:_ Gleicher Entwickler wie bei Versuch 2 allerdings war er 
inzwischen eiskalt und nicht mehr 40°C warm...

Laminiert habe ich relativ kalt mit dem Aldi-Laminator auf 80mic.
Zuvor habe ich es mit so einer Linoldruckrolle kalt angepresst.
Belichtet habe ich 30s mit einem Belichter eines Vereinskollegen, da 
dieser schneller als mein alter ISEL ist...
Entwickelt in Sodalösung (20g/l) und mit einem weichen Pinsel 
nachgeholfen.
Danach 60min UV-Härtung.

Nun wollte ich fragen, was ich falsch gemacht habe bzw. ob mir hier 
nicht erfahrene Dynamask-User ein paar Tipps geben könnten.

Gruß Gero

Autor: JojoS (Gast)
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der 2. Versuch sieht nach zu starkem Entwickler aus, ich würde den nicht 
warm machen sondern 20°C warmes Wasser nehmen. Bei mir gab es auch mal 
so ein Ergebnis.
Ich verwende NaOH als Entwickler weil ich das ja auch für den Fotoresist 
brauche. War eher eine Unachtsamkeit das ich NaOH nehme, aber es klappt. 
Die Konzentration muss nur geringer sein, 3g NaOH auf 0,5 L Wasser hatte 
ich zuletzt, kann sogar eher noch etwas geringer sein.
Die kleinen Bläschen hatte ich anfangs auch sehr häufig, geholfen hat 
der Tipp hier von Thorsten: die Folie nicht vorher andrücken sondern 
durch ein Blatt Papier getrennt in den Lami ziehen lassen und erst im 
Lami die Folie anpressen lassen. Beim ersten Mal ging das dann natürlich 
auch prompt schief weil das Trennblatt mit reingezogen wurde... Also 
erst ausmessen wann der Lami 'packt' und eine Markierung auf das 
Trennblatt machen (bei mir sind es z.B. 30mm). Das Laminat klebt 
trotzdem schnell an dem Trennblatt, also wirklich nur ganz locker 
auflegen und das Trennblatt leicht bewegen damit es nicht festpappt.
Wenn es nicht geklappt hat kann man den Lötstopp mit kräftigem NaOH 
(5-10g / 0,5L reichen aber) wieder runterkriegen.

Autor: Marian (Gast)
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Hallo Gero,

die komischen Stellen, bei deinem ersten Versuch, sehen wie aufgeplatzte 
Lufteinschlüsse auf. Gerade wenn das Laminat gehärtet ist und sich Luft 
darunter befindet, dann ist es sehr leicht, diese Stellen wegzukratzen, 
bzw. fallen die schon von alleine ab, wenn man mit irgendwas in die Nähe 
kommt ;-)

Bei Versuch 2 war entweder der Entwickler zu warm (mal 30°C probieren) 
oder die Belichtungszeit zu kurz, da ist das Laminat nicht richtig 
vernetzt und sieht dann so komisch zusammengezogen aus (besonders an 
Kanten und wegentwickelten Stellen).

Versuch 3 sieht ja schon ganz gut aus, bis auf die Luftblasen, aber das 
bekommst du sicher auch noch in den Griff. Versuche doch mal etwas mehr 
mit der Linoldruckrolle anzupressen, bzw. ist auch manchmal der 
Anpressdruck der Laminatoren zu hoch, so, dass das Laminat im warmen 
Zustand zu stark gequetscht und damit verschoben wird, da bilden sich 
schnell Falten-> Lufteinschlüsse.

Marian

achja: im Anhang ein Versuch von mir, so sieht das im Optimalzustand 
aus.

Autor: Marian (Gast)
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... und die Entwicklerkonzentration ist auch zu hoch, wie JoioS schrieb.

maximal 10g/l Soda nehmen (NaOH würde ich nicht nehmen, da ist der 
Verarbeitungsspielraum zu kritisch) evtl. auch weniger und lieber 2-3 
Minuten länger entwickeln (und die Haltezeit nach der Belichtung darf 
ruhig 1 Stunde sein, je länger, umso besser (max. 2h), weil dann der 
Entwicklungsvorgang unkritscher ist).

Marian

Autor: Fasti (Gast)
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Hi!

Wichtig ist auch noch, dass die Platine vor dem Laminieren noch im Ofen 
gut getrocknet wird, weil sogar FR4 ein wenig Flüssigkeit beim ätzen 
aufsaugt. Wird die Platine nicht ordentlich getrocknet, so verdampft 
beim heißen laminieren die Flüssigkeit und es bilden sich Bläschen und 
Risse.
Also gut bei rund 100° 20 Minuten in den Ofen und gut ist.

ciao

Fasti

Autor: Gero K. (techniker123)
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Also mal vielen Dank für eure Tipps,
werde das diese Woche gleich mal probieren.

Gruß Gero

Autor: Michael Rubitschka (rubi)
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Hallo

Also meine Versuche sahen am Anfang auch so aus wie Geros.
Mit der Zeit wurde es dann besser, man bekommt ein Gefühl für das 
Material.

So schön wie die vom Marian wurden meine Platinen jedoch nie.

Aufgefallen ist mir unter anderem das der Bungard Lötstop Resist viel
heller ist als der von prof. hergestellten Platinen.


Bessere Ergebnisse hatte ich mit dem violetten Tentig Resist.
Den habe ich verwendet um Bestückungsdruck zu simulieren.
Das hat auf Anhieb ganz gut gefunzt.

LG
Michael

Autor: UVCurer (Gast)
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Hallo zusammen,
dumme Frage, wie habt ihr die Dynamask ausgehärtet?
Mit UV oder mit Hitze??

Viele Grüße

Udo

Autor: Gero K. (techniker123)
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UVCurer wrote:
> Hallo zusammen,
> dumme Frage, wie habt ihr die Dynamask ausgehärtet?
> Mit UV oder mit Hitze??
>
> Viele Grüße
>
> Udo

Also laut Bungard wird es erst unter UV-Licht gehärtet (im Belichter) 
und anschließend folgt eine thermische Härtung im Ofen (allerdings nur 
wenn der Ofen eine Frischluftzufuhr hat, wegen Oxidbildung auf den 
Pads).
Daher lieber länger UV härten.

Gruß Gero

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